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E-Books: Nutzergesteuerte Erwerbung von Fachbüchern mit SAGE Knowledge

Anlässlich des Welttages des Buches am 23.4. wurde in unserem Blog ausführlich über den digitalen Wandel vom Buch zum E-Book und den damit einhergehenden Transformationen und Möglichkeiten berichtet. Dabei stand auch der Einfluss auf unsere Erwerbungsstrategie und der kontinuierliche Vergleich neuer Geschäftsmodelle im Fokus unserer Überlegungen.

 

Mit dem Verlag Sage konnten wir jetzt einen neuen Partner für das nutzergesteuerte Erwerbungsmodell Evidence Based Acquisition (EBA) gewinnen. EBA bedeutet, dass das vollständige E-Book-Angebot des Verlages für einen pauschalen Jahresbetrag freigeschaltet wird und am Jahresende über die dauerhafte Lizenzierung der einzelnen Titel entschieden werden kann. Grundlage der Lizenzierung wird die Nutzungsstatistik der Titel sein. Sage testet im ersten Jahr nur mit einer kleinen Anzahl von Bibliotheken in Deutschland dieses Modell und die SLUB ist mit am Start. Die Testphase wird seitens des Verlags und natürlich auch von uns genutzt, um die Akzeptanz zu erproben und die dauerhafte Umsetzung zu prüfen.

 

Sage bietet inhaltlich ein breites Spektrum an Fachbüchern, Enzyklopädien und Lehrbüchern, der Fokus liegt im Bereich Sozialwissenschaften und Psychologie. Die Titel sind bereits unter SAGE Knowledge zugänglich und werden in Kürze auch über unseren Katalog zu finden sein. Die Nutzung der E-Books ist ohne das sogenannte Digital-Rights-Management möglich, d.h. einzelne Kapitel können als PDF heruntergeladen werden.

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European Maker Week: MEET UP! mit virtuellen Realitäten im Makerspace

Seit kurzem stehen im SLUB Makerspace verschiedene von der TU Dresden erworbene Lehrmittel wie Arduino und Lego Serious Play zur Verfügung. Während der Öffnungszeiten können diese Lehrmittel zur Nutzung im Makerspace ausgeliehen werden.

 

Unter diesen Lehrmitteln ist auch Hardware für die Steuerung Virtueller Realität (VR) – computergenerierte dreidimensionale Räume, die der Realität möglichst nahe kommen. Solche Welten können durch Bildschirme oder andere bildgebende Hardware virtuell betreten und erkundet werden. VR wird z.B. in der Pilotenausbildung in Flugsimulatoren, als Therapie in der Medizin, in der Architektur bei der Planung von Gebäuden und Landschaften oder im Maschinenbau für die Anlagenvisualisierung eingesetzt.

 

Das nächste Makerspace MEET UP! am 02. Juni 2016 von 16 bis 19 Uhr im Makerspace M2 findet unter dem Motto "Virtuelle Realität" und im Rahmen der European Maker Week statt. Dazu laden wir Sie herzlich ein, um über Virtuelle Umgebungen und Hardware ins Gespräch zukommen. Eine Auswahl der Hardware zur VR-Steuerung wie das Myo-Armband und der LEAP Motion Controller werden wir während des MEET UP! vorführen.

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Der Weltuntergang im Postkartenformat: Der Dresdner Maya-Codex – Eine Virtuelle Ausstellung

Zwar konnte der Maya-Codex schon seit der Mitte des 18. Jahrhunderts in der Kurfürstlichen Bibliothek zu Dresden bewundert werden – doch am Ende war es der amerikanische Regisseur Roland Emmerich und sein Film „2012“, der die Besucher in Strömen nicht nur in die Kinos, sondern auch in die Schatzkammer der SLUB in Dresden führen sollte.

 

Anlässlich des deutsch-mexikanischen Kulturjahres, welches am 11. April von Bundespräsident Joachim Gauck und dem mexikanischen Präsidenten Enrique Peña Nieto mit einem gemeinsamen Rundgang durch die Berliner Ausstellung „Die Maya – Sprache der Schönheit“ im Martin-Gropius-Bau eingeleitet wurde, stellt die Deutsche Digitale Bibliothek die Virtuelle Ausstellung „Die Dresdner Maya-Handschrift: Prophetie und Ritual aus Yukatan“ vor. Die Virtuelle Ausstellung, kuratiert von Dr. Thomas Haffner und Norman Köhler, beleuchtet die Geschichte, den Inhalt und die Bedeutung dieses für die Maya und für die heutige Maya-Forschung so wichtigen Dokuments.

 

Von Yukatan über Wien nach Dresden

Der Codex ist eines der ältesten erhaltenen Dokumente der Maya-Kultur – die Datierung wird vom Archäologen Eric Thompson auf 1200 bis 1250 n. Chr. geschätzt. Dies deutet auf eine Herkunft aus dem nördlichen Yukatan hin, wo in dieser Zeit das letzte große Gemeinwesen der Mayas existierte.

 

Wie und wann der Maya-Codex aus Mexiko nach Europa gelangte, ist nicht bekannt. Wahrscheinlich reiste der Codex im 16. Jahrhundert mit den spanischen Eroberern nach Madrid und von dort nach Wien. Bekannt hingegen ist, dass der Codex in Wien 1739 vom Oberbibliothekar  der Kurfürstlichen Bibliothek in Dresden, Johann Christian Götze, als „unschätzbares Mexikanisches Buch mit hieroglyphischen Figuren“ erworben und nach Dresden gebracht wird.

 

Damit gerät das Dokument allerdings auch in Vergessenheit, bis Alexander von Humboldt die Schrift am 6. Juni 1791 sieht – er trägt sich an diesem Tag in das Besucherbuch der Bibliothek ein – und 1813 fünf Blätter daraus veröffentlicht. Ab 1835 wird der Maya-Codex in einer Vitrine im Japanischen Palais ausgestellt, dem damaligen Sitz der Königlichen Öffentlichen Bibliothek in Dresden. Der Veröffentlichung Humboldts folgend, beginnen die Forschungen und die endgültige Identifizierung als Maya-Handschrift 1853 durch den französischen Historiker und Archäologen Charles Étienne Brasseur de Bourbourg.

 

Die wasserausschüttende Göttin Chak Chel (Bild oben) mit den Zügen des Jaguars, Schlangenkopfputz und gekreuzten Knochen auf dem schwarzen Rock. Im Wasserschwall sind die Zahl 5.1.0 (=1.820) und die Hieroglyphe für den Tag Eb zu erkennen.

 

Von der Entschlüsselung der Hieroglyphen zur Prophezeiung der Apokalypse

Die Entschlüsselung der Handschrift begann erst Ende des 19. Jahrhunderts: Der Dresdner Oberbibliothekar Ernst Wilhelm Förstemann machte grundlegende Entdeckungen über das Zahlensystem, die Kalenderrechnung, die Bedeutung der astronomischen Tafeln und erkannte die Einteilung in 260tägige Abschnitte (Almanache). Der Berliner Gerichtsassessor Paul Schellhas etablierte ein noch heute genutztes Schema der Benennung der Maya-Götter mittels Großbuchstaben. Mitte des 20. Jahrhunderts fand der russische Wissenschaftler Juri Knorosow den Schlüssel zu der bis heute nicht abgeschlossenen Entzifferung der Maya-Hieroglyphen.

 

Der Maya-Forscher Nicolai Grube von der Universität Bonn erklärte der FAZ zum Inhalt des Codexes: „Es ist ein Handbuch für Priester, das Almanache enthält, mit deren Hilfe man gute und schlechte Tage für Riten oder die Landwirtschaft vorhersagen kann“. Doch wie kam es zu der Annahme, der Codex würde den Weltuntergang vorhersagen?

 

Eine von ursprünglich 13 Seiten eines K’atun-Kalenders (Bild links) mit 13 mal 20 Jahren zu je 360 Tagen. Kämpfende Krieger oben und die Vorführung eines Gefangenen unten stehen für das Unheil, das nach Ablauf der ersten K'atun-Periode droht.

 

Als gesichert gelten kann, dass am 21.12.2012 ein Maya-Zeitalter endet und zwar der 13. Baktun – der 13. Vierhundertjahreszyklus seit der Erschaffung der Welt. Gleichzeitig steht über der Seite der Handschrift, die angeblich die Apokalypse in Form einer Flut zeigt, der Tag „5 EB“ – dieser tritt alle 260 Tage im Kalender auf und bedeutet laut Grube, dass „wenn an diesem Tag ein schwerer tropischer Sturm kommt, … vor einer möglichen großen Flut gewarnt [wird]“.

 

„5 EB“ hat jedoch nichts mit dem 21. Dezember 2012 zu tun und nach dem Ende des 13. Baktun beginnt: der 14. Baktun. Es handelt sich also vielmehr um eine Kalenderrechnung und detaillierte Wetterbeobachtungen der Maya. Die Interpretation dieses Blattes als Weltuntergangsszenario geschah durch westliche Esoteriker, Roland Emmerich gab der Geschichte den letzten Hollywoodschliff und somit war dem Dresdner Maya-Codex die Weltöffentlichkeit gewiss. Der Weltuntergang hingegen weniger.

 

Mehr interessante Hintergründe über den Codex, zum Beispiel zu den Göttern der Maya, ihrer Kalenderrechnung und der Hieroglyphenschrift bietet die Virtuelle Ausstellung „Die Dresdner Maya-Handschrift: Prophetie und Ritual aus Yukatan“ der Deutschen Digitalen Bibliothek.

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Wie Görlitzer Bücher auf Dresdner Server und von dort in die Welt gelangen

Das Landesdigitalisierungsprogramm (LDP) bietet auch kleineren sächsischen Kultur- und Wissenschaftseinrichtungen die Möglichkeit, ausgewählte Bestände zu digitalisieren und über die SLUB zu präsentieren. Die Oberlausitzische Bibliothek der Wissenschaften (OLB) in Görlitz hat diese Chance genutzt: die Digitale Kollektion der OLB ist online.

 

Ein Erfahrungsbericht von Matthias Wenzel, Leiter der Oberlausitzschen Bibliothek der Wissenschaften:

 

Bis in das vergangene Jahr hinein gab es einen unprofessionellen Gedanken in meinem Kopf: „Mit jedem digitalisierten Buch entfällt ein Grund für einen Bibliotheksbesuch.“ Für eine Bibliothek in kommunaler Trägerschaft, die in allen Planungen und Statistiken in höchst konventioneller Weise nach der Anzahl von Besuchern und Entleihungen bewertet wird, ist das eine nicht unwichtige Überlegung.

 

Die Oberlausitzische Bibliothek der Wissenschaften verfügte zwar seit langem über einen Buchscanner, jedoch wurden damit ausschließlich Arbeitskopien für Benutzung und Fernleihe angefertigt. Eine planmäßige Digitalisierung einzelner Bände oder gar ganzer Bestandsgruppen fand nicht statt. Personal für diese Aufgabe stand weder von der Anzahl noch von der Qualifikation her zur Verfügung, es fehlte das Know-How für die Aufbereitung und Verwaltung der entstehenden digitalen Daten und schließlich ist die IT-Abteilung einer mittelgroßen Stadtverwaltung nicht auf Themen wie „persistent identifier“ und „Langzeitarchivierung“ eingerichtet.

 

Die bei Bibliotheksführungen in unserem historischen Büchersaal regelmäßig auftauchende Frage „Haben Sie die schon alle eingescannt?“ beantworteten wir daher meist mit dem Verweis auf die Aktivitäten der ‚großen Schwester‘ SLUB und auf die Vorteile des ‚zweiten Siegers‘: man kann Erfahrungen nutzen, erprobte Technologien verwenden und das alles mit deutlich geringeren Kosten. Für eine kleine Einrichtung mit lediglich 3,6 Mitarbeitern ohne eigene IT-Abteilung sicher ein sinnvoller und nicht untypischer Weg.

 

In dieser Situation erreichte uns das Angebot zur Teilnahme am sächsischen Landesdigitalisierungsprogramm. Das LDP war genau das, worauf wir gewartet hatten: die Erfahrungen, die Ressourcen und Kapazitäten der SLUB und unsere historischen Bestände für eine nutzerfreundliche Erschließung zu verbinden.

 

Nachdem fest stand, daß die OLB in die Pilotphase des LDP einbezogen wird, konnten die Planungen konkret werden. Die bisher schon guten Kontakte mit den Kolleginnen der Digitalisierungsstelle wurden enger und gemeinsam wurde als Projektziel die vollständige Digitalisierung des urheberrechtsfreien Materials der Signaturengruppe „Lusatica“ formuliert. Von Oktober bis Dezember 2015 wurden rund 1.100 Titel mit ca. 80.000 Images digitalisiert.

 

Nach Fertigstellung dieser Arbeiten werden rund 150.000 Images mit wertvollem, teils unikalem  Bestand aus der OLB im Netz frei zugänglich sein. Das ist ein schöner Erfolg. Für unser kleines Team war die Arbeit daran eine Herausforderung. Das Erstaunliche ist aber, dass wir jetzt, nach Abschluss des Vorhabens, nicht das Gefühl haben, am Ende eines Weges zu stehen. Im Gegenteil, wir sind im fachlichen Verbund mit den Kollegen der SLUB erste Schritte gegangen. Und der eingangs erwähnte unprofessionelle Gedanke vom „entfallenden Grund für einen Bibliotheksbesuch“ ist der Überzeugung gewichen, dass jedes digitalisierte Buch ein Beleg zukunftsorientierter bibliothekarischer Professionalität ist und unserer Bibliothek zusätzliche Aufmerksamkeit verschafft.

 

Die Langfassung dieses Berichts erschien im Geschäftsbericht 2015 der SLUB, S. 8.

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Kultur TweetUp zur Langen Nacht der Wissenschaften

Die Lange Nacht der Wissenschaften 2016 steht vor der Tür. Auch in diesem Jahr laden wir im Rahmen der LNdW zu einem Kultur-Tweetup ein. Als besonderes Highlight erhalten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer exklusive Einblicke in das Tonstudio, das Dresdner Digitalisierungszentrum (DDZ) mit deren vollautomatisierten Scan­Robotern und erfahren Details zur Schallplattendigitalisierung durch die SLUB­-Tontechniker.

 

Interessierte Twitterer können sich gern über die Seite vom Kultur TweetUp Dresden anmelden. In den sozialen Medien gilt an diesem Tag der Hashtag #LNdWDD-slub.

 

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