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Archiv: Oktober 2015

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Kulturgut verpflichtet - SLUB nimmt Pergamentrestaurierungskammer in Betrieb

Die SLUB bewahrt zahlreiche Handschriften aus der Zeit des Mittelalters, der Renaissance und der Reformation, des 8. bis 16. Jahrhunderts. Ein Teil, etwa 150, der auf Pergament geschriebenen, zum Teil kostbar illustrierten Handschriften sind im Zweiten Weltkrieg stark beschädigt worden. Sie waren in den Tiefkeller des Japanischen Palais umgelagert worden, der als bombensicher galt, jedoch nicht ausreichend gegen Grund- und Löschwasser gesichert war.

 

Viele der 150 damals vollständig durchnässten Pergamenthandschriften weisen so komplexe Schadensbilder auf, dass sie bis heute nicht restauriert werden konnten. Deshalb waren sie bislang weder benutzbar noch digitalisierbar. In den letzten Jahrzehnten hat die Restaurierungswerkstatt der SLUB schrittweise spezielle Restaurierungsverfahren für solche wassergeschädigten Pergamenthandschriften entwickelt,  die es ermöglichen, nun auch die am schwersten geschädigten Handschriften zu bearbeiten.

 

Dazu wurde in Zusammenarbeit mit dem Sächsischen Immobilien- und Baumanagement eine begehbare Klimakammer zur Pergamentrestaurierung konzipiert und für rund eine halbe Mio. EUR gebaut. Die fertige Kammer erlaubt es, bei einer relativen Luftfeuchte von bis zu 95 % und einer konstanten Lufttemperatur von 20 Grad Pergamentblätter konservatorisch zu behandeln  und im sogenannten Angussverfahren Fehlstellen in den Handschriftenseiten zu schließen. Diese Pergamentkammer wurde heute nun durch die Sächsische Staatsministerin für Wissenschaft und Kunst, Frau Dr. Eva Maria Stange, für den Regelbetrieb übergeben.

 

Es ist geplant, schrittweise die Schäden an den Handschriften so weit zu beheben, dass diese digitalisiert und für die Forschung wieder zugänglich gemacht werden können. Unter diesen Handschriften befinden sich viele wertvolle Manuskripte aus mehreren europäischen Ländern, Zeugnisse für die kulturelle und wissenschaftliche Bildung Europas, die in Sachsen systematisch gesammelt wurden und zu unserem Kulturellen Erbe gehören.

 

Bildnachweis

Bild oben: Kai Burges

Bild unten: SLUB/Henrik Ahlers

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Lutherhandschrift der SLUB zum Weltdokumentenerbe ernannt

Anfang Oktober hat die UNESCO eine in der SLUB aufbewahrte Handschrift Martin Luthers in das UNESCO-Dokumentenregister »Memory of the World« aufgenommen. Das Autograph der vorreformatorischen Psalmenvorlesungen von 1513-17 hatte das Leibniz-Institut für Europäische Geschichte zusammen mit 13 weiteren herausragenden Luther-Dokumenten aus Berlin, Dessau,  Gotha, Heidelberg, Jena, Weimar, Wittenberg, Wolfenbüttel und Worms zur Aufnahme in das Weltdokumentenerbe vorgeschlagen.

 

„Die SLUB verfügt über einen hervorragenden und großen Bestand an Manuskripten und Briefen Martin Luthers. Wir bewahren diesen Schatz der Reformationszeit mit Dankbarkeit und Stolz. Dabei sind wir uns der großen Verantwortung für den Originalerhalt der kulturellen Überlieferung bewusst und sorgen deshalb dafür, diese Zeitzeugen  sowohl zu schützen als auch gleichzeitig digital zugänglich zu machen“, so Prof. Dr. Thomas Bürger,  Generaldirektor der SLUB, heute bei einer Pressekonferenz mit Dr. Eva-Maria Stange, Sächsische Staatministerin für Wissenschaft und Kunst, im Vortragssaal der SLUB.

 

Das zum Weltdokumentenerbe ernannte Autograph gehört zu den kostbarsten Handschriften der Bibliothek und ist ein eigenhändiges Manuskript Martin Luthers, das er als frisch promovierter Theologieprofessor für seine erste Vorlesung über die Psalmen in den Jahren 1513-1515 an der Universität Wittenberg verwendete. Luther kommentierte einzelne Verse in Auseinandersetzung mit antiken, kirchenväterlichen und mittelalterlichen Autoritäten sowie gängigen Bibelglossen. Die 1516 ausgearbeitete ausführliche Kommentierung des ersten und vierten Psalms lässt darauf schließen, dass Luther eine Veröffentlichung seines Kommentars beabsichtigte. Ein Druck kam zu seinen Lebzeiten jedoch nicht zustande.

 

Die Handschrift gelangte Ende des 16. oder Anfang des 17. Jahrhunderts durch den Zeitzer Kanoniker Johann Ernst Luther (1560-1637), Martin Luthers Enkel, in die Kurfürstliche Bibliothek zu Dresden.

 

Das Digitalisat des Autographs befindet sich in unseren digitalen Sammlungen.

 

Bildnachweis: SLUB/Henrik Ahlers

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Schöne Abschlussarbeiten schreiben?

Neue Kooperation mit der Hochschulgruppe für Freie Software und Freies Wissen

 

Durch die Kooperation mit der Hochschulgruppe für Freie Software und Freies Wissen können wir unser Serviceangebot im Bereich Textverarbeitung mit LaTex und LibreOffice erweitern.

 

Die Abschlussarbeit in LaTex? Klar! Aber es gibt zu viele Probleme?

Du willst nach Jahren des Studiums eine schöne Abschlussarbeit setzen? Man hat Dir gesagt, dass LaTex genau das richtige ist, doch es funktioniert einfach nicht? Heute ab 19 Uhr kannst du dir bei deinen Problemen von LaTex-Enthusiasten der Hochschulgruppe für Freie Software und Freies Wissen beim “LaTex/LibreOffice Helpdesk” helfen lassen.

 

Bei diesem Helpdesk wird gezeigt, wie Du mit freier Software eine schöne Abschlussarbeit erstellen kannst.  Es wird Dir bei LaTex-Problemen mit Textsatz, Zitaten und Zitatverwaltung, Quellenverzeichnissen, Grafiken, und vielem mehr geholfen. Und selbst wenn Du nicht mit LaTex sondern mit LibreOffice arbeiten willst, wird dir bei der Sprechstunde geholfen.

 
Weitere Termine:
  • 25. November 2015
  • 27. Januar 2016
  • 24. Februar 2016
  • 23. März 2016

 

Text: Melanie Kaiser

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TUD-Projekt nominiert für Nachhaltigkeitspreis Forschung - jetzt voten!

Unsere SLUB-Lounger bestehen aus Textilbeton, einem Material, das durch seine hohe Lebensdauer überzeugt.

 

Korrosionsempfindlichkeit und sehr hoher Ressourcenverbrauch sprachen schon vor mehreren Jahren für eine Alternative zum Stahlbeton - dem am häufigsten verwendeten Material im Bauwesen. Nun gibt es eine Weiterentwicklung des Textilbetons, das Carbon Concrete Composite (C³), bei dem der Stahl durch Carbon ersetzt wird. Das interdisziplinäre C³-Projekt Carbon Concrete Composite der TU Dresden arbeitet mit über 130 Partnern aus Forschung, Wirtschaft, Verbänden und Vereinen an dem neuartigen Materialverbund aus Carbonfasern und Hochleistungsbeton und der schnellen Einführung in die Baupraxis.

 

Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) prämiert anlässlich des "Wissenschaftsjahrs 2015 – Zukunftsstadt" nachhaltige Ideen für die nachhaltige Stadtentwicklung. Das C³-Projekt der TU Dresden gehört dabei zu den drei Finalisten. "Die Erforschung und Etablierung des neuen Baustoffes C³ und die Entwicklung einer neuen Bauweise bieten einen vielversprechenden Ansatz, um einen Paradigmenwechsel im Bauwesen und somit der Stadtentwicklung einzuläuten" – so die Begründung der hochkarätigen Jury.

 

Das Online-Voting – die entscheidende Stufe zum Gewinn des Nachhaltigkeitspreises Forschung – ist bereits gestartet. Unter www.forschungspreis.de werden die nominierten Projekte vorgestellt. Der Sieger wird durch das Votingbestimmt! Alle, die von dem Projekt überzeugt sind, können für C³ stimmen!
 
Der deutsche Nachhaltigkeitspreis 2015 wird am Abend des 27. November 2015 im Rahmen des Deutschen Nachhaltigkeitstages in Düsseldorf verliehen. Weitere Informationen unter: www.bauen-neu-denken.de.

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Zum Welttag des Audiovisuellen Erbes: Historische Schallplatten-Aufnahme-Session in Ehrenfriedersdorf

Eine Gemeinschaftsaktion der Gesellschaft für Historische Tonträger und der SLUB

 

Wie Handschriften und Drucke für vergangene Zeiten, können Ton- und Filmaufzeichnungen, Radio- und Fernsehprogramme als historische Quellen des 20. und 21. Jahrhunderts verstanden werden. Die UNESCO hat den heute stattfindenden Welttag des audiovisuellen Erbes ins Leben gerufen, um auf die Notwendigkeit der Erhaltung und Archivierung dieser Medien hinzuweisen. Überall auf dem Globus bieten Gedächtnis-Einrichtungen wie Schall- und Filmarchive zu diesem Tag Informationsveranstaltungen an. 

 

Die SLUB begibt sich gemeinsam mit ihrer Partnerorganisation, der Gesellschaft für Historische Tonträger (GHT), am heutigen Gedenktag auf die Spuren der Schallplattenherstellung in Sachsen. An verschiedenen Orten im Erzgebirge wurden seit den Zwanzigerjahren des 20. Jahrhunderts Schallplatten produziert.

 

Abb: Schallplatte Clausophon, hergestellt in Thalheim, Erzgebirge

 

 

An einer dieser historischen Produktionsstätten, in Ehrenfriedersdorf, wird Herr Gallenmiller von der GHT „live“ mit historischem Flaschenmikrofon und einer Schneidemaschine für Schallfolien ein frühes Aufnahmeverfahren vorführen.

 

 

 

 

Abb: Herr Gallenmiller, Vizepräsident der Gesellschaft für historische Tonträger beim Schneiden einer Decelith-Schallfolie. (Foto: C. P. Gallenmiller)

Zuvor führen Mitarbeiter der SLUB mit einem Vortrag mit historischen Klangbeispielen aus der Digitalen Mediathek der SLUB in das Thema ein.

Die Veranstaltung beginnt um 17.00 Uhr in der Sauberg-Klause in Ehrenfriedersdorf.

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