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Archiv: Dezember 2015

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Nicht nur für Radfahrer: Digitale Ideen mit Geschichte im Kartenforum

Fast einhundert neu digitalisierte Karten wurden im Virtuellen Kartenforum noch kurz vor Weihnachten veröffentlicht. Für Radfahrerinnen und Radfahrer sind fünf digitale Karten dabei – für die Gegenden um Prag, Chemnitz und Zwickau, Görlitz, Ostpreussen und für die Hauptrouten von Mitteleuropa.

 

Hauptroutenkarte von Mitteleuropa für Radfahrer : Blatt 2, 1:1 500 000. SLUB/ Deutsche Fotothek

 

Lohnende Ziele für Touren in 2016 finden Sie darin bestimmt über die Feiertage. Außerdem lohnt ein Blick in die alten Tourenbücher für Radfahrer. Die Sammlung wächst weiter, da in den vergangenen Monaten nicht nur in der SLUB, sondern auch in anderen Bibliotheken historische Radfahrerliteratur digitalisiert wurde. "Historische Radreisen" sind als Sammelgebiet ein verstreutes Puzzle regionaler Wegweiser, Radwanderführer, Fahrten- und Tourenbücher sowie länderüberschreitender Radreiseberichte. Die Autoren - Ende des 19. Jahrhunderts weitgehend Männer - schufen als Verbandsfunktionäre, Verleger und "Sportfreunde" eine Vielzahl regionaler Reiseführer, die immer noch nützliches Material für die Heimatforschung sind - und Ausgangspunkt für Reisepläne.

 

Von wem stammen diese Karten? Ein Dresdner Kartograf und Verleger war Robert Mittelbach in Kötzschenbroda, der mit seinen Verlagen dort und in Leipzig verschiedenste Landkarten schuf, unter anderem für Rad- und Automobilfahrer. In Leipzig erschienen damals auch die Universal-Radsport-Karten von Eduard Gaebler und Wolf's Radfahrer-Karten in verschiedenen Verlagen. Der Schweizer Theophil Weber gründete in Leipzig den Sächsischen Radfahrer-Bund, den es heute noch gibt, und verlegte Tourenbücher für Radfahrer, die in der SLUB schon digitalisiert wurden. Ist diese Häufung ein Zufall? Allein die individuellen Geschichten der Verlage und ihrer Verleger, die Radtourenbücher und -karten veröffentlichten, sind höchst spannend. Die Vermutung liegt nahe, dass die geschäftlichen Interessen radelnder Verleger mit deren privaten Interessen als Radsportler und Radreisende um 1900 zusammentrafen. Mehr Freizeit, sinkende Anschaffungskosten und damit steigende Fahrradbegeisterung schufen Nachfrage nach Radreiseliteratur. Geschäftstüchtige Verlage bedienten diese Nachfrage gern und druckten diese Fahrradbücher – verschleißanfällige Gebrauchsliteratur, die inzwischen weit verstreut in unzähligen europäischen und amerikanischen Regionalbibliotheken, Antiquariaten und Digitalen Sammlungen darauf wartet, für neue Reisen wieder entdeckt zu werden.

 

Studentinnnen und Studenten der Technikgeschichte erforschen nun an der TU Berlin Fahrradgeschichte anhand digitalisierter Tourenbücher und bloggen ihre Erkenntnisse. Für HistorikerInnen - mit und ohne Fahrrad - bieten die Radfahrerbücher viel, auch alltägliche Auswirkungen der Weltgeschichte. Im Begleitwort der zweiten Auflage des Wanderbuchs des Bundes Deutscher Radfahrer Band für Ostdeutschland schrieb der Fahrradpionier und Radsportfunktionär Gregers Nissen 1925: "Die zweite Auflage von Ost-Deutschland umfasst das selbe Gebiet wie die I. Auflage, obgleich unserem Vaterland grosse Gebietsteile entrissen wurden und der Korridor uns von Ostpreussen trennt. Ich habe die Hauptstrassen durch die abgetrennten Teile aufgenommen, in der Hoffnung, dass es auch mal wieder anders kommen kann." Ältere digitale Radfahrerkarten für Polen, Sachsen und Böhmen finden Sie jetzt im Kartenforum in der Deutschen Fotothek.

 

Ergänzung: Die Karte vom "Gebiet des Deutschen Radfahrer-Bundes mit Gau - Eintheilung" von 1892 wurde von der Nationalbibliothek in Warschau digitalisiert.

 

 

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Gelebte Vielfalt – Frohe Festtage und ein gutes Neues Jahr!

Mit einer Tagung über literarische Quellen zu  Toleranz und Multikulturalität geht für die SLUB das Arbeitsjahr 2015 langsam zu Ende. Wissenschaftler aus Aserbaidschan und Deutschland haben gestern die in der SLUB aufbewahrte Originalhandschrift Kitab-i Dedem-Korkut gewürdigt, die vor 200 Jahren erstmals ins Deutsche übersetzt wurde.


Goethe schätzte die Übersetzung der Dresdner Handschrift: sie habe ihm „unschätzbare“ Kenntnisse über den Orient vermittelt. Gestern wurde auch eine Kassette mit Übersetzungen in 20 Sprachen des für alle turksprachigen Völker wichtigen mittelalterlichen Heldenepos vorgestellt.

Die Tagung hat einmal mehr gezeigt: Unterschiede sind eine Bereicherung, gelebte Vielfalt, das Miteinander von Religionen, Ethnien, Kulturen sind – mit Goethes Worten – unschätzbar wertvoll. Unsere Bibliothek will mit ihren Beständen aus aller Welt und Lesern und Gästen aus vielen Nationen ein selbstverständlicher Ort gelebter Vielfalt sein. In diesem Sinne wünsche ich Ihnen und uns allen friedvolle Weihnachten und ein gesundes und glückliches Neues Jahr 2016.

Hier finden Sie unsere Sonderöffnungs- und schließzeiten zwischen dem 21.12.2015 und dem 4.1.2016.



Bildnachweis: SLUB / Fotothek

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Umfrage zur Nutzung digitaler Werkzeuge in der Wissenschaft

Wie recherchieren, lesen, analysieren, schreiben und publizieren Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler heute? Welche Werkzeuge nutzen Sie wofür? Um unser Beratungsangebot so bedarfsorientiert wie möglich gestalten zu können, bitten wir Sie, sich zehn Minuten Zeit zu nehmen und an einer Umfrage der Universität Utrecht zu beteiligen.


Die rasante Weiterentwicklung digitaler Werkzeuge in der wissenschaftlichen Arbeit erfordert eine stetige Erweiterung des eigenen Know-Hows. Bibliotheken als Partner für Wissenschaft und Forschung geben Orientierung im digitalen Dschungel und unterstützen beim Erlernen der verschiedenen Tools. Um zu erfahren, welche digitalen Werkzeuge derzeit im Forschungsprozess genutzt werden, beteiligt sich die SLUB Dresden an der Umfrage.

Anhand der Ergebnisse wird unser Beratungsangebot künftig noch stärker auf die Bedarfe unserer Nutzerinnen und Nutzer abgestimmt. Die Umfrage zielt auf die Verwendung von individuell sowie kollaborativ genutzter Software und ergänzt damit die regelmäßig durchgeführten Erhebungen des Medienzentrums der TU Dresden zum Gebrauch von Social Media. Darüber hinaus trägt die Umfrage zu einem internationalen Vergleich digitaler Arbeitsweisen im Bereich der Wissenschaften bei. Wir sind gespannt auf den sächsischen Beitrag. Über die Ergebnisse werden wir an dieser Stelle berichten.

Hier geht es zur Umfrage.

Bildquelle: innoscholcomm.typeform.com/to/Csvr7b

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Überführung des Sondersammelgebietes Technikgeschichte

Seit 1998 betreut die SLUB das "Sondersammelgebiet Technikgeschichte" und erhielt dafür jährlich Fördermittel der Deutsche Forschungsgemeinschaft zum Erwerb ausländischer Zeitschriften, Monographien und Mikroformen. Zum Jahresende endet diese DFG-Förderung. Daher endet die Bearbeitung des „Fachkatalogs Technikgeschichte“ durch die SLUB am 31.12.2015 nach Abschluss des Berichtsjahres.

Ab 2016 stellen wir das Sondersammelgebiet Technikgeschichte ein und übergeben die Bearbeitung des „Fachkatalogs Technikgeschichte“ einschließlich der vorhandenen 166.000 Titelnachweise an die Bibliothek des Deutschen Museums in München. Dort ist die weitere Erschließungsarbeit im Rahmen des „Fachinformationsdienstes Geschichtswissenschaft“ im Bereich Technikgeschichte vorgesehen. Der Zugriff auf das neue Datenbank-Angebot wird weiterhin möglich sein.

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Zwischen Drinnen und Draußen: Zwischen Geschichte und Gegenwart

Gegenwärtig steht die Europäische Union vor Herausforderungen, mit deren Bewältigung die einzelnen Länder überfordert sind. Der Umgang mit Migration und dem Zustrom von Flüchtlingen führt vor Augen, wie instabil die europäische Solidarität ist. Die Verunsicherung in der Bevölkerung angesichts dieser Phänomene manifestiert sich in Protestbewegungen und der Verschärfung des politischen Diskurses auch in den sozialen Medien. Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der TU Dresden diskutieren dieses aktuelle, kontroverse Thema gemeinsam mit Forscherinnen und Forschern aus Wrocław (Polen), Trento (Italien) sowie weiteren internationalen Gästen.

 

Die Diskussionsreihe findet in Zusammenarbeit mit der SLUB Dresden und dem Deutschen Hygiene-Museum Dresden statt. Der Auftakt dazu war am 9. November 2015.

 

Die zweite Veranstaltung der Reihe „Zwischen Drinnen und Draußen. Flucht und Migration als europäische Herausforderung“ am 14. Dezember, legt den Schwerpunkt auf Migrationsgeschichte(n): Inwiefern haben sich die europäischen Staaten im Laufe der Zeit von Auswanderungs- zu Einwanderungsländern gewandelt? Wie werden Flucht- und Migrationserfahrungen in Literatur und Film dargestellt? Unter der Moderation von Prof. Dr. Christian Prunitsch beleuchten die Sprach- und Literaturwissenschaftlerinnen Prof. Dr. Roswitha Böhm (Dresden), Dr. Dorota Kolodziejczyk (Wrocław), Dr. Cécile Kovacshazy (Limoges) und Prof. Dr. Elisabeth Tiller (Dresden) die Gegenwart und historische Entwicklung der Migration aus bzw. nach Deutschland, Frankreich, Italien und Polen.


 

Termine:

14. Dezember 2015 | 18:30 – 20:00 Uhr
Zwischen Geschichte und Gegenwart
SLUB, Vortragssaal

13. Januar 2016 | 19:00 – 20:30 Uhr
Zwischen Willkommenskultur und Fremdenfeindlichkeit
Deutsches Hygiene-Museum Dresden

27. Januar 2016 | 19:00 – 20:30 Uhr
Zwischen Meinungsfreiheit und Hate speech
Deutsches Hygiene-Museum Dresden

 

 

 

Weitere Informationen gibt es unter www.tu-dresden.de/gsw

 

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