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Archiv: Februar 2017

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200 Jahre Fahrrad. Viel Zeit für neues Radfahrerwissen

Vor zweihundert Jahren wurde das Fahrrad erfunden. Die sächsische Industrie brachte nach 1817 zahlreiche technische Entwicklungen und Fahrradmarken hervor – auch außerhalb der großen Städte. Maschinenbau und Feinmechanik waren dafür gute technologische Grundlagen.

 

Auch in Leipziger Buch- und Zeitungsverlagen entstanden damals für die ersten Radfahrer des Bürgertums - und später auch für die Arbeiter-Radfahrer und für Radfahrerinnen - Radler-Zeitungen, Tourenbücher, Wegweiser, Radfahrerkarten und Festbücher. Der Gebrauchswert ist nicht gering, die Tourenbeschreibungen und Landkarten eignen sich meist noch heute für Ausfahrten.

 

In der SLUB haben wir für das Jubiläumsjahr die digitale Kollektion "Das Fahrrad" zusammengestellt. Auch Dokumente der frühen sächsischen Radfahrervereine und -verbände wurden inzwischen digitalisiert: zum Beispiel das Plakat von der Bannerweihe des Radfahrer-Vereins "Ueber Berg und Thal" Dresden-Striesen 1896, das Programm vom Gala-Saalfest des Dresdner R. V. Sturmvogel 1890 oder das Jahrbuch der deutschen Radfahrer-Vereine 1897/98 mit den Adressen und Vereinsvorständen, mit Tourentipps, Karten und Portraits der verschiedenen Radsportverbände.

 

484 Fotos mit Radfahrern gibt es in der Deutschen Fotothek und 1556 mit einem Fahrrad oder mit Fahrrädern. Ist dieses historische Radfahrerwissen heute noch relevant? Für den Alltag, für HeimatforscherInnen, für die Technikgeschichte, für Verkehrsplaner oder für neue Tourismuskonzepte? Das kommt auch ganz auf Sie an.

 

Abgesehen von Radtouren, die man mit den alten Quellen unternehmen kann, gibt es viel wieder- und neu zu entdecken. Die regionalen Radfahrerbünde hatten eigene Traditionen, Logos und Publikationen, z. B. der Lausitzer Radfahrer-Bund mit seinen Bundesvereinen. Dahinter standen engagierte Zeitgenossen – Persönlichkeiten wie der Lehrer und LRB-Vorsitzende Georg Pauli, der um 1900 viele Vereine seiner Heimat mitgründete und dafür in Demitz-Thumitz heute noch in Ehren gehalten wird.

 

Wer will, findet 2017 einen persönlichen Anteil an "200 Jahre Fahrrad", Ziele für eine Ausfahrt und Antworten auf eigene Forschungsfragen.

 

 

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Dresdner Operngeschichte in der SLUB

Weit zurück reichen die Belege einer herrschaftlichen Musikpflege am Dresdner Hof. Schon für das 15. Jahrhundert ist eine mehrstimmige Musikpraxis an der noch ungeteilten sächsischen Residenz der Wettinerbrüder Ernst und Albrecht belegt. Bekanntlich schlug dann 1548 mit der Gründung der Kantorei (wenig später schon Kapelle genannt) durch Herzog Moritz die institutionelle Geburtsstunde des bis heute aktiven Ensembles. Zu den Aufgaben der Hofkapelle gehörten seit Mitte des 17. Jahrhunderts auch die Aufführungen von Opern – einer noch jungen Gattung, die, gerade von Italien nach Sachsen übernommen, doch einen so hohen Rang im Musikleben des Hofes einnahm, dass ihr ein eigenes Gebäude am Taschenberg errichtet wurde. Am 27. Januar 1667 wurde es eröffnet.

 

Ehemaliges Opernhaus am Taschenberg. Inneres bei einer Ballettaufführung am 3. Februar 1678. SLUB/ Deutsche Fotothek

 

Zur heurigen 350. Wiederkehr dieses Ereignisses laden nun die Semperoper und der Dresdner Geschichtsverein zu einer Konferenz ein, auf der heute zwischen 11 und 16 Uhr Facetten der Dresdner Operngeschichte näher beleuchtet werden. Ende März erscheint ein Themenheft der Dresdner Hefte zur Dresdner Oper. Denn: Auch, wenn die lange Tradition der Kapelle für eine gewisse Stabilität spricht, wechselhaft war die Geschichte der Oper allemal: Kriege, finanzielle Schwierigkeiten, politische Eingriffe in die Kulturbelange, aber auch veränderte ästhetische Vorstellungen sind nur einige Stichworte für besondere Umstände, denen die Oper begegnen musste. Spuren dieser Herausforderungen sind uns nicht nur in den Archivalien überliefert, sondern auch durch die Musik selbst, den Noten. Auf ganz verschiedene Weise begegnen uns hier die Zeitläufte der Hofoper: notierte Aufführungsdaten oder Abnutzungen zeigen Geschmacksänderungen oder die Beliebtheit bestimmter Repertoirestücke an.

 

La fille du régiment - Mus.4864-F-513

 

Fehlstellen im überlieferten Material weisen auf Katastrophen hin. Meist waren es Brände, die mit den Theaterhäusern den Bestand vernichteten: beispielsweise 1760 durch die preußische Besetzung, 1849 während der Barrikadenkämpfe, 1869, 1945 im zweiten Weltkrieg. Überliefert werden konnte, was nicht mehr gespielt wurde und sich deshalb an anderen Orten befand – so gelangte einiges Notenmaterial 1896 gemeinsam mit anderen höfischen Musikalien in die Königliche Öffentliche Bibliothek. In den 1920er Jahren begann die Staatsoper systematisch, nicht mehr genutzte Musikalien an die sächsische Landesbibliothek abzugeben, nach 1945 folgte der überwiegende Teil. Heute werden etwa 1.200 Notenmanuskripte der Dresdner Oper in der SLUB aufbewahrt. Katalogisiert und digitalisiert, laden sie jeden ein, tiefer einzutauchen in die ihnen eingeschriebenen Kontexte. Und ergänzt durch die frühen Tonaufnahmen Dresdner Opernsänger im Archiv der Stimmen, lässt sich Operngeschichte nicht nur lesend erfahren, sondern auch hörend: beispielsweise durch die Stimme Irene Abendroths

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Vorfahrt für digital? Warum Bibliotheken auf die Vorteile der elektronischen Form setzen

"Digital vor gedruckt" – der mittlerweile zurückgenommene Versuch der Deutschen Nationalbibliothek (DNB), Nutzern in erster Linie die digitale Ausgabe eines Werkes (wenn vorhanden) zur Verfügung zu stellen, hat medial einige Debatten ausgelöst. Der FAZ-Redakteur Jochen Hieber wehrte sich in einem Artikel vom 18. November gegen die "Zwangsdigitalisierung", über den Twitterkanal @Handmedium wird eine wöchentliche Mahnwache medial begleitet. Unabhängig von den eigenen Lesegewohnheiten und Arbeitstechniken gibt es manche Gründe, die aus Sicht der DNB – und anderer Bibliotheken wie der SLUB – für eine bevorzugte Nutzung digitaler Ausgaben sprechen.

 

Als Vorteil der digitalen Form ist die Tatsache augenscheinlich, dass bei entsprechenden Lizenzverträgen mehrere Nutzer gleichzeitig auf ein Werk zugreifen können, und das bisweilen auch ortsunabhängig. Aus Sicht der Bibliotheken bieten elektronische Dokumente Vorteile im Hinblick auf den jeweiligen Archivauftrag. So ist die Nationalbibliothek die zentrale Archivbibliothek für alle deutschsprachigen Medienwerke aus dem In- und Ausland. Manche Werke sind deutschlandweit nur in den beiden Niederlassungen der DNB in Leipzig und Frankfurt am Main verfügbar. Ähnliches gilt für die SLUB, die als sächsische Landesbibliothek einen vergleichbaren Sammelauftrag für die Medien aus und über Sachsen hat. Dauerhafte Sicherung und hohe Nutzung sind zwei Aspekte, die sich nicht immer miteinander vertragen, weswegen auch in der SLUB manche Bücher nur im Haus nutzbar sind und nicht entliehen werden können. Digitale Dokumente, deren Nutzbarkeit im Rahmen eines Langzeitarchivierungsprogrammes dauerhaft gesichert ist, nutzen sich nicht ab und werden deshalb von Bibliotheken in dieser Hinsicht bevorzugt.

 

 Foto: SLUB/ Sarah Muschalek CC-BY-SA

 

Aber auch aus Nutzersicht haben solche Medien nennenswerte Vorteile. Besonders Literatur für Forschungszwecke (und hier ist, da wird jeder Philologe zustimmen, auch Belletristik zu nennen) bietet in elektronischer Form Mehrwerte, von denen frühere Generationen nur träumen konnten: Die Möglichkeiten, Textpassagen in Augenblicks Schnelle aufzufinden, sie fehlerlos für Zitate zu kopieren oder den gesamten Text mit minimalem Aufwand computerlinguistisch/statistisch zu analysieren, erleichtern die Arbeit sehr. Bibliophile Argumente (das schöne Handwerk, der Geruch von Druckerschwärze, die Einbandkunst, die erlesene Typografie, das unvergleichliche Gefühl des Blätterns durch cremeweiße Seiten) sind nicht ungültig, gehen jedoch dort, wo das Medium lediglich Träger ist und das Augenmerk auf den Inhalten liegt, am Kern der Sache vorbei. Nicht unerwähnt bleiben soll in diesem Zusammenhang, dass die Entwicklung von Ebook-Lesegeräten inzwischen auch ästhetische Aspekte stärker berücksichtigt, so dass auch mit einem Kindle das nichtwissenschaftliche Lesen eines Romans Vergnügen bereiten kann.

 

Insgesamt zeigt die Debatte um das digitale Medium manche Fehlschlüsse. Wenn z. B. im Feuilleton großer Zeitungen Bücher im EPub-Format als nicht zitierfähig bezeichnet werden, weil ja dort die Seitenzahlen fehlen oder nicht fest mit dem Seitenspiegel verbunden sind (ältere Leser freuen sich über die Vergrößerbarkeit der Schrift in Ebooks), so ist das Reich der "alternative facts" betreten. Seitenzahlen sind doch Hilfsmittel, um Textstellen schnell zu finden, und gerade das ist im elektronischen Format garantiert. Die Angabe von Seitenzahlen ist nur eine Möglichkeit, auf den Ort einer Textpassage in menschenlesbarer Form zu verweisen. Kapitelzahlen oder sonstige Strukturmerkmale von Texten stellen eine Alternative dar. Für das EPub-Format, das auch im wissenschaftlichen Bereich zunehmend eine Rolle spielt und z.B. von Inhaltsanbietern wie De Gruyter als alternative Ausgabeform zum herkömmlichen PDF angeboten wird, ist derzeit eine Spezifikation zur zeichengenauen Referenzierung im Entstehen: EPub Canonical Fragment Identifiers (CFIs). Aus dem Vorwort:

 

The Web has proven that the concept of hyperlinking is tremendously powerful, but EPUB Publications have been denied much of the benefit that hyperlinking makes possible because of the lack of a standardized scheme to link into them. Although proprietary schemes have been developed and implemented for individual Reading Systems, without a commonly-understood syntax there has been no way to achieve cross-platform interoperability. The functionality that can see significant benefit from breaking down this barrier, however, is varied: from reading location maintenance to annotation attachment to navigation, the ability to point into any Publication opens a whole new dimension not previously available to developers and Authors.

 

Die Möglichkeit, jedes textuelle Fragment einer EPub-Datei exakt zu referenzieren, geht somit weit über die Seitenangabe beim traditionellen Printmedium hinaus. Es bleibt abzuwarten, wie weit diese Spezifikation für Hersteller von Inhalten und Lesegeräten bzw. Software als verbindlich angesehen und umgesetzt wird. Die elektronische Form als inhärent nicht zitierfähig zu verunglimpfen ist jedenfalls bereits heute nicht haltbar.

 

Autoren: Jens Mittelbach und Martin Munke

 

 

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Write through the night. Jetzt anmelden für die Lange Nacht des Schreibens am 2. März

Durchwachte Nächte kurz vor Abgabe einer Studienarbeit kennt wahrscheinlich jede und jeder. Bei der Langen Nacht des Schreibens am 2. März 2017 können Sie gemeinsam mit vielen anderen in der SLUB am eigenen Schreibprojekt arbeiten. Das Team des Schreibzentrums der TU Dresden, die Schreibwerkstatt der Graduiertenakademie und die Kolleginnen der Wissensbar der SLUB stehen mit Schreibberatung, über 20 Workshops, einem Schreibprozess-Walk, Kaffee und Suppen zur Seite: Bitte auf Opal anmelden.

 

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Nächstes Makerspace Meet up! bietet Arduino Grundlagen | Zur MakerCon 2017 in Heidelberg für mehr Kooperationen in Bibliotheken

Beim nächsten Makerspace Meet up! am 2. März werden wir Arduino-Mikrocontroller ausprobieren, weitere Details lesen Sie unten. Und das Makerspaceteam besucht nächste Woche die MakerCon, um in Heidelberg wieder Ideen für die SLUB einzusammeln.

 

Als erste wissenschaftliche Bibliothek im deutschsprachigen Raum eröffneten wir im Februar 2015 unseren Makerspace. Immer mehr Bibliotheken erkennen offene Werkstätten als sinnvolle Ergänzung ihres Angebots. Das ist nicht verwunderlich, da die Kernaufgabe von Bibliotheken das Sammeln, Strukturieren und Vermitteln von Wissen ist. Makerspaces in Bibliotheken sind Orte für praktische Wissensvermittlung. Häufig treten andere Bibliotheken mit Anfragen zum Aufbau eigener Makerspaces an die SLUB heran.

 

Auf der ersten im deutschsprachigen Raum stattfindenen MakerCon 2017 werden wir Wissen und Erfahrungen teilen. Die MakerCon findet vom 16.02. bis 18.02.2017 in Heidelberg unter dem Motto "From Maker to Market" statt. Anhand unseres Makerspace zeigen wir die Chancen, welche sich für Maker sowie Bibliotheksbesucher, StudentInnen, WissenschaftlerInnen, Bastler und nicht zuletzt BibliotheksmitarbeiterInnen durch die institutionelle Anbindung von offenen Werkstätten an Bibliotheken ergeben. Das Programm der Konferenz und der Workshops sowie Informationen zur Anmeldung finden Sie auf der Konferenzseite.

 

 

Das Thema Mikrocontroller ist für Maker ein wesentliches und ist daher auch auf der MakerCon mit einem Workshop vertreten. Seit einiger Zeit stehen im SLUB Makerspace verschiedene als Lehrmittel der TU Dresden zur Verfügung. Unter diesen Lehrmitteln sind auch zwei Arduino-Sets (SunFounder und Funduino). Diese können während der Öffnungszeiten zur Nutzung im Makerspace ausgeliehen werden.

 

Was sind Mikrocontroller und welche Einsatzmöglichkeiten gibt es für sie?

 

Mikrocontroller sind Halbleiterchips, die einen Prozessor und zugleich auch Peripheriefunktionen für Anwendungen enthalten. In vielen Fällen befindet sich auch der Arbeits- und Programmspeicher teilweise oder komplett auf demselben Chip. Um Ihnen den Einstieg in die Welt der Mikrocontroller zu erleichtern, widmet sich das Makerspace Meet Up! am 2. März den Unterschieden der einzelnen Mikrocontroller und der Vermittlung von Arduino Grundlagen.

 

Als Referent haben wir Marcus Drobisch von FabLabDresden gewonnen. Zu Beginn wird er den Unterschied zwischen Arduino und anderen Mikrocontrollern erläutern. Danach wird Marcus mittels der Arduino-Sets praktische Arduino-Grundlagen vermitteln. Eine geringe Anzahl an Notebooks wird von uns gestellt. Wir empfehlen Ihnen ein eigenes Notebook mit der darauf installierten Arduino Software mitzubringen.

 

Was: Makerspace Meet up! Mikrocontroller – Arduino Grundlagen
Wann: 02.03.2017 17.00 bis 19.30 Uhr
Wo: Makerspace M2
Eintritt frei, Anmeldung nicht erforderlich

 

 

 

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