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Archiv: April 2017

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Ehrenpreis für Toleranz an Elif Shafak

Meine Türkei ist so tot wie meine Großmutter, klagte Elif Shafak bereits im Januar, vor dem Referendum. Wie zur Bestärkung gewann die türkische Schriftstellerin nun den diesjährigen Ehrenpreis des Österreichischen Buchhandels für Toleranz in Denken und Handeln. Shafak zählt zu den meistgelesenen Schriftstellerinnen in der Türkei, auch wenn ihre Werke dort wie die ihrer Freundin Asli Erdogan heftig umstritten sind, wie sie im Interview für den Deutschlandfunk berichtete. Shafak studierte Internationale Beziehungen an der Technischen Universität des Nahen Ostens in Ankara, erhielt einen »Master of Sciences in Gender and Women's Studies« und promovierte an derselben Universität. Die preisgekrönte Autorin schreibt auf Türkisch und auf Englisch und veröffentlichte bereits 13 Bücher, darunter Ehre (2014) und  Der Geruch des Paradieses (2016), das in der Türkei sofort auf Platz 1 der Bestsellerliste kletterte. Ihre Bücher erscheinen in über dreißig Ländern, die deutschsprachigen im Verlag Kein und Aber. Heute lebt die Autorin mit ihrem Mann und zwei Kindern in London und in Instanbul. Ihre deutschsprachigen Übersetzungen sind im Referenzbestand Interkulturalität der SLUB ausleihbar, lediglich die arabischsprachige Ausgabe von Die vierzig Geheimnisse der Liebe ist zur Zeit entliehen.

 

Der Ehrenpreis des Österreichischen Buchhandels ist mit 10.000 Euro dotiert und wird seit 1990 vom Hauptverband des Österreichischen Buchhandels (HVB) und dem Fachverband Buch- und Medienwirtschaft der Wirtschaftskammer Österreich (WKO) ausgerichtet. Unter den Preisträgern waren bisher Christine Nöstlinger, Sir Peter Ustinov, Josef Haslinger, Karl-Markus Gauß, Ilse Aichinger, Konrad Paul Liessmann, Erich Hackl, Barbara Frischmuth, Klaus Wagenbach, Martin Pollackund  Erika Pluhar.

 

Elif Shafak © Inci Cabir

 

 

 

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Der Natur auf der Spur - Maria Sibylla Merians Kupferstichwerke in der SLUB

Anlässlich des 300. Todesjahres der Künstlerin und Naturforscherin Maria Sibylla Merian (SLUBlog am 11. April 2017) sind ihre beiden faszinierenden Werke über die Entwicklung europäischer und südamerikanischer Schmetterlinge und anderer Insekten und über deren Futterpflanzen in der Schatzkammer der SLUB zu sehen.

 

Merian scheute keine Mühe und keine Kosten, um ihre Beobachtungen an den von ihr gesammelten und gehaltenen Tierchen genauestens in Wort und Bild festzuhalten und zu publizieren. So wurde sie zur ersten allseits anerkannten Wissenschaftlerin auf dem Gebiet der Entomologie (Insektenkunde). Wie den ebenfalls ausgestellten alten Bibliothekskatalogen zu entnehmen ist, stammen die in der SLUB vorhandenen Exemplare aus den Sammlungen Johann Heinrich von Heuchers, Leibarzt August des Starken, und des Grafen Heinrich von Brühl, darunter ein von Merian selbst koloriertes Exemplar des Prachtwerkes über die Insekten von Surinam.

 

Der Natur auf der Spur - Maria Sibylla Merians Kupferstichwerke in der SLUB
Schatzkammer des Buchmuseums
2. Mai bis 19. Juni 2017, täglich 10 bis 18 Uhr
Eintritt frei

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Städtische Bibliotheken, Philharmonie und Kabarett unter einem Dach – wir gratulieren!

Jetzt lebt er wieder, der Kulturpalast zwischen Altmarkt und Neumarkt. Nach vergleichsweise kurzer Umbauzeit verfügt nun auch die Dresdner Philharmonie – wie Berlin seit 1963 und Hamburg seit Januar 2017 – über einen Konzertsaal in Form aufsteigender Weinbergterrassen. Der besondere Knüller in Dresden – der Konzertsaal ist von den Städtischen Bibliotheken umgeben und vom Kabarett der Herkuleskeule raffiniert untergraben. Musik, Satire und Wissen also für alle und unter einem Dach – in direkter Nachbarschaft zu den Kunstsammlungen, dem Staatstheater und der Semperoper – das ist in dieser Form wohl einmalig.

 


Sicht auf den Dresdner Kulturpalast im Februar 2017; Wikimedia Commons, Lupus in Saxonia

 

Die 1879 gegründeten Städtischen Bibliotheken haben allen Grund, Samstag und Sonntag zwei Tage mit ihren Nutzern zu feiern. Sie zählen zu den am meisten besuchten öffentlichen Bibliotheken in Deutschland und betreiben sehr erfolgreich Lese- und Medienförderung insbesondere für Kinder und Jugendliche. Das neueste Projekt „Dialog in Deutsch“ richtet sich an die Zuwanderer, die es in Dresden bekanntlich nicht gerade leicht haben. Damit wird der „Palast“ zur „Werkstatt“ für Musik und Kabarett, Information und Diskussion – ein Magnet für eine moderne offene Stadtgesellschaft.  

 

Im einem Sonderheft des BIS-Magazins werden unsere Kolleginnen und Kollegen ihr neues Haus selbst vorstellen. Wer nicht länger warten will, kann Samstag und Sonntag 10-18 Uhr das Haus besichtigen und mitfeiern; hier ist das Programm.

 

Wir gratulieren ganz herzlich und freuen uns als Bibliothek mitten im Campus über die neue Bibliothek mitten im Zentrum. Viel Glück und Erfolg, auf eine weiterhin gute Zusammenarbeit!

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Vernunft, demokratische Spielregeln und verantwortungsvolle internationale Wissenschaft verdienen neuen Respekt.

Bei der Kundgebung "March for Science" am Sonnabend sprachen Dresdner Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler auf dem Theaterplatz über die Werte und Grundlagen für die Erforschung unserer Welt. Wir dokumentieren im Folgenden Prof. Bürgers Rede:  

 

Liebe Teilnehmer des March for Science,

 

in den letzten zwei Jahren haben wir es in unserer Stadt und auch an anderen Orten und in anderen Ländern erlebt:

 

  • Redner machen Stimmung gegen Minderheiten und verbreiten nationalistische und rassistische Parolen – und viele jubeln ihnen zu
  • In sozialen Netzwerken werden abenteuerliche Unterstellungen, Beleidigungen und Behauptungen verbreitet – und viele Follower liken diesen Unsinn
  • Eliten werden verspottet, wissenschaftliche Warnungen etwa vor dem Klimawandel und seinen Folgen für unsere Gesellschaften werden geleugnet.

 

Diesen Entwicklungen sind wir nicht hilflos ausgesetzt. Vernunft, demokratische Spielregeln und verantwortungsvolle internationale Wissenschaft verdienen neuen Respekt.

 

Wer sich Urteile über andere erlaubt, muss die anderen Menschen kennen: „Die gefährlichste aller Weltanschauungen ist die der Leute, welche die Welt nie angeschaut haben“, soll Alexander von Humboldt einmal gesagt haben. „The most dangerous of all worldviews are those of the people who have never looked at the world.”

 

Und der wohl wichtigste deutsche Philosoph Immanuel Kant (dessen 293. Geburtstag wir heute feiern) hat die Menschheit schon 1784 zur Selbstaufklärung aufgefordert: „Aufklärung ist der Ausgang des Menschen aus seiner selbstverschuldeten Unmündigkeit.“ Vor 233 Jahren schrieb Kant weiter: „Faulheit und Feigheit“ sind die Ursachen, warum wir gerne falschen Vorbildern hinterherlaufen. Wörtlich schreibt er: „Es ist so bequem, unmündig zu sein.“ Kant forderte Freiheit, die Anerkennung der Menschenrechte und eine öffentliche Streitkultur – so könne ein Publikum langsam zur Aufklärung gelangen.

 

Angesichts der aktuell in vielen Ländern zu beobachtenden Anti-Aufklärung benötigen wir umso mehr einen offenen, freien, fairen Umgang miteinander, wir müssen nicht die Wahrheit behaupten, sondern selbstkritisch nach der Wahrheit suchen. Ja, wir müssen uns der Wahrheitssuche überhaupt erst würdig erweisen, indem wir zivilisiert miteinander umgehen. Auch dies ist nicht neu: der große deutsche Aufklärer Gotthold Ephraim Lessing, Schriftsteller und Bibliothekar, hat uns dies schon vor 250 Jahren aufgetragen. Für mich ist er bis heute das wichtigste Vorbild aus Sachsen.

 

Was können Bibliotheken heute zur Wahrheitssuche, zur Freiheit der Wissenschaft beitragen? Bibliotheken stehen allen Interessierten frei offen, um die Erkenntnisse und die Irrtümer der Geschichte zu studieren. Die SLUB öffnet täglich von 8 bis 24 Uhr, Studierende aus aller Welt arbeiten hier Tag für Tag miteinander. In einer Woche eröffnen die Städtischen Bibliotheken ihr neues Domizil im renovierten Kulturpalast, mitten im Zentrum. Alle haben in dieser Stadt freien Zugang zu guter Information. Fakten, die Wahrheit findet man nicht einfach so im Netz, man darf Erkenntnisse auch nicht plagiieren, von anderen abschreiben – man muss sich Fakten und Erkenntnisse schon selbst erarbeiten.

 

Wir Bibliotheken fördern im digitalen Zeitalter das Open Access-Publizieren. Alle Menschen auf allen Kontinenten sollen freien Zugang zum Wissen erhalten, denn sonst wird die Kluft zwischen arm und reich, zwischen Gebildeten und digitalen Analphabeten nicht kleiner, sondern größer. Information ist eine öffentliche Aufgabe, sie bedarf mehr denn je demokratischer Kontrolle und Transparenz. Information darf weder zur Ware noch zur Propaganda verkommen. 

 

Liebe Teilnehmer des March for Science, lasst uns aus der Vergangenheit lernen und vermeiden wir, alte Fehler zu wiederholen. Schützen wir die demokratischen Menschenrechte, die Freiheit von Presse und Wissenschaft.

 

Let us protect democracy and freedom of the press and science around the world. All people on all continents should be given free access to knowledge, otherwise the gap between rich and poor will not be smaller, but larger.

 


Thank you very much. Vielen Dank.

 

 

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Fragen zum Kinderbuch? Heute können Sie sie stellen

Die Freundesgesellschaft der SLUB hat anlässlich des Welttages des Buches am 23. April zwei Experten zu einem Gespräch über das Kinderbuch eingeladen. Am runden Tisch des Talleyrandzimmers der SLUB befragt der Leipziger Verleger Mark Lehmstedt Monika Osberghaus, Verlegerin des Klett Kinderbuch-Verlages. Seit 2015 ist der Klett Kinderbuch-Verlag selbständig.

 

Nie wurden so viele Kinderbücher gedruckt wie heute. Entsprechend viel gibt es über Erfolge und Misserfolge zu berichten. Gäste sind heute um 17 Uhr im Talleyrandzimmer (2. OG) der SLUB herzlich willkommen.

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