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SLUBlog

Autor: Jürgen Grzondziel

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Alles Streaming, oder was?

Zum UNESCO-Welttag des audiovisuellen Erbes

Wer heute Musik hören möchte, zückt in der Regel das Handy, den MP3-Player oder greift immer häufiger auf Spotify und vergleichbare Dienste zurück. Auch im Film- und Fernsehbereich sind Streaming-Portale, etwa mit exklusiv produzierten Serien, auf dem Vormarsch.

 

Wissenschaftliche Bibliotheken wie die SLUB bieten bereits hochwertige Streaming-Dienste wie die Naxos Music Library oder die Digital Concert Hall der Berliner Philharmoniker an.

 

Dass Musik und Filme digital vorliegen, ist gut: Wir haben einen leichten Zugriff – auf die Naxos Music Library etwa durch einen einfachen Klick im Katalog. – Digitale Medien können mobil, quasi überall genutzt werden.

 

 

 

Vieles liegt aber noch nicht digital vor und ist deshalb sogar in Gefahr … Denn analoge Medien wie Filmspulen, Magnettonbänder oder Videos haben sehr begrenzte Lebensdauern, bzw.: Wer hat schon noch ein Tonbandgerät oder einen Videorecorder?

Die Digitalisierung bietet uns Möglichkeiten der dauerhaften Erhaltung und Verfügbarkeit.

 

UNESCO-Welttag

Um auf die Wichtigkeit der Erhaltung dieser audiovisuellen Medien hinzuweisen, hat die UNESCO den Welttag des Audiovisuellen Erbes ins Leben gerufen, der jedes Jahr am 27. Oktober begangen wird. Nach wie vor ist ein großer Teil aller weltweit produzierten Film- und Tonaufnahmen noch nicht gesichert, einiges gilt gar als verloren. Prominentestes Beispiel hierfür ist die Urfassung von Fritz Langs Film Metropolis. Es zeigt, dass es sich bei Filmen, Tonaufnahmen, Radio- und Fernsehprogrammen um historische Quellen handelt, vergleichbar mit Handschriften, alten Drucken, historischen Karten oder Fotos.

 

Die SLUB hilft mit!

Wie im Fall dieser „klassischen“ Bibliotheksmedien auch, beteiligt sich die SLUB vor allem mit der Digitalisierung und Bereitstellung von historischen Medien in digitaler Form an der Rettung des audiovisuellen Kulturerbes. In unserer Digitalen Mediathek finden Sie zahlreiche historische Tonaufnahmen, etwa von Sängerinnen und Sängern, welche um die Wende des 19. und 20. Jahrhunderts an der Dresdner Hofoper, der heutigen Semperoper, auftraten, so z. B. von Irene Abendroth, Marcella Sembrich oder Karl Scheidemantel.

Drehmaterialien zur Frauenkirchendokumentation des Dresdner Regie-Kameramanns Ernst Hirsch können eingesehen werden, Filme des Fotografen Christian Borchert oder des Dresdner Kunstsammlers Friedrich Pappermann. Darüber hinaus entwickelt die SLUB gemeinsam mit Partnerinstitutionen Formate und Werkzeuge zur digitalen Verzeichnung und Bereitstellung von AV-Medien wie im gerade abgeschlossenen DFG-Projekt Standardisierung von Erschließungsdaten digitalisierter Tonträger.

 

Und Sie?

Wir bieten Ihnen die Möglichkeit, selbst aktiv zu werden: In unserem Mediatheksbereich finden Sie einen Plattenspieler, mit dem Sie Schallplatten, etwa aus unserem umfangreichen Bestand, selbst digitalisieren und auf CD brennen können.

 

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Digital Concert Hall lizenziert!

Auf Grund des großen Zuspruchs vieler interessierter Nutzerinnen und Nutzer während des Betatests hat die SLUB Dresden nun die Digital Concert Hall der Berliner Philharmoniker lizenziert.

 

Erleben Sie die  Konzerte der Berliner Philharmoniker live oder hören Sie sie zu einem beliebigen Zeitpunkt im Archiv der Digital Concert Hall nach. Stöbern Sie des weiteren in einem großen Angebot an Musikfilmen und Interviews, welche die Musikerinnen und Musiker mit Solisten oder Dirigenten führen, so etwa kürzlich der Kontrabassist der Berliner Philharmoniker, Gunars Upatnieks, mit dem designierten Gewandhauskapellmeister Andris Nelsons.

Bitte beachten Sie: Das Angebot umfasst fünf Simultan-Zugänge, fünf Nutzerinnen und Nutzer können das Angebot also gleichzeitig in Anspruch nehmen.

 

 

So funktioniert der Zugang für Nutzerinnen und Nutzer der SLUB:

  • Anhand des IP-Bereichs werden Sie automatisch auf eine extra für SLUB-Nutzerinnen und SLUB-Nutzer eingerichtete Willkommensseite geleitet.
  • Hier werden Sie gebeten, sich mit einer individuellen E-Mail-Adresse und einem Passwort zu registrieren.
  • Nach der Registrierung haben Sie Zugang zu allen Konzerten, Filmen und Interviews auf der Digital Concert Hall.
  • Durch die Registrierung werden Sie der SLUB zugeordnet und können das Angebot mittels Ihres individuellen Logins auch außerhalb der SLUB auf allen von der Digital Concert Hall unterstützen Geräten und Apps nutzen.
  • Alle vier Wochen muss die Zugehörigkeit zur SLUB verifiziert werden. Dies erfolgt durch ein erneutes Login innerhalb des Netzwerks der SLUB (in den Räumlichkeiten der SLUB).

 

Nächste Konzerte

Am Samstag, den 28. Mai debütiert der Chefdirigent des BBC Philharmonic, Juanjo Mena, bei den Berliner Philharmonikern. Auf dem Programm stehen Werke von Claude Debussy, Alberto Ginastera und Manuel de Falla.

 

Eine Woche später, am Samstag, den 4. Juni, finden gleich zwei hochkarätige Konzerte statt. Ab 19 Uhr führt Sir John Eliot Gardiner mit den Berliner Philharmonikern und vielen Solisten Igor Strawinskys Opern-Oratorium Oedipus Rex konzertant auf. Sprecher ist hierbei Bruno Ganz. Am selben Tag gibt Chefdirigent Simon Rattle gemeinsam mit Mitgliedern der Philharmoniker und Gesangssolisten ein „Late-Night“-Konzert, in der Digital Concert Hall zu erleben ab 22 Uhr. Gespielt wird Kammermusik sowie Manuel de Fallas Einakter El retablo del Maese Pedro. Die Konzerte stehen in der Regel wenige Tage nach der Aufführung im Archiv der Digital Concert Hall bereit.

 

Wir freuen uns über eine rege Nutzung der Digital Concert Hall. Sollten Sie Fragen zu diesem neuen Angebot haben, wenden Sie sich gerne an mediathek@slub-dresden.de.

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Zum Welttag des Audiovisuellen Erbes: Historische Schallplatten-Aufnahme-Session in Ehrenfriedersdorf

Eine Gemeinschaftsaktion der Gesellschaft für Historische Tonträger und der SLUB

 

Wie Handschriften und Drucke für vergangene Zeiten, können Ton- und Filmaufzeichnungen, Radio- und Fernsehprogramme als historische Quellen des 20. und 21. Jahrhunderts verstanden werden. Die UNESCO hat den heute stattfindenden Welttag des audiovisuellen Erbes ins Leben gerufen, um auf die Notwendigkeit der Erhaltung und Archivierung dieser Medien hinzuweisen. Überall auf dem Globus bieten Gedächtnis-Einrichtungen wie Schall- und Filmarchive zu diesem Tag Informationsveranstaltungen an. 

 

Die SLUB begibt sich gemeinsam mit ihrer Partnerorganisation, der Gesellschaft für Historische Tonträger (GHT), am heutigen Gedenktag auf die Spuren der Schallplattenherstellung in Sachsen. An verschiedenen Orten im Erzgebirge wurden seit den Zwanzigerjahren des 20. Jahrhunderts Schallplatten produziert.

 

Abb: Schallplatte Clausophon, hergestellt in Thalheim, Erzgebirge

 

 

An einer dieser historischen Produktionsstätten, in Ehrenfriedersdorf, wird Herr Gallenmiller von der GHT „live“ mit historischem Flaschenmikrofon und einer Schneidemaschine für Schallfolien ein frühes Aufnahmeverfahren vorführen.

 

 

 

 

Abb: Herr Gallenmiller, Vizepräsident der Gesellschaft für historische Tonträger beim Schneiden einer Decelith-Schallfolie. (Foto: C. P. Gallenmiller)

Zuvor führen Mitarbeiter der SLUB mit einem Vortrag mit historischen Klangbeispielen aus der Digitalen Mediathek der SLUB in das Thema ein.

Die Veranstaltung beginnt um 17.00 Uhr in der Sauberg-Klause in Ehrenfriedersdorf.

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Berliner Philharmoniker hören und sehen. Jederzeit!

Die SLUB beteiligt sich am Beta-Test für Institutionen der Digital Concert Hall 

Konzerte der Berliner Philharmoniker live erleben, in einer großen Konzertbibliothek musikalische Ereignisse der letzten fünfzig Jahre anschauen, herausragende Musikfilme oder Künstler-Interviews sehen – das und einiges mehr ist ab sofort über den Test-Zugang der SLUB zur Digital Concert Hall der Berliner Philharmoniker möglich.

 

 

 

Als eines von nur wenigen Konzerthäusern weltweit stellt die Berliner Philharmonie regelmäßig dort stattfindende Konzerte auf ihrer Online-Plattform im HD-Videoformat zur Verfügung. Sie können direkt im Live-Stream verfolgt oder auch zeitversetzt angesehen werden. Von Konzerten mit Mstislaw Rostropowitsch und Herbert von Karajan am Pult aus den Sechzigerjahren bis hin zum jüngst dort stattgefundenen Auftritt der Jungen Deutschen Philharmonie unter Jonathan Nott.

Darüber hinaus finden sich zu vielen Konzerten „Pausengespräche“, mit Mitgliedern des Orchesters, auftretenden Solisten, Dirigenten oder Komponisten. So ist etwa die Sopranistin Barbara Hannigan im Gespräch mit der Komponistin Unsuk Chin zu erleben. Hannigen übernahm kürzlich den Solopart bei der Uraufführung eines von Unsuk Chins Werken in der Philharmonie.

Des Weiteren bietet die Digital Concert Hall eine breite Palette hochkarätiger Musikfilme, so etwa Dokumentationen über die Orchesterakademie der Berliner Philharmoniker, Opernmitschnitte oder Kinoerfolge wie „Kathedralen der Kultur“ (2014) in dem Wim Wenders die Berliner Philharmonie porträtiert.

 

So funktioniert der Zugang für Nutzerinnen und Nutzer SLUB:

  • Anhand des IP-Bereichs werden Sie automatisch auf eine extra für SLUB-Nutzerinnen und SLUB-Nutzer eingerichtete Willkommensseite geleitet.
  • Hier werden Sie gebeten, sich mit einer individuellen E-Mail-Adresse und einem Passwort zu registrieren.
  • Nach der Registrierung haben Sie Zugang zu allen Konzerten, Filmen und Interviews auf der Digital Concert Hall.
  • Durch die Registrierung werden Sie der SLUB zugeordnet und können das Angebot mittels Ihres individuellen Logins auch außerhalb der SLUB auf allen von der Digital Concert Hall unterstützen Geräten und Apps nutzen.
  • Alle vier Wochen muss die Zugehörigkeit zur SLUB verifiziert werden. Dies erfolgt durch ein erneutes Login innerhalb des Netzwerks der SLUB (in den Räumlichkeiten der SLUB).

 

 

Wir freuen uns über eine rege Nutzung der Digital Concert Hall und sind auf die Evaluation dieses neuen Angebots sehr gespannt. Sollten Sie Fragen zu diesem neuen Daten-Angebot haben, wenden Sie sich gerne an mediathek@slub-dresden.de.

Viel Vergnügen, Erkenntnisse und Inspiration in der Digital Concert Hall der Berliner Philharmonie wünscht Ihre SLUB.

 

 

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Makerspace in Music – Zum Unesco-Welttag des Jazz

Wohl kaum ein musikalisches Genre ist so vielseitig wie der Jazz. Musikerinnen und Musiker vermischen darin bekannte, mitunter sehr klassische Themen mit spontanen Einfällen. Dabei entstand die Basis dieser Musik aus dem Zusammentreffen unterschiedlicher Kulturen in Nordamerika: aus den afroamerikanischen Stilen der Südstaaten wie Blues und Gospel, den verschiedenen musikalischen Genres der Karibik und der Musik europäischer Einwanderer.

 

Und auch wenn der Begriff "Jazz" nicht jedem zusagt, steht er heute vor allem für Innovation und kulturelle Vielfalt in der Musik, die gedankliche Schranken und Grenzen überwindet, wie die Deutsche UNESCO-Kommission auf ihrer Seite zum heutigen Internationalen Tag des Jazz, betont: "Für alle Stilrichtungen des Jazz waren Improvisation, Individualität und Spontaneität zentrale Elemente. Jazzbühnen wurden zu Foren für freie Meinungsäußerung, für Toleranz und respektvollen musikalischen Dialog – ohne Unterschied von Rasse, Religion oder nationaler Herkunft."

 

Wir nehmen dies am Welttag des Jazz zum Anlass, um auf unser Angebot zu diesem musikalischen Themenfeld hinzuweisen. Im SLUB-Katalog und im Freihandbestand der Mediathek (Systematik-Gruppe SM 4) finden Sie CDs quer durch die Jazzgeschichte von Interpreten wie Louis Armstrong bis Joe Zawinul. Außerdem stellen wir Notenausgaben mit Jazz-Arrangements zur Verfügung sowie zahlreiche Bücher über Jazz. In Der Marsalis-Faktor von Christian Broecking lässt sich beispielsweise nachlesen, warum der Grandseigneur dieser Musik, Wynton Marsalis, den Begriff "Jazz" gerade besonders mag.

 

Ganz besonders möchten wir aber auf die seit jeher lebendige Jazzszene in Sachsen aufmerksam machen, die in unseren Beständen durch vielfältige Publikationen, Fotos, Ton- und Filmaufnahmen dokumentiert und direkt erlebbar ist.

 

Foto: Bläserensemble (drei Saxophonisten, Pianist, Schlagzeuger und Trompeter) während eines Auftritts in einem Salon (in Dresden?). SLUB/ Deutsche Fotothek

 

So finden Sie etwa CDs zum Internationalen Dixieland Festival, das dieses Jahr mit zahlreichen internationalen Gästen zum 45. Mal stattfindet oder von der Blue Wonder Jazzband, die ihr vierzigjähriges Bühnenjubiläum begeht – die Elb Meadow Ramblers werden 2015 bereits 60 Jahre alt.

 

In Sachsen finden sich nicht nur Herkunft und Wirkungsorte von Größen wie Uschi Brüning und Günter Sommer, an der Musikhochschule Carl Maria von Weber in Dresden lehren neben letzterem auch Stars wie Céline Rudolph und Till Brönner. Dass im Jazz wie in einem Makerspace immer wieder Neues entsteht, zeigt besonders die Generation ihrer Schülerinnen und Schüler, wenn Gruppen wie Placebo Flamingo, Pin Addix oder Tann mitunter diverse Genres zwischen traditionellem Jazz bis hin zu elektronisch anmutender Musik, Rock oder Ska mischen oder auch, wenn das Singer/Songwriter-Projekt Lestat Vermon in Dresdens Jazzclub Nr.1, der Tonne, auftritt.

 

 

Die Band Tann

 

All diesen lokalen Künstlerinnen und Künstlern, deren CDs Sie größtenteils auch in unserem Bestand finden*, haben wir ein Hörlog #7 auf unserer Hörbank gewidmet. Damit können Sie in die lokale Szene hineinhören und möglicherweise dient es Ihnen wiederum als Inspirationsquelle. Denn "Jazz is neither specific repertoire. Nor academic exercice … but a way of life", wie der Trompeter Lester Bowie (1941-1999) einmal sagte.

 

 (* Die verlinkten Titel stellen nur eine Auswahl aus einer Vielzahl der Tonträger der Künstlerinnen und Künstler dar.)

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