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Autor: Katja Leiskau

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NEU in der Deutschen Fotothek

Folgende Neuzugänge sind ab sofort über die Deutschen Fotothek online zugänglich:

 

Erweiterung des Bestands Atelier Kersten, Altenburg

 

Aus dem historisch bedeutenden Nachlass des Fotoateliers "Arno Kersten Sohn Nachfahren", das von 1867-1938 in Altenburg bestand, wurden rund 400 weitere Porträtaufnahmen aus den Jahren 1911-1913 des Sohnes und Nachfolgers des Ateliergründers, Otto Kersten, in Kooperation mit dem Schloss- und Spielkartenmuseum Altenburg erschlossen und online gestellt.

 

Die geschlossene Überlieferung von Negativen und Geschäftsunterlagen ermöglicht die Identifizierung der porträtierten Personen. Es handelt sich um Porträts, die einen Querschnitt der Bevölkerung der Residenzstadt Altenburg und des Umlandes zeigen.

 

Zurzeit sind damit mehr als 700 Aufnahmen digital verfügbar, weitere folgen in den nächsten Wochen.

 

Otto Kersten: Kleiner Junge mit Hund, 1912. SLUB/ Fotothek

 

 

Konvolut aus der Landesbibliothek Mecklenburg-Vorpommern

 

Das Konvolut der Landesbibliothek Mecklenburg-Vorpommern Günther Uecker enthält drei thematische Schwerpunkte:

  • Die Porträtsammlung der Landesbibliothek illustriert das Schweriner Theater- und Kulturleben seit ca. 1870. Sie umfasst 3.500 Fotos, Künstlerpostkarten, Zeitschriftenausrisse, Fotocollagen und Stiche, die zumeist Porträts oder Bühnenszenen darstellen.Den Grundstock der Sammlung bilden mehrere Alben mit Visitenkartenporträts aus dem Nachlass des Juristen Eduard Hobein (1817-1882). Hobein war Rechtsberater und Förderer des Mecklenburg-Schweriner Hoftheaters.
  • Altes Stettin - Sammlung historischer Ansichtskarten der alten Hansestadt Stettin aus den Jahren 1890 bis 1945. Auf den 1.335 Karten finden sich Motive aus Handel und Gewerbe, von Sehenswürdigkeiten, der Altstadt und dem Hafen.
  • 220 Ortsansichten


Dumont, Louise (1862-1932). SLUB/ Fotothek

 

 

Grafische Arbeiten von Rudolf Sitte (1922-2009)

 

2016 hat die SLUB eine Schenkung grafischer Blätter des Künstlers Rudolf Sitte (1922-2009) von dessen Witwe erhalten. Es handelt sich um 186 Zeichnungen und Holzschnitte aus dem Spätwerk des Künstlers, der auch als Bildhauer, Maler und Kunstkeramiker arbeitete.

 

Der jüngere Bruder des DDR-Malers und Grafikers Willi Sitte ist vor allem durch seine abstrahierenden baugebundene Wandarbeiten in Sachsen und in Berlin bekannt (siehe z.B. das Wandbild "Mahnmal für die Opfer des Krieges und der Nazi-Diktatur" am Cottbusser Hochhaus Berliner Platz 1).

 

Rudolf Sitte versah viele der zwischen 2002 und 2009 entstandenen Blätter mit dem doppeldeutigen (Serien-)Titel "Ein Leben für die Katz" - eine Anspielung auf seine Fürsorge für streunende Katzen und zugleich Buchtitel für seine 2007 im Selbstverlag herausgegebenen Lebenserinnerungen. Dieses Zeichnungskonvolut wurde im Rahmen des Fachinformationsdienstes Kunst Fotografie Design digitalisiert.

 

Rudolf Sitte: Frau. SLUB/ Fotothek

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Ausstellung Gebrauchsgraphik 1924-1944. Eine Zeitschrift als Schaufenster zur Werbewelt

Werbe- und Designgeschichte des 20. Jahrhunderts in der SLUB: Mondäne Damen und gestählte Sportler, kühne Designs und moderne Anmutung – die schillernden Werbeikonen der Weimarer Jahre sind längst Teil unseres visuellen Gedächtnisses geworden. Die Ausstellung „Gebrauchsgraphik 1924–1944. Eine Zeitschrift als gedrucktes Schaufenster zur Werbewelt“ lässt die berühmten Bilder  wieder aufleben. Sie sind eingeladen zur Ausstellungseröffnung am 9. März, 19 Uhr in den Vortragssaal, 1. OG.

 

Die Schau entstand vor dem Hintergrund des 90-jährigen Bestehens der Zeitschrift „Gebrauchsgraphik“. Die seit 1924 herausgegebene "Monatsschrift zur Förderung künstlerischer Reklame" berichtet über herausragende Leistungen auf dem Gebiet des Grafikdesigns  und gilt als eine der bedeutendsten Quellen der Werbe- und Designgeschichte des 20. Jahrhunderts. Herbert Bayer, A. M. Cassandre, Ludwig Hohlwein, E. McKnight Kauffer, Georg Salter und viele andere hatten in der "Gebrauchsgraphik“ ihren Auftritt. Auch fotografische Arbeiten von John Heartfield, Sasha Stone, El Lissitzky oder Martin Muncasci wurden präsentiert.

 

Neben umfangreichen, überwiegend schwarzweißen Abbildungen der Entwürfe zu allen Arbeitsgebieten der Gebrauchsgrafik enthalten die Hefte eine Vielzahl eindrucksvoller, bunter Beilagen, die die Leistungsfähigkeit des damaligen Druckgewerbes unter Beweis stellen. Auch Prägedrucke oder verschiedene Papierqualitäten und –farben sind anhand dieser Proben erfahrbar.

 

In Kooperation mit der Universität Erfurt und dem Münchner Stiebner-Verlag, in dessen Haus die Zeitschrift „novum“ als Rechtsnachfolger der alten „Gebrauchsgraphik“ bis heute erscheint, hat die Sächsische Landesbibliothek – Staats- und Universitätsbibliothek Dresden (SLUB) alle 240 Ausgaben der Zeitschrift digitalisiert und erschlossen. Auf der Plattform www.illustrierte-presse.de stehen ab Ausstellungsbeginn alle Hefte online zur Verfügung.

 

Die von Prof. Dr. Patrick Rössler, Kommunikationswissenschaftler an der Universität Erfurt, kuratierte Ausstellung ist vom 10. März 2016 bis zum 16. Juni 2016 täglich von 10-18 Uhr im Buchmuseum der SLUB zu sehen. Der Eintritt ist frei. Zu Ausstellung und Digitalisierungsprojekt erschien ein gleichnamiges Buch zur Geschichte der Zeitschrift, das unter anderem Inhaltsangaben und Künstlerregister für alle Hefte enthält.

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Entdeckungen im Digitalisierungsprojekt "Gebrauchsgraphik 1924-1944"

Eine seltsame Prägedruck-Rückseite fiel mir neulich bei einer Datenkontrolle im Produktionssystem Goobi auf. Sie gehört zu einer eingebundenen Beilage der Zeitschrift "Gebrauchsgraphik" von 1928. Das Motiv kam mir bekannt vor. Die zugehörige Vorderseite des Werbedruckes von Gerhardt & Teltow bewirbt ein Parfum "Josephine Baker".

 

 

 

Das Etikett des Flakons "ziert" ein reliefhafte Ganzkörperdarstellung der amerikanisch-französischen Tänzerin und Schauspielerin Joesphine Baker, (1906-1975), der damals "berühmteste[n] schwarze[n] Frau der Erde".

 

Die zugehörige Originalfotografie (Studio d'Ora, Paris) von 1925 war schnell im Internet gefunden – hier als Postkartenmotiv.

 

 

Josephine Baker mit Elefant, Postkarte 1925

 

 

Ein Vergleich des professionellen Starporträts mit dem zeitgenössischem Etikett des Parfumflakons bzw. dessen Werbedruck lässt uns bedauernd feststellen, dass die Verwendung des Motivs im gebrauchsgrafischen Arbeitsfeld "Verpackung" zwar eine Wiedererkennbarkeit ermöglicht, andererseits aber als Verunglimpfung erscheinen muss. Die lebendige, gut definierte Körperlichkeit der Baker, die neben tänzerischem Ausdruck und Sex-Appeal auch Humor und Lebensfreude auszustrahlen vermag, erstarrt beim Versuch der Reduktion von der Fotografie auf ein kleines Relief, auch wenn Körperumrisse und (typische) Pose übernommen werden.

 

Allerdings relativiert sich dieses Urteil doch etwas, wenn man das heutige Flakondesign des Parfums "Josephine Baker" betrachtet...

 

Die im Jahr 1924 gegründete Zeitschrift "Gebrauchsgraphik - Monatsschrift zur Förderung künstlerischer Reklame" gilt als weltweit einflussreichste Zeitschrift im Bereich des Werbe- und Reklamedesigns vor 1945 und stellt damit eine wichtige Quelle für den FID-Sammelschwerpunkt "Gebrauchsgrafik" an der SLUB dar. Als Relaunch "novum" ist sie bis heute an den Kiosken erhältlich. 90 Jahre nach ihrem ersten Erscheinen digitalisieren und erschließen die Universität Erfurt und die SLUB Dresden in Zusammenarbeit mit dem Verlag Stiebner/novum die klassische "Gebrauchsgraphik" (1924-1944) und stellen die digitalen Ausgaben für die Wissenschaft und alle Interessierten im Verlauf des Jahres 2015 online zur Verfügung. Die Verschlagwortung erfolgt in Zusammenarbeit mit Studierenden im Rahmen einer Lehrveranstaltung des Studium Fundamentale an der Universität Erfurt.

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Absence – konsequentes Buchdesign im Gedenken an 9/11

Für ihren DFG-Sammelschwerpunkt "Kunst nach 1945" erwarb die SLUB vor einiger Zeit ein ungewöhnliches Buch mit dem Titel "Absence", das 2003 von der US-Architektin und Designerin J. Meejin Yoon in Erinnerung an die Terroranschläge des 11. September 2001 gestaltet wurde.

 

 

Anlässlich der Wiederkehr dieses auch für uns EuropäerInnen traumatisch besetzten Datums möchten wir Ihnen dieses Werk kurz vorstellen.

 

 

          

 

 

Yoon schuf eine exakte, auf das Wesentliche reduzierte Buchskulptur, die den Verlust des World Trade Centers in New York City und der darin umgekommenen etwa 3.000 Menschen so leise wie eindringlich thematisiert, ohne dabei auf Text oder Abbildungen angewiesen zu sein. 122 Kartonblätter mit Lochungen und Aussparungen sind zu durchblättern.

 

 

 

 

 

Beginnend mit nur einer kleinen Lochung für die Spitze des Antennenmasts auf dem Nordturm (WTC 1) erscheinen in den Ausschnitten auf den folgenden Kartonseiten die Querschnitte der Twin Towers als Negativbild und führen durch gleichförmiges Weiterblättern bis zum Bodenniveau mit den Grundrisse der beiden Punkthochhäuser und des umliegenden Areals in Lower Manhattan, das seit der Katastrophe als Ground Zero bekannt war (heute 9/11 Memorial).

 

 

 

 

Die Publikation ist regulär ausleihbar.

 

 

Mehr Informationen zur Literatur zu Kunst nach 1945, Fotografie, Industriedesign und Gebrauchsgraphik finden Sie hier: arthistoricum.net – Fachinformationsdienst Kunst.

 

 

 

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Publikation zur Arbeiterfotografie um 1930 erschienen

Das Auge des Arbeiters. Arbeiterfotografie und Kunst um 1930nach oben

arthistoricum.net listet für die Suche nach „Arbeiterfotografie“ rund 2.500 Treffer, darunter 2.400 Fotografien aus dem Bestand der Deutschen Fotothek der SLUB Dresden. Wesentliche Teile dieses Bildmaterials konnten im Rahmen eines dreijährigen DFG-Projekt 2009-2012 am Institut für Sächsische Geschichte und Volkskunde digitalisiert und erschlossen werden.

 

Die Ergebnisse dieser bislang umfangreichsten und detailliertesten Forschung zur visuellen Kultur der Arbeiterbewegung in der Weimarer Republik sind vor wenigen Tagen in der von Wolfgang Hesse herausgegebenen Publikation „Das Auge des Arbeiters. Arbeiterfotografie und Kunst um 1930“ (Spector Books, Leipzig) erschienen.

 

In der Zeit der Weimarer Republik beginnen Arbeiter, in Amateurfotografien eindrucksvoll ihre Lebenswirklichkeiten darzustellen und den Kampf der Arbeiterbewegung zu dokumentieren. Die Beträge des Bandes „Das Auge des Arbeiters“ diskutieren die in den 1920er Jahren neu entstehende Bildkultur der Arbeiterfotografie und setzen sie ins Verhältnis zur zeitgenössischen Grafik und Malerei, insbesondere zu den Werken der Neuen Sachlichkeit und des Kritischen Realismus. Die Publikation enthält zudem ein Bestandsverzeichnis der 400 Fotografien des Leipziger Bauarbeiters und Bauhausschülers Albert Hennig (1907-1998) aus den Kunstsammlungen Zwickau, die in arthistoricum.net vollständig online recherchierbar sind.

 

Die Publikation ist zugleich Begleitbuch zur gleichnamigen Ausstellung, die noch bis 3. August 2014 in den Kunstsammlungen Zwickau, im Max-Pechstein-Museum gezeigt wird und über die wir im SLUBlog bereits im Mai berichtet hatten. Weitere Stationen sind das Käthe-Kollwitz Museum in Köln (August-Oktober 2014)  und das Stadtmuseum Dresden (März-Juni 2015).

 

 

 

Hans Bresler, Freital: Lesende Frau. Die Schwägerin des Fotografen beim Lesen der Zeitschrift "Der Arbeiter-Fotograf", 1928. Mehr lesen... 

 

Für den FID-Sammelschwerpunkt „Fotografie“ erwarb die SLUB 2013 im Zusammenhang mit diesem Projekt antiquarisch die Zeitschrift "Der Arbeiter-Fotograf". Dieser für die Fotografie- und Mediengeschichte der Weimarer Republik bedeutende Titel wurde digitalisiert und online für die Forschung bereitgestellt. 

Kommentare

Neue Veröffentlichung auf Quco...
21.09.2017 07:23
Genealogentag
20.09.2017 20:30
Zugang
20.09.2017 20:20
Genial!
20.09.2017 19:50
Vielen Dank
20.09.2017 11:00

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