1. SLUB Dresden
  2. SLUBlog

SLUBlog

Autor: Thomas Bürger

Ansichten: 206
0

Wünsche zum Jahreswechsel

Liebe Nutzerinnen und Nutzer,

 

ein ver-rücktes Jahr geht zu Ende. An Tabubrüchen, Grenzüberschreitungen, lautem Getöse ohne Substanz hat es nicht gefehlt. Stimmungsmache,  Gerüchteküche, völkisches Vokabular… : Hat die Aufklärung, die Befreiung des Menschen aus selbstverschuldeter Unmündigkeit, erneut verloren?

 

Im Jubiläumsjahr 2017 wird vielfältig daran erinnert, wie Martin Luther durch neues Denken und mit neuen Medien Europa und die Welt veränderte. Dabei setzte er sich auch für die Errichtung städtischer Bibliotheken ein. In diesen sollten die Einwohner sich selbst bilden können, statt auf falsche Autoritäten zu hören.

 

Nach 500 Jahren funktioniert diese Idee immer noch erstaunlich gut: Im letzten Jahr zählten öffentliche und wissenschaftliche Bibliotheken fast 220 Mio. Besucher, die Online-Besuche gar nicht mitgezählt.

 

Die Gutwilligen sind in Deutschland die Mehrheit und wirklich „das Volk“. Sie tragen große Verantwortung, die Demokratie zu schützen, die uns so viel Freiheit und Gerechtigkeit gebracht hat wie noch keiner Generation vor uns. Dabei muss auch die Institution Bibliothek sich immer neu bewähren: Als Ort des freien Zugangs zu den Informationen, als Ort der Aufklärung über die Irrtümer und die Errungenschaften der Menschheit, als Ort der Streitkultur, des Nachdenkens, der Entwicklung neuer Ideen und guter Taten.

 

Gemeinsam  sollten wir nicht nur das Reformationsjubiläum feiern, sondern auch zur Reformation der aufgeklärten europäischen Bürgergesellschaft beitragen. In diesem Sinne wünsche ich Ihnen und uns, Besuchern und Mitarbeitern der SLUB, ein gutes und gesundes neues Jahr 2017.

 

Ansichten: 122
0

Orte der Politik: Wie politisch sind unsere Kultureinrichtungen?

Versuch einer ersten kurzen Zusammenfassung nach 14 Tagen Henry Arnhold Dresden Summer School 2016:

 

Zum vierten Male förderte Henry Arnhold, 1921 in Dresden geboren und seit 1942 in New York lebend, eine gemeinsame DRESDEN-concept-Summer School von Technischer Universität (TUD), Staatlichen Kunstsammlungen (SKD), Deutschem Hygiene-Museum (DHMD), Militärhistorischem Museum (DMD) und SLUB.

 

Angesichts der politischen Zerrissenheit in Europa und insbesondere in Dresden lag das Thema "Orte der Politik – Kulturinstitutionen im gesellschaftlichen Diskurs" fast auf der Hand. Haben die Kultureinrichtungen und Schulen angesichts von Demagogie und Populismus versagt? Welche Aufklärungs- und Wirkungsmöglichkeiten haben sie? Können sie künftig besser zur zivilen Streitkultur und politischen Bildung beitragen? Und führen sie auch innerhalb ihrer Institutionen Gespräche über ihre gesellschaftlichen Aufgaben und ihre Verantwortung? Diese und ähnliche Fragen stellten die 17 Teilnehmerinnen und Teilnehmer während der zwei Wochen sich selbst und allen beteiligten Einrichtungen.

 

In den Veranstaltungen der SLUB stand die Digitalisierung und Präsentation relevanter Informationen im Internet, speziell der digitalen Präsentation von NS-Quellen, im Vordergrund.

 

Nachmittags berichtete Othmar Plöckinger (Salzburg), einer der Herausgeber der kritischen Edition von "Mein Kampf", über das gelungene Experiment, dieses tabuisierte Propagandabuch innerhalb von sechs Jahren zu edieren und zu kommentieren. Die SLUB und das Hannah-Arendt-Institut für Totalitarismusforschung e.V. (HAIT) diskutierten mit den Teilnehmern ihr neues Angebot, die letzte deutsche NS-Zeitung "Der Freiheitskampf", die bis zum Tag der Kapitulation am 8. Mai 1945 in Dresden gedruckt wurde und von völkischer Überlegenheit und ehrenvollem Endsieg schwadronierte, an elektronischen Leseplätzen in der SLUB und im HAIT zugänglich zu machen.

 

Museen und Bibliotheken sind motiviert und aufgerufen, angesichts von Fremdenfeindlichkeit und Aggression ihre Angebote zu interkultureller und politischer Bildung zu verstärken. Wird es ihnen aber auch zeitnah gelingen, zu einer zivilen und offenen Streitkultur mehr als bisher beizutragen? Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Summer School aus vier Ländern, die zusammen mit den internationalen Ehrengästen am 3. Oktober, dem Tag der Deutschen Einheit, vor der Frauenkirche angepöbelt wurden, wollen die Entwicklungen beobachten und wiederkommen.

Ansichten: 28
0

Wir zeigen Flagge – für Weltoffenheit und Vielfalt.

Dresden ist die Stadt der Künste und der Wissenschaften und zieht seit Jahrhunderten Gäste und Neubürger aus aller Welt an. Wenn die positive Entwicklung anhält, kann die Stadt bald wieder so groß und so international sein wie in der Blütezeit um 1900.

 

 

In der SLUB sind Medien aus aller Welt für Besucher aus aller Welt zu Hause. Das ist nichts Neues. Neu sind die bunten, einladenden Fahnen. Ein herzliches Willkommen an alle, die hier lernen, sich informieren oder miteinander arbeiten wollen.

Ansichten: 202
0

Deutsch-Russischer Bibliotheksdialog – Internationale Begegnungen im Vortragssaal

Am 23. und 24. Mai findet der 6. Deutsch-Russische Bibliotheksdialog in der SLUB statt. Die von der Kulturstiftung der Länder, der SLUB Dresden, der Stiftung Preußischer Kulturbesitz und von dem russischen Kulturministerium geförderte Tagung wird von den beiden Sprechern Barbara Schneider-Kempf (Berlin) und Wadim Dudá (Moskau) eröffnet. Die russischen und deutschen Vorträge sind der Rekonstruktion verlagerter Sammlungen, der Provenienzforschung und den Möglichkeiten digitaler Erschließung und Präsentation gewidmet.

 

Im Jahre 1992 haben Deutschland und Russland eine enge kulturelle Zusammenarbeit verabredet. Seither finden regelmäßige Museums- und Bibliotheksdialoge statt.

 

Wenn Sie als Gast an dem zweisprachigen Programm (deutsch, russisch) teilnehmen wollen, ist aus organisatorischen Gründen Ihre persönliche Anmeldung erforderlich: Generaldirektion@slub-dresden.de oder Tel. 0351-4677-123.

Ansichten: 148
0

In welchem Land wollen wir leben? Neue Ringvorlesung beginnt

Verunsicherungen kennzeichnen unsere Gegenwart. Nach der Euphorie der 90er Jahre erleben wir, dass einige für sicher gehaltene Werte und politische Errungenschaften in Frage gestellt werden. Eine Gefahr? Eine Chance? Nur eine Phase?

 

Im Rahmen von DRESDEN-concept beginnt deshalb eine neue Ringvorlesung über Politik und Kultur in Zeiten der Ungewissheit.

 

Am 11.5. spricht Hermann Simon (Berlin) über Jüdisches Leben in Deutschland, am 25.5. Peter Neumann (London) über Neue Dschihadisten, am 22.6. folgt eine Podiumsdiskussion, im Juli dann zwei Vorträge über die Furcht vor Islamisierung und über Grenzen naturwissenschaftlicher Erkenntnis. Das Programm finden Sie hier.

Kommentare

Dank!
27.03.2017 15:33
Katechismus des Radfahrsportes
06.03.2017 19:06
Bahnhofshalle SLUB Foyer
03.03.2017 15:47
Gesammelte Werke
03.03.2017 14:59
Neues aus Stuttgart
02.03.2017 11:24

Social Media

Youtube Flickr

Kopieren Sie diesen Link in Ihren RSS-Reader

RSS 2.0 Nachrichten