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Frank AurichViews: 129
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21.08.201411:07 Uhr

SLUB unterstützt Erste Brandenburgische Landesaussstellung in Doberlug-Kirchhain als Leihgeber

Aus Anlass des  200. Jubiläums des Wiener Kongresses von 1814/15 veranstaltet das Haus der Brandenburgisch-Preußischen Geschichte in Doberlug-Kirchhain die Erste Brandenburgische Landesausstellung. Unter dem Titel »Preußen und Sachsen. Szenen einer Nachbarschaft« wird das historisch schwierige Nebeneinander von Sachsen und Preußen dargestellt. Die SLUB unterstützt die Ausstellung mit zahlreichen Leihgaben und zeigt damit, dass sie eine gute Nachbarschaft zwischen den Bundesländern pflegt.

 

Unter den Leihgaben befindet sich ein von Anton Graff (1736-1813) gemaltes Portrait des Direktors der Kurfürstlichen Bibliothek in Dresden und Sprachwissenschaftlers Johann Christoph Adelung (1732-1806). Adelung vertrat in seiner Zeit und seinen grammatischen und lexikographischen Werken die These, dass in der obersächsischen Sprache ein Standarddeutsch zu sehen sei und geriet darüber mit Gelehrten der Zeit z.B. Christoph Martin Wieland (1733-1813) in öffentlichen Streit. Auch diese Frage war Gegenstand sächsisch-preußischer Differenzen und wird deshalb heute in der Ersten Brandenburgischen Landesausstellung behandelt.

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Antonie MuschalekViews: 302
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20.08.201412:01 Uhr

Freistaat startet „Landes- digitalisierungsprogramm Wissenschaft und Kultur“

Die Digitalisierung von kulturell wichtigem Schriftgut, der Erwerb von elektronischen Büchern und Zeitschriften und Langzeitsicherung stehen im Fokus

 

Mit zusätzlichen Mitteln will der Freistaat ab 2015 die Erwerbung von elektronischen Büchern und Zeitschriften, die Digitalisierung von wissenschaftlich und kulturell wertvoller Literatur in sächsischen Bibliotheken und die Langzeitarchivierung von Digitalisaten fördern. Für das „Landesdigitalisierungsprogramm Wissenschaft und Kultur“ sollen jährlich 2,5 Millionen Euro zur Verfügung gestellt werden. 

 

„Wissenschaftliche Bibliotheken werden immer wichtigere Knotenpunkte der Informationsgesellschaft. Immer mehr Nutzer möchten über aktuelle Publikationen orts- und zeitunabhängig verfügen. Zudem soll auch kulturell wertvolles Schriftgut durch Digitalisierung einer breiteren Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden“, erklärt die sächsische Wissenschaftsministerin Sabine von Schorlemer. „Wir rüsten unsere Bibliotheken für die digitale Zukunft, denn sie müssen ihre Informationen zunehmend als frei zugängliche Volltexte anbieten.“

 

„Sachsen hat viel mehr zu bieten, als bisher bekannt ist“, so Prof. Thomas Bürger, Generaldirektor der SLUB. „Deshalb sollen im Rahmen des Landesdigitalisierungsprogramms kulturell und wissenschaftlich wertvolle Sammlungen auch aus kleineren Einrichtungen im Freistaat, etwa aus wissenschaftlichen kommunalen Bibliotheken über Internetportale, wie die deutsche und europäische digitale Bibliothek, weltweit sichtbar werden. Die Auswahl der Objekte erfolgt gemeinschaftlich mit den besitzenden Einrichtungen und orientiert sich an fachlichen Kriterien der Deutschen Forschungsgemeinschaft.“

 

Das „Landesdigitalisierungsprogramm Wissenschaft und Kultur“ setzt sich aus drei Komponenten zusammen. Zum einen unterstützt es die sächsischen Hochschulbibliotheken bei der Lizenzierung  digitaler Medien wie E-Books, Volltextdatenbanken und elektronische Zeitschriften, die ihren Nutzerinnen und Nutzern frei zugänglich sind. Die Sächsische Landesbibliothek – Staats- und Universitätsbibliothek Dresden (SLUB) koordiniert diese Erwerbungen. Die Hochschulbibliotheken können damit den eingeschlagenen Weg des „digital zuerst“ fortsetzen und ihren Bestand an wissenschaftlichen elektronischen Medien erheblich vergrößern.

Zum anderen wird durch das Landesdigitalisierungsprogramm die Digitalisierung von wertvollem Schriftgut unterstützt. Gerade auch in kleineren wissenschaftlichen Bibliotheken und Sammlungen befinden sich kostbare  Bücher und Dokumente, die weltweit von Interesse sind und die in digitaler Form für wissenschaftliche, kulturelle und durchaus auch für touristische Zwecke genutzt werden können. Alle Digitalisate stehen der Öffentlichkeit frei zur Verfügung.

 

Die dritte Komponente betrifft die in Deutschland oftmals noch vernachlässigte Langzeitsicherung von Digitalisaten und soll gewährleisten, dass elektronisch gespeicherte Informationen langfristig gesichert werden und zuverlässig les- und nutzbar bleiben.

 

Die Sächsische Landesbibliothek – Staats- und Universitätsbibliothek Dresden hat bereits ausgewiesene Erfahrungen im Bereich der Digitalisierung und koordiniert das „Landesdigitalisierungsprogramm Wissenschaft und Kultur“ im Freistaat. 

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Michaele AdamViews: 142
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20.08.201408:17 Uhr

Journal Citation Reports - Update 2014

Alle Jahre wieder wird von Wissenschaftlern, Autoren, Verlegern, aber auch Bibliotheken, die Aktualisierung der Journals Citation Reports (JCR) erwartet. Diese enthalten verschiedene bibliometrische Kennzahlen, die der quantitativen Bewertung und dem weltweiten Vergleich von wissenschaftlichen Zeitschriften dienen. Zitationsdaten aus der Publikations- und Zitationsdatenbank Web of Science Core Collection bilden dabei die Datengrundlage für unterschiedliche Berechnungen. Als klassische und teilweise in der Fachwelt auch kritisch diskutierte Kennzahl sei an dieser Stelle der Journal Impact Factor erwähnt.

Über die analysierten Zeitschriften informiert Thomson Reuters (TR) in einer aktuellen Titelliste. Die JCR 2014 enthalten in den beiden Teilbereichen Science und Social Sciences Informationen zu 10.853 Zeitschriften in 232 Fachdisziplinen aus 83 Ländern. 379 Zeitschriften haben erstmalig einen Journal Impact Factor erhalten.

In den Journal Citation Reports® Notices sind Mitteilungen insbesondere zu Zeitschriftenänderungen zu finden. Bei der Nutzung der Kennzahlen ist zu beachten, dass die angegebenen Werte im Verlauf des Jahres noch korrigiert werden können.

Zu einigen häufig wiederkehrenden Fragen finden Sie hier eine kurze Information:

Wie erreicht eigentlich eine Zeitschrift die Aufnahme in die Journals Citation Reports?

Als entscheidende Evaluationskriterien nennt Thomson Reuters Basisstandards wie die Pünktlichkeit der Veröffentlichung, die Einhaltung redaktioneller Regeln und eine Qualitätsprüfung der eingereichten Publikationen (Peer Review). Geprüft wird auch der fachliche Inhalt hinsichtlich einer Erweiterung des Zeitschriftenspektrums auf neue Forschungsfelder sowie die Internationalität oder Regionalität der Fach-Community.

Welchen Impact Factor muss eine Zeitschrift haben, um zu den Top-Zeitschriften in einer speziellen Fachdisziplin zu gehören?

Der Journal Impact Factor sagt aus, wie häufig die Artikel einer Zeitschrift im Durchschnitt zitiert werden. Er wird berechnet aus der Anzahl der Zitationen der Artikel einer Zeitschrift im Verhältnis zur Anzahl dieser Artikel in einem bestimmten Zeitraum. Der absolute Wert allein ermöglicht keine Aussage über den Stellenwert einer Zeitschrift. Die Höhe wird durch zahlreiche Größen beeinflusst. Dazu gehören auch unterschiedliche Publikations- und Zitiergewohnheiten in den Fachgebieten. Dementsprechend können Zeitschriften nur innerhalb einer Fachdisziplin verglichen werden. Einzelne Artikel sind generell nicht anhand des Impact Factors vergleichbar.

Welchen Stellenwert haben Open Access-Zeitschriften in den Journal Citation Reports?

Interessant zu beobachten ist, dass zunehmend Open Access(OA)-Zeitschriften in den JCR analysiert werden, die dem Gold-Standard entsprechen. Wer sich informieren möchte, welche OA-Zeitschriften dazu gehören, findet hier eine Übersicht vor. Grundlage hierfür ist eine Auswertung der Journal Citation Reports aus dem Vorjahr 2013 durch das Bibliometrie-Team an der SLUB. Die Liste ist unterteilt nach den Web of Science-Fachdisziplinen und zeigt auch, welchen Stellenwert eine bestimmte Zeitschrift innerhalb der jeweiligen Kategorie einnimmt.

Bei speziellen Fragen zur Anwendung der JCR-Daten, aber auch bei bibliometrischen Fragen überhaupt, hilft das Bibliometrie-Team der SLUB gerne weiter.

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Nina EichholzViews: 175
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19.08.201413:50 Uhr

Auf den Spuren der Hofmusik in Dresden

Finanziert von der Deutschen Forschungsgemeinschaft, ist vor einem Jahr das zweite Projekt der SLUB zur Erschließung ihrer kostbaren Notenbestände aus der Zeit der sächsisch-polnischen Union (1697 bis 1763) angelaufen. Es widmet sich dem Grundstock der Königlichen Privat-Musikaliensammlung und den Notenbeständen der katholischen Hofkirche. Damit setzt es die Arbeit des Vorgängerprojekts „Schrank no: II“ fort, das sich auf die Instrumentalmusik dieser Epoche konzentrierte. Die Zeit der sächsisch-polnischen Union, auch „Augusteisches Zeitalter“ genannt, gilt als der glanzvollste Abschnitt der Dresdner Musikhistorie. Die neue Hofmusik-Webseite, die auch über das Projekt "Dresdner Opernarchiv digital" informiert, ist ab sofort online.

 

Das Projekt

Der besondere Wert der aus der Zeit der sächsisch-polnischen Union überlieferten Notenbestände liegt sowohl in der Bedeutung der einzelnen Kompositionen als auch in der Geschlossenheit der umfangreichen Sammlungen. Durch die Arbeit des Projekts werden die Bestände und ihre Quellen nun in ihrem historischen Gesamtzusammenhang sichtbar, wobei neben den in der SLUB verwahrten Quellen auch weitere zum Bestand gehörende Noten aus anderen Bibliotheken berücksichtigt werden.

Musikwissenschaftler sichten die überlieferten gut 1.500 Manuskripte, darunter zahlreiche Autographe, und beschreiben diese ausführlich mit Hilfe der Spezialsoftware „Kallisto“. So dokumentiert das Projekt musikalische Inhalte, Angaben zur Besetzung sowie quellenkundliche Kriterien, wie z. B. die Entstehungszeit der Manuskripte, die beteiligten Schreiber und die Überlieferungsform der Quellen in Partitur oder als Stimmenmaterial. Die Quellenbeschreibungen werden in die internationale Datenbank „RISM online“ eingespeist, die Musikhandschriften aus über 900 Bibliotheken und Archiven weltweit verzeichnet und frei zugänglich im Internet recherchierbar macht.

Darüber hinaus werden die Bestände im Digitalisierungszentrum der SLUB vollständig digitalisiert und anschließend mit einer digitalen Inhaltsangabe versehen, welche die Orientierung in den oft komplex aufgebauten Digitalisaten erleichtert. Anschließend stehen die Digitalisate den Nutzern in den digitalen Sammlungen frei zugänglich im Netz zur Verfügung und können sowohl über die RISM-online-Datenbank als auch über den SLUB-Katalog abgerufen werden. Auf diesem Weg können die oft sehr sauber geschriebenen Noten von Musikern z. B. unmittelbar zum Musizieren genutzt werden. Auch Musikforscher profitieren von der direkten (digitalen) Einsicht der großteils unveröffentlichten Kompositionen und dem Studium der historischen Originalquellen.

 

Die Königliche Privat-Musikaliensammlung

Die Forschungen zu den Königlichen Privat-Musikalien konzentrieren sich auf die Sammlungen von Kurfürst Friedrich August II., seiner Frau Maria Josepha und seiner Schwiegertochter Maria Antonia Walpurgis. Diese Sammlungen, die schon zu Lebzeiten in speziellen Katalogen dokumentiert wurden, spiegeln vor allem die musikalischen Vorlieben ihrer kunstsinnigen Eigentümer wieder. So entwickelte Friedrich August II., der in seiner Jugend etliche Jahre in Italien verbrachte, ein besonderes Faible für die italienische Musik. Bereits als junger Mann engagierte er für den Dresdner Hof den venezianischen Komponisten und Opernimpresario Antonio Lotti, welcher unter anderem die Festopern für die Heirat von Friedrich August mit Maria Josepha im Jahr 1719 komponierte, sowie den jungen, italienisch ausgerichteten Komponisten Johann David Heinichen. Nach dem Tod seines Vaters August des Starken im Jahr 1733 holte Friedrich August II. schließlich den international renommierten Komponisten Johann Adolph Hasse als Ersten Kapellmeister nach Dresden, welcher das Musikleben des Hofes vor allem mit zahlreichen Oratorien- und Opernproduktionen bereicherte und bis zum Ende des Siebenjährigen Krieges dominierte. Bedeutend ist auch die Sammlung Maria Antonias, die die Entwicklung der Dresdner wie der internationalen Opern- und Oratorienmusik von circa 1745 bis 1780 wiederspiegelt. Die Privat-Sammlungen enthalten neben weltlichen und geistlichen Vokalwerken auch Instrumentalmusik.

Die Noten der katholischen Hofkirche

Mit der Konversion Augusts des Starken zum Katholizismus im Jahr 1697 entstand das Desiderat eines neuen katholischen Kirchenmusik-Repertoires für den Dresdner Hof. Nach einer anfänglichen Phase zögerlichen Vortastens gewannen die gottesdienstlichen Kirchenmusikaufführungen ab 1721 an Regelmäßigkeit durch den Einfluss Maria Josephas. Es entwickelte sich ein an Gattungen und Stilen vielfältiges Repertoire. Protagonisten dieser Epoche waren der Kapellmeister Johann David Heinichen sowie die Kirchenkompositeure Giovanni Alberto Ristori und Jan Dismas Zelenka. Zusätzliches Repertoire erwuchs der Hofkapelle aus Reisen der Wettiner nach Neapel und Venedig sowie aus weiteren dynastischen und institutionellen Verbindungen nach Wien und Böhmen. Die hieraus überlieferten Quellen sind oft Unikate und von besonderem musikhistorischen Wert.

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Jens NauberViews: 466
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18.08.201411:34 Uhr

Mut zur Offenheit - Wissen teilen, schafft Mehrwert.

Gregor Fischer, www.gfischer-photography.com (16.07.2014 | CC BY 2.0)

 

Frei nach Leonardo da Vincis Gedanke "La sapienza è figliola della sperienzia" (zu deutsch: "Das Wissen ist das Kind der Erfahrung.") trafen sich Mitte Juli knapp tausend Wissbegierige aus der ganzen Welt zum Open Knowledge Festival in Berlin, um ihre Erfahrung mit dem Erlangen und Vermitteln von Wissen untereinander auszutauschen und gemeinsam neue Wege zu definieren, dieses Wissen und Erkenntnisse einer breiten Gesellschaft frei und mit möglichst geringen Hindernissen zur Verfügung zu stellen.

 

Dabei war die Themenvielfalt des Open Knowledge Festival genauso groß, wie die Anzahl der Länder, aus denen die Teilnehmer nach Berlin kamen. Die unterschiedlichsten Interessengebiete der Teilnehmer wurden bereits am Vorabend der Konferenz bei der Open Knowledge Fair klar, auf der sich eine bunte Mischung von Projekten aus den Bereichen Open Data, Open Access, Open Government, Open Science, Open Research, Open Education, Open Source, Open Arts vorstellten.

 

Gregor Fischer, www.gfischer-photography.com (16.07.2014 | CC BY 2.0)

 

Doch was bedeutet "Open"?

 

Der Grundgedanke ist der freie ungehinderte Zugang zu Wissen und Informationen in allen Bereichen unseres Lebens und lässt sich unter dem Überbegriff Openness zusammenfassen. Openness steht klar im Gegensatz zu geschlossenen und zugangsbeschränkten Systemen. Welche Auswirkung solche Systeme auf unsere Gesellschaft haben können, wird uns täglich durch die mediale Aufarbeitung der aktuellen Geheimdienstaffären und Korruptionsskandale bewusst.

 

Geht es nach Neelie Kroes, EU-Kommissarin für die Digitale Agenda und eine der Eröffnungsrednerinnen auf dem Open Knowledge Festival, könnten gerade ein transparenter und ehrlicher Umgang mit Regierungsentscheidungen sowie die Bereitstellung von Regierungsdaten eine bessere Informationsqualität bieten. Nicht nur Regierungen können an solch einem Öffnungsprozess reifen, jeder Bereich einer modernen Gesellschaft könnte von einer freien und transparenten Informationspolitik profitieren.

 

Kroes weißt darauf hin, dass die Politik eine solche Entwicklung nicht forcieren kann, aber Grundsteine legen sollte, um diesen Prozess zu unterstützen, sei es zum Beispiel durch die Sicherstellung eines freien und uneingeschränkten Internets oder die Bereitstellung von freiem Wissen und Erkenntnissen in der Lehre.

 

Damit es nicht nur bei einem Lippenbekenntnis für mehr Openness und Transparenz bleibt, müssen die Europäische Union und ihre Staaten diese Grundsätze in der realen Politik umsetzen. Die Bundesregierung wird voraussichtlich am 20. August 2014 Ihren Entwurf zur "Digitalen Agenda 2014-2017" vorlegen. Die Plattform netzpolitk.org, welche sich für digitale Bürgerrechte, Freiheiten und Offenheit engagiert, veröffentlichte vorab den Inhalt der "Digitalen Agenda". Geht es nach der Einschätzung von netzpolitik.org, legt die Bundesregierung einen eher halbherzigen und wenig konkreten Entwurf vor. Die Gesellschaft ist daher umso mehr aufgefordert, dieses Bekenntnis im Kleinen wie im Großen einzufordern.

 

So forderte auch der Leitspruch des Open Knowledge Festival "Open Minds to Open Action", neben dem Denken zum aktiven Handeln auf. In den Workshops und Vorträgen der beiden Konferenztage ging es daher vor allem um „Handfestes“: Aus den vielen Themen, Meinungen und Gesprächen entstandenen Projektskizzen, Ideen und Aufgaben, an deren Umsetzung unmittelbar gearbeitet wurde. Die Berliner Kulturbrauerei als Veranstaltungsort bot den vielen Akteuren den großzügigen Rahmen zum gemeinsamen Austausch und Arbeiten. Ein guter Überblick über die einzelnen Workshops und Vorträge lässt sich im Festivalprogramm des Open Knowledge Festivals finden.

 

Neben der Hauptveranstaltung des Open Knowledge Festivals gab es einige Begleitveranstaltungen, die im kleineren Kreise auf einzelne Themengebiete spezifischer eingingen.

 

Im Büro der Open Knowledge Foundation Deutschland trafen sich dann auch rund 30 Personen, gut die Hälfte davon aktive Wissenschaftler, zur Gründung einer deutschsprachigen Open Science Arbeitsgruppe. Ziel der Arbeitsgruppe ist die Vernetzung von Aktiven im Bereich Open Science und die Erarbeitung rechtssicherer Rahmenbedingungen für das Veröffentlichen von Forschungsergebnissen - im Idealfall unter freien Lizenzen. Zusätzlich soll die Arbeitsgruppe die Zusammenarbeit mit anderen internationalen Open Science Gruppen koordinieren und als Ansprechpartner für Forscher, Institute und Politik zum Thema Open Science fungieren. Erste Ziele, Aufgaben und Herausforderungen wurden kollaborativ erarbeitet und in einem Mission Statement zusammengefasst, an welchem kontinuierlich weiter gearbeitet wird. Jeder Interessierte ist dazu eingeladen, die Rahmenbedingungen mitzugestalten.

 

Auch Bibliotheken wie die SLUB, Museen, Archive und Galerien sind aufgefordert, ihre Schätze einem breiteren Publikum frei zugänglich und vielleicht sogar unter freien Lizenzen nachnutzbar zu machen. Um Einrichtungen bei dieser Reise zu begleiten und zu unterstützen, will die deutschsprachige OpenGLAM Initiative ein neues Bewusstsein schaffen, Hilfestellung geben und mit erfolgreichen Projekten zeigen, dass es sich lohnt, den schweren Weg zu gehen.

 

Ein aktuelles Beispiel für solch eine erfolgreiche Zusammenarbeit stellt das Projekt "Coding da Vinci" dar. Die Open Knowledge Foundation rief Kulturinstitutionen, wie zum Beispiel die Deutsche Nationalbibliothek oder das Museum für Naturkunde Berlin, und begeisterte Programmierer/innen, Designer/innen und Gamer/innen auf, gemeinsam am kulturellen Erbe im digitalen Raum zu arbeiten. Innerhalb von zehn Wochen entstanden so Projekte, welche einen neuen Blick auf die digitalen Daten der teilnehmenden Kulturinstitutionen, gaben. Die Ergebnisse übertrafen die Erwartungen der Kulturinstitute als auch der Entwickler und Veranstalter.

 

Die SLUB bietet bereits jungen Wissenschaftlern Informationen und Unterstützung beim elektronischen Publizieren und Open Access an und wird auch in Zukunft für mehr Openness im Bereich der Bibliotheken eintreten.

 

In der näheren Umgebung der Städte und Kommunen gibt es bereits Projekte, welche die Idee der offenen Daten und des freien Wissensaustausches leben. Sie wollen zeigen, welchen Mehrwert die Openness-Bewegung für unsere Gesellschaft in der Zukunft haben könnte. Besonders sind hier zwei Projekte zu nennen: Einerseits "Code for Germany" der Open Knowledge Foundation, welche Aktivitäten und Projekte lokale Open Data Gruppen auf einer Internet-Plattform vereinigt und Unterstützung bei der Umsetzung dieser Vorhaben gibt. Auch in Dresden treffen sich jeweils am 1. und 3. Mittwoch im Monat Interessierte zum Thema Open Data.

 

Andererseits gibt es die Makerspaces und FabLabs, die Räume, modernste Technik (Lasercutter, 3D-Drucker) und Ressourcen für eigene Technikprojekte zur Verfügung stellen und mit Rat und Tat zur Seite stehen. Als SLUB durften wir bereits erste Erfahrungen mit dem Dresdner FabLab in unseren eigenen Räumen machen.

 

Wie in Da Vincis Aphorismus "Das Wissen ist das Kind der Erfahrung." werden wir das Thema Openness wohl erst richtig verstehen, wenn wir ausreichend Erfahrungen damit gemacht haben. Dazu braucht es Mut, Offenheit für Neues und gemeinsames Erforschen neuer Möglichkeiten, die durch den freien ungehinderten Zugang zu Wissen und Informationen entstehen.

 

Was braucht es dazu noch? Wir freuen uns auf Eure Ideen!

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