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Zeitreise mit der SLUB Mediathek – Hundert Jahre alte Aufnahme zum Download

Heute auf den Tag genau vor einhundert Jahren, am 18. April 1913, nahm der gefeierte Opernsänger Pasquale Amato die Arie „Ferito prigionier“ aus der Oper „Germania“ des italienischen Komponisten Alberto Franchetti (1860-1942) auf. In der Digitalen Mediathek der SLUB können Sie diese Aufnahme anhören und sogar herunterladen.

 

 

 

Franchetti hatte unter anderem in Dresden bei Felix Draeseke studiert. „Germania“, seine fünfte Oper, 1902 unter Arturo Toscanini an der Mailänder Scala uraufgeführt, gilt als Höhepunkt seines Schaffens. Die Handlung kulminiert in der Leipziger Völkerschlacht. Dabei flocht Franchetti viele bekannte Volksweisen ein sowie Carl Maria von Webers Lied „Lützows wilde Jagd“ über einen Text des Dresdner Dichters Theodor Körner. Sowohl Weber als auch Körner kommen als Figuren in der Oper vor.

 

Aber nicht nur die Sachsenbezüge machen für uns das Besondere dieses Klangerzeugnisses aus. Denn ein genaues Datum für eine so alte Aufnahme zu ermitteln, ist gar nicht so einfach – auf Schellackplatten wurde es normalerweise nicht vermerkt. Auch die Technik war völlig anders als heute. An unserer Aufnahme deutlich zu hören – der Sänger sang in einen Trichter und die Schwingung wurde mechanisch umgesetzt. Elektrische Aufnahmen mit Mikrophonen waren erst um 1925 möglich. Aus dieser späteren Phase stammt auch die Schellackplatte, auf der uns das Stück überliefert ist. Es handelt sich um eine Sammleredition der Plattenfirma RCA Victor, auf der das genaue Datum vermerkt ist.

 

Mit dem DFG-Projekt „Archiv der Stimmen“ verfolgen wir das Ziel, historische Schallplatten aus der Schellackära zu erschließen, zu digitalisieren und, so dies die Urheber- und Leistungsschutzrechte zulassen, online zu präsentieren. Wöchentlich wächst unsere Digitale Mediathek um ca. 100  Schellackplatten.

 

Kernstück des umfangreichen Schellack-Bestandes der SLUB Mediathek bildet dabei die 4.500 Platten umfassende Sammlung des Dresdner Malers Paul Wilhelm. Neben Pasquale Amato finden sich darin Aufnahmen vieler Sängerinnen und Sänger, wie Enrico Caruso oder Emmy Destinn. Letztere begann ihre Karriere übrigens an der Dresdner Hofoper – zu dritt standen Destinn, Amato und Caruso 1910 in Franchettis Oper an der New Yorker Metropolitan Opera auf der Bühne. Die „Germania“ verschwand aber bald in der Versenkung und wurde erst viele Jahre später wieder aufgeführt, so etwa 2006 an der Deutschen Oper in Berlin – die DVD ist in der SLUB Mediathek ausleihbar.

 

 

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