SLUBlog

Permalink

SLUB erwirbt 30 prämierte Titel unabhängiger Kleinverlage

Wer kennt die Autoren Thomas Pregel, Sven Recker, Anke Stelling, Kai Weyand oder Joachim Zelter? Wohl kaum jemand. Denn obwohl sie gute Bücher schreiben, haben sie meist nur wenige Leser. Sie publizieren in Kleinverlagen, die unsere Literaturlandschaft jenseits des Mainstreams bereichern.

Um die Bekanntheit ihrer Autoren zu steigern, initiierte der Blumenbar Verlag 2009 gemeinsam mit 20 Verlagen aus Österreich, Deutschland und der Schweiz die Hotlist mitsamt der Verleihung eines alternativen Buchpreises. Immer mehr Unterstützer sprangen der Idee einer Liste der besten Bücher unabhängiger Verlage bei. 2010 waren es zunächst 110 Verlage, die sich um einen Platz auf der Liste bewarben. 2014 wurden es 143, und in diesem Jahr beteiligen sich 171 Verlage. Aus allen Einsendungen traf das Kuratorium der Hotlist eine Vorauswahl:

30 Bücher repräsentieren nun einen Ausschnitt aus dem Besten, was unabhängige deutschsprachige Verlage zu bieten haben. Darunter befinden sich auch Titel aus sächsischen Unternehmen wie dem Mirabilis Verlag aus Klipphausen, der Edition Azur aus Dresden, dem Eichenspinner Verlag aus Chemnitz sowie dem Verlag Spector Books aus Leipzig.

Zehn Bücher werden am Ende die Hotlist 2015 bilden, die gemeinsam von der diesjährigen Jury und den Lesern im Internet gewählt werden. Wer in der Literatur das Besondere und Unabhängige sucht, der hat hier die beste Chance, seine persönlichen Entdeckungen zu machen. Die SLUB hat die 30 Bücher aus der Vorauswahl erworben, die über unseren Katalog ausleihbar sind.

4 Kommentar(e)

  • Martin
    14.08.2015 15:51
    spät, aber...

    Der die Hotlist der unabhängigen Verlage initierende Blumenbar Verlag ist trotz oder auch wegen seiner guten und sehr schönen Bücher damals Konkurs gegangen. Von ihm verlegte Weltliteratur wie Joseba Sarrionandias "Gefrorener Mann" fristen einzig durch den geringen Werbeetat bis heute ein Schattendasein. Das die Slub solche Texte promotet finde ich löblich. Allerdings war die "schöne Literatur" nie das Hauptaugenmerk der Universitätsbibliothek und wird es sicher auch nicht werden. Insofern verwundert es mich, das nun aktuelle literarische Texte zwischen all der Wissenschaft zu finden sein sollen. Ich würde so etwas in der Slub nicht suchen. Ist es beim Einkauf nicht sinnvoller, sich auf die Kernthemen zu fokussieren? Oder wird bald eine belletristische Zweigstelle aufgemacht?

    • Julia Meyer
      16.08.2015 22:02
      Forschungsgegenstand Belletristik

      Lieber Martin, danke für den Zuspruch! Wie schade, dass Sie bisher noch nicht nach guter Belletristik in der SLUB gesucht haben. Wir verfügen über einen ausgezeichneten Bestand an "schöner Literatur", darunter findet sich auch der von Ihnen genannte Titel "Gefrorener Mann". Warum und für wen kaufen wir Belletristik ein? Zum einen kaufen wir neben der Sekundär- auch die Primärliteratur für die Studierenden und Lehrenden der Neueren und Neuesten Deutschen Literatur- und Kulturgeschichte sowie der Vergleichenden Literaturwissenschaft, es handelt sich ja um deren Forschungsgegenstand. Zum anderen versorgen wir damit die vielen außeruniversitären Leser, die die SLUB als Landesbibliothek nutzen und die immerhin rund ein Drittel unserer Zielgruppe ausmachen. Und ist es dann in einem nächsten Schritt nicht lohnenswert, diese Bücher den Studierenden und Lehrenden aller anderen Fachrichtungen als Lektüre zu empfehlen, auch wenn sie für diejenigen "nur" eine kulturelle Bereicherung ohne wissenschaftlichen Anspruch wären? Ich hielte das für einen schönen Synergieeffekt. Stöbern Sie doch einmal in unserem Katalog und weisen Sie mich auch gerne auf fehlende Titel hin, damit ich die Sammlung ergänzen kann. Da Sie sich sehr gut auf diesem Gebiet auskennen, bin ich gespannt auf Ihr Feedback.

  • Sam
    14.08.2015 09:45
    @Kleinverlage

    Sehr guter Impuls zur Unterstützung der Vielfalt der Verlags- und Literaturlandschaft. Vielen Dank! Bei den Kettenbuchhändlern sieht's inzwischen ja meist leider aus wie bei Aldi - palettenweise die sog. Bestseller, da ist es gut, wenn öffentliche Bibliotheken ein anderes Signal setzen.

    • Julia Meyer
      14.08.2015 11:49
      Buchkritik

      Lieber Sam,
      vielen Dank für die positive Rückmeldung! Falls Sie das eine oder andere Buch aus der Hotlist lesen sollten, würde mich sehr interessieren, wie es Ihnen gefallen hat. Formulieren Sie doch Ihre persönliche Buchkritik hier im Blog, denn die Titel der Kleinverlage landen meist auch nicht auf den Schreibtischen der Literaturkritiker von FAZ, Zeit und Spiegel.