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Vom Archiv ins Netz. Historische Bestände der UB Chemnitz digitalisiert

Die historischen Bestände der Universitätsbibliothek Chemnitz stehen dank des Landesdigitalisierungsprogramms ab jetzt online zur Verfügung und sind durch Langzeitarchivierung für die Zukunft gerüstet.

 

Was verbindet die Herren Bach, Rühlmann, Stöckhardt, Redtenbacher und Weinhold? Ihnen verdankte Chemnitz einst seinen Ruf als „sächsisches Manchester“. Heute eint sie ihr Auftritt in den digitalen Sammlungen der Universitätsbibliothek Chemnitz. Deren Grundstock bilden technische, ingenieurwissenschaftliche sowie naturwissenschaftliche Lehrbücher und Monographien namhafter Chemnitzer Gelehrter aus der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts.

 

Schon in den 1860er Jahren zählte Sachsen zu den führenden Industrieregionen der Welt. Das expandierende Chemnitz trug einen erheblichen Teil dazu bei durch die Entwicklung und Produktion von Dampfmaschinen, Schlag- und Wickelmaschinen, Spul- und Feinspinnmaschinen, Walzen- und Schermaschinen, Strickmaschinen sowie mechanischen Webstühlen. Für Bergwerke und Fabriken entstanden in Chemnitz Bohr- und Hobelmaschinen, Drehbänke und Turbinen. Auf die Forderungen der Industrie nach wissenschaftlich gebildeten Absolventen reagierte die Stadt mit der Gründung anwendungsorientierter Fachschulen und weiterer Bildungseinrichtungen.

 

Entsprechend bildete die Königliche Gewerbeschule Chemnitz die Industrie wissenschaftlich und zugleich praxisnah aus. Dort lehrte der Mathematiker Christian Moritz Rühlmann (1811-1896), der zu den frühen Wegbereitern technischer Bildung zählte und das erste Lehrbuch zur Allgemeinen Maschinenlehre verfasste. Es wurde wie das Werk seines Kollegen Julius Adolph Stöckhardt (1809-1886) Schule der Chemie in zahlreiche Sprachen übersetzt. Ferdinand Redtenbacher (1809-1863) schuf die theoretischen Grundlagen für die Maschinenkonstruktionslehre. Seine Werke verbinden theoretische Erkenntnisse mit praktischen Erfahrungen und umfassen Themen wie Reibung, Widerstandskräfte und Störgrößen in der Konzeption von Maschinen. Sein Lehrbuch Resultate für den Maschinenbau galt lange Zeit als Standardwerk. Der Begründer der Experimentalphysik Adolf Ferdinand Weinhold (1841-1917) beendete mit Beginn seiner Lehrtätigkeit an der Gewerbeschule Chemnitz die frontalunterrichtende Kreidephysik und führte als erster den Experimental-Unterricht ein. Mit dem Neubau zweier Forschungseinrichtungen in Chemnitz zielte schließlich der Maschinenbau-Ingenieur und Begründer der statischen Elastizitäts- und Festigkeitslehre Carl Julius von Bach (1847-1931) darauf ab, die Kluft zwischen Theorie und Praxis im Maschinenbau sowie im Bauwesen zu überwinden. So entstanden 1884 die Chemnitzer Materialprüfanstalt und 1895 ein eigenes Ingenieurlabor.

 

Regionalia wie kulturhistorisch wertvolle Schriften zur Geschichte der Erzgebirgsregion und Adressbücher der Stadt Chemnitz ergänzen die Digitalen Sammlungen. Zur Erforschung der regionalen Wirtschaftsgeschichte dienen ebenso die digitalisierten Jahresberichte der Handels- und Gewerbekammer zu Chemnitz aus dem 19. Jahrhundert. In einem nächsten Schritt bereitet die UB Chemnitz ihre Bände über Weltausstellungen aus den Jahren 1850 bis 1900 für die digitale Präsentation vor. Das Landesdigitalisierungsprogramm des Freistaats Sachsen wird koordiniert von der SLUB Dresden.

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