Mit 127 Dresdner Adressbüchern vom Ende des 18. Jahrhunderts bis 1943/44 ging heute unser Portal für historische Adressbücher Sachsens online. Kurzfristig werden unter anderem Bände aus Chemnitz, Freiberg, Meißen und Plauen folgen, die ersten Jahrgänge aus Leipzig werden Sie voraussichtlich ab Februar 2013 durchsuchen können. Allein die Dresdner Bände umfassen rund 200.000 Seiten, darunter die zweibändige letzte Ausgabe vor der Zerstörung des alten Dresden mit 3.000 Seiten.
Wegen ihres hohen Quellenwerts und unmittelbaren Lebensbezugs für breite Kreise zählen historische Adressbücher überall dort, wo sie bereits digital und kostenfrei angeboten werden, zu den meistgenutzten Inhalten. Wir sind sicher, dass das in Dresden nicht anders sein wird. Wo wohnte der Großonkel 1933? Wem gehörte das Haus Alaunstrasse 26 Anfang des 20. Jahrhunderts? Wo hatte eine bestimmte Behörde ihren Sitz? Wie war die Bebauungssituation in Stadtrandgebieten 1900, 1920 und 1940? Waren bestimmte Familiennamen schon Anfang des 19. Jahrhunderts in Dresden vertreten? Diese und viele andere Fragen lassen sich mit den digitalen Adressbüchern künftig mühelos klären. Vorbei die Zeit, in der wir monatlich bis zu hundert Adressbuch-Mikrofilme bereitstellen und konkrete Anfragen aus nah und fern beantworten durften...
Das Adressbuch-Portal entstand in Zusammenarbeit mit den Städtischen Bibliotheken und dem Stadtarchiv Dresden. Schon in der ersten Version haben wir versucht, den einzigartigen Vorteil unserer Digitalen Sammlungen auszuspielen: Bereits digitalisiert sind bei uns schließlich nicht nur die Adressbücher, sondern auch mehrere Hunderttausend Gebäudeansichten und Tausende von Stadtplänen. Entsprechend bekommen Sie zu einem bestimmten Adressbuch-Jahr vielfach auch Karten aus der Zeit sowie historische Ansichten aus der ausgewählten Straße angeboten. Das wollen wir in den nächsten Versionen möglichst weiter verbessern, so dass Sie im Idealfall in enger Verbindung "Die Bewohner" - "Das Haus" - "Den historischen kartographischen Kontext" zu sehen bekommen. Schauen Sie sich's an, schreiben Sie uns und helfen Sie mit, das Portal weiterzuentwickeln.
- SLUB Dresden
- SLUBlog
SLUBlog
Das wird ein Renner. Historische Adressbücher aus Sachsen online!
- 18 Comment(s)
Your comment
Neueste Beiträgeto top
- Zu Gast: boijeot.renauld.turon aus Frankreich
- 20.06.2013 08:34
- Gastvortrag: Chinoiserie am Sächsischen Hof - Mainstream...
- 19.06.2013 16:32
- Wo ist der zweitbeste Platz zum Lernen? Ihre Empfehlung ist...
- 18.06.2013 06:18
- Große Bekenntnisse zu Open Access und Open Data
- 17.06.2013 11:17
Neueste Kommentareto top
- Camousnavigator hilft bei Suche nach leeren Räumen
- 19.06.2013 10:24
- Leere Seminarräume
- 19.06.2013 08:51
- Wenn mal nicht Hochwasser ist...
- 18.06.2013 15:34
- Informatikfakultät :)
- 18.06.2013 08:18
Wie eine Stadt tickt,
... sieht man in Adressbüchern. Die frühen Dresdner sind bis 1830 Hofstaats- und Behördenverzeichnisse, informieren über Boten- und Kutscherdienste. 1831 folgen die Übersichten über Personenamen, 1834 über „Berufsklassen“ (von Advocat bis Zuckerbäcker). Seit 1836 kommen die Straßenverzeichnisse hinzu, denn jetzt zählt die Stadt schon 70.000 Einwohner.
Steigt man über die Sachsenkarte und die Zeitleiste in die Adressbücher ein, werden passende Stadtpläne für virtuelle Spaziergänge im alten Dresden angeboten (insgesamt 90, z.B. 1804, 1812, 1820, 1833, 1848, 1913 etc.). So sieht man Stadt, Straßen und Häuser wachsen. Im Richard Wagner-Jahr 2013 macht es Spaß zu suchen, wo der Maestro in seinen Dresdner Jahren überall wohnte (vor seiner Flucht 1848 z.B. in der Friedrichstr. 20, 2. OG, im Parterre unter ihm der Lohnkutscher Walther, im 1. OG der Bildhauer Hänel). Gottfried Semper wohnte zur gleichen Zeit in der Waisenhausstr., beide Straßen heißen heute wieder wie damals. Im gleichen Jahr 1848 gab es in Dresden übrigens mehr als 30 private Leihbüchereien verteilt über die ganze Stadt: Ritterromane statt RTL.
Das 700 Seiten starke Adressbuch von 1913 mit der üppigen Werbung präsentiert die Stadt in ihrer Blüte. 1943/44 stehen im zehnten Jahr die NS-Funktionäre oben an, die jüdischen Bewohner fehlen, auf Seite 54 heißt es: „Im Falle eines Fliegerangriffs sind die Feuermelder außer Betrieb.“ Ein Jahr später lag die Stadt in Schutt und Asche. Die Adressbücher sind wie die historischen Zeitungen Sekundenzeiger der Geschichte. Dass sie nun digital präsentiert und vielfach vernetzt werden können, eröffnet neue Sichten auf die Stadt und ihre Menschen.
Vielen vielen Dank
Durch die neuen Adressbücher halfen mir sehr bei meiner Ahnenforschung. Anhand der Häuserliste konnte ich neue Zusammenhänge ermitteln. Gerade wenn 2 Familiennamen in der gleichen Wohnung erscheinen, ist das ein neuer Anhaltspunkt.
Viele Grüße aus Leipzig
Vielen Dank für Ihre Korrekturen!
Die Suche in den Historischen Adressbüchern ist jetzt knapp 12 Tage online. Die Zugriffszahlen steigen jeden Tag etwas an, da auch Google das Portal entdeckt hat und immer mehr Besucher "vorbeischickt".
Bisher haben nur wenige Nutzer Fehler in der Suche gemeldet. Ca. 20 Einträge bei der Personensuche mussten korrigiert werden. Bei insgesamt über 70.000 Personen- und 50.000 Straßennamen, die vielfach durch ehrenamtliche Kräfte manuell erfasst wurden, ist das eine sehr erfreuliche Quote.
Sicher schlummert noch der ein oder andere Fehler. Bitte schreiben Sie uns, wenn Sie die Suche auf die falsche Seite im Adressbuch führt oder Ihnen sonst etwas auffällt.
http://adressbuecher.sachsendigital.de/kontakt/
Ihre Hinweise können wir schnell korrigieren und die kommenden Nutzer werden sich freuen.
Vielen Dank!
Alexander Bigga
tz
Unter Firefox 17.0.1 (unter Ubuntu) sind die Adressbücher nicht bedienbar, z.B. funktioniert der Zoom nicht. Handelt es sich um eine Alpha-Version?
Das UI finde ich etwas altbacken und kompliziert. Warum müssen sich die Seiten in verschiedenen tabs öffnen? Warum kann man nicht zwischen verschiedenen Jahrgängen Vergleiche anstellen? Per offener Datenschnittstelle könnte man einiges mehr aus den Informationen herausholen. Die im Text genannten Idealfälle scheinen vor dem Hintergrund mühsehlig.
Schade auch, dass die Adressbücher von anderen sächs. Städten nicht auf dem Plan stehen.
PS: Der Captcha lässt keine Alternativen zu. Barrierefrei?
Offene Datenschnittstelle
Ergänzend zu den Erläuterungen meines Kollegen möchte ich noch auf die von Ihnen gewünschte "offene Datenschnittstelle" eingehen, denn eine solche gibt es für unsere gesamten Digitalen Sammlungen - und somit auch für die Adressbücher. Wir setzen dabei auf den auch von der Deutschen Forschungsgemeinschaft präferierten OAI2-Standard und bieten unter http://digital.slub-dresden.de/oai/?verb=Identify eine entsprechende freie Schnittstelle an. Darüber können Sie die Digitalisate im vereinfachten Dublin Core- und vollständigen METS-Format abrufen.
Die Dresdner Adressbücher finden Sie z.B. unter http://digital.slub-dresden.de/oai/?verb=ListRecords&metadataPrefix=oai_dc&set=project-dresden-address-books
Es folgen weitere Städte Anfang des Jahres...
Hallo ol,
vielen Dank für Ihr Feedback.
Zu Ihrem Hinweis mit Firefox 17 unter Linux: Ich ahne, was Sie meinen: den Zoom-Schieberegler oben rechts, oder? Dieser ist in der Tat "kaputt" und als Bug kurz vor Weihnachten bekannt geworden. Mein Kollege repariert das Anfang des Jahres. Sie können aber mit dem Scrollrad der Maus zoomen.
Wie Herr Bonte in seinem Blog-Artikel ja geschrieben hat, ist das eine "erste Version". Hier ist es noch nicht möglich, die Präsentation der digitalisierten Adressbücher im Portal selbst zu machen. Sie öffnen also immer einen neuen Tab und landen in den Digitalen Sammlungen der SLUB. Das ist ein Kompromiss aber sicherlich nicht der Endzustand.
Anfang des Jahres folgen Schritt für Schritt weitere sächsische Städte (s.o. - die Liste ist aber nicht vollständig) und deren Vororte.
Sie dürfen als gespannt sein und sehen Sie es uns bitte nach, dass wir nicht alles auf einen Schlag fertig haben.
Viele Grüße
Alexander Bigga
P.S. Das Captcha ist nicht toll, aber fester Bestandteil der t3blog-Extension. Wir das im Auge aber ich kann jetzt keinen Termin für einen Ersatz nennen.
Dresdner Adreßbücher
Die Dresdner Adreßbücher ins Internet zu stellen, ist eine sehr gute Idee. Von der Einsichtnahme habe ich schon Gebrauch gemacht. Ich danke Ihnen dafür, das sie dies ermöglicht haben und hoffe, dass die Adreßbücher der anderen sächsischen Städte auch bald dort eingesehen werden können.
Weitere Adressbücher
Hallo,
vielen Dank! Das lesen wir natürlich gern. Die nächsten sächsischen Orte - z.B. Bautzen, Chemnitz, Meißen, Pirna - sind schon in Vorbereitung.
und Leipzig?
Ist absehbar, ob und wann die Adressbücher von Leipzig online gestellt werden?
Viele Grüße,
Jan K.
Leipzig
Hallo Jan K.,
wir arbeiten bereits an den Leipziger Adressbüchern, haben jedoch mit insgesamt mehr als 150 Bänden noch viel Arbeit vor uns. Vielleicht noch im Februar, auf jeden Fall im März sollen aber erste Bände von Leipzig online sein.
Leipzig
Hallo,
wir haben inzwischen April und noch immer ist nichts von Leipzig online. Das ist schade.
Wann wird es denn nun?
Viele Grüße
Uwe P.
im RSS sind die Leipziger Adressbücher schon zu finden
Im RSS-Feed der digitalisierten Adressbuchsammlung auf http://digital.slub-dresden.de/kollektionen/ sind die Leipziger schon zu finden > RSS: http://digital.slub-dresden.de/rss/cache.off?tx_dlf%5Bcollection%5D=72
Leipziger Adressbücher
Hallo Uwe P und Klaus,
die versprochenen Bände von Leipzig sind tatsächlich schon auf dem Weg. Der Export der Digitalisate in die Digitalen Sammlungen ist erfolgt (wie Klaus über den RSS Feed schon gesehen hat) und in einigen Tagen werden sie auch im Adressbuchportal integriert sein.
Leipziger Adressbücher
Schön, dass jetzt ein paar Bände von Leipzig online sind. In meinem Besitz befinden sich übrigens beide Bände für Leipzig von 1935. Meldet Euch einfach falls ihr diese auch digitalisieren wollt.
@Leipziger Adressbücher
Hallo Uwe P.
herzlichen Dank für Ihr Angebot. Die Bände von 1935 fehlen tatsächlich in unserem Bestand, so dass wir Ihr Angebot gerne annehmen wollen. Ich möchte Sie daher bitten, über digital@slub-dresden.de Kontakt zu uns auzunehmen, so dass wir das weitere Verfahren absprechen können.
Wir werden uns bemühen, einen Termin zu finden so dass die Verweildauer der Bände in unserem Haus so gering wie möglich gehalten wird.
Nochmals vielen Dank und viele Grüße
André Hohmann
Herr
Weiß jemand, in welchen Adressbüchern die Orte Hartenstein und Wildenfels (Erzgebirge) verzeichnet sind?
Hartenstein und Wildenfels
So. Jetzt weiß ich wenigstens, dass mit "Titel" das Thema bzw. die Überschrift gemeint war. Sorry für die komische Eingabe vorhin...
Hartenstein und Wildenfels
Hallo Herr Kiessling,
zu Hartenstein haben wir gerade den Band 1896 (http://digital.slub-dresden.de/id20432452Z) digitalisiert und veröffentlicht. Der Band 1897 ist in Bearbeitung und wird demnächst online sein (http://slubdd.de/katalog?TN_libero_mab2492585).
Zu Wildenfels gibt es in der Landesbibliothek Wiesbaden einen Eintrag, siehe http://orsprod.rz.uni-frankfurt.de/DB=1.50/PPNSET?PPN=855269332. Leider ist dieser aber nicht sehr aussagekräftig, aber evtl. ist Wildenfels in den Zwickauer Adressbüchern zu finden. An diesen arbeiten wir noch.
Viele Grüße
Simone Georgi