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Arbeiterfotografie der 1920er Jahre. Eine neue Bestandsgruppe in der digitalen Fotothek

Arbeiterfotografie war in der Weimarer Republik ein fester Teil der breiten Arbeiterkulturbewegung. Als Ergebnis eines gemeinsamen Drittmittelprojekts mit dem Institut für Sächsische Geschichte und Volkskunde hat die Deutsche Fotothek der SLUB einen kleineren digitalen Bildfonds publiziert.

 

In der Datenbank der Deutschen Fotothek finden Sie eine Bestandsbeschreibung nebst ausführlicher Bibliographie sowie alle derzeit rund 1.000 Aufnahmen. Sollten Sie Eltern, Großeltern oder Urgroßeltern haben bzw. gehabt haben, die in der Arbeiterfotografiebewegung aktiv waren, sind wir an Bestandsergänzungen interessiert.

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Gebt den Kindern das Kommando. Der Eltern-Kind-Raum noch schöner

Schon letzten Oktober hatten wir hier im Blog über unsere kleinen Beiträge für ein familienfreundliches Studienumfeld informiert (inzwischen gibt es auch die gewünschte Stillecke). Eines hatte uns an unserem Eltern-Kind-Arbeitsraum in der Zentralbibliothek aber noch gestört: Die weißen, sterilen Wände. Dank der Kita des Studentenwerks Dresden ist dem nun abgeholfen.

Auf unsere Nachfrage zeigte sich die Kita mit ihrer Leiterin Frau Klietz gerne bereit, uns von der fantastischen Kreativität ihrer Schützlinge profitieren zu lassen und uns jeweils leihweise Kunstwerke der Kinder zur Verfügung zu stellen. Da die Werke nach einiger Zeit wieder ihren Weg zurück in die Mappen der KünstlerInnen finden sollen, bitten wir Sie herzlich, die Arbeiten nicht zu entfernen oder zu beschädigen.

Die SLUB dankt allen Kindern und stiftete der Kita einige Mal- und Bastelutensilien: Für möglichst viele weitere Wechselausstellungen.

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"Reise nach Jerusalem" oder: Wo und wie gibt es freie Arbeitsplätze?

Jährlich in den Prüfungswochen wird man in der SLUB bisweilen an das berühmte Gesellschaftsspiel erinnert: Ein Stuhl fehlt - das ist der Arbeitsplatz, den man gerade selbst sucht; und wie in dem Spiel verhalten sich nicht alle Beteiligten immer ganz fair. Während einerseits Lerngruppen schon um 8 Uhr Plätze für Personen besetzen, die erst sehr viel später oder nie eintreffen, gibt es andererseits Zeitgenossen, die Anwesenden den Stuhl buchstäblich unter dem Hintern wegziehen. Da reicht schon ein Toilettengang oder ein kurzer Ausflug zum Bücherregal.

Solche Phänomene sind das Ergebnis einer zeitweiligen massiven Überlast, die wir nur noch begrenzt mindern können. Gelegentlich wären wir möglicherweise sogar bereits verpflichtet, dem Beispiel anderer Bibliotheken zu folgen, und den Lesebereich der Zentralbibliothek wegen Überfüllung zu schließen. Um dennoch ein wenig Abhilfe zu schaffen, haben wir durch den beschleunigten Rückbau der Zettelkataloge vor einigen Wochen die bisherige Zahl von insgesamt 2.100 Arbeitsplätzen etwas erhöht und für die Hauptbibliothek zusätzliche Stühle bestellt. Diese Stühle werden noch in diesem Monat eintreffen. Außerdem prüfen wir, ob wir für die allgemeine Benutzung noch Flächen mobilisieren können.

Der Stress wäre für alle Beteiligten ebenfalls sicher geringer, wenn sich alle an gewisse Erfahrungen und Regeln hielten:

  1. Die Auslastung der Bibliothek ist nicht an allen Bibliotheksstandorten und zu allen Tageszeiten gleichmäßig. Am ungünstigen sind die Verhältnisse in der Zentralbibliothek zwischen etwa 10 und 16 Uhr. Zwischen 20 und 24 Uhr herrscht dagegen selbst in diesen Wochen selten drangvolle Enge. Noch bis Ende des Monats ist außerdem auch die Bereichsbibliothek DrePunct auch sonntags geöffnet.

  2.  Die Reservierung von Arbeitsplätzen ist nicht nur unsozial, sondern durch unsere Hausordnung ausdrücklich verboten. Arbeitsplätze, die mit Büchern oder persönlichen Gegenständen belegt sind und eine Stunde offensichtlich nicht genutzt werden, können vom Personal geräumt und anderen BenutzerInnen zugewiesen werden. Die Bibliothek übernimmt für Beschädigungen und Verluste in diesem Fall keinerlei Haftung.

Bitte wirken Sie in diesem Sinne mit und bedenken Sie, dass die eingangs beschriebenen Phänomene  letztlich niemandem dauerhaft nützen, sondern nur zu Ärger und Chaos führen. Die SLUB wünscht Ihnen allen einen möglichst angenehmen Aufenthalt und viel Erfolg beim Studium.

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Victor Klemperer. Gedenkveranstaltung in der SLUB zum 50. Todestag am 11.2.2010

Der Philologe und Schriftsteller Victor Klemperer (9.10.1881 - 11.2.1960) ist spätestens seit der Verfilmung seines Lebens nach den Tagebüchern einer breiteren Öffentlichkeit bekannt. Er lehrte seit 1920 als Professor für Romanistik an der TU Dresden und wurde nach 1933 Opfer des nationalsozialistischen Rassenwahns. Klemperers Nachlass, einschließlich der Tagebücher, befindet sich seit 1977 in der SLUB.

 

Am 11. Februar, von 17 bis 18.30 Uhr, gedenken die Technische Universität Dresden, die Gesellschaft für Deutsche Sprache und die SLUB im Vortragssaal der SLUB Klemperers 50. Todestags. Neben Lesungen aus seinem Werk wird mit Filmausschnitten und Fotos an ihn erinnert. Außerdem werden Originale sowie die digitale Edition der Tagebücher präsentiert. Zu der Veranstaltung sind Sie alle herzlich eingeladen.

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Auf zum frohen Festgesang! Geschichten aus dem Digitalisierungszentrum

Die Massendigitalisierung in der SLUB, die werktäglich zahlreiche neue Titel hervorbringt, verführt leicht zum Geschichten erzählen. Für den 3. Februar lautete die Geschichte etwa so: Im Projekt VD 18, das die Erschließung und Digitalisierung aller im deutschen Sprachraum erschienenen Drucke des 18. Jahrhunderts zum Ziel hat, arbeiten wir zu Beginn unsere Unikate auf, d.h. die Titel, die vermutlich nur die SLUB besitzt. Entsprechend befinden sich unter den bislang produzierten 935 digitalen Editionen noch nicht die Erstausgaben von Klopstock, Lessing, Goethe oder Schiller, sondern eher sogenannte Gelegenheitsschriften anlässlich von Geburt, Heirat oder Tod, Amtsdrucksachen, Predigten und ähnliches mehr. Für den oberflächlichen Betrachter geben diese Schriften nicht viel her, jedoch bilden sie unter anderem für die Kultur-, Literatur-, Sprach- und Sozialgeschichte eine unschätzbare Quelle.

 

Gestern fand zum Beispiel ein zum 24. Dezember 1798 verfasstes Lobgedicht in die digitale Welt, "dem Herrn Geheimen-Kriegsrath Müller und Herrn Baumeister Ludolph Hansen bey dem Empfange der Weihnachtsgeschenke ehrfurchtsvoll gewidmet von denen sämmtlichen Waisenkindern im Georgenhause zu Leipzig". Mit wenig Phantasie sieht man sie vor sich, die armen Waisenkinder des späten 18. Jahrhunderts, die ihren wohlhabenden Gönnern den gebührenden Dank abstatten mußten. Die Zustände in den Waisen- und Armenhäusern waren in der Regel äußerst prekär, die Kinder auf die Barmherzigkeit von Einzelpersonen zwingend angewiesen. Nach einer ebenfalls bereits digitalisierten Landesbeschreibung Sachsens aus dem Jahr 1803 befanden sich im Georgenhaus 1802 157 Jungen und 45 Mädchen, außerdem 63 männliche und 26 weibliche Gefangene, 112 "Versorgte und Wahnwitzige", 29 männliche und weibliche Bettler und "35 zur Correction". 1700/1701 am östlichen Ende des Brühls errichtet, wurde das Georgenhaus 1871 abgerissen. Eine zeitgenössische Ansicht des "Waisen-, Zucht- und Versorgungshauses" aus dem Dresdner Kupferstich-Kabinett ist in der Bilddatenbank der SLUB ebenfalls bereits online.

 

"Heil Euch, Euren Thaten weiht noch die Nachwelt Lieder; Auf sie blicken hocherfreut Gottes Engel nieder." Dass die Erinnerung der Nachwelt einmal im Internet stattfinden würde, hätten sich noch die Nachfahren aus dem späteren 20. Jahrhundert nicht vorstellen können.

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