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SLUB unterstützt Open Access-Verlag

Die SLUB setzt mit ihrer Mitgliedschaft beim Verlag Open Book Publishers ihren strategischen Einsatz für Open Access, den freien Zugang zu wissenschaftlicher Literatur, fort.

 

Der junge Verlag führt ein interessantes Programm mit einem Schwerpunkt auf geistes- und sozialwissenschaftlichen Titeln. Bemerkenswert ist aber vor allem der innovative Ansatz, alle Bücher grundsätzlich auch als kostenfreie Online-Bücher zur Verfügung zu stellen.

 

Die SLUB Dresden ist als erste deutsche Bibliothek seit kurzem Mitglied und unterstützt mit diesem Library Membership dieses aus unserer Sicht zukunftweisende, offene Verlagskonzept.

 

SLUB-Nutzer können über den SLUB-Katalog zu den Büchern des Verlagsprogramms finden und diese in allen zur Verfügung gestellten elektronischen Formaten (pdf, epub, mobi) auf ihre Rechner herunterladen. Suchen können Sie die Bücher wie üblich über die bibliografischen Angaben (Titel, Autor usw.). Aber auch die Titel der einzelnen Kapitel sind im SLUB-Katalog nachgewiesen.

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Punk und Kunst und Underground: Das usw.-Sonderheft zur Intermedia 1985 in Coswig

Seit Samstag gibt es im Albertinum, Staatliche Kunstsammlungen Dresden, was auf die Ohren und für die Augen: Die Ausstellung „Geniale Dilletanten“ führt die Besucher in die Subkultur der 1980er Jahre. Für die Dresdner Station wurde die Ausstellung um Positionen nonkonformer und alternativer Kunst der späten DDR erweitert. Im Fokus steht dabei die wegweisende „Intermedia I“, die 1985 in Coswig bei Dresden stattfand. Das multimediale Festival war geprägt von der wie selbstverständlich zelebrierten Vermischung verschiedenster künstlerischer Ausdrucksformen. Im Gegensatz zum offiziellen Kunstbetrieb, ganz in der Charakteristik der gegenweltlichen Kunstszene verschmolzen Graphik, Lyrik, Malerei, Performance, Musik, Tanz und Film zu einer gelebten und nicht mehr voneinander zu trennenden künstlerischen Einheit. Zwei Tage lang zelebrierten Maler und Filmemacher, Tänzer und Punkbands gemeinsam mit 1.000 Gästen die kollektive Grenzüberschreitung.

 

Die Dresdner Künstlerzeitschrift „usw.“ widmete diesem Ereignis noch im selben Jahr eine Sondernummer mit Texten und Fotos, die – wie auch die Aufnahme auf der dazu gehörenden Musikkassette – während des Festivals entstanden. Zusätzlich enthielt das Heft Xeroskopien schwarz-weißer Reproduktionen der Faltrollos, mit denen die Künstler, unter anderem Christine Schlegel, Veit Hofmann, Lutz Fleischer und Wolfgang Smy, die Räume in Coswig ausgestaltet hatten. Zwei dieser Rollos sind neben zahlreichen anderen Dokumenten und Kunstwerken in der Ausstellung zu sehen. In der SLUB kann man ergänzend dazu im Intermedia-Sonderheft blättern und in die Kassette reinhören, die beide seit 1986 im Bestand sind.

 

Der Herausgeber von „usw.“, Micha Brendel, bot der Sächsischen Landesbibliothek damals das Intermedia-Sonderheft zusammen mit weiteren Ausgaben der Zeitschrift zum Kauf an – ein Angebot, das die Bibliothek gern annahm, um damit, ergänzend zur Sammlung originalgrafischer Künstlerbücher, die Grundlage für eine Sammlung künstlerischer Kleinzeitschriften zu bilden. Die im kulturpolitischen Klima der späten DDR nicht ganz unproblematischen Erwerbungen nonkonformer, unangepasster Zeitschriften konnten bis 1990 und darüber hinaus fortgesetzt werden, was zu einem einzigartigen Bestand mit über zwanzig, größtenteils vollständig vorhandenen Zeitschriftentiteln führte.

 

Auf dem Fachinformationsportal arthistoricum.net finden Sie weitere Informationen zu den Künstlerzeitschriften der DDR im Bestand der SLUB. Das Intermedia-Sonderheft mit seinen Beilagen kann im Sondersammlungslesesaal eingesehen bzw. das Digitalisat der MC an der Medienstation angehört werden.

 

Fotos: Intermedia I. Sonderheft der Zeitschrift usw., Dresden 1985, Umschlagbild (Micha Brendel, Joerg Sonntag), Musik-Kassette, Foto: SLUB Dresden / S. Gude

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Tipp für Sommerfrischler: Ausstellung Bansin Sommer 1946

Noch bis zum 13. August zeigt die Villa Irmgard im Kaiserbad Heringsdorf Fotografien von Abraham Pisarek aus der Deutschen Fotothek in der SLUB.

 

Zu sehen sind 60 von 300 Aufnahmen des Berliner Fotografen, der mit seiner Familie im August und September 1946 seine Ferien auf Usedom verbrachte. Private Urlaubserinnerungen und gleichermaßen Zeitdokumente spiegeln diese Fotografien alles in allem eine unglaubliche Normalität im Jahr 1 nach dem 2. Weltkrieg: Kinderferienlager für Stadtkinder am Langenberg, Jugendliche auf einem Schiffswrack am Bansiner Strand, Fischer bei ihrer Arbeit, die Fischerhütten, Wahlgänger bei der Kommunalwahl am 15. September 1946 im Bansiner Warmbad, Kinder am Strand und Bauern bei der Getreideernte.

 

Sichtbar werden jedoch auch die Kontraste: Während einige Bilder die ärmliche Landbevölkerung zeigen - die Kinder laufen entweder barfuß oder in übergroßen Schuhen - dokumentieren die Strandbilder eine gänzlich andere Welt. Hier sitzen zwei Urlauberkinder in ihre Bilderbücher versunken im Strandkorb, da plauschen zwei Teenager am Meeressaum und die Tochter des Fotografen posiert neckisch für den Papa. Sommerfrische.

 

Komplettiert wird die Ausstellung in Kooperation des Eigenbetriebs Kaiserbäder Insel Usedom und der Deutschen Fotothek mit zeitgenössischen Presseberichten.

 

Villa Irmgard, Maxim-Gorki-Straße 13, 17424 Heringsdorf, 17. Juni bis 13. August 2017, Di/Do/Fr/Sa 12.00 bis 16.00 Uhr, Sonntag nach Vereinbarung

 

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Daten lokal verknüpfen: Regiowikis wachsen mit digitalisierten historischen Adressen

Die Stärke von Stadt- und Regiowikis ist die lokale Verankerung der darin gesammelten Informationen, die Ortskenntnis, die Autorinnen und Autoren besitzen, teilen und verknüpfen sowie die große lokale Relevanz von Spezialwissen, das in Wikipedia für das überregionale Publikum womöglich viel geringer wäre. Das Motto "Wir kennen Görlitz!" bringt dies für das Stadtwiki Görlitz gut auf den "Punkt".

 

Auch in Dresden gibt es ein Stadtwiki. Wie die "heutigen" und alten Adressen mit den Daten aus historischen Adressbüchern und anderen Quellen verknüpft werden können, lässt sich dort gut beobachten. Wer will, kann dabei helfen. Stadtwiki Dresden bietet eine Übersicht alter Adressbücher, in der die historischen Adressbücher der SLUB enthalten sind. Relevant für thematische Recherchen ist aber auch ein weiterer Zugang zu dem alten Wissen:

 

Aus einem Digitalisat der SLUB wurden kürzlich die historischen Radfahrer-Vereine Dresdens in einem neuen Stadtwiki-Artikel zusammengefasst. Ergänzt wurden sodann Links zu bereits bestehenden Stadtwikiartikeln der verschiedenen Straßen und Stadtteile sowie Direktlinks auf digitalisierte Adressbuchseiten, die die Anschriften, Vorstandsmitglieder, Orte und Termine der Clubabende der damaligen Radfahrervereine dokumentieren. Auf diese Weise werden lokal neue - bzw. alte - Zusammenhänge sichtbar – nicht nur in Dresden, überregional zum Beispiel auch in München, Karlsruhe und in Görlitz.

 

Diese Verbindungen helfen bspw. bei Recherchen zur Familiengeschichte, zur Geschichte eines Stadtteils und von Bauwerken in historischen Quellen Informationen neu zu entdecken: War Urgroßvater im Vorstand eines Radfahrerclubs? Wann und wo begannen Frauen Fahrrad zu fahren? Wo gab es 1897 eine Rennbahn und Radrennen? ... Adressen mit Geschichten und andere Fragen gibt es viele. Welche Antworten suchen Sie?

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Lagerfeld und die Welt. Zum Tod von Gustav Hildebrand

Mit liebevoller Genauigkeit, viel Einfühlungsvermögen und großer Offenherzigkeit für alles Schöne, Skurrile und Interessante fotografierte der 1925 im hessischen Schlüchtern geborene Bildjournalist Gustav Hildebrand über 50 Jahre lang Menschen, Orte und Ereignisse in Deutschland und der Welt. Dabei entstanden mehr als 800 Themendossiers aus Kultur, Sport, Technik, Industrie, Wissenschaft und Politik, die seit 2009 in der Deutschen Fotothek der SLUB in Form von Negativen, Dias und Papierabzügen zur Verfügung stehen; knapp 7.000 Motive sind online unter www.deutschefotothek.de recherchierbar.

 

Was hatte Hildebrand veranlasst, diesen Beruf zu ergreifen? Da sind wohl drei Beweggründe zu nennen, resümierte er 1994 in seinem Buch „Begegnungen": „Die Freude am Reisen, die Freude an der Begegnung mit außergewöhnlichen Menschen und die Freude am Dabeisein." Eine EDINEX Kamera, Fahrradtouren als Amateur-Fotograf, die Handelsschule, autodidaktisches Lernen und ein improvisiertes Fotolabor – so begann der enthusiastische Jungreporter nach zweijähriger Kriegsgefangenschaft seine Laufbahn. Als Büroangestellter der US-Army finanzierte er bis 1952 seine journalistischen Ambitionen. Angeregt von vielgereisten und berühmten Vorbildern wie Wolfgang Weber oder Robert Seeger, setzte sich Hildebrand 1953 in seinen Fiat-Topolino und fuhr mit nur 70km/h, aber umso mehr Abenteuerlust nach Paris. Bei Regionalreportagen sollte es nicht bleiben: "Nein, ich wollte das alles überspringen, mir gleich die Welt erobern." Durch eine zufällige Bekanntschaft gelang es ihm, Fotos in den bekannten Modehäusern Dior und Balmain zu machen, die allerdings nie veröffentlicht wurden. Nach den ersten "großen Sprüngen" folgten Veröffentlichungen in diversen deutschen Illustrierten. Von immerwährendem Fernweh getrieben, widmete sich Hildebrand ab 1963 zunehmend Auslandsreportagen in Holland, Frankreich, Italien und der Schweiz.

 

Hildebrands 25 jährige Tätigkeit für die Zeitschrift "Scala International", die über die Entwicklung der BRD im In- und Ausland informierte, begann 1965. Im Laufe dieser Zusammenarbeit entstanden zahlreiche Reportagen aus vielfältigsten Bereichen: "Es war mein berufliches Schicksal", so Hildebrand, "für eine relativ kurze Zeit, wie mit einem Spotlight, einem Scheinwerfer, in ein menschliches Leben, einen Industriebetrieb, ein Forschungsprojekt, ein Theaterereignis hineinzuleuchten." Für seine Scala-Berichte wurde er 1980 zum ordentlichen Mitglied der Deutschen Gesellschaft für Photographie (DGPh) berufen.

Am 20. Juni 2017 ist Gustav Hildebrand im Alter von 91 Jahren verstorben.

 

 

 

Die Arbeit für die am amerikanischen Life-Magazin orientierte Auslandsillustrierte der Bundesrepublik, Scala International, bot Hildebrand regelmäßig die Möglichkeit von "Begegnungen" mit außergewöhnlichen Persönlichkeiten, etwa 1979 mit Karl Lagerfeld in Paris oder mit Peter Zadek bei Proben im Hamburger Schauspielhaus.

 

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