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Kategorie: Dresden concept

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Das chinesische Hawaii – Internetportal Weltsichten präsentiert Fotografien von Hans Stübel

Aus heutiger Sicht klingen Hans Stübels (1885-1961) Worte über die tropische Insel Hainan im Südchinesischen Meer beinahe prophetisch. Es sei „höchste Zeit“, schrieb der Ethnologe im Jahr 1937 über die Li und andere dort ansässige ethnische Minderheiten, „die ursprünglichen Zustände zu beschreiben, ehe sie unwiederbringlich verloren“ gingen. Die Insel, die Stübel im Rahmen zweier Expeditionen vor knapp 85 Jahren erforschte, sei akut durch die nationalistische Kulturpolitik der Republik China bedroht. (Vgl. Hans Stübel: Die Li-Stämme der Insel Hainan. Ein Beitrag zur Volkskunde Chinas, Berlin 1937, S. 3)

 

 

 

Das Internetportal „Weltsichten“ der Deutschen Fotothek präsentiert den fotografischen Nachlass des Ethnologen Hans Stübel aus der Sammlung des Museums für Völkerkunde Dresden. Die wissenschaftliche Aufarbeitung der Bilder ist Teil des im August 2015 begonnenen Projekts „Weltsichten – Digitalisierung und Erschließung fotografischer Archive bedeutender Forschungsreisender“, das von der Deutschen Fotothek der Sächsischen Landesbibliothek – Staats- und Universitätsbibliothek Dresden (SLUB) und den Staatlichen Kunstsammlungen Dresden (SKD) im Rahmen der Initiative DRESDEN-concept durchgeführt wird. Finanziell unterstützt wird das Projekt von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG).

 

Es sind vor allem Aufnahmen von handgewebten, gebatikten oder mit
Stickereien versehenen Textilien
, die dem Betrachter von Hans Stübels Fotografien sofort ins Auge fallen. Traditionelle Muster auf Rockbahnen, Tüchern oder Blusen stellen stilisierte Pflanzen, Tiere und Menschen dar. Sie sind ein faszinierendes Abbild der Lebenswelt ihrer Träger. Zusammen mit Aufnahmen von Hüten, Fächern und Essstäbchen zeigen die Bilder die Alltagskultur der Inselbewohner. Gleiches gilt auch für die Aufnahmen von Ohrringen, Haarpfeilen und anderen
Schmuckgegenständen
sowie die von Speeren und Steinschleudern, die zum Jagen verwendet wurden. Portraits von Dorfbewohnern sollten die Bestimmung von Rassenmerkmalen ermöglichen, dokumentierten aber auch deren Kleidungstile. Die Bilder ritueller Objekte wie eines Hühnerbeinorakels oder der Trommel eines Dorfoberhauptes, verweisen auf die spirituelle Weltsicht.

 

Die agrarische Prägung der Inselkultur wird deutlich anhand der Darstellungen vom Pflügen der Reisfelder, der Gewinnung von Rohreis sowie durch Tuchweberei oder Tragetechniken, die Gestalt der Dörfer und Gehöfte sowie durch die Baustile von Wohn- und Vorratshütten. Zusammen mit zahlreichen Aufnahmen der tropischen Landschaft ergibt sich ein umfassendes Bild der traditionellen Kulturen und Lebenswelten auf Hainan in den 1930er Jahren.

 

Hans Stübel bereiste Hainan aufgrund der für moderne Verkehrsmittel nicht ausgebauten Infrastruktur vorwiegend zu Fuß und zwar auf schmalen Pfaden, begleitet von zwei Dolmetschern, einem Koch, einem Diener und sechs Trägern. In der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts erfuhr die tropische Insel jedoch einen rasanten politischen, kulturellen und wirtschaftlichen Wandel. Einer zeitweiligen Besetzung durch japanische Truppen im Zweiten Japanisch-Chinesischen Krieg folgte 1950 die kommunistische Herrschaft. Hainan wurde Teil der Volksrepublik China.

 

Am nachhaltigsten veränderte die Insel wohl die Ernennung zur größten chinesischen Sonderwirtschaftszone im Jahr 1988. Wer aktuell Fotografien von Hainan sucht, findet vor allem Aufnahmen von weißen Sandstränden, Kreuzfahrtschiffen und Luxusresorts. Hainan hat sich zu einer der beliebtesten chinesischen Tourismusregionen entwickelt, daher rührt auch ihr Spitzname „Hawaii von China“.

 

Für den Massentourismus sind die gebatikten Stoffe oder die Tänze der ethnischen Minderheiten auf Hainan oft nicht mehr als Folklore. In gewissem Sinne scheint sich Stübels Prophezeiung also bewahrheitet zu haben. Zugleich wird den traditionellen Kulturen auf Hainan von offizieller chinesischer Seite heute wieder ein höherer Wert beigemessen. Auch die UNESCO ernannte verschiedene lokale Traditionen wie Web- und Färbetechniken oder den sogenannten Brennholzsammeltanz der Li zum Weltkulturerbe.

 

Insgesamt werden im Rahmen des Projektes Weltsichten rund 86.000 historische Aufnahmen aus den umfangreichen Fotosammlungen der Deutschen Fotothek der Sächsischen Landesbibliothek – Staats- und Universitätsbibliothek Dresden (SLUB) und den Staatlichen Kunstsammlungen Dresden (SKD), Staatliche Ethnographische Sammlungen Sachsen (SES) auf der Internetplattform http://www.deutschefotothek.de/weltsichten online gestellt.

 

Der Gesamtbestand umfasst geografische, geologische, botanische und anthropometrische sowie ethnografische Motive, die von europäischen Forschungsreisenden aus der Zeit von 1870 bis 1960 stammen. Neben Stübel gehören zu den Bildautoren bedeutende Geografen und Ethnologen wie Hans Meyer (1858–1929), Carl Troll (1899–1975) oder Egon von Eickstedt (1892–1965). Ihre Aufnahmen verdeutlichen das ausgeprägte Interesse für wirtschaftliche, soziale und kulturelle Entwicklungen in außereuropäischen Regionen der Welt im späten 19. und frühen 20. Jahrhundert. Als historische Dokumente einer zunehmenden Globalisierung zeigen viele dieser Bilder zudem die Folgen des europäischen Kolonialismus. Das Erschließungsprojekt „Weltsichten“ möchte somit die kritische Auseinandersetzung mit eurozentrischen Betrachtungsweisen ermöglichen und multiperspektivische Sichtweisen auf die Welt eröffnen.

 

Die historischen Fotografien, die der Ethnologe Hans Stübel während seiner Forschungsreisen auf Hainan in den Jahren 1931 bis 1932 aufnahm, sind ein wichtiger Beitrag für ein tieferes Verständnis der Kulturen der ethnischen Minderheiten auf Hainan. Ganz im Sinne Stübels ermöglichen seine Aufnahmen eine respektvolle und verantwortungsbewusste wissenschaftliche Auseinandersetzung mit den kulturellen Traditionen Li, Miao oder Ki.

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Migration und Medien: Tagung vom 20. bis 22. Oktober in der SLUB Dresden

Das Institut für Romanistik der TU Dresden lädt vom 20. bis 22. Oktober zur internationalen Tagung "Migration und Medien" in den Vortragssaal der SLUB ein. Die Tagung behandelt die Themen Flucht und Asyl im sozialpolitischen Spannungsfeld zwischen den Polen des gesellschaftlichen Risikos und gesellschaftlicher Chancen.

 

Dieses Spannungsfeld wird mit medialen Mitteln wie Registern, Prognosen oder Statistiken organisiert und gedeutet, um politische, journalistische und gesellschaftliche Bewältigungs- und Deeskalationsstrategien materialgestützt austragen zu können. Zudem liefern künstlerisch-ästhetische Medien wie Literatur, Film, Fotografie, Musik und Theater Deutungsmuster, Reflexionen und Kommentare, welche die öffentliche Diskussion durchwirken, fortschreiben oder kanalisieren.

 

Die interdisziplinäre Tagung will das Zusammenwirken unterschiedlicher medialer Aktualisierungen von Migration sowie deren Resonanzräume und Emotionspolitiken systematisch erfassen und untersuchen. Unter anderem wird es Vorträge zu folgenden Themen geben:

  • Migration im neuen deutschen Film. Rainer Werner Fassbinders Angst essen Seele auf (BRD 1974) und Hark Bohms Nordsee ist Mordsee (BRD 1976) (Olaf Sanders, Hamburg)
  • Von 'irregulärer Migration' und 'Flüchtlingskrise': Zum Umgang mit Worten als einer Dimension publizistischer Qualität (Annett Schulze, Berlin)
  • 'These interloping colonials!' – Dracula und die Figur des 'blutsaugenden Migranten' (Wiland Schwanebeck, Dresden)


Das vollständige Tagungsprogramm steht zum Download (PDF) bereit.

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Orte der Politik: Wie politisch sind unsere Kultureinrichtungen?

Versuch einer ersten kurzen Zusammenfassung nach 14 Tagen Henry Arnhold Dresden Summer School 2016:

 

Zum vierten Male förderte Henry Arnhold, 1921 in Dresden geboren und seit 1942 in New York lebend, eine gemeinsame DRESDEN-concept-Summer School von Technischer Universität (TUD), Staatlichen Kunstsammlungen (SKD), Deutschem Hygiene-Museum (DHMD), Militärhistorischem Museum (DMD) und SLUB.

 

Angesichts der politischen Zerrissenheit in Europa und insbesondere in Dresden lag das Thema "Orte der Politik – Kulturinstitutionen im gesellschaftlichen Diskurs" fast auf der Hand. Haben die Kultureinrichtungen und Schulen angesichts von Demagogie und Populismus versagt? Welche Aufklärungs- und Wirkungsmöglichkeiten haben sie? Können sie künftig besser zur zivilen Streitkultur und politischen Bildung beitragen? Und führen sie auch innerhalb ihrer Institutionen Gespräche über ihre gesellschaftlichen Aufgaben und ihre Verantwortung? Diese und ähnliche Fragen stellten die 17 Teilnehmerinnen und Teilnehmer während der zwei Wochen sich selbst und allen beteiligten Einrichtungen.

 

In den Veranstaltungen der SLUB stand die Digitalisierung und Präsentation relevanter Informationen im Internet, speziell der digitalen Präsentation von NS-Quellen, im Vordergrund.

 

Nachmittags berichtete Othmar Plöckinger (Salzburg), einer der Herausgeber der kritischen Edition von "Mein Kampf", über das gelungene Experiment, dieses tabuisierte Propagandabuch innerhalb von sechs Jahren zu edieren und zu kommentieren. Die SLUB und das Hannah-Arendt-Institut für Totalitarismusforschung e.V. (HAIT) diskutierten mit den Teilnehmern ihr neues Angebot, die letzte deutsche NS-Zeitung "Der Freiheitskampf", die bis zum Tag der Kapitulation am 8. Mai 1945 in Dresden gedruckt wurde und von völkischer Überlegenheit und ehrenvollem Endsieg schwadronierte, an elektronischen Leseplätzen in der SLUB und im HAIT zugänglich zu machen.

 

Museen und Bibliotheken sind motiviert und aufgerufen, angesichts von Fremdenfeindlichkeit und Aggression ihre Angebote zu interkultureller und politischer Bildung zu verstärken. Wird es ihnen aber auch zeitnah gelingen, zu einer zivilen und offenen Streitkultur mehr als bisher beizutragen? Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Summer School aus vier Ländern, die zusammen mit den internationalen Ehrengästen am 3. Oktober, dem Tag der Deutschen Einheit, vor der Frauenkirche angepöbelt wurden, wollen die Entwicklungen beobachten und wiederkommen.

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Gerätepark des Makerspace mit Heißdraht-Schneidemaschine erweitert

Im Makerspace der SLUB steht ab sofort eine Heißdraht-Schneidemaschine zum computergesteuerten Schneiden von 2D- und 3D-Konturen aus Styropor, Styrodur, EPP und anderen Schäumen zur Verfügung. Durch vier unabhängige Achsen können 3D-Körper mit zwei unterschiedlich großen Konturen am A- und B- Portal wie z.B. Kegel oder konische Säulen geschnitten werden.

 

 

Technische Daten:

  • Typ C1610S - 3D-Serie der Fa. CNC-multitool
  • Arbeitsraum: Grundfläche 1.250 mm x 1.250 mm, Höhe 650 mm (bei 3D Schnitten kann der verfügbare Arbeitsraum kleiner ausfallen)
  • 4 Achsen separat steuerbar (X, Y und A, B)
  • Drahtdurchmesser 1,5mm
  • 2D- und 3D-Schnitte möglich

 

Das Gerät wurde durch die Junioprofessur für Technisches Design (Jun.-Prof. Krzywinski) und die AG Geometrische Modellierung und Visualisierung (Prof. Lordick) der TU Dresden bereitgestellt.

 

Verwendung findet das Gerät unter anderen im DFG-Projekt "SPP 1542 - Dünnwandige Betonbauteile mit Regelflächengeometrie" bei der Herstellung eines Demonstrators für eine Schalenbrücke: "Als Demonstrator für das SPP1542 ist ein Prototyp der Brücke mit einer Spannweite von 3m geplant. Die Schalung wird durch Heißdrahtschneiden aus extrudiertem Polystyrol im Makerspace der SLUB (Dresden) gewonnen. Betonage und Nachbearbeitung werden in der Peter-Behrens-Halle der TU Berlin durchgeführt."

 

 

Selbstverständlich steht das Gerät allen Nutzerinnen und Nutzern des Makerspace zur Verfügung und kann über den Punkt "Gerätebuchung" auf der Makerspace-Webseite gebucht werden. Wir geben Ihnen in einer Vor-Ort-Schulung eine Einführung in die Gerätebedienung sowie in die Benutzung der Software Dev Foam Pro. Mit diesem Programm können Zeichnungen des zu schneidenden Models im DXF (R12)-Format importiert und in die Steuerungssprache des Geräts übersetzt werden. Alternativ kann dieser sogenannte G-Code auch mit externen Programmen erzeugt und importiert werden.

 

Wir wünschen viel Freude beim Ausprobieren und stehen Ihnen für Fragen und Hilfestellung zur Verfügung.

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Fraunhofer IWU übergibt neue Technik für den Makerspace

Als verspätetes Weihnachtsgeschenk wächst der Gerätepool im Makerspace um einen neuen 3D-Drucker. Mit dem Fraunhofer-Institut für Werkzeugmaschinen und Umformtechnik (IWU) organisierte die SLUB im vergangenen Jahr die Workshopreihe "Smart Material trifft Jahr des Lichts". Als Ergebnisse sind dabei tolle Projekte umgesetzt worden, wie zum Beispiel diese smarte Brillenglashalterung:

 

 

Als Dank für die gut besuchte Workshopreihe stellt das Fraunhofer IWU einen neuen 3D-Drucker zur Verfügung. Die offizielle Übergabe und Einweihung fand gestern statt.

 

Auch dieses Gerät wird mit den anderen Werkzeugen im Rahmen des Materialforschungsprojekts smart³ und für künftige Workshops für innovative Materialen und deren Verarbeitung genutzt.

 

Haben Sie bereits Erfahrungen mit smart materials gesammelt oder Ideen für neue Workshops? Dann nehmen Sie Kontakt mit uns auf!

 

 

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