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Kategorie: Handschriften

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Vorübergehende Schließung des Buchmuseums im Oktober

Wegen technischer Arbeiten und Ausstellungswechsels bleiben die Schatzkammer und der Bereich für Sonderausstellungen in der Zeit vom 1.-25. Oktober geschlossen.

 

Mit der Eröffnung der Ausstellung „Wie Luthers Worte fliegen lernten. Handschriften und Flugschriften der Reformation" am 26. Oktober 2017, 19.00 Uhr, ist das Buchmuseum wieder für Besucher täglich von 10 bis 18 Uhr geöffnet.

 

Bitte beachten Sie, dass außer der Maya-Handschrift, dem Codex Dresdensis, alle Exponate der Dauerausstellung zugunsten der Sonderausstellung aus der Schatzkammer entfernt wurden.

 

Die Sonderausstellung ist bis zum 29.1.2018 zu sehen.

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Zurück in Dresden – Schicksal eines Prachtbandes aus dem Bestand der SLUB

Der Fall ist spannend wie ein Krimi: 2011 erfuhr die SLUB durch einen Warschauer Kollegen von der unmittelbar bevorstehenden Versteigerung eines Prachtbandes mit dem Exlibris der Königlichen Öffentlichen Bibliothek zu Dresden in Paris. Mehrere Fotos, der Auktionskatalog und der Online-Nachweiskatalog der Kriegsverluste der SLUB ließen keinen Zweifel: Der Band ist Eigentum der heutigen SLUB, er wurde 1945 aus einem Auslagerungsort entwendet. Trotzdem dauerte es noch drei Jahre, bis er schließlich 2014 nach Dresden zurückkehrte.

 

Nun ist der Prachtband bis 30. April 2017 in der Schatzkammer des Buchmuseums zu sehen.

 

Der großformatige Band enthält die reich bebilderte Beschreibung eines prunkvollen Turniers, das der französische König Ludwig XIV. 1662 anlässlich der Geburt seines ersten Sohnes in Paris veranstaltete. Das Spektakel bestand aus einem Kopfrennen (Course de têtes), bei dem es galt, Türken- und Mohrenköpfe aus Pappe oder Holz von Pfählen herunterzustechen, und aus einem Ringrennen oder Ringelstechen (Course de bague), bei dem mit der  Lanze ein aufgehängter Ring zu treffen war.

 

Der edle Einband aus goldgeprägtem rotem Maroquinleder trägt das Wappen des polnischen Königs Johann III. Sobieski, der 1683 die Türken vor Wien entscheidend schlug. Nach dessen Tod 1696 gelangte Kurfürst Friedrich August I. als neuer König August II. von Polen in den Besitz des Exemplares. Aus dem königlichen Kupferstichkabinett kam das Buch an den Grafen Heinrich von Brühl und wurde 1768 mit dessen Bibliothek für die Kurfürstliche Bibliothek zu Dresden angekauft.

 

Neben Nachweisen in ausgewählten historischen Katalogen wird ein weiterer in der SLUB vorhandener Band mit identisch gestaltetem Einband aus der zerstreuten Büchersammlung Johanns III. Sobieski gezeigt.

 

Präsentation in der Schatzkammer des Buchmuseums bis 30.04.2017
täglich 10:00 bis 18:00 Uhr, Eintritt frei

Lesen Sie die Geschichte dieses Prachtbands im BIS-Magazin 2016, Nr. 2 sowie im Detail in einem Aufsatz auf Qucosa.

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Unser Tipp für den Weihnachtsspaziergang: wertvoller Sachsenspiegel noch bis 29.01.2017 in der SLUB zu sehen

Ob Diebstahl, Mord oder Totschlag – im Mittelalter wurden solche Delikte nicht nach einem einheitlichen staatlichen Gesetzbuch geahndet, sondern nach dem regional praktizierten Gewohnheitsrecht. Es war der rechtskundige Sachse Eike von Repgow, der zwischen 1220 und 1235 erstmals  das im östlichen Harzvorland mündlich tradierte Gewohnheitsrecht zunächst in lateinischer Sprache aufzeichnete und es dann ins Deutsche übertrug. So entstand der Sachsenspiegel, das bedeutendste Rechtsbuch des deutschen Mittelalters – mit Vorbildfunktion für weitere mittelalterliche Rechtsbücher bis hin zum heutigen Bürgerlichen Gesetzbuch.

 

 

Von insgesamt ca. 470 nachweisbaren Handschriften des Sachsenspiegels haben sich nur vier durchgehend bebilderte Handschriften aus dem 14. Jahrhundert erhalten, die heute in Heidelberg, Oldenburg, Dresden und Wolfenbüttel aufbewahrt werden. Die Dresdner Bilderhandschrift ist mit 924 Bildstreifen auf 92 Blättern die vollständigste und künstlerisch qualitätvollste.  Bereits zu Zeiten des Kurfürsten August (1553 bis 1586) befand sich die Handschrift in der Dresdner Bibliothek. Bei der Zerstörung des Bibliotheksgebäudes 1945 erlitt sie einen schweren Wasserschaden und wurde 1989 bis 1999 in Wolfenbüttel restauriert. Aus konservatorischen Gründen wird die Originalhandschrift nur sechs Wochen im Jahr gezeigt. Aktuell ist der Dresdner Sachsenspiegel noch bis 09. Januar 2017 in der Schatzkammer des Buchmuseums zu sehen - und ein schönes Ausflugsziel für den Weihnachtsspaziergang.

 

Zusätzlich digitales 3D-Erlebnis im Foyer der SLUB

Seit 2008 ist der Sachsenspiegel auch rund um die Uhr in den Digitalen Sammlungen der SLUB zugänglich. Aktuell können Sie die digitale Version der Bilderhandschrift zudem im Foyer der SLUB in 3D betrachten und durchblättern. Dort testen wir mit dem ZED 10 der Firma Zeutschel ein neues Präsentationssystem. Die Bedienung erfolgt per Gestensteuerung, durch einfache Handbewegungen können Sie das Buch drehen, zoomen und blättern.

 

 

Mit dem ZED 10 setzen wir unsere Tests verschiedener Technik zur attraktiven Präsentation digitaler Objekte fort. Wir suchen nach einer schönen Verbindung zwischen dem originalen Buch und dem digitalen Objekt, wünschen uns dabei eine ansprechende und informative Anzeige der digitalen Bücher. Probieren Sie es aus, wir freuen uns auf Ihre Erfahrungsberichte! Und vergessen Sie nicht, das digitale Erlebnis mit einem Besuch beim Original eine Etage weiter oben zu verbinden…

 

Der Sachsenspiegel in der Schatzkammer des Buchmuseums
Zellescher Weg 18, 01069 Dresden
Bis 29. Januar 2017, täglich 10 bis 18 Uhr

Bitte beachten Sie: Vom 24. bis 26.12. sowie am 31.12. und 01.01. bleibt das Buchmuseum geschlossen.

Eintritt frei

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Mord und Totschlag in Text, Glosse und Bildern des Sachsenspiegels - Vortrag am 13.12. in der SLUB

Das berühmteste deutsche Rechtsbuch des Mittelalters, der Sachsenspiegel, enthält zu einem erheblichen Teil auch Normen, welche Reaktionen der Betroffenen und der Gesellschaft bzw. von deren Repräsentanten auf den Rechtsbruch festlegen. Sie verkörpern jenen Teil des Rechts, den wir heute als „Strafrecht“ bezeichnen. Der Reiz einer dezidierten Betrachtung dieses Rechtsbereiches auf der Grundlage des Sachsenspiegels ergibt sich unter anderem daraus, dass man grundsätzlich drei Quellengattungen zu den jeweiligen Missetaten und Sanktionen, einschließlich der dazu gehörigen Verfahrensarten, zur Verfügung hat: den Text des Sachsenspiegels (um 1225), die Glosse zum Sachsenspiegel-Landrecht (um 1325) und die Bilder in den berühmten codices picturati (Bilderhandschriften) des Sachsenspiegels (ca. 1300 – ca. 1375). So lässt sich die ferne Welt des mittelalterlichen Strafrechts im großen Wirkungsgebiet des sächsischen Rechts eindrucksvoll, anschaulich und farbenfroh entfalten.

 

Der Vortrag beruht auf den langjährigen Forschungen des Referenten zum Sachsenspiegel und auf den Editionsarbeiten zu den Sachsenspiegel-Glossen bei der Sächsischen Akademie der Wissenschaften zu Leipzig.

 

Vom 28. November 2016 bis 9. Januar 2017 ist die Dresdner Bilderhandschrift des Sachsenspiegels im Buchmuseum zu sehen, täglich von 10 bis 18 Uhr. Jederzeit könenn Sie den Sachsenspiegel in unseren Digitalen Sammlungen betrachten.

 

Mord und Totschlag in Text, Glosse und Bildern des Sachsenspiegels. Ein Beitrag zum Topos ’Gewalt’ im Mittelalter aus rechtsgeschichtlicher Sicht
Vortrag von Univ.-Prof. Dr. iur. Heiner Lück, Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg

13.12.2016, 18:00 Uhr
Vortragssaal der SLUB, Eintritt frei

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Auftakt: Digitalisierung sorbischer Handschriften, Drucke und Fotos

Die wertvollen kulturhistorischen Bestände der Sorbischen Zentralbibliothek werden innerhalb des Landesdigitalisierungsprogramms für Wissenschaft und Kultur online zugänglich gemacht.

 

Foto: V. Festival der sorbischen Kultur in Bautzen. Sorbisches Kulturarchiv des Sorbischen Instituts e. V. Bautzen

 

40 Jahre lang gehörte das 1951 in Bautzen gegründete Sorbische Institut zur Deutschen Akademie der Wissenschaften in Berlin (Ost). Seit 1992 firmiert die außeruniversitäre Forschungseinrichtung als eingetragener Verein und beschäftigt heute an den beiden Standorten Bautzen und Cottbus rund 25 feste Mitarbeiter, die sich der Erforschung der sorbischen Sprache sowie der Geschichte, Kultur und Identität des sorbischen Volkes in der Ober- und Niederlausitz widmen. Das Institut zielt mit seinen vielfältigen Projekten zugleich auf das Bewahren und die Entwicklung sorbischer kultureller Identität. Ihm angegliedert sind die Sorbische Zentralbibliothek und das Sorbische Kulturarchiv, die das Kulturerbe aus nahezu 500 Jahren sammeln und weitervermitteln.

 

Die Sorbische Zentralbibliothek in Bautzen besitzt 85% aller sorbischen Drucke und beheimatet in ihrer Gesamtheit eine kulturhistorisch herausragende Sammlung. Der Aufbau der Bestände erfolgte seit der Gründung der sorbischen wissenschaftlichen Gesellschaft Maćica Serbska im Jahr 1847. Heute eröffnet die Aufnahme der Bibliothek in das Landesdigitalisierungsprogramm sowohl der Wissenschaft wie auch der breiten Öffentlichkeit vielfältige Möglichkeiten für die Nutzung dieser historischen Bestände. Ein besonderes Interesse besteht seitens der slawistischen Linguistik an der Digitalisierung der Textkorpora des Ober- und Niedersorbischen. Diese sind eine unverzichtbare Voraussetzung für die zeitgemäße und wissenschaftlich fundierte Forschung auf allen Gebieten der sorabistischen Sprachwissenschaft und damit für die Realisierung der laufenden und geplanten sprachgeschichtlichen und lexikographischen Vorhaben. Sie stellen zugleich eine wertvolle Quelle für die kulturgeschichtliche Forschung dar.

 

Zudem werden in diesem Jahr die rund 4.000 Aufnahmen aus dem Fotoarchiv des Sorbischen Kultur- und Volksbildungsamtes Bautzen digitalisiert, die sowohl das sorbische Kulturleben der 1950er und 1960er Jahre als auch die spezifische Landes- und Volkskunde der sorbischen Lausitz wie Kirchen, Burgwälle, Denkmäler, Architektur, Landschaft und Trachten dokumentieren.

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