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Victor Klemperer. Gedenkveranstaltung in der SLUB zum 50. Todestag am 11.2.2010

Der Philologe und Schriftsteller Victor Klemperer (9.10.1881 - 11.2.1960) ist spätestens seit der Verfilmung seines Lebens nach den Tagebüchern einer breiteren Öffentlichkeit bekannt. Er lehrte seit 1920 als Professor für Romanistik an der TU Dresden und wurde nach 1933 Opfer des nationalsozialistischen Rassenwahns. Klemperers Nachlass, einschließlich der Tagebücher, befindet sich seit 1977 in der SLUB.

 

Am 11. Februar, von 17 bis 18.30 Uhr, gedenken die Technische Universität Dresden, die Gesellschaft für Deutsche Sprache und die SLUB im Vortragssaal der SLUB Klemperers 50. Todestags. Neben Lesungen aus seinem Werk wird mit Filmausschnitten und Fotos an ihn erinnert. Außerdem werden Originale sowie die digitale Edition der Tagebücher präsentiert. Zu der Veranstaltung sind Sie alle herzlich eingeladen.

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Auf zum frohen Festgesang! Geschichten aus dem Digitalisierungszentrum

Die Massendigitalisierung in der SLUB, die werktäglich zahlreiche neue Titel hervorbringt, verführt leicht zum Geschichten erzählen. Für den 3. Februar lautete die Geschichte etwa so: Im Projekt VD 18, das die Erschließung und Digitalisierung aller im deutschen Sprachraum erschienenen Drucke des 18. Jahrhunderts zum Ziel hat, arbeiten wir zu Beginn unsere Unikate auf, d.h. die Titel, die vermutlich nur die SLUB besitzt. Entsprechend befinden sich unter den bislang produzierten 935 digitalen Editionen noch nicht die Erstausgaben von Klopstock, Lessing, Goethe oder Schiller, sondern eher sogenannte Gelegenheitsschriften anlässlich von Geburt, Heirat oder Tod, Amtsdrucksachen, Predigten und ähnliches mehr. Für den oberflächlichen Betrachter geben diese Schriften nicht viel her, jedoch bilden sie unter anderem für die Kultur-, Literatur-, Sprach- und Sozialgeschichte eine unschätzbare Quelle.

 

Gestern fand zum Beispiel ein zum 24. Dezember 1798 verfasstes Lobgedicht in die digitale Welt, "dem Herrn Geheimen-Kriegsrath Müller und Herrn Baumeister Ludolph Hansen bey dem Empfange der Weihnachtsgeschenke ehrfurchtsvoll gewidmet von denen sämmtlichen Waisenkindern im Georgenhause zu Leipzig". Mit wenig Phantasie sieht man sie vor sich, die armen Waisenkinder des späten 18. Jahrhunderts, die ihren wohlhabenden Gönnern den gebührenden Dank abstatten mußten. Die Zustände in den Waisen- und Armenhäusern waren in der Regel äußerst prekär, die Kinder auf die Barmherzigkeit von Einzelpersonen zwingend angewiesen. Nach einer ebenfalls bereits digitalisierten Landesbeschreibung Sachsens aus dem Jahr 1803 befanden sich im Georgenhaus 1802 157 Jungen und 45 Mädchen, außerdem 63 männliche und 26 weibliche Gefangene, 112 "Versorgte und Wahnwitzige", 29 männliche und weibliche Bettler und "35 zur Correction". 1700/1701 am östlichen Ende des Brühls errichtet, wurde das Georgenhaus 1871 abgerissen. Eine zeitgenössische Ansicht des "Waisen-, Zucht- und Versorgungshauses" aus dem Dresdner Kupferstich-Kabinett ist in der Bilddatenbank der SLUB ebenfalls bereits online.

 

"Heil Euch, Euren Thaten weiht noch die Nachwelt Lieder; Auf sie blicken hocherfreut Gottes Engel nieder." Dass die Erinnerung der Nachwelt einmal im Internet stattfinden würde, hätten sich noch die Nachfahren aus dem späteren 20. Jahrhundert nicht vorstellen können.

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Die Sächsische Hofkapelle lebt auf. Die ersten 1.000 Notenmanuskripte sind online

Die Kurfürstlich-Sächsische und Königlich-Polnische Kapelle (1697-1763) war das bedeutendste Musikensemble ihrer Zeit. Ihre Musik erlebt seit Jahren eine Renaissance. Im Rahmen eines DFG-Projekts wird gegenwärtig der über 1.700 Manuskripte umfassende Notenbestand der Kapelle, der eigenhändige oder abschriftlich überlieferte Kompositionen von Vivaldi, Telemann, Haydn und vieler anderer bedeutender Komponisten enthält, elektronisch erschlossen und digitalisiert.

 

In den Digitalen Sammlungen der SLUB sind inzwischen bereits 1.000 Handschriften online verfügbar. Ausführliche Informationen finden Sie auf den speziellen WWW-Seiten zu diesem Projekt. Sie ermöglichen der internationalen Fachwissenschaft, schon während der Projektlaufzeit von Neuentdeckungen zu profitieren und sich in die Forschungen einzubringen (z.B. Dezember 2009 Identifikation von Kompositonen Joseph Haydns, Januar 2010 Neuer Fasch-Fund).

 

Aufführungen aus Notenmaterial der Hofkapelle werden wir eines Tages auch zweifellos in unserer Digitalen Mediathek anbieten. Vorläufig können Sie sich hier z.B. an der Singstimmensammlung Wilhelm erfreuen, einer Schellackplattensammlung mit Aufnahmen der bedeutendsten Sängerinnen und Sängern des ausgehenden 19. Jahrhunderts und der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts.

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Ab heute gilt's. Neue Verzugsgebühren seit 1. Februar

Wie schon vor Weihnachten hier im Blog angekündigt, haben wir seit heute neue Verzugsgebühren. Die Gebührentabelle finden Sie auf unseren WWW-Seiten als Hypertext und im PDF.

Wir bitten nochmals um Verständnis für diese Änderung. Ob das neue Modell - wie gewünscht - zu größerer Rückgabedisziplin führen wird, werden Sie vielleicht in den nächsten Monaten bei Ihren Ausleihwünschen selbst feststellen können. Beobachtungen dazu sind immer willkommen.

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Die SLUB im Spiegel der Fachschaften. Gemeinsames Engagement für die bestmögliche Bibliothek

Dank der studentischen Vertreter in der Bibliothekskommission der TU Dresden, Peter Reinhart und Marcel Zeidler, erfuhr das gute Zusammenspiel zwischen SLUB und Studierendenschaft in dieser Woche einen neuen Höhepunkt. Die beiden haben seit November 2009 alle 22 (!) Fachschaftsräte in der Universität nach ihrer Zufriedenheit mit der Bibliothek befragt, dazu zahlreiche Gespräche in Fachschaftsratssitzungen geführt und die Ergebnisse zuletzt schriftlich auf 18 Seiten zusammengefasst. Für diese ehrenamtliche Tätigkeit sollten sie eigentlich einen SLUB-Verdienstorden bekommen (den wir aber leider erst noch kreieren müßten). Auf jeden Fall gebührt ihnen ein herzliches Dankeschön und große Anerkennung.

Die Ergebnisse der Rundfrage sind für uns in jeder Hinsicht erfreulich. Erstens wird ungeachtet mancher Verbesserungsmöglichkeiten "eine sehr hohe Gesamtzufriedenheit" festgestellt. Ich zitiere aus dem Papier: "In vielen Fachschaftsräten haben wir zunächst vielfältiges Lob notiert. Wir mussten nicht selten gezielt nachfragen und Themen in den Raum werfen, um überhaupt Verbesserungsmöglichkeiten mitnehmen zu können."

Ebenso wertvoll wie diese schöne Bewertung sind konkrete Hinweise auf Punkte, wo wir noch besser werden können. Zu nennen sind hier unter anderem das Leitsystem in der Zentralbibliothek (der Weg von der RVK-Signatur zum Buch u.a.), die knappen Gruppenarbeitsräume oder Unzulänglichkeiten des elektronischen Katalogs. Ein großes Thema ist die generelle Überlastung der Zentralbibliothek speziell in der Prüfungszeit, die wir aber wohl nur in enger Kooperation mit der TU werden mindern können. Darüber hinaus bestätigt sich wieder, welch bedeutenden Einfluß der Faktor "Mensch" auf die Kundenzufriedenheit hat: Während in einigen Fachschaften die fachlichen Bezugspersonen der SLUB überaus gelobt werden, sind sie in anderen offenbar nur wenig bekannt.

Wir werden die gesammelten Meinungen der Fachschaften in den nächsten Wochen gründlich auswerten und Verbesserungsvorschläge so weit wie möglich aufgreifen. Was das im einzelnen heißt, erfahren Sie sukzessive hier im Blog. Im Übrigen bleiben wir selbstverständlich weiter im Gespräch.

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