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"Reise nach Jerusalem" oder: Wo und wie gibt es freie Arbeitsplätze?

Jährlich in den Prüfungswochen wird man in der SLUB bisweilen an das berühmte Gesellschaftsspiel erinnert: Ein Stuhl fehlt - das ist der Arbeitsplatz, den man gerade selbst sucht; und wie in dem Spiel verhalten sich nicht alle Beteiligten immer ganz fair. Während einerseits Lerngruppen schon um 8 Uhr Plätze für Personen besetzen, die erst sehr viel später oder nie eintreffen, gibt es andererseits Zeitgenossen, die Anwesenden den Stuhl buchstäblich unter dem Hintern wegziehen. Da reicht schon ein Toilettengang oder ein kurzer Ausflug zum Bücherregal.

Solche Phänomene sind das Ergebnis einer zeitweiligen massiven Überlast, die wir nur noch begrenzt mindern können. Gelegentlich wären wir möglicherweise sogar bereits verpflichtet, dem Beispiel anderer Bibliotheken zu folgen, und den Lesebereich der Zentralbibliothek wegen Überfüllung zu schließen. Um dennoch ein wenig Abhilfe zu schaffen, haben wir durch den beschleunigten Rückbau der Zettelkataloge vor einigen Wochen die bisherige Zahl von insgesamt 2.100 Arbeitsplätzen etwas erhöht und für die Hauptbibliothek zusätzliche Stühle bestellt. Diese Stühle werden noch in diesem Monat eintreffen. Außerdem prüfen wir, ob wir für die allgemeine Benutzung noch Flächen mobilisieren können.

Der Stress wäre für alle Beteiligten ebenfalls sicher geringer, wenn sich alle an gewisse Erfahrungen und Regeln hielten:

  1. Die Auslastung der Bibliothek ist nicht an allen Bibliotheksstandorten und zu allen Tageszeiten gleichmäßig. Am ungünstigen sind die Verhältnisse in der Zentralbibliothek zwischen etwa 10 und 16 Uhr. Zwischen 20 und 24 Uhr herrscht dagegen selbst in diesen Wochen selten drangvolle Enge. Noch bis Ende des Monats ist außerdem auch die Bereichsbibliothek DrePunct auch sonntags geöffnet.

  2.  Die Reservierung von Arbeitsplätzen ist nicht nur unsozial, sondern durch unsere Hausordnung ausdrücklich verboten. Arbeitsplätze, die mit Büchern oder persönlichen Gegenständen belegt sind und eine Stunde offensichtlich nicht genutzt werden, können vom Personal geräumt und anderen BenutzerInnen zugewiesen werden. Die Bibliothek übernimmt für Beschädigungen und Verluste in diesem Fall keinerlei Haftung.

Bitte wirken Sie in diesem Sinne mit und bedenken Sie, dass die eingangs beschriebenen Phänomene  letztlich niemandem dauerhaft nützen, sondern nur zu Ärger und Chaos führen. Die SLUB wünscht Ihnen allen einen möglichst angenehmen Aufenthalt und viel Erfolg beim Studium.

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Victor Klemperer. Gedenkveranstaltung in der SLUB zum 50. Todestag am 11.2.2010

Der Philologe und Schriftsteller Victor Klemperer (9.10.1881 - 11.2.1960) ist spätestens seit der Verfilmung seines Lebens nach den Tagebüchern einer breiteren Öffentlichkeit bekannt. Er lehrte seit 1920 als Professor für Romanistik an der TU Dresden und wurde nach 1933 Opfer des nationalsozialistischen Rassenwahns. Klemperers Nachlass, einschließlich der Tagebücher, befindet sich seit 1977 in der SLUB.

 

Am 11. Februar, von 17 bis 18.30 Uhr, gedenken die Technische Universität Dresden, die Gesellschaft für Deutsche Sprache und die SLUB im Vortragssaal der SLUB Klemperers 50. Todestags. Neben Lesungen aus seinem Werk wird mit Filmausschnitten und Fotos an ihn erinnert. Außerdem werden Originale sowie die digitale Edition der Tagebücher präsentiert. Zu der Veranstaltung sind Sie alle herzlich eingeladen.

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Auf zum frohen Festgesang! Geschichten aus dem Digitalisierungszentrum

Die Massendigitalisierung in der SLUB, die werktäglich zahlreiche neue Titel hervorbringt, verführt leicht zum Geschichten erzählen. Für den 3. Februar lautete die Geschichte etwa so: Im Projekt VD 18, das die Erschließung und Digitalisierung aller im deutschen Sprachraum erschienenen Drucke des 18. Jahrhunderts zum Ziel hat, arbeiten wir zu Beginn unsere Unikate auf, d.h. die Titel, die vermutlich nur die SLUB besitzt. Entsprechend befinden sich unter den bislang produzierten 935 digitalen Editionen noch nicht die Erstausgaben von Klopstock, Lessing, Goethe oder Schiller, sondern eher sogenannte Gelegenheitsschriften anlässlich von Geburt, Heirat oder Tod, Amtsdrucksachen, Predigten und ähnliches mehr. Für den oberflächlichen Betrachter geben diese Schriften nicht viel her, jedoch bilden sie unter anderem für die Kultur-, Literatur-, Sprach- und Sozialgeschichte eine unschätzbare Quelle.

 

Gestern fand zum Beispiel ein zum 24. Dezember 1798 verfasstes Lobgedicht in die digitale Welt, "dem Herrn Geheimen-Kriegsrath Müller und Herrn Baumeister Ludolph Hansen bey dem Empfange der Weihnachtsgeschenke ehrfurchtsvoll gewidmet von denen sämmtlichen Waisenkindern im Georgenhause zu Leipzig". Mit wenig Phantasie sieht man sie vor sich, die armen Waisenkinder des späten 18. Jahrhunderts, die ihren wohlhabenden Gönnern den gebührenden Dank abstatten mußten. Die Zustände in den Waisen- und Armenhäusern waren in der Regel äußerst prekär, die Kinder auf die Barmherzigkeit von Einzelpersonen zwingend angewiesen. Nach einer ebenfalls bereits digitalisierten Landesbeschreibung Sachsens aus dem Jahr 1803 befanden sich im Georgenhaus 1802 157 Jungen und 45 Mädchen, außerdem 63 männliche und 26 weibliche Gefangene, 112 "Versorgte und Wahnwitzige", 29 männliche und weibliche Bettler und "35 zur Correction". 1700/1701 am östlichen Ende des Brühls errichtet, wurde das Georgenhaus 1871 abgerissen. Eine zeitgenössische Ansicht des "Waisen-, Zucht- und Versorgungshauses" aus dem Dresdner Kupferstich-Kabinett ist in der Bilddatenbank der SLUB ebenfalls bereits online.

 

"Heil Euch, Euren Thaten weiht noch die Nachwelt Lieder; Auf sie blicken hocherfreut Gottes Engel nieder." Dass die Erinnerung der Nachwelt einmal im Internet stattfinden würde, hätten sich noch die Nachfahren aus dem späteren 20. Jahrhundert nicht vorstellen können.

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Die Sächsische Hofkapelle lebt auf. Die ersten 1.000 Notenmanuskripte sind online

Die Kurfürstlich-Sächsische und Königlich-Polnische Kapelle (1697-1763) war das bedeutendste Musikensemble ihrer Zeit. Ihre Musik erlebt seit Jahren eine Renaissance. Im Rahmen eines DFG-Projekts wird gegenwärtig der über 1.700 Manuskripte umfassende Notenbestand der Kapelle, der eigenhändige oder abschriftlich überlieferte Kompositionen von Vivaldi, Telemann, Haydn und vieler anderer bedeutender Komponisten enthält, elektronisch erschlossen und digitalisiert.

 

In den Digitalen Sammlungen der SLUB sind inzwischen bereits 1.000 Handschriften online verfügbar. Ausführliche Informationen finden Sie auf den speziellen WWW-Seiten zu diesem Projekt. Sie ermöglichen der internationalen Fachwissenschaft, schon während der Projektlaufzeit von Neuentdeckungen zu profitieren und sich in die Forschungen einzubringen (z.B. Dezember 2009 Identifikation von Kompositonen Joseph Haydns, Januar 2010 Neuer Fasch-Fund).

 

Aufführungen aus Notenmaterial der Hofkapelle werden wir eines Tages auch zweifellos in unserer Digitalen Mediathek anbieten. Vorläufig können Sie sich hier z.B. an der Singstimmensammlung Wilhelm erfreuen, einer Schellackplattensammlung mit Aufnahmen der bedeutendsten Sängerinnen und Sängern des ausgehenden 19. Jahrhunderts und der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts.

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Ab heute gilt's. Neue Verzugsgebühren seit 1. Februar

Wie schon vor Weihnachten hier im Blog angekündigt, haben wir seit heute neue Verzugsgebühren. Die Gebührentabelle finden Sie auf unseren WWW-Seiten als Hypertext und im PDF.

Wir bitten nochmals um Verständnis für diese Änderung. Ob das neue Modell - wie gewünscht - zu größerer Rückgabedisziplin führen wird, werden Sie vielleicht in den nächsten Monaten bei Ihren Ausleihwünschen selbst feststellen können. Beobachtungen dazu sind immer willkommen.

Kommentare

Neue Veröffentlichung auf Quco...
21.09.2017 07:23
Genealogentag
20.09.2017 20:30
Zugang
20.09.2017 20:20
Genial!
20.09.2017 19:50
Vielen Dank
20.09.2017 11:00

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