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Autor: Jens Bove

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Neu erschienen: Christian Borchert, Familienporträts

In der Reihe Bilder und Zeiten des Lehmstedt-Verlags ist ein neuer Band mit Familienporträts von Christian Borchert aus dem Archiv der Fotografen der Deutschen Fotothek erschienen.

 

 

Christian Borcherts legendäre Familienporträts sind oft ausgestellt, aber immer nur in schmaler Auswahl publiziert worden. Auf einzelne Fotografien aus den siebziger Jahren, die Borcherts wachsendes Interesse an Thema und Genre belegen, folgen in dem Band Aufnahmen aus dem Jahr 1983, in dem der gewissenhafte Chronist mehr als 80 Familien in ihrem heimischen Umfeld porträtierte. Mimik, Gestik, Habitus, Kleidung, Ambiente sowie ergänzende Angaben zu den ausgeübten Berufen charakterisieren Familien unterschiedlichster sozialer Milieus und laden zu Vergleichen ein. 1993 besuchte Borchert viele Familien ein zweites Mal. Die Gegenüberstellung von Aufnahmen beider Serien beleuchtet nicht zuletzt die sozialen Veränderungen, die der Zusammenbruch der DDR mit sich brachte.

 

Der 1942 in Dresden geborene, am 15. Juli 2000 tödlich verunglückte Christian Borchert gilt als einer der bedeutendsten deutschen Fotografen des ausgehenden 20. Jahrhunderts. 18.000 Arbeitsabzüge aus seinem von der SLUB erworbenen, umfangreichen Nachlass sind mit Hilfe der ZEIT-Stiftung im Rahmen eines Katalogisierungsprojekts seit 2004 in der Deutschen Fotothek recherchierbar. Mit seiner seit 1977 angelegten "DDR-Sammlung" ist Christian Borchert zum Chronisten der Kultur- und Sozialgeschichte der DDR geworden. Im Mittelpunkt seiner Sozial- und Stadtdokumentationen steht der Mensch - sei es als Persönlichkeit, im Alltag oder in den Spuren, die er im Raum hinterläßt. Schon in den frühen Aufnahmen von Klassenkameraden, seiner Heimatstadt und deren Umgebung legte er als 14-Jähriger Themenkanon und Vorgehensweise fest: "Kirchen, den Pieschener Hafen, Brücken... Das Systematisieren hat mich immer interessiert. Als Kinder hatten wir Sammelbilder von den Chlorodont-Werken. Das Sammeln und Ordnen hat mir gefallen" (Christian Borchert, 1996).

 

Weitere Neuerscheinungen mit Fotos aus dem Archiv der Fotothek sind bereits geplant.

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Deutsche Fotothek wächst und informiert auf Twitter

Kurz @fotothek heißt der Kanal der Deutschen Fotothek auf Twitter, den wir neu eingerichtet haben, um aus der Sammlung direkt zu informieren.

 

Die Deutsche Fotothek wächst. Mit Aufnahmen des Kölner Fotografen Fritz Zapp begann im Juli die langfristig angelegte Zusammenarbeit mit dem Rheinischen Bildarchiv der Stadt Köln, einem der größten öffentlich-rechtlichen Bildarchive in Deutschland. Aufnahmen zahlreicher weiterer Kölner Fotografen wie Chargesheimer oder August Sander sollen folgen. Jüngst zum "Archiv der Fotografen" hinzugekommen sind außerdem Fotografien von Ingeborg Hoppe aus dem Münchner Stadtmuseum sowie von Gerhard Kiesling, Friedrich Seidenstücker und Abisag Tüllmann aus der Bildagentur für Kunst, Kultur und Geschichte (bpk).

 

 

Foto: Ingeborg Hoppe, "Im Hafen von Genua Die ""Brasil"" wird vertäut", 1950

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Das Archiv der Fotografen in der Deutschen Fotothek. Zukunft für Fotografenarchive

Am 1. September 2012 hat das ‚Archiv der Fotografen’ in der Deutschen Fotothek seine Tätigkeit aufgenommen und übernimmt Verantwortung für die Erhaltung und Präsentation fotografischer Werke und Nachlässe als Teil unseres visuellen Erbes.

 

Die Deutsche Fotothek ist Ansprechpartner für Fotografen und ihre Nachfahren, für Institutionen und Museen, für Wissenschaft und Bilder-Suchende. Sie bewahrt und aktiviert Fotografenarchive oder vermittelt diese in Kooperation mit weiteren fotografischen Institutionen an geeignete Standorte.

 

Das virtuelle ‚Archiv der Fotografen’ macht die Lebenswerke bedeutender deutscher oder in Deutschland arbeitender Fotografen anschaulich sichtbar und trägt zur Vermittlung der Vielfalt und Bedeutung deutscher Fotografie bei.

 

Unter www.deutschefotothek.de sind jetzt die Werke der ersten 18 Fotografen in repräsentativer Auswahl zu sehen, darunter beispielsweise Heinz Hajek-Halke, Herbert List und Leonore Mau.

 

Fotografenarchive – Schützenswertes Kulturgut


Die Fotografie ist eine der wesentlichen medialen Errungenschaften unserer Gesellschaft. Als Medium der Kommunikation, der Dokumentation und des künstlerischen Ausdrucks – und damit als essentieller Bestandteil unseres kulturellen Gedächtnisses – ist sie von größter Bedeutung.


Die Fotografie ist aber auch ein von Verlust bedrohtes Kulturgut: Das klassische Archiv, in dem Negative, Diapositive und fotografische Abzüge auf Abruf bereitstehen, verliert vielerorts seine Funktion. Festplatten und Datenbanken treten an seine Stelle, das Pixel ersetzt das Korn.


Angesichts dieses weit reichenden Medienwandels von der analogen zur digitalen Fotografie gehört die Erhaltung der über 150jährigen Geschichte des Mediums zu den wichtigsten Aufgaben der Fotogeschichte.


Dieser schon 2006 von Prof. F.C. Gundlach eindringlich formulierten Herausforderung haben sich die Deutsche Fotothek in der SLUB Dresden und die Stiftung F.C. Gundlach gemeinsam mit weiteren Partnern gestellt. Mit dem ‚Archiv der Fotografen’ in der Deutschen Fotothek haben sie eine Institution geschaffen, welche – als strategischer Partner fotografischer Institutionen und Verbünde wie dem Netzwerk Fotoarchive e. V. – die Erhaltung, fachgerechte Archivierung und Präsentation fotografischer Werke und Nachlässe koordiniert. Ausrichtung, Qualitätssicherung und Transparenz werden von einem Fachgremium gewährleistet.


Beraten und Vermitteln, Sammeln und Erhalten, Aufarbeiten und Präsentieren werden somit als Einheit verstanden.


Gegründet 1924 bietet die Deutsche Fotothek als kulturgeschichtliches Universalarchiv ein vielfältiges Themenspektrum mit Sammelschwerpunkten in den Bereichen Fotografiegeschichte, Kunst, Architektur und Technikgeschichte. Die Deutsche Fotothek ist als Einrichtung der SLUB Dresden an eines der drei deutschen Digitalisierungszentren angebunden und verfügt über eine exzellente IT-Infrastruktur.


Findet das ‚Archiv der Fotografen’ breite Akzeptanz und Unterstützung bei Fotografen, Institutionen, Verbänden, Unternehmen und in der Öffentlichkeit, so kann und wird sich die Deutsche Fotothek zu einem Kompetenzzentrum entfalten, dessen zentrale und dezentrale Sammlungstätigkeit unter einem virtuellen Dach gebündelt wird.

 

Kontakt:

 

 

Dr. Jens Bove
Leiter Deutsche Fotothek
Sächsische Landesbibliothek ─ Staats- und Universitätsbibliothek Dresden (SLUB)
E-mail: jens.bove@slub-dresden.de
www.deutschefotothek.de

 

 

Sebastian Lux
Geschäftsführer Stiftung F.C. Gundlach
Stiftung F.C. Gundlach
E-mail: lux@fcgundlach.de
www.stiftungfcgundlach.de

 

 

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Celebrity & Fashion - Neues in der Deutschen Fotothek

Neu in der Deutschen Fotothek sind einige hundert Aufnahmen der Fotografin Ingrid von Kruse, die neben zahlreichen Bildbänden zu verschiedenen Themen vor allem durch ihre fotografischen Bildnisse von Zeitzeugen vornehmlich aus deutschsprachigem Raum bekannt geworden ist: Politiker wie Richard von Weizsäcker, Philosophen wie Karl Popper, Künstler wie Emil Schumacher und Pina Bausch, Schriftsteller wie Martin Walser und Musiker wie Hans Werner Henze. (Daneben Menschen mit außergewöhnlichen Schicksalen, Menschen, deren Gesichter von diesen Schicksalen erzählen).

 

Ingrid von Kruse hat sich den Menschen, die sie photographieren wollte, mit äußerster Umsicht genähert. „Auf eigene Weise geschah das, ohne Auftrag von außen. Nicht in erster Linie das Bestreben des Photographen, Bildnisse berühmter Zeitgenossen zu schaffen, leitete sie, sondern ihr Ziel war, im Gespräch etwas über Menschen zu erfahren, die aus verschiedenen Gründen ihr Interesse erregt hatten. ... Was auf Anhieb an diesen photographischen Portraits besticht, ist die private, die persönliche Aura, die sie ausstrahlen: Aufnahmen – weder aufdringlich noch indiskret - keine Photographie, worauf der oder die Photographierte als Opfer der Photographin erscheinen. ...Mithin nicht verwunderlich, daß sie mit ihrer Kamera lebendige Menschen einfing, Menschen, die vielleicht doch einen Blick in ihre Seele gestattet haben“ (Klaus Honnef).

 

Portraits prominenter Zeitgenossen, nicht zuletzt vieler Filmstars, kennzeichnen auch das Werk F.C. Gundlachs, das seit kurzem ebenfalls in der Deutschen Fotothek präsentiert wird. Vor allem aber ist Gundlach einer der bedeutendsten deutschen Modefotografen, dessen Arbeiten sich durch handwerkliche Perfektion, technische Finesse und Inszenierungskunst auszeichnet, sowie durch sein Gefühl für die bildhafte Kommunikation von Mode.

 

„Als epigrammatischer Stil“ lässt sich, wie es auf den Webseiten der Stiftung F.C. Gundlach heißt, die Haltung des Fotografen am prägnantesten beschreiben. „Reduziert auf das Notwendige, von klarer, übersichtlicher Struktur und am Maßstab präziser Mitteilung orientiert, mischen sich in seinen Bildern emotionale und rationale Elemente zu einer unverwechselbaren Bildsprache. Sinnliche und formale Faktoren halten sich die Waage. Das Gespür des Fotografen für die stofflichen Qualitäten der dargestellten Motive ist ebenso ausgeprägt wie sein Sinn für die bildnerische Konstruktion. Starporträts, Modefotografien, Reportagen und Architekturaufnahmen sind gekennzeichnet von einem Streben nach schlüssigen Bildarchitekturen.“

 

In Verbindung mit weiteren bekannten Fotografen wie Heinrich Heidersberger (vgl. Blog) oder Fritz Eschen (vgl. Blog) aber auch mit bislang weithin unbekannten Amateurfotografen (vgl. Blog) können die Beispiele Gundlach und von Kruse veranschaulichen, dass sich die Deutsche Fotothek zunehmend zu einem Schaufenster für die ganze Breite deutscher Fotografie entwickelt.

 

Abb: F.C. Gundlach: Pop-Art-Fashion, Hamburg 1966

 

 

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JANKE vs. Wernher von Braun

so titelte 2007 eine Ausstellung in Peenemünde. Aber während von Braun genau heute vor 40 Jahren seine Karriere mit der Apollo 11 Mission und der Mondlandung im Mare Tranquillitatis krönte, lebte der Künstler-Erfinder Karl Hans Janke schon seit über 20 Jahren in der Psychiatrie auf der ruhigen Hubertusburg in Sachsen. Aber auch er, ein Patient mit unzweifelhaft technischer Begabung, ein Künstler und Konstrukteur begann eine einsame Odyssee in den Weltraum. Er bastelte und zeichnete, hielt Vorträge und korrespondierte mit Unternehmen und öffentlichen Institutionen.

 

Von 1948 an entstanden in den fast 40 Jahren bis zu seinem Tod über 4.000 Werke: „Von Braun entwarf für den Endsieg Hitlers, Janke für den Sieg der Menschheit über die Schwerkraft; Von Braun erschien den Amerikanern nach Kriegsende unverzichtbar, auf Janke verzichtete die Gesellschaft und nannte ihn ‚chronisch paranoid schizophren’. Für Hitler hat Janke nicht einen Strich gezeichnet“ (Clemens Füsers). In Kooperation mit Rosengarten e.V. präsentiert die Deutsche Fotothek rund 3.500 Zeichnungen aus der wunderbaren Welt des Karl Hans Janke.

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