Dass die sukzessive Digitalisierung unseres kulturellen Erbes räumlich Getrenntes zusammenführen und faszinierende neue Bezüge zwischen Dokumenten schaffen kann, dafür präsentieren wir hier im Blog regelmäßig neue Beispiele. Erinnert sei etwa an das jüdische Gebetbuch "Machsor mecholl haschana" aus dem 13. Jahrhundert, dessen erster physischer Teil in der SLUB und dessen zweiter in der Universitätsbibliothek Breslau/Wrocław bewahrt wird.
Mit einer Pressekonferenz gaben gestern die KollegInnen der Landesbibliothek Oldenburg bekannt, dass die Oldenburger Handschrift des Sachsenspiegels digitalisiert sei. Damit sind nun alle vier überlieferten Bilderhandschriften dieses bedeutendsten mittelalterlichen Rechtsbuchs weltweit bequem online verfügbar:
- die Dresdner Handschrift, die umfangreichste und künstlerisch wertvollste
- die Heidelberger Handschrift, die älteste, aber zugleich unvollständigste
- die Oldenburger Handschrift, die den ausführlichsten Text enthält
- die Wolfenbütteler Handschrift, eine jüngere Schwester der Dresdner mit starken Anlehnungen an diese.
Die vier Bilderhandschriften und viele weitere Schätze werden künftig in der Deutschen Digitalen Bibliothek (Arbeitstitel), dem nationalen Portal für die deutschen Kultur- und Wissenschaftseinrichtungen integriert angeboten werden. Bis dahin folgen Sie den obengenannten Links und stöbern Sie gern in unseren insgesamt über 40.000 digitalisierten Handschriften und Drucken.