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SLUB-Schätze unterwegs: Sächsisches Stammbuch zu Gast in Prag

 

Knapp 100 Handschriften und wertvolle Drucke aus der SLUB wurden im vergangenen Jahr zu Ausstellungen im In- und Ausland verliehen. Bevor ein Stück auf die Reise gehen kann, wird sorgfältig geprüft, ob das Konzept der Ausstellung wissenschaftlich fundiert und schlüssig ist, ob das betreffende Objekt für den Transport und die Präsentation geeignet ist und ob die Anforderungen an das Raumklima und die Sicherheit in den Ausstellungsräumen erfüllt werden können.

Seit dem 24. Mai ist in der Ausstellung „Sachsen Böhmen 7000“ in der Nationalgalerie Prag noch bis zum 8. Juli eine herausragende Handschrift aus unserem Bestand im Original zu sehen: das sog. Sächsische Stammbuch (Mscr.Dresd.R.3). Es enthält 200 kolorierte Federzeichnungen mit 334 ganzfigurigen Bildnissen sächsischer Herrscher und ihrer Gattinnen, Geschwister und Kinder von den sagenhaften Anfängen bis zur Mitte des 16. Jahrhunderts.

 

 

 

Zu Beginn präsentiert sich Alexander der Große, dessen Gefolgschaft gemäß einer bis ins 10. Jahrhundert zurückreichenden Überlieferung nach Deutschland gekommen und dort Sachsen genannt worden sein sollen. Er und alle anderen Dargestellten stehen auf ihren Wappen und zählen ihre Taten und Eigenschaften in gereimten Versen in ostmitteldeutscher bzw. frühneuhochdeutscher Schreibsprache auf.

 

 

 

Die Handschrift entstand großenteils um 1497/1498, möglicherweise im Auftrag Friedrichs des Weisen von Sachsen. 1532 erhielt sie einen Einband aus blindverziertem, schwarz gefärbtem Leder über Holzdeckeln mit metallenen Eckbeschlägen. Im selben Jahr und nochmals 1546 wurden wahrscheinlich in der Werkstatt Lucas Cranachs d. Ä. Ergänzungen vorgenommen. Zu unbestimmter Zeit gelangte das Buch in das Sächsische Staatsarchiv und 1854 von dort in die Königliche öffentliche Bibliothek in Dresden.

 

Im Rahmen eines 2008 bis 2015 von der DFG geförderten Projektes wurde das Sächsische Stammbuch im Handschriftenzentrum an der UB Leipzig wissenschaftlich erschlossen und im Digitalisierungszentrum der SLUB vollständig digitalisiert.  In Prag wird die oben abgebildete Seite mit den Darstellungen Herzog Albrechts des Beherzten (1443-1500) und seiner Gemahlin Sidonie von Böhmen (1459-1510) zur Illustration der sächsisch-böhmischen Beziehungen im 15. Jahrhundert gezeigt.

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Trolle bitte nicht füttern!? Jetzt anmelden für Workshop zum Umgang mit Hate Speech

Wer profitiert eigentlich von Shitstorms und wie erwehrt man sich eines Mobs von Trollen? Philip Kreißel vom ichbinhier e.V. erklärt nächsten Montag (17.06.19) in einem kostenfreien Workshop, wie Sie die Ruhe bewahren und gleichzeitig dagegenhalten können.

 

 

 

Die Facebook-Aktionsgruppe #ichbinhier wurde im Dezember 2016 von Hannes Ley nach dem schwedischen Vorbild #jagärhär ins Leben gerufen. Dieser Gruppe geht es darum, digitale Zivilcourage zu mobilisieren und sich für eine bessere Diskussionskultur in den sozialen Medien zu engagieren. Das Mittel zum Zweck heißt Verbredung zum gemeinsamen Counter Speech - Gegenrede. Zur Unterstützung der Aktionsgruppe und damit in Verbindung stehender Bildungs- und Medienprojekte gründete sich im Sommer 2017 der ichbinhier e.V., dem auch Philip Kreißel angehört. Nächsten Montag bietet er bei uns einen Workshop zu diesem gefragten Thema an: Wann empfiehlt sich welche Reaktion auf Hasskommentare in den sozialen Medien und inwiefern können sich deeskalierende kommunikative Maßnahmen positiv auf das Diskussionsklima und die Debattenkultur im Netz auswirken?

 

Wenn Sie am Workshop teilnehmen möchten, dann können Sie sich jetzt hier anmelden, doch Sie müssen einigermaßen schnell sein, denn es sind nur noch wenige Plätze frei!   

 

Zur Person: Philip Kreißel studiert Politikwissenschaften und Informatik in Leipzig. Er ist Datenanalyst mit Social Media-Schwerpunkt. Seit 2017 arbeitet er ehrenamtlich für die Counter Speech-Facebook-Aktionsgruppe #ichbinhier. Mit dem ISD Global veröffentlichte er die Studie "Hass auf Knopfdruck" über die gezielte Manipulation deutscher Facebook-Kommentarspalten durch rechtsextreme Trollfabriken und koordinierte Hasskampagnen.

 

Wann? Montag, 17.06.2019 16:30 Uhr - 18:00 Uhr. Wo? Bereichsbibliothek DrePunct, Zellescher Weg 17

 
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Erinnerungen für die Zukunft. Übersetzerin präsentiert Autobiografie des Avantgarde-Architekten Karel Honzík

Der Architekt und Architekturtheoretiker Karel Honzík (1900–1966) gehörte zu den zentralen Gestalten der tschechischen und internationalen Avantgarde. Anlässlich der Leipziger Buchmesse 2019 hat die Slawistin Dr. Anne Hultsch (Wien) seine Erinnerungen übersetzt. Das im Dresdner Thelem-Verlag erschienene Buch mit dem Titel "Aus dem Leben der Avantgarde. Die Erlebnisse eines Architekten" stellt sie am 11. Juni in der SLUB vor.

 

 

 

Honzíks autobiografische Reflexionen erschienen im tschechischen Original bereits 1963. Sie vermitteln einen faszinierenden Blick in die Entwicklung der tschechischen modernen Architektur – jener sogenannten "weißen Moderne", die in den 1920er und 1930er Jahren weltweit inspirierend war, zu der es bislang aber nur wenige Quellen in deutscher Sprache gibt. Die Edition macht eine der wichtigsten dieser Quellen erstmals in Übersetzung. Gleichzeitig eröffnet sie einen Einblick in eines der spannendsten Kapitel der tschechischen Kulturgeschichte. Anne Hultsch, die für die SLUB bereits die Ausstellung zur tschechischen Avantgardebuchkunst in der Sammlung Vloemans kuratierte, übersetzte Honzíks Erinnerungen für das MitteleuropaZen­trum für Staats-, Wirtschafts- und Kulturwissen­schaften (MEZ) an der TU Dresden. Gefördert wurde das Projekt vom Deutsch-Tschechischen Zukunftsfonds.

 

Zur Person: Anne Hultsch, geb. in Dresden, studierte in Hamburg und Prag Ost- und Westslawistik sowie Evangelische Theologie. Von 2001 bis 2014 war sie an der TU Dresden wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für Slavistik. Dort und an der Karlsuniversität Prag lehrt sie als Privatdozentin. Derzeit ist sie am Institut für Slawistik der Universität Wien als Universitätsassistentin tätig. Neben wissenschaftlichen Studien publizierte und (ko)übersetzte sie u. a. Petr Borkovec’ „Aus dem Binnenland. Drei Arten zu übersetzen“ (2006), Texte von Jan Sokol in „Philosophie als Verpflichtung“ (2014) und ist Mitherausgeberin des Bandes „Experimentelle Poesie in Mitteleuropa“ (2016).

 

Dienstag 11.06.2019, 18:30 Uhr - 20:00 Uhr, im Talleyrand-Zimmer in der Zentralbibliothek

 

 

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Neu: Forschungskompass zur Vernetzung in der Verkehrs- und Mobilitätsforschung

 

Trotz einer Vielzahl persönlicher und digitaler Netzwerke gestaltet es sich teilweise schwierig, Personen mit Expertise eines bestimmten Fachgebietes aufzufinden. Allerdings wird die Zusammenarbeit in fachübergreifenden Verbünden auch auf den Forschungsgebieten der Mobilitäts- und Verkehrsforschung immer wichtiger. Um die Suche nach Personen mit der notwendigen Expertise zu vereinfachen und einen Überblick über die verschiedenen interdisziplinären Forschungsfelder in Wissenschaft und Praxis zu bieten, wird an der SLUB im Rahmen des Fachinformationsdienstes Mobilitäts- und Verkehrsforschung der Forschungskompass entwickelt.

 

Dieses neue Werkzeug ermöglicht die explorative Erschließung von Schwerpunkten, Netzwerken und Wirkungsorten der Forschenden. Dazu werden frei zugänglich Daten über die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus verschiedenen Datenquellen miteinander verknüpft und über innovative Rechercheeinstiege durchsuchbar gemacht. Der Forschungskompass basiert auf der Open-Source Software VIVO und steht aktuell in der Beta-Version unter https://www.forschungskompass.de/ zur Verfügung.

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… zum Dritten! Landesdigitalisierungsprogramm geht in eine neue Runde

Das Landesdigitalisierungsprogramm für Wissenschaft und Kultur (kurz LDP) beginnt 2019/20 mit seiner dritten Auflage und setzt damit vier Jahre sehr erfolgreicher Arbeit fort. Von 2015 bis 2018 wurden über 8,2 Millionen Seiten digitalisiert. Drucke, Handschriften, historische Tageszeitungen, Bilder und spezielle Materialien wie Filme, Münzen, Musterbücher und Textilzeichnungen digitalisiert. Alle teilnehmenden Einrichtungen – mittlerweile über 20 – wenden dabei standardisierte Workflows in der Erschließung/Katalogisierung, Digitalisierung und Präsentation an. Die produzierten Digitalisate finden Sie auf dem Portal Sachsen.digital.

 

 

 

Das LDP besteht nicht nur aus dem Programmteil Digitalisierung, sondern noch aus dem Teil Langzeitarchivierung der hergestellten Digitalisate sowie aus der Lizenzierung elektronischer Ressourcen (besonders E-Books) zur Deckung des aktuellen Forschungsbedarfs an sächsischen Universitäten und Hochschulen. Das LDP ist damit eine „runde Sache“ und wir freuen uns, dass wir auch 2019/20 das Programm fortführen können. Unser Dank gilt dem Sächsischen Staatsministerium für Wissenschaft und Kunst sowie unseren Partnereinrichtungen und Dienstleistern im von der SLUB koordinierten LDP, das damit eine echte Gemeinschaftsleistung ist.

 

 

 

Welche Digitalisierungsprojekte sind nun für die beiden kommenden Jahre geplant? Nach Haushaltszuweisung und erfolgter Ausschreibung von thematischen Losen haben wir im Mai die Aufträge vergeben können. Für den Bereich der Massendigitalisierung setzen wir vor allem auf die Digitalisierung Vergriffener Werke (nicht gemeinfreie Werke im Erscheinungszeitraum vor 1966) und auf die Digitalisierung historischer Tageszeitungen. Hier kommen nun vor allem die Regionen zum Zuge, die bisher noch verhältnismäßig wenig im LDP vertreten sind. Wir beabsichtigen daher die Digitalisierung von Tageszeitungen besonders aus dem ländlichen Raum. Geplant ist weiterhin die Fortsetzung der Digitalisierung von Programmheften der Dresdner Philharmonie, die Digitalisierung von Büchern aus der Bibliothek der Hochschule für Bildende Künste und von bisher im Adressbuchportal fehlenden Einwohnerbüchern, z.B. aus Freiberg und Bautzen. Außerdem ist der Einstieg in die Digitalisierung einer äußerst wertvollen Quelle vorgesehen, der Bürgerbücher sächsischer Städte. Diese sind migrations-, lokal- und sozialgeschichtlich von hohem Wert und auch die Familienforschung wird davon erheblich profitieren.

 

Als neuen Bereich im LDP kümmern wir uns ab 2019 auch um Forschungsdaten, die innerhalb des Programms entweder erstellt oder von anderen Einrichtungen übernommen werden können. Auch hier streben wir die Anwendung einheitlicher Standards und Software in der Speicherung und Erschließung an.

Wir freuen uns auf das Landesdigitalisierungsprogramm 2019/20 und werden Ihnen wieder viele interessante und forschungsrelevante Digitalisate zur Verfügung stellen. Einrichtungen, die Interesse an der Teilnahme am LDP haben, bitten wir, uns zu schreiben: landesdigitalisierung@slub-dresden.de.