1. SLUB Dresden
  2. SLUBlog

SLUBlog

Archiv: August 2011

Ansichten: 859
0

Nachlass Hadwig Klemperer. Buchpräsentation im Dresdner Stadtmuseum

Die Tagebücher Victor Klemperers  (1881-1960) zählen zu den bedeutendsten Nachlässen, die der SLUB anvertraut sind. Nach dem Tod von Klemperers zweiter Ehefrau Hadwig (1926-2010) hat die Bibliothek nun auch ihren Nachlass erhalten.

 

Zur Erinnerung an Hadwig Klemperer stellt der Goldenbogen Verlag am 31. August um 19 Uhr im Dresdner Stadtmuseum eine Publikation mit Erinnerungen ihrer Weggefährten und ersten, bislang unveröffentlichten Dokumenten und Bildern aus dem Nachlass vor. Der Eintritt ist frei.

 

Hadwig Klemperer (1926-2010) hatte in Halle und Berlin Romanistik bei Klemperer studiert und 1952 ihren Lehrer geheiratet. Nach dessen Tod förderte sie die Herausgabe seiner Tagebücher, die Walter Nowojski nach dreißigjähriger Arbeit demnächst mit einer elektronischen Volltextversion abschließen will.

 

Hadwig Klemperers Nachlass umfast 11 Schuber und lädt zu zahlreichen Entdeckungen ein. Ihre Dissertation  über Heinrich Manns Roman "Henri Quatre" von 1957 wollen wir in Qucosa verfügbar machen, sofern wir ein besser lesbares Exemplar als die beiden Typoskriptdurchschläge finden. Die unikalen Materialien werden wie üblich in unserer Handschriftensammlung erschlossen.

Ansichten: 716
2

"Undsonstso" am Donnerstag. Dresdens Kreative zu Gast in der SLUB

Ein dezidiert kooperativer Ansatz mit großer Offenheit für innovative Dienstleister zählt zu den Markenzeichen unserer Bibliotheksstrategie und hat auf vielen Gebieten auch schon schöne Erfolge gebracht (s. 3D-Gebäudeinformation, Webseitensuche, Coworking u.a.). Wir freuen uns daher, am kommenden Donnerstagabend, den 1. September, ein besonders lebendiges Dresdner Ideenkränzchen bei uns im Haus zu haben. Unter der Formel "Undsonstso" werden sich bereits zum 23. Mal Dresdens Kreative und JungunternehmerInnen treffen, um neue Themen, Perspektiven und Menschen kennenzulernen. Dieses Mal geht's um "Bücher, Text und Schriften - digital und multimedial".

"Kommen, schlauer werden und mit dem Gefühl wieder gehen, dass sich in Dresden einiges bewegt. Zuhören. Zuschauen. Und mitreden (Ralf Lippold)." Schöner können wir's auch nicht sagen. Kommen Sie auch, um 19.30 Uhr. Informationen der Veranstalter gibt's in Facebook oder auf der eigenen Website.

Ansichten: 3278
20

SLUB-Liegestühle als Exportschlager? Eine Geschichte aus Mannheim

Dass unsere Sommer-Leselandschaften im Grünen weit über Dresden hinaus Beachtung finden, wußten wir bereits; auch, dass spätestens seit der ersten Stühle-Versteigerung im letzten Frühherbst SLUB-Stühle in Dresdner Wohnheimen und Gärten stehen (der Sommer-Ausverkauf soll 2011 übrigens auch wieder stattfinden). Dank eines netten Kollegen aus Mannheim erhalten wir heute den Hinweis, dass unser Beispiel offenbar Schule macht. Siehe unten. Selbst die Farbe stimmt. Das wird doch keiner von uns sein? Für das Außengelände benötigen wir nun frische Ideen. Was denken Sie? Sportgeräte als Ausgleich zum sitzenden Studienalltag? Klingt verwegen, wäre aber sicher nicht unwillkommen. Nachdem sich der Sommer dieses Jahr tatsächlich noch eingestellt hat, wünschen wir jedenfalls angenehme Stunden in Ihrer SLUB.

 

Ansichten: 788
1

Studentische Poesiealben. Die Stammbuchsammlung der SLUB

Zu den schönsten Aspekten der Digitalen Bibliothek zählt, dass sie entscheidend dabei hilft, die vielfältigen Schätze unseres 455 Jahre alten Betriebs nach außen zu wenden. Die KollegInnen aus der Abteilung Sammlungen, die sich häufig wie Dagobert Duck im Talerbad fühlen werden, arbeiten zu diesem Zweck an der sukzessiven Digitalisierung wertvoller Altbestände sowie an informativen Webseiten zu einzelnen Mediengattungen. Jüngst begonnen wurde eine Seite zu unserer Stammbuchsammlung, einer der weltweit bedeutendsten ihrer Art.

Stammbücher wurden seit dem 16. Jahrhundert bevorzugt von Studierenden angelegt, um darin Bekanntschaften zu dokumentieren, an die man sich später erinnern wollte. Zugleich boten sie die Gelegenheit, mit besonders prominenten Namen oder eindrucksvollen Einträgen anzugeben und zu zeigen, wie weit man in der Welt herumgekommen war.

Ein charakteristisches Beispiel ist das bereits digitalisierte Stammbuch des niedersächsischen Historikers und preisgekrönten Dichters (Poeta Laureatus) Heinrich Maibom, das unter anderem einen eingeklebten Brief Philipp Melanchthons enthält. Insgesamt umfasst die Stammbuchsammlung 310 Stücke mit Einträgen von Eichendorff, Goethe, Leibnitz, Novalis, Opitz, Heinrich Schütz und vielen anderen, auch heute noch bekannten Namen. Die Sammlung wird kontinuierlich erweitert. 2010 konnten wir 10 Einheiten erwerben, 2011 kamen bislang fünf Stücke hinzu. Sollten Sie also noch ein Erbstück in der Schublade haben ... nehmen Sie mit unserer Abteilung Sammlungen Kontakt auf. Auch über Anregungen zu den Webseiten freuen sich die KollegInnen.

Bleibt die Frage, was heute den Stammbüchern entspricht. Etwa die Zahl der Freunde bei Facebook? Rihanna hat momentan über 44 Millionen, Lady Gaga "nur" knapp 43 Millionen, Barack Obama knapp 23 Millionen...

Ansichten: 723
0

Bibliothek als Geheimarchiv. Zum 50. Jahrestag des Mauerbaus

Da Sie vermutlich nicht zu den StammleserInnen der Augsburger Allgemeinen zählen, wollen wir Sie zum Wochenende auf einen dort wiedergegebenen Zeitzeugenbericht aufmerksam machen, wie er so oder ähnlich in diesen Tagen in vielen Medien veröffentlicht wird. Für uns hat gerade dieser Text besondere Bedeutung, weil die SLUB bzw. eine ihrer Vorgängereinrichtungen darin vorkommt. Herzlichen Dank an den Tübinger Kollegen Jürgen Plieninger, der uns darauf aufmerksam gemacht hat. Voilà, eine Anekdote aus einer längst vergangenen Zeit; oder sollte das tatsächlich erst eine Generation her sein? Freuen wir uns gemeinsam an der erreichten freien Verfügbarkeit von Medien in einer freiheitlichen Gesellschaft.

"Das entscheidende Dokument hat er mehr oder weniger entwendet. Rein in den Lesesaal, Gesetzblatt heimlich kopiert, Kopie unter dem Hemd verborgen und sofort wieder raus. Anders ging das nicht in der ehemaligen DDR. Was Hermann Walter (Name geändert) mit einem Kollegen aus der Landesbibliothek in Dresden geschmuggelt hatte, hätte so etwas wie das plötzliche Ende der DDR bedeuten können. Das SED-Regime hatte dem Westen bei der ersten Konferenz für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (KSZE) Zugeständnisse gemacht, um als Staat anerkannt zu werden. 1975 war das, knapp 15 Jahre nach dem Mauerbau.

 

Der Verordnung zufolge stand es fortan jedem DDR-Bürger offen, seinen Wohnsitz frei zu wählen. Nur veröffentlicht wurde diese Gesetzesänderung nie. Die staatlich gelenkten Medien berichteten nicht darüber. „Und zu anderweitigen Informationen hatten wir keinen Zugang", sagt Walter. Die Kopie des Gesetzblatts in Händen, konnten er und seine Familie die Ausreise beantragen, ganz legal und auf bürokratischem Weg. [...] Nachdem sie den Antrag auf Ausreise eingereicht hatten, erlebten die Walters den „ganz normalen" Staatsterror der DDR..."

Social Media

Youtube Flickr

Kopieren Sie diesen Link in Ihren RSS-Reader

RSS 2.0 Nachrichten