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Archiv: Februar 2018

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Konrad Helbig - Am Mittelmeer: Ausstellung in Kooperation der Deutschen Fotothek im LVR-LandesMuseum Bonn

Unter dem Titel "Aus den Archiven III: Konrad Helbig - Am Mittelmeer, Fotografische Erkundungen 1954 - 1985" wird heute eine Ausstellung im LVR-LandesMuseum Bonn eröffnet, die in Kooperation der Deutschen Fotothek und der Stiftung F.C. Gundlach im Rahmen des Archivs der Fotografen entstanden ist.

 

Für Konrad Helbig war Sizilien ein Sehnsuchtsort. Ausgehend von der Insel richtete er seinen Blick und sein Objektiv auf antike Architekturen, Skulpturen und Artefakte im Mittelmeerraum, auf mittelalterliche Kathedralen und barocke Prunkbauten ebenso wie auf die mediterranen Landschaften und die Menschen, die inmitten von Spuren vergangener Größe lebten und arbeiteten. Die Kombination von formaler Dokumentation und subjektivem Blick macht seine Fotografien zu eigenständigen Werken, die in ihrer wiedererkennbaren Bildsprache weit über bloße Ab-Bildungen hinausreichen. "Edle Einfalt und stille Größe", diese von Winckelmann Mitte des 18. Jahrhunderts für die klassische Schönheit der griechischen Skulptur beschriebene Ästhetik war dem Fotografen und Kunsthistoriker Wegweiser durch eine von antiken Kulturen geprägte Landschaft. Monatelang reiste er von archäologischer Stätte zu archäologischer Stätte und von Museum zu Museum, in hunderten Diavorträgen vermittelte der mitreißende Redner anschließend seine Eindrücke von der "Magie des Südens" in den Hörsälen und Kulturzentren des Nordens. "Huldigungen eines Nordländers an die Wunderwelt des tiefen Südens" oder "Sizilien – Geschichte, Kunst und Lebenswirklichkeit eines Inselreiches" betitelte er seine Vorträge.

 

Am Mittelmeer suchte und fand Konrad Helbig nicht nur Zeugnisse vergangener Epochen, sondern auch die unbeschwerte persönliche Freiheit: In der streng katholischen, noch archaische Züge tragenden Gesellschaft Siziliens begegnete man seiner Homosexualität, seinen Interessen und Neigungen wie bei anderen vor ihm auf erstaunliche Weise vorurteilsfreier als in der konservativ geprägten Bundesrepublik der Adenauer-Ära. Wie viele Fotografen der 50er und 60er Jahre arbeitete er mit zwei Kameras parallel in Schwarzweiß und in Farbe. Die Ausstellung fokussiert vor allem Helbigs Blick auf die Gegenwart, die er stets aus dem Blickwinkel der Kunstgeschichte betrachtete, und zeigt erstmals auch seine kaum bekannten Coloraufnahmen aus der Deutschen Fotothek. Seither haben sich die Landschaften und vor allem die Lebenswirklichkeit ihrer Bewohner noch einmal fundamental verändert, so dass Helbigs Fotografien ihrerseits als Zeugnisse einer vergangenen vorindustriellen Epoche erscheinen, die wir heute nicht weniger idealisierend und sehnsuchtsvoll als arkadisch zu betrachten geneigt sind.

Zur Ausstellung erscheint eine Begleitpublikation.

 

 

Die Ausstellung findet von 1. März 2018 bis 10. Juni 2018 im LVR-LandesMuseum Bonn (Colmantstraße 14-16, 53115 Bonn) statt.

 

Bilder (1) Konrad Helbing: Kellner in Milazzo, 1958 (SLUB/ Deutsche Fotothek) (2) Konrad Helbig: ohne Titel, Straßenszene, 1950er Jahre (Stiftung F. C. Gundlach)

 

Bildlizenz: CC-BY-SA 4.0

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Heimatforschung in der SLUB: 14. Markt für Dresdner Geschichte und Geschichten

Wie passen eine Ausstellung zur Aquarellmalerei und die Militärakademie Friedrich Engels als Lehreinrichtung der NVA zusammen? Oder Briefmarken aus der Zeit des Zweiten Weltkrieges und Luftbilder militärhistorischer Gebäude und Anlagen in Dresden? Der "Markt für Dresdner Geschichte und Geschichten" bringt diese Themenbereiche am kommenden Wochenende in der SLUB zusammen und rückt das Thema "Die Militärgeschichte der Stadt Dresden" in den Vordergrund.

Heimatforscherinnen und -forscher gewähren dabei einen Einblick in ihre historischen Dokumente und Sammlungen. In zehn Vorträgen werden ausgewählte Themen wie z.B. "Zeugnisse sächsischer Militärgeschichte im Militärhistorischen Museum" (Dr. Gerhard Bauer, Kurator Militärhistorisches Museum der Bundeswehr) oder "Die Albertstadt - Entstehung und Entwicklung bis 1914" (Götz Krüger, Historiker und Publizist) vorgestellt. Außerdem zeigen 43 Stände als Ausstellung die Ergebnisse der Heimatforscherinnen und -forscher. Führungen durch die Ausstellung, die SLUB, das Buchmuseum oder das Kartenmagazin runden das Programm ab. Unter den Ausstellern sind neben zahlreichen Hobbyhistorikern beispielweise auch der Dresdner Verein für Genealogie e.V. und der Verein Archäologische Gesellschaft in Sachsen e.V.

Thema des Marktes

Anlass für diese Themenwahl war der einhundertste Jahrestag des 11. November 1918, als mit der Unterzeichnung des Waffenstillstandsabkommens zwischen den Westmächten und Deutschland, dem Sturz des deutschen Kaisers und der Ausrufung der Republik der erste der beiden großen Kriege des 20. Jahrhunderts beendet wurde. Unter den 142.000 gefallenen und 19.000 vermissten sächsischen Soldaten waren auch 13.880 Dresdner Bürger. Zehn Jahre später veröffentlichte der Schriftsteller Ludwig Renn, 1889 als Arnold Friedrich Vieth von Golßenau in Dresden geboren, mit "Krieg" seinen ersten Antikriegsroman und erlangte Weltruhm.

 


Weitere Informationen

  • Veranstaltungsort: Vortragsaal der SLUB
  • Öffnungszeiten: Samstag 10 bis 17 Uhr, Sonntag 10 bis 15 Uhr
  • Eintritt: 2 Euro für Besucher ab 16 Jahre (Freien Eintritt haben Vereinsmitglieder, geladene Gäste, Sponsoren, Aussteller, die einen Ausstellerausweis vorweisen können und Inhaber des Dresden-Passes.)
  • Programm: Eine detaillierte Auflistung der Aussteller, Vorträge und Führungen finden Sie auf der Website des Vereins "Dresdner Geschichtsmarkt" e.V.

 


Bilder oben: Geschichtsmarkt 2016 (Klaus Brendler) / unten: SLUB mit Banner zum Geschichtsmarkt (Ramona Ahlers-Bergner\SLUB)

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Mit Schreibtischyoga zu guten Texten: Lange Nacht des Schreibens in der SLUB

Schreiben ist leicht. Man muß nur die falschen Wörter weglassen.
Mark Twain

Auch in diesem Jahr ist die SLUB wieder Gastgeber der Langen Nacht des Schreibens (LNdS), die vom Schreibzentrum der TU Dresden in Kooperation mit der Graduiertenakademie der TU Dresden, dem Zentrum für fachübergreifende Bildung an der HTW Dresden und natürlich der SLUB veranstaltet wird. Dieses Jahr sollt ihr vor allem ermutigt werden, vor Ort zu schreiben, denn das ist die ursprüngliche Idee dieser Veranstaltung. Wusstet Ihr eigentlich schon, dass die LNdS im englischsprachigen Raum „long night against procrastination“ heißt und an Schreibzentren weltweit immer am 1. Donnerstag im März stattfindet? Schaut doch mal unter: https://schreibnacht.wordpress.com/.

 

Im großen Lesesaal der SLUB sind deshalb zur LNdS Plätze für alle Schreibenden und ihre Schreibprojekte reserviert. Lasst Euch vom Geist des Schreibens in Gemeinschaft mitreißen und schlagt den inneren Schweinehund für diese Nacht gemeinsam in die Flucht! Falls doch eine Schreibflaute eintritt, kann man sich durch Schreibberatung, Impulsworkshops, Schreibtischyoga, Plausch bei Suppe u. v. m. inspirieren lassen oder in dieser Nacht eine passende Lern- und Schreibgruppe finden.

 

Konzentriertes Schreiben, kreative Pausen und fachübergreifender Austausch – so macht wissenschaftliches Schreiben am Ende noch Spaß… und auch 2018 müsst ihr nicht mit leerem Magen schreiben: Es wird wieder Kaffee, Kuchen und Suppe geben.

 

 

Das Programm zur Langen Nacht des Schreibens am 1. März 2018 findet ihr hier als Download und in der Event-App.

 

 

Für eine bessere Planung der LNdS freuen wir uns immer noch über Anmeldungen unter: www.slubdd.de/lnds18. Die Anmeldung zu den Impulsworkshops erfolgt beim gemeinsamen Start der LNdS um 18 Uhr im Vortragssaal der SLUB. Unter anderem stellen wir hier auch unsere neu erschienene Handreichung zum wissenschaftlichen Arbeiten vor.

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#SLUBnochbesser – Klappe, die Zweite! Alles neu macht die SLUB und hält das im Film fest

"#SLUBnochbesser – Klappe, die Zweite!" heißt es ab Montag in eurer SLUB. Vor drei Wochen schon haben wir erste Filmaufnahmen für einen Kampagnenfilm zum Umbau des Gruppenarbeitsbereichs in der Zentralbibliothek gemacht. Diesen bekommt ihr auch bald zu sehen – seid gespannt!

Nun gehen die Vorbereitungen zum Umbau des SLUB-Forums in die "heiße Phase". Um euch Einblicke in die Werkstatt geben zu können und das Vorher und Nachher zu dokumentieren, wollen wir in den nächsten Wochen Zeitrafferaufnahmen in der Zentralbibliothek der SLUB machen. Zwei kleine Kameras werden im Gruppenarbeitsbereich installiert sein und den Verlauf dokumentieren. Die minütlichen Foto-Aufnahmen werden über die gesamte Zeit der demnächst startenden Ummöblierung gemacht und dann zum Schluss zu einem Zeitrafferfilm von ca. 2-3 Minuten zusammengefasst – es wird also keine einzelne Person mehr erkennbar sein. Es geht rein um die Gesamtimpression. Die Rohdaten dienen allein der Erstellung des Zeitrafferfilms und werden im Anschluss gelöscht.

 

 

Was genau heißt #SLUBnochbesser?

Wir möchten, dass ihr euch in der SLUB wohlfühlt und arbeiten daher immer weiter daran, euch die Arbeit in der Bibliothek noch angenehmer zu machen und uns noch besser auf eure Wünsche und Bedürfnisse einzustellen. Dazu haben wir vor knapp zwei Jahren das Projekt der Umgestaltung der Gruppenarbeitsplätze im Eingangsbereich der Zentralbibliothek gestartet. Wir haben euch damals gefragt, was euch bei der Umgestaltung wichtig ist. Knapp 2000 Nutzerinnen und Nutzer haben uns damals ihre Meinung zu Ideen, Wünschen und Verbesserungsvorschlägen in einer Onlinebefragung mitgeteilt. Wir haben daraufhin gemeinsam mit der Agentur Paulsberg ein Konzept zur Neumöblierung dieses Bereiches entwickelt. Insgesamt entstehen über 200 Arbeitsplätze neu – Plätze für kleine Arbeitsgruppen, abgeschirmte Gruppenarbeitsplätze, Einzelarbeitsplätze, flexible Tischreihen, Steharbeitsplätze. Auch Laptop- und Monitor-Arbeitsplätze prägen das Bild der neuen Eingangszone und sollen euch eine angenehme Arbeitsatmosphäre ermöglichen. Einen ersten Eindruck konntet ihr euch davon schon im letzten Jahr beim "Probesitzen" verschaffen.

Wann genau der Umbau losgeht, verraten wir euch bald – jedoch wird dies erst nach der Prüfungszeit sein. Bei Fragen stehen wir euch jederzeit per Mail unter oeffentlichkeitsarbeit@slub-dresden.de oder unter 0351-4677127 zur Verfügung.

 

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En Détail – Exponate vorgestellt (1): Ein Gastgeschenk für Erich Honecker

Derzeit findet in der Schatzkammer des Buchmuseums der SLUB die Ausstellung "Prächtiges und Festliches Dresden" statt. In der Reihe "En Détail - Exponate vorgestellt" erklären wir Ihnen die Hintergründe zu einzelnen Ausstellungsstücken.

 

Ein Gastgeschenk für Erich Honecker: Wie der Cuvilliés-Plan nah Dresden kam

Beim Betreten der neuen Ausstellung fällt der Plan „Project zur Ausfüllung des Grabens bey der Königlichen Residenz Stadt Dresden“ von François de Cuvilliés ins Auge.

 

Stadtplan Dresdens von François de Cuvilliés (df_ld_0003307)

 

Die aquarellierte Federzeichnung des bayrischen Oberhofbaumeisters, entstanden um 1761, kam erst vor reichlich 30 Jahren in die damalige Sächsische Landesbibliothek (SLB). Das von Fachleuten hochgeschätzte Blatt mit dem genialen Entwurf für den Wiederaufbau Dresdens nach dem Siebenjährigen Krieg galt lange als verschollen, bis es durch eine Auktion in den 1930er Jahren in Privathand kam. Von dort konnte es über eine Kunsthandlung an Franz Josef Strauß verkauft werden. Als Erich Honecker im September 1987 den bayrischen Ministerpräsidenten in München besuchte, übergab Strauß seinem Gast den Plan von Cuvilliés als „Ausdruck alter bayerisch-sächsischer Verbindungen“.

 

Der Staatsratsvorsitzende der DDR und SED-Generalsekretär überließ der SLB die Karte „mit dem ausdrücklichen Wunsch, dieses wertvolle Original der Sächsischen Landesbibliothek zu übergeben, um ihre umfangreiche Spezialsammlung alter und neuer Pläne von Dresden zu vervollkommnen.“

 

 

Parzival kam aus Leipzig

Im Bestand der SLUB befinden sich auch zwei bebilderte Handschriften aus der Werkstatt von Diebold Lauber (vor 1427-nach 1471). Dieser betrieb im elsässischen Hagenau eine Schreiberwerkstatt, die man heute als ein mittelständisches Unternehmen bezeichnen würde; denn er ließ nicht nur Handschriften auf Bestellung  anfertigen, sondern auf Vorrat gleich mehrere Kopien von Werken, von denen er annehmen durfte, dass sie ihren Käufer finden würden. Dazu zählt auch der zwischen 1200 und 1210 entstandene Versroman „Parzival" von Wolfram von Eschenbach.

 

Wolfgang von Eschenbach: Parzifal

 

 

Die ausgestellte Bilderhandschrift mit 46 kolorierten Federzeichnungen wurde um 1450 hergestellt. Sie befand sich im 18. Jahrhundert  im Besitz des Dichters und Literaturtheoretikers Johann Christoph Gottsched (1700-1766), aus dessen Nachlass sie mit weiteren 85 mittel- und frühneuhochdeutschen Handschriften, darunter auch Meistergesängen von Hans Sachs in die Bibliothek der 1752 gegründeten „Gesellschaft der freyen Künste zu Leipzig“ gelangte. Nach deren Auflösung kaufte die Kurfürstliche Bibliothek in Dresden die Sammlung 1793 für 300 Thaler.

 

Noch bis zum 15. Mai 2018 ist die Ausstellung „Prächtiges und festliches Dresden“ in der Schatzkammer des Buchmuseums zu sehen.
Öffentliche Führungen finden jeden Samstag 14.00 Uhr statt. Treffpunkt ist im Foyer der Zentralbibliothek. Der Eintritt ist kostenfrei.

 

Bildlizenz: CC-BY-SA 4.0