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Archiv: Juni 2018

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All you can publish: Eine Open-Access-Flatrate als Pilotprojekt mit dem Verlag MDPI

Veröffentlichungen in goldenen Open-Access-Zeitschriften sind für die Leser und Leserinnen weltweit kostenfrei zugänglich. Die Autor/-innen müssen jedoch in vielen Zeitschriften Artikelbearbeitungsgebühren (article processing charges) bezahlen. Diese Gebühren können unter bestimmten Voraussetzungen auf Antrag vom Publikationsfonds der SLUB und TU Dresden übernommen werden.

 

Wir freuen uns sehr, dass alle Wissenschaftler/-innen der TU Dresden ab dem 01.07.2018 die Möglichkeit haben, kosten- und antragsfrei in einer der 206 goldenen Open-Access-Zeitschriften des Verlages MDPI zu veröffentlichen. Der Verlag MDPI mit Sitz in Basel deckt mit seinen Zeitschriften ein breites wissenschaftliches Spektrum ab. Die Verlagsschwerpunkte lagen im Jahr 2017 in folgenden Bereichen:

  • 24% Chemistry and Materials Science
  • 15% Medicine and Pharmacology
  • 13% Environmental and Earth Sciences
  • 12% Physical Sciences
  • 11% Biology and Life Sciences

 

Im Jahr 2017 waren bereits 110 Zeitschriften des Verlages im Web of Science und/oder 86 Zeitschriften in Scopus indexiert.

 

Laut Vertrag läuft das Pilotprojekt vom 01.07.2018 bis zum 31.12.2018. In diesem Zeitraum werden alle Einreichungen von Korrespondenzautor/-innen der TU Dresden nach erfolgreichem Review-Prozess kostenfrei veröffentlicht. Eine Antragstellung über den Publikationsfonds von SLUB und TU Dresden ist so nicht mehr notwendig. Sie werden entweder automatisch über Ihre Email-Domain erkannt oder haben alternativ die Möglichkeit, sich bei der Einreichung über eine Dropdown-Liste als TU Dresden-Angehörige/r auszuweisen.

 

Mit diesem Open-Access-Pilotprojekt testen wir als erste Partnereinrichtung im Institutional Open Access Program eine Open-Access-Flatrate. Dieses Pilotprojekt verstehen wir als Beitrag zur innovativen Weiterentwicklung unserer Open-Access-Serviceleistungen und einen neuen Weg in der Zusammenarbeit mit Open-Access-Verlagen.

 

Auf Rückfragen freuen sich unsere Kolleg/-innen im Open-Access-Service: openaccess@slub-dresden.de

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Unser Vortragssaal bekommt einen Namen: Klemperer-Saal

Die Architekten des Neubaus der neuen Sächsischen Landesbibliothek, Staats- und Universitätsbibliothek hatten mit Voraussicht auch einen Saal für Veranstaltungen für das Haus geplant: einen Saal, der seit der Eröffnung 2002 nach dem gängigen Veranstaltungsformat "Vortrag"-ssaal benannt ist. Vorträge finden dort immer noch zuweilen statt, mittlerweile ist der Vortragssaal aber auch Heimat von Konzerten, Filmaufführungen, Empfängen, Lesungen und sogar Tanzveranstaltungen geworden. Mit der Umbenennung unseres größten Veranstaltungsraumes im Haus bekommen wir die Gelegenheit, Personen zu würdigen, die mit der SLUB in besonderer Beziehung stehen, weshalb die Benennung in "Klemperer-Saal" nahe lag.

 

 

Mit der neuen Bezeichnung wird gleich an mehrere verdiente Persönlichkeiten erinnert:

 

Victor Klemperer (1881-1960), Sohn eines Rabbiners, hatte ab 1920 bis zu seiner Amtsenthebung durch die Nationalsozialisten 1935 den Lehrstuhl für Romanistik an der Technischen Universität Dresden inne. Eine der vielen Repressalien während der Diktatur war ein Benutzungsverbot der Sächsischen Landesbibliothek. Seit 1977 konnte die SLUB die Tagebücher Klemperers sowie weitere Dokumente der Familie übernehmen. Die Tagebücher 1933-1945 wurden in viele Sprachen übersetzt, dienten als Filmstoff und sind ein Standardwerk im Geschichts- und Deutschunterricht.

 

Nicht näher verwandt mit dem Romanisten war der Dresdner Bankier Victor Klemperer von Klemenau (1873-1943), dessen 1938 beschlagnahmte Büchersammlung, darunter 549 wertvolle Inkunabeln, in die Bibliothek gelangte. Aus den Ausweichdepots kamen nach Kriegsende lediglich 12 Inkunabeln zurück. 1991 wurde der verbliebene Rest der Sammlung Klemperer an seine Erben restituiert. Victor Klemperers Vater Gustav (1852-1926), Direktor der Dresdner Bank und ebenfalls ein bedeutender Sammler, war Förderer und Ehrensenator der Technischen Universität Dresden.

 

Bild 1: SLUB Dresden/Cynthia Meißner

Bild 2: Porträtaufnahme des Schriftstellers Victor Klemperer (SLUB Dresden/Deutsche Fotothek)

 

 

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Zwerge auf den Schultern von Riesen: Ein Doktorhut aus dem Makerspace

Doktorhut ist nicht gleich Dr. Hut! Das Exemplar, das wir Ihnen heute hier vorstellen, ist ein ganz besonderes: Neben Bücherstapeln und einem gefüllten Regal steht der aufgeklappte Laptop; weiteres Werkzeug liegt schon bereit. Am Rande sitzt ein Riese - der Denker - mit einer Figur auf den Schultern: ein Zwerg, vielleicht ein(e) DoktorandIn? Im Vordergrund steht der Schriftzug "Qucosa", unser Hinweis auf die große Bedeutung von Open Science für die Verbreitung neuester Forschungsergebnisse.

 

Foto: SLUB/ Ramona Ahlers-Bergner. Objekte, CC-BY : Parametric Wrench by MBCook; Rodin's The Thinker by lampmaker; RPG Book Shelf by donald_stouffer.

 

Dieser 3D-Druck auf dem sonst schlichten Doktorhut symbolisiert das Gleichnis "Zwerge auf den Schulten von Riesen". Als Sinnbild steht es für wissenschaftliche Arbeiten – auch für Dissertationen: Aufbauend auf wissenschaftlichen Erkenntnissen entstehen neue Forschungsfragen und neues Wissen. So zeigt sich, wie sich die aktuelle Wissenschaft zu den Leistungen früherer Generationen positionieren lässt: Indem zum großen Wissensschatz, der über Jahrhunderte entstanden ist, immer wieder ein Beitrag hinzukommt, durch den wiederum Fortschritt zustande kommt und Weitsicht ermöglicht wird. Notwendige Mittel sind zunächst wissenschaftlich relevante Quellen, das Werkzeug dazu, neue Projekte umzusetzen, ein Laptop diese niederzuschreiben und schließlich Qucosa, um die neuen Ergebnisse zu publizieren.

 

Doch wofür braucht es nun einen solchen Doktorhut, der dieses Gleichnis plastisch darstellt? Entstanden im SLUB Makerspace, wird er heute als Publikumspreis des Dr.-Hut-Wettbewerbs beim Sommerfest der Graduiertenakademie der TU Dresden verliehen. Dort wird aus sieben Hutkandidaten "Dr. Hut 2018" gekürt. Wir hoffen wie jedes Jahr, dass die siegreiche Dissertation längst auf Qucosa zu finden ist, wie zum Beispiel diese Arbeit von Dr. Christin Henzen: Usability-Patterns für Webanwendungen in Geodateninfrastrukturen.

 

Literatur:
Robert King Merton: "Auf den Schultern von Riesen: Ein Leitfaden durch das Labyrinth der Gelehrsamkeit" – in der SLUB verfügbar.

 

 

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All I wanna do is bicycle: Was den Makerspace und Fahrradliebhaber verbindet

"Wer sein Radl liebt, der schiebt. Wer sein Fahrrad ehrt, der fährt" sagt man, "I want to ride my bicycle, I want to ride it now" heißt es im Song "Bicycle Race" von Queen: Radfahren ist ein Thema, das uns immer wieder begleitet v.a. im Sommer - im Urlaub, zur Picknick-Wiese oder auf dem Weg zur Arbeit. Doch einfach nur Fahrradfahren ist für drei junge Herren nicht genug - sie arbeiten auch an verschiedenen Projekten rund um ihre Leidenschaft: tüffteln zum einen an Gadgets, die das Radfahren noch angenehmer und sicherer machen und betrachten es zum anderen auch in seiner Historie.

 

Im kommenden Meet Up! im SLUB Makerspace am 05. Juli 2018 stehen ab 17 Uhr drei spannende Berichte rund um das Fahrradfahren auf dem Programm.

 

Mit Arduino, einer aus Soft- und Hardware bestehenden Physical-Computing-Plattform, und 3D-Druck die Fahrradwelt smarter und sicherer machen, ist das Ziel von Martin Kätzmer und Jonas Bechtel.

Wer kennt es nicht: man ist abends unterwegs, das vordere Licht geht aus und auch das Rücklicht wirft nur einen kleinen roten Schein. Um trotzdem sicher ans Ziel zu kommen, könnte eine rundum sichtbare aktive Beleuchtung helfen, die aus dem 3D-Drucker stammt. Die Idee dahinter wird Martin Kätzmer am kommenden Donnerstag genauer erläutern.

 

Jonas Bechtel befasst sich mit dem Fahrrad als Verkehrsmittel und möchte Ampeldaten dafür verfügbar machen. Dafür nutzt er Arduino als Plattform. Schon in seiner Diplomarbeit ging es um ein "Funksystem für einen Fahrrad-Verband". Seine Idee dabei ist es, die Verkehrsteuerung der Bahn auf das Fahrrad zu übertragen, z.B. bei Fahrradbewegungen wie der Critical Mass.

 

Bild: Lala Aufsberg:"Mit Fahrrad und Kamera in die Natur", 1937 (SLUB/Deutsche Fotothek/df_ab_0010245)Aber nicht nur die moderne Technik taugt dazu, einen neuen Blick auf das "Radeln" zu werfen. SLUB-Mitarbeiter Jens Bemme hat sich in Kat Jungnickels mehrjährige Forschung zu Patenten der frühen Radfahrerinnenbekleidung in England vertieft und stellt ihr neues Buch Bikes & Bloomers vor. Hier lassen sich beeindruckende Beispiele für die Bedeutung von Making in der Soziologie und Geschichtswissenschaft finden. Außerdem hat er mit seinem Team nachgeradelt.de erfolgreich bei Coding da Vinci Ost in Leipzig teilgenommen und eine Webanwendung erstellt, die historische Radtouren in die heutige Zeit übersetzt und erlebbar macht. Diese Arbeit beruht auf Datensätzen der SLUB und der Deutschen Fotothek und bietet Makern interessante Anknüpfungspunkte.

 

Das Thema Radfahren begleitete den SLUB Makerspace aber nicht nur in den aktuellen Projekten:  Schon 2014 wurde zusammen mit dem FabLabDD ein Open Source Lastenanhänger gebaut und vorgestellt.

 

Wir freuen uns auf Sie! Wenn auch Sie spannende Projekte rund um das Radfahren verfolgen, sind Sie herzlich eingeladen Ihre Ideen vor Ort zu besprechen und die Möglichkeiten des SLUB Makerspace zu entdecken.

 

Meet Up! All I wanna do is bicycle
am 5.7.2018, 17 bis 19.30 Uhr im Makerspace M2 (Zellescher Weg 17, 01069 Dresden)
Teilnahme ohne Vorkenntnisse möglich | Eintritt frei |
Anmeldung nicht erforderlich

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Fluch oder Segen? Wie uns die Digitalisierung verändert. – Ein Fazit der Diskussionsreihe

Volles Haus an vier Abenden im Vortragssaal der SLUB - so kann man wohl das erste Fazit unserer gemeinsamen Veranstaltungsreihe mit der Konrad Adenauer-Stiftung (KAS) ziehen, in der die Vor- und Nachteile der Digitalisierung insbesondere unter den vier Gesichtspunkten Gesellschaft, Verhalten, Sprache und Wissen diskutiert wurde. Dabei kamen zahlreiche Experten aus Dresden aber auch aus ganz Deutschland zu Wort.

Rückblick auf die Veranstaltungsreihe

Den Anfang machten der sächsische Justizminister Sebastian Gemkow sowie die Informatikerin und Chaos-Computer-Club-Sprecherin Constanze Kurz, die sich beide vor allem mit der IT-Sicherheit auseinandersetzten und dort großen Nachholbedarf sahen. Justizminister Gemkow sieht sich diesbezüglich vor allem in Hinblick auf die Einführung der E-Akte konfrontiert. Die IT-Sicherheit war auch ein immer wiederkehrendes Thema in den Publikumsfragen.

 

 

Das größte Publikumsinteresse konnte Prof. Manfred Spitzer mit seinem Vortrag zum Thema "Digitalisierung und Verhalten" für sich verbuchen. Spitzer, der Bestsellerautor und Leiter einer psychiatrischen Klinik ist, mahnt stets, insbesondere kleine Kinder vor zu frühem Kontakt mit digitalen Medien zu schützen und trifft damit den Nerv vieler besorgten Eltern und Lehrer. Gleichzeitig musste er sich aber auch kritische Fragen zu seinen Darstellungen gefallen lassen.

 

 

Sehr unterhaltsam und informativ war der Abend mit Prof. Ludwig Eichinger, der noch bis Ende Juli das Institut für Deutsche Sprache in Mannheim leitet. Er bescheinigte der Digitalisierung eine ähnlich revolutionäre Auswirkung auf die Sprache wie die Erfindung des Buchdrucks, geht aber davon aus, dass sich für jedes Medium eine adäquate Sprache ausbilden wird, so dass es weniger zu einer befürchteten "Sprachverschlechterung" sondern eher einer breiteren Varietät kommen wird.

 

 

Den Abschluss unserer Reihe bestritten der Dresdner Informatik-Professor Gerhard Weber und der Nürnberger Kommunikationswissenschaftler Prof. Volker Banholzer, die hinterfragten, wie die Digitalisierung unser Wissen beeinflusst. Banholzer ging dabei vor allem auf die sich verändernde Rolle der Medien ein und die Tatsache, wie sich das Publikationsverhalten der Menschen geändert hat. Weber appellierte an das Publikum, an den immer neuen und sich weiterentwickelnden Techniken dranzubleiben - denn nur so können diese ihren Nutzen für uns voll entfalten und verlieren bei der Beschäftigung damit auch ihren "Schrecken".

 

 

Zwei Statements zum Abschluss

 

Prof. Dr. Thomas Bürger

Der Generaldirektor der SLUB, Prof. Dr. Thomas Bürger, resümiert:

 

Die Digitalisierung aller Lebensbereiche trägt zur Gereiztheit aktueller gesellschaftlicher Debatten bei. Die Diskussionen haben gezeigt, dass das Interesse an guter Information und Wissen größer ist als die Lust am Krawall. Wie kann ich den Datenschutz mit größtmöglicher Datenfreiheit vereinbaren? Bis zu welchem Lebensalter sind Smartphones schädlich, ab welcher Lebensstufe ist der Erwerb von Medienkompetenz notwendig? Zwei von vielen Zukunftsfragen, die nur sachlich und gelassen beantwortet werden können. Eine schöne Erkenntnis der Reihe: Jung und Alt können und wollen miteinander ins Gespräch kommen. Und sie sind sich der Verantwortung bewusst, dass mit Vernunft und Mitwirkung auch so große Themen wie Digitalisierung und Globalisierung lösbar sind.

 

 

Dr. Joachim Klose

Eine Fortsetzung ist nicht ausgeschlossen, wie es Dr. Joachim Klose (Konrad-Adenauer-Stiftung e.V. Politisches Bildungsforum Sachsen) sich in seinem Fazit wünscht:

 

Wir bewundern den Fortschritt und die heutigen Möglichkeiten der Technik. Gleichzeitig müssen wir diese Entwicklung mit unseren menschlichen Begabungen intensiv begleiten und auch kritisch hinterfragen. Die Darstellung und Diskussion dieses Spannungsfeldes ist in der Debattenreihe sehr gut gelungen. Die SLUB ist dafür auch ein wunderbarer Ort, steht sie doch gleichzeitig für das Bewahrende und den Blick nach vorne. An der Resonanz des Publikums hat sich gezeigt, dass Jung und Alt sowohl "Fluch" als auch "Segen" erkennen und die Auseinandersetzung mit dem Thema schätzen. Wir freuen uns auf eine gemeinsame Fortsetzung dieses Veranstaltungsprojekts mit der SLUB!

 

Bilder von den Veranstaltungen: SLUB Dresden / Christina Schneider und Cynthia Meißner