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SLUBlog

Archiv: September 2018

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Für Schlaufüchse und Einsteiger: Semesterbeginn in der SLUB

Liebe Erstsemesterstudierende,

schön, dass ihr da seid! Auch wir von der SLUB Dresden freuen uns, euch in Dresden zum Studium begrüßen zu dürfen.
Die Sächsische Landesbibliothek - Staats- und Universitätsbibliothek (kurz SLUB) ist eure zentrale Anlaufstelle für Literatur zum Studium, als Ort zum Lernen und Arbeiten sowie für Tipps und Tricks zum wissenschaftlichen Arbeiten: sei es bei Vorträgen, Seminararbeiten oder dann der Abschlussarbeit. Damit ihr gut in das Wintersemester 2018/19 starten könnt, bieten wir euch vom 08.10.18 bis 26.10.18 montags bis freitags täglich mehrere Einführungskurse „Die SLUB im Überblick - Einführungskurs zum Studienstart“ an.
In diesen 45-minütigen Kursen bekommt ihr einen ersten Überblick über die Services und Angebote eurer Bibliothek.
Wir zeigen euch, wie ihr euch bei uns anmelden könnt, wie ihr Medien in der Bibliothek findet, wie die Ausleihe funktioniert und vieles mehr. Bitte meldet euch hier zu den Kursen an.


Es gibt auch jeweils einen Kurstermin auf Englisch, Spanisch und in deutscher Gebärdensprache.

 

Wir freuen uns auf euch!
Eure SLUB

 

Zur Anmeldung für die Kurse "SLUB im Überblick"

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MagicBox im Buchmuseum - analog und digital auf einen Blick

Die Geschichte der SLUB Dresden beginnt im Jahr 1556 mit der Kurfürstlichen Bibliothek Augusts I. Bereits im 17. Jahrhundert finden sich in Reiseführern bewundernde Berichte über Exponate, die seit 1835 im sogenannten Zimelienzimmer ausgestellt wurden und damit einer breiten Öffentlichkeit zugänglich waren. Bis heute tragen im Buchmuseum ausgestellte Objekte zum Renommee der SLUB bei. Allerdings ist immer nur ein Teil der wertvollen Bestände der SLUB in den jeweiligen Ausstellungen zu sehen, da sie aus konservatorischen Gründen in klimatisierten und besonders geschützten Magazinen lagern.

Abhilfe schafft hier die fortschreitende retrospektive Digitalisierung von Beständen aus wissenschaftlichen und öffentlichen Bibliotheken sowie von bedeutendem Schriftgut aus weiteren Kultur- und Wissenschaftseinrichtungen des Freistaates Sachsen, bei der das Dresdner Digitalisierungszentrum im Rahmen des Landesdigitalisierungsprogrammes eine federführende Rolle hat. Doch wie kommen nun digitale und analoge Bestände für den Nutzer zusammen?

Um eine Brücke zwischen analogen und digitalen Beständen zu schlagen, veranstaltete die SLUB Dresden schon 2013 eine Ausstellung im Buchmuseum unter dem Titel „Original und digital – Schätze der SLUB und die Kunst der Reproduktion“, in welcher anhand von Musikalien und Handschriften und den hiervon angefertigten analogen und digitalen Kopien die Entwicklung der Reproduktion vom 18. bis zum 21. Jahrhundert dargestellt wurde. Zu diesem Zeitpunkt konnte man das originale physische Objekt aber noch nicht in einer Vitrine direkt der digitalen Nachbildung gegenüberstellen. Diese Option bietet sich nun mit der auch mit Unterstützung der "Gesellschaft der Freunde und Förderer der SLUB" angeschafften MagicBox, die eine Kombination verschiedener Medien sowohl in analoger als auch in digitaler Form erlaubt und damit ein besonderes Erlebnis vor allem beim Betrachten von Büchern bietet. Durch die Ausstellung des physischen Objekts kann der Besucher einerseits einen Eindruck vom Original bekommen, indem er Einband, Buchrücken und Buchschnitt anschauen kann. Zusätzlich kann man aber auch virtuell im Buch blättern, wodurch sich ein Gesamteindruck ergibt, der bei einer Trennung von virtueller und physischer Ausstellung nicht möglich wäre.

Aktuell ist die MagicBox in die laufende Ausstellung „Man denkt noch beständig in Dresden auf mich.“ Winckelmann – Bibliothekar und Altertumswissenschaftler integriert und zeigt neben dem ausgestellten analogen Objekt den digitalisierten Briefwechsel zwischen Johann Joachim Winckelmann und dem Grafen von Wackerbarth-Salmour (Mscr.Dresd.App.3140), das „Fragment von Winckelmanns Arbeiten zu des Grafen Bünau Reichshistorie“ (Mscr.Dresd.App.1724), eine Präsentation der Wirkungsorte Winckelmanns und 3D-Modelle der Statue des Apollo von Belvedere sowie eines Bandes der Bünau‘schen Bibliothek. Noch bis zum 21. Oktober haben Sie die Möglichkeit, sich die MagicBox im Rahmen der Winckelmann-Ausstellung anzusehen. Auch in Zukunft werden in der MagicBox passende Inhalte zur jeweils aktuellen Ausstellung präsentiert, sodass es hier immer wieder Neues zu entdecken gibt. Seien Sie gespannt!

 

Weitere Beiträge zur MagicBox
Test der Magicbox: Visualisierte Schätze im Foyer
Beitrag im BIS-Magazin 2/2016: It’s a kind of magic von Thomas Stern

 

 

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Gabel, Messer und eine Eule sind Zeugen

Staatsbibliothek zu Berlin – Preußischer Kulturbesitz und Sächsische Landesbibliothek - Staats- und Universitätsbibliothek Dresden geben gemeinsam Bücher an die Erben von Hedwig Hesse zurück.

Ein spannendes Exlibris hilft bei der Suche nach NS-Raubgut

„Aus meiner Bücherei. Hedwig Hesse.“ Diese Worte auf einem Exlibris benennen Hedwig Hesse als Eigentümerin der Bücher mit eben jenem Provenienzmerkmal. Besonders markant an diesem Exlibris ist die auf einer Gabel und Messer thronende Eule, die mit diesen überdimensionalen Werkzeugen Bücher zu verspeisen versucht. Und das Exlibris ist sogar signiert: Der Produktgestalter und Grafiker Adolf Behrmann, der 1903 bis 1933 in der Eisenacher Straße in Berlin-Schöneberg zu Hause war, schuf dieses Blatt für Hedwig Hesse im Mai 1918. Das Exlibris existiert in einer kleineren und größeren Variante.

Das Exlibris von Hedwig Hesse, links im Einband des Buches in SLUB und rechts im Einband eines der restituierten Bände der Berliner Staatsbibliothek.

Bereits bestehende Rechercheergebnisse zum Fall Hedwig Hesse belegen, dass so gekennzeichnete Bücher nicht im Besitz Hedwig Hesses oder ihrer Familie verbleiben konnten, sondern im Zuge der Verfolgungs-, Enteignungs- und Verwertungspolitik der Nationalsozialisten über Zwischenstationen in die Hände von Antiquariaten, Bibliotheken o.ä. gelangten.

Bekannt ist, dass Bücher deportierter Berliner Juden in der Städtischen Pfandleihanstalt gelagert wurden. 1943 kaufte die Berliner Stadtbibliothek ca. 40.000 dieser Bücher an. Von der Berliner Stadtbibliothek wiederum kauften oder tauschten andere Bibliotheken Bücher, sodass sich das Raubgut auf mehrere Bibliotheken in ganz Deutschland verteilte. Exemplarisch zeigen dies die Bücher aus dem ursprünglichen Besitz von Hedwig Hesse. Sowohl die Berliner Staatsbibliothek als auch die SLUB Dresden fanden in ihren Beständen Exemplare mit dem Exlibris Hedwig Hesses, die sie zuvor von der Berliner Stadtbibliothek angekauft hatten. Ihre Nachfolgeinstitution, die Zentral- und Landesbibliothek Berlin, aber auch die  Universitätsbibliothek Rostock fanden in ihren Beständen weitere Bücher aus dem Besitz Hedwig Hesses, die sie in den letzten Jahren restituierten.

Wer war Hedwig Hesse?

Hedwig Bachur kam am 8. Mai 1880 als Tochter von Siegfried Bachur und seiner Frau Fanny, geborene Levy, in Berlin zur Welt. Sie heiratete am 1. April 1905 Max Guido Hesse, Besitzer eines Verlages für Industriedruck in Berlin. Max Hesse wurde am 30. Juli 1880 in Leipzig geboren. Das Paar hatte drei Kinder: Peter, Susi und Walter. Die Familie lebte auf der Helmstedter Straße 5 in Berlin.Die Hesses wurden in Deutschland als Juden verfolgt. Die Kinder Peter, Susi und Walter Hesse konnten rechtzeitig nach Südafrika bzw. in die USA emigrieren. Hedwig und Max Hesse wurden zusammen am 19. Januar 1942 nach Riga deportiert und dort ermordet.



Peter Hesse mit seinen Eltern Hedwig und Max in Berlin, ca. 1930
(Quelle: Familienbesitz)

Restitution an die Großenkelin

Aufgrund der Verfolgungsgeschichte der Familie Hesse und der nachweislich verdächtigen Zwischenstation mit der Berliner Stadtbibliothek konnten die Bücher von Hedwig Hesse als NS-Raubgut identifiziert werden. Am 14. August gaben die SLUB und die Berliner Staatsbibliothek in einer gemeinsamen Restitution insgesamt drei Bücher, davon zwei Romane aus „Engelhorns allgemeiner Romanbibliothek“ und Friedrich Freskas „Die Notwende“ an die Großenkelin Hedwig Hesses zurück.

 

 

Das Provenienzprojekt der SLUB wird gefördert durch:

 

 

 

 

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Deutsche Fotothek trifft Markenspezialisten und Design-Newcomer

Am vergangenen Donnerstag fand im Soho House Berlin die Design Gala 2018 statt. Der Rat für Formgebung/German Design Council bringt in diesem 2013 eingeführten exklusiven Format Markenspezialisten verschiedenster Produktgattungen und junge Designtalente zusammen und bietet vielfältige interessante Vernetzungsmöglichkeiten - auch für die SLUB.


Newcomer Finalisten des German Design Award 2019: Luzia Hein, Luisa Rubisch (They Feed off Buildings), Gabriel Müller,
Rasa Weber (They Feed off Buildings), Frauke Zoë Taplik und
Essi Johanna Glomb (v.l.n.r.)


Das gemeinsame Interesse für Design - insbesondere für fotografische Produktpräsentationen - hat den Rat für Formgebung, die Stiftung Deutsches Design Museum und die Deutsche Fotothek der SLUB zusammengeführt und zu Kooperationspartnern werden lassen. Im April 2018 fiel der Startschuss für das durch die Deutsche Forschungsgemeinschaft geförderte Projekt „Die Gute Form. Digitalisierung und Erschließung herausragender Fotografien zum Produktdesign 1950-1990“.  Erste Projektergebnisse können Sie in der Bilddatenbank der Deutschen Fotothek betrachten. Die ästhetisch inszenierte Sachfotografie wird im Rahmen des Projekts sowohl auf der Ebene des Fotomediums als auch auf der Ebene der dargestellten Objekte tiefgehend erschlossen. In diesem Zusammenhang sei überdies auf zwei soeben erschienen Publikationen hingewiesen, die Sie in Kürze über den SLUB-Katalog bestellen können:

  • Band 6 der Reihe „Die große deutschen Marken“, herausgegeben vom Rat für Formgebung, der dieses Jahr ganz im Zeichen des Bauhaus-Jubiläums steht (mit Grußworten von Peter Altmeier und Heiko Maas)
  • der Tätigkeitsbericht der Stiftung Deutsches Designmuseum 2017 (darin 16 Seiten zu den gemeinsamen Projekten mit der Deutschen Fotothek) - bereits online unter: www.deutschesdesignmuseum.de/publikationen.html

 
Band 6 der Reihe „Die großen deutschen Marken“

 

Der Rat für Formgebung wurde 1953 auf Initiative des Deutschen Bundestages gegründet, um die Designkompetenz der deutschen Wirtschaft zu stärken. Die SLUB betreut seit 2014 den Fachinformationsdienst Kunst, Fotografie, Design. Dieser bietet hochspezialisierte Literaturbestände, digitale Angebote und fachspezifische Services für die Fachgemeinschaft(en) an.


Prof. Dr. h.c. Peter Pfeiffer (Präsident des Rat für Formgebung) Andrej Kupetz (Hauptvorstand des Rat für Formgebung), MinRat Bernd-­Wolfgang Weismann (Bundesministerium für Wirtschaft und Energie, Ref. VIA6: Kultur- und Kreativwirtschaft)

 

 

(Quellen: Rat für Formgebung / Fotos: Christoph Hengelhaupt)

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Restitution: SLUB übergibt drei Bücher aus dem Eigentum der Jüdischen Gemeinde Hamburg

Im Rahmen des derzeit an der SLUB durchgeführten Provenienzprojektes zur Überprüfung der nach 1945 erworbenen Bestände konnten im September 2018 drei Bücher identifiziert und restituiert werden, die aus der Bibliothek des Jüdischen Religionsverbandes Hamburg stammen. Für die Werke endet damit eine Odyssee, die am 9./10. November 1938 mit ihrer Beschlagnahme durch die Nationalsozialisten begann, zunächst nach Berlin, später nach Weißig und Hermsdorf in Sachsen führte und nach dem Zweiten Weltkrieg in Dresden ihr vorläufiges Ende fand.

 

 

Der Jüdische Religionsverband Hamburg wurde 1938 als Zusammenschluss der seit dem 17. Jahrhundert bestehenden Hamburger Einzelgemeinden gegründet. Auch die jüdischen Gemeinden Hamburgs und ihre Mitglieder waren ab 1933 nationalsozialistischer Verfolgung ausgesetzt. Nach dem Novemberpogrom 1938 ließ das Reichssicherheitshauptamt die Bibliotheken jüdischer Kultusgemeinden im gesamten Deutschen Reich sicherstellen. Ziel war der Aufbau einer „Gegnerbibliothek“.
Die Bibliothek des Jüdischen Religionsverbandes Hamburg zählte zu den ersten, die beschlagnahmt wurden. 1943 wurden die Bücher des Religionsverbandes der Hamburger Staatsbibliothek zum Kauf angeboten. Kriegsbedingt gelangten sie aber nicht mehr dorthin, sondern wurden im Sommer 1943 in die Schlösser Weißig (Abb. Deutsche Fotothek Dresden, 1963) und Hermsdorf (Abb. Deutsche Fotothek Dresden, 1949) transportiert.

Nach Ende des Zweiten Weltkrieges wurden die Bücher mehrfach umgelagert, verblieben aber weiterhin auf dem Gebiet der Sowjetischen Besatzungszone bzw. späteren DDR. Dank des unermüdlichen Einsatzes vieler Personen und Institutionen, insbesondere des Historikers Helmut Eschwege und der Jüdischen Gemeinde Dresden, gelang 1957 die Rückführung der Bibliothek nach Hamburg. Immerhin 70 Kisten wurden tatsächlich an die Hamburger Jüdische Gemeinde zurückgegeben. Aufgrund der vielen Umlagerungen und einiger Plünderungen tauchten aber in den Folgejahren immer wieder einzelne Bücher mit Provenienzmerkmalen aus Hamburg auf – so auch in den Beständen der SLUB.


Bei den nun identifizierten Werken handelt es sich um ein Buch über Max Liebermann (siehe Abb. rechts, 1927, 5.A.5968), ein Sachbuch über Palästina (siehe Abb. rechts, 1935, 33.8.2210) und ein anthropologisches Standardwerk (1903, 29.8.3590). Die Bücher tragen Provenienzmerkmale der Bibliothek des Jüdischen Religionsverbands Hamburg bzw. seiner Vorgängerin, der
Deutsch-Israelitische Gemeinde Hamburg, sowie der
Zionistischen Ortsgruppe Hamburg-Altona. Zwei kaufte die Sächsische Landesbibliothek in den 1950er bzw. 1980er Jahren antiquarisch an, eins ging ihr als Geschenk im Jahr 1955 zu und stammt aus der Volksbücherei Hermsdorf.

 

Seit 2012 wird die historische Bibliothek der Jüdischen Gemeinde Hamburg als Depositum in der Staats- und Universitätsbibliothek Hamburg Carl von Ossietzky (SUB) auf der Grundlage eines Kooperationsvertrages aufbewahrt. Dort werden die drei zurückgegebenen Werke den Bestand weiter vervollständigen.

 

Das Provenienzprojekt der SLUB wird gefördert durch: