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SLUBlog

Autor: Annika-Valeska Walzel

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Zwei Tage im Zeichen von Smart Libraries: Kunst- und Museumsbibliotheken tagen in der SLUB

Bild: Teilnehmer der Tagung im Workshop3D-Scanning, Augmented und Virtual Reality, Beacons … Digitale Technologien verändern unsere Lebenswirklichkeit und Arbeitswelt, auch in der Bibliothek. Wie nutzen speziell Kunst- und Museumsbibliotheken diese neuen Technologien, um ihre kulturellen Objekte und Bestände virtuell und zugleich erlebnisorientiert zu präsentieren? Und welche medialen Raumkonzepte entwickeln sie, um den virtuellen Raum und den physischen Ort der Bibliothek als Einheit im smARTplace erfahrbar zu machen?

 

Diese Fragen beantworten die Mitglieder der Arbeitsgemeinschaft der Kunst- und Museumsbibliotheken (AKMB), die heute in der SLUB zu ihrer alljährlichen Herbstfortbildung zusammenfinden. Das in Zusammenarbeit mit der Initiative Fortbildung e.V. und der SLUB entwickelte Programm der zweitägigen Veranstaltung bietet einen Mix aus Vorträgen und Workshops rundum die „smart libraries“ und den offenen Zugang zu digitalen Kollektionen.

 

Bild: Teilnehmer der Tagung im WorkshopSo erläutert Johannes Pommeranz, Leiter der Bibliothek des Germanischen Nationalmuseums, in seinem Vortrag zunächst die eigene Open Access-Strategie, um anschließend gemeinsam mit den Teilnehmerinnen und Teilnehmern in einem Workshop die ersten Schritte zu deren eigener OA-Strategie zu entwickeln. Paul Schwanse aus dem Team des SLUB-Makerspace wird diesen in einer Führung vorstellen, Marc Rohrmüller und Annika-Valeska Walzel präsentieren die smarten Services der SLUB aus der Deutschen Fotothek und arthistoricum.net, dem Fachinformationsdienst für Kunst, Fotografie und Design. Wir wünschen allen Beteiligten gutes Gelingen und fruchtbaren Austausch!

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Die Vögel zwitschern vom Radeln und Flachsen: Preisträger des Coding da Vinci Ost

Mit der Preisverleihung am vergangenen Samstag ist der erste Kultur-Hackathon Coding da Vinci Ost in Leipzig erfolgreich zu Ende gegangen. Dieser Hackathon stellt sich den Fragen, welche Schätze sich in den frei verfügbaren Kulturdaten der Region verbergen und wie diese mit Fantasie zu etwas gänzlich Neuem kombiniert werden können. Am vergangenen Wochenende wurden die besten Projekte gekürt. Gleich zwei der ausgezeichneten Projekte basieren dabei auf Datensätzen aus der SLUB und der Deutschen Fotothek.

 

Nachgeradelt

Aus der Bereitstellung unserer Fahrrad-Kollektion entstand im größten Team des Wettbewerbs nachgeradelt.de eine Webanwendung, die historische Radtouren in die heutige Zeit übersetzt und erlebbar macht. Dazu wurden die Digitalisate historischer Tourenbücher für Radfahrer u.a. von "Das Fahrrad" mit Daten aus Wikipedia, Wikisource und Wikidata, digitalisierten sächsischen Adressbüchern und Karten verknüpft. Das Projektteam sammelte dazu alle digitalisierten Touren im Umfeld von Leipzig zwischen 1880 und 1930, um eine ausgewählte Strecke testweise zu befahren und Stationen entlang des Weges digital mit Details und Zusatzinformationen anzureichern.

 

 

 

In der Urteilsbegründung zum Sieg des Projektes in der Kategorie "most useful" lobte die Jury besonders die gelungene Verbindung von digital und analog, sowie die große Motivation des Teams, das die Realisierbarkeit der Touren unter Einsatz eigener Muskelkraft zu überprüfen.

 

Haben auch Sie Lust einmal auf historischer Strecke zu radeln, zum Beispiel auf der Route Leipzig - Dessau - Wörlitz oder auf der Route Leipzig - Altenburg - Werdau? Auf den nachgeradelt.de finden Sie Karten, Streckenverläufe und Wegbeschreibungen. Wir freuen uns dann über Ihren Bericht!

 

Die virtuelle Mittagsfrau

Als bestes Projekt in der Kategorie "out of competition" wurde Die Virtuelle Mittagsfrau ausgezeichnet - für die gelungene Einbindung des Nutzers zum Storytelling und der Vermittlung von Geschichte und Geschichten nach den Prinzipien der Oral History. Basierend auf der sorbischen Sage der Mittagsfrau werden die Nutzer mithilfe von drei per Zufallsgenerator zusammengestellten Fotos zur Flachsherstellung animiert, selbst zu "flachsen" und eine Geschichte anhand dieser Bilder zu spinnen. Das kreative Schreibwerk wird direkt auf der Seite des Projektes veröffentlicht. Dabei ist es egal, in welcher Sprache der Text formuliert wird - auf Deutsch, Nieder- oder Obersorbisch. Damit ein multilinguales Geschichtenportal entsteht, werden die Beiträge in die jeweils anderen Sprachen übersetzt. Datengrundlage bilden hier Bestände zur Flachsherstellung des Sorbischen Instituts Bautzen und über die Deutsche Fotothek bereitgestelltes Bildmaterial zum Thema.

 

Wenn Sie selbst einmal "flachsen" wollen, freuen wir uns über einen kleinen Hinweis auf Ihre Geschichte als Kommentar unter diesem Blogbeitrag.

 

Glückwunsch den weiteren Gewinnern

Auch die weiteren Projekte sind absolut sehenswert und finden sich auf den Webseiten von Coding da Vinci – viel Spaß beim Stöbern und Ausprobieren. Testen Sie beispielsweise die weiteren Siegerprojekte:

  • Sammeln & erkennen Sie Vogelstimmen mit JibJib, der prämierten App in den Bereichen Publikumsliebling und "most technical"
  • Vergleichen Sie "Äpfel und Birnen" mit dem "funniest hack"
    oder
  • Erstellen Sie ein Schnecken-Selfie mit Snailsnap, dem Sieger der Kategorie "best design".

 

Zum Hintergrund: Coding da Vinci Ost

Insgesamt wurden in diesem Jahr 14 Projekte aus den Daten von 31 Datengebern eingereicht. Neun Wochen Zeit hatten die Teilnehmer, um ihr Projekt umzusetzen und damit einen Beitrag dazu zu leisten, dass vielfältig digitalisierte Sammlungen in der Öffentlichkeit noch sichtbarer werden.

 

Bild 1: Standbild aus dem Film "Nachgeradelt: auf den Spuren historischer Fahrradwege und -touren" (Min 0:25)
Bild 2: Bild aus der Projektbeschreibung "Die virtuelle Mittagsfrau"

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Frühe Konzeptkunst aus Dresden – zum Tode von A. R. Penck

Gestern Abend wurde veröffentlicht, dass Ralf Winkler, besser bekannt unter dem Künstlernamen A. R. Penck, am 2. Mai im Alter von 77 Jahren in Zürich verstorben ist. Geboren am 5. Oktober 1939 in Dresden entwickelte er seinen eigenen, unverwechselbaren Stil unabhängig von einer akademischen Künstlerausbildung, die ihm mehrfach verwehrt wurde. Besonders die für viele seiner Werke charakteristischen Strichmännchen, oft schmal und lang, mit expressiv zu Gesten erhobenen Armen, dürften einer Vielzahl von Menschen als erstes bei dem Namen A.R. Penck in den Sinn kommen. Diesen wählte Winkler bereits 1967, kurz vor seiner ersten Einzelausstellung in der westdeutschen Galerie Werner (Köln) im Folgejahr.

 

Was die Malerei betrifft, kann ich sagen, dass der Name [A.R. Penck] ein Symbol für ein Konzept ist, das ich erstmals entwickelt hatte, und zwar für ein Konzept, das mit Information zu tun hat. Ich habe gewisse Analogien gesehen zwischen abgelagerter Information und Geologie … Damals musste ich mich durch viele Schichten von Informationen durchfressen, durch die gesamte Kunstgeschichte, und stieß dann auf die Eiszeit und Höhlenmalerei. […]


Dieser archäologische Rückgriff hat meine Malerei wesentlich befruchtet und beeinflusst. Mit Hilfe dieses Konzepts konnte ich meine Bilder malen, die dann in der ersten Ausstellung hier im Westen bekannt geworden sind: diese Systembilder, diese Strichmännchen, die Signale und Informationen aussenden. Andererseits sollte das Pseudonym natürlich auch eine Tarnung sein, zumindest für den Anfang.

 

(Ralf Winkler zu seinem Pseudonym, Interview Schön 1980, zitiert nach Lucius Grisebach: A.R: Penck, Berlin 1988, S. 32.)

 

Dieses nach dem Geologen und Eiszeitforscher Albrecht Penck (1858-1945) gewählte Pseudonym sollte nicht der einzige Name bleiben, unter welchem der von 1969 bis zu seiner Ausreise nach Westdeutschland 1980 im „Untergrund“ arbeitende Künstler auftrat und Werke auch zu Ausstellungen in den Westen schickte; bekannt sind unter anderem TM, Mike Hammer, oder auch Tancred Mitchel.

 

Das umfangreiche künstlerische Werk A.R. Pencks umfasst neben Zeichnungen und Skulpturen, Objekten und Malereien auch Texte, Gedichte, Bücher und Musik. Publikationen, Interviews und Videoaufnahmen des Künstlers können in großem Umfang in unserem Schwerpunkt Zeitgenössische Kunst recherchiert werden. Als besonders interessant sei hier zunächst ein originalgraphisches Plakat zu einer Ausstellung in Dresden aus dem Dezember 1985 (http://katalogbeta.slub-dresden.de/id/0012671662/#detail) erwähnt.

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XXXIV. Deutscher Kunsthistorikertag in Dresden – die SLUB macht mit

Unter dem Titel "KUNST LOKAL – KUNST GLOBAL" veranstalten der Verband Deut­scher Kunsthistoriker e.V. und das Institut für Kunst- und Musikwissenschaft der Tech­nischen Universität Dresden gemeinsam vom 8. bis 12. März den 34. Deutschen Kunsthistorikertag. In zwölf Sektionen, sechs Ortsterminen, einer Podiumsdiskussion, fünfzehn Foren und einer Fülle von Exkursionen werden die Begriffe von Lokalität und Globalität im kunsthistorischen Kontext diskutiert und betrachtet.

 

 

Diese Themen spiegeln sich auch in den kunstwissenschaftlichen Beständen der SLUB, in der das systematische Sammeln von Kunstliteratur bis zur Gründung von Bibliothek und Kunstsammlungen in der Renaissance zurückreicht. Diese Tradition wird heute in dem DFG-Projekt „arthistoricum.net - Fachinformationsdienst Kunst, Fotografie, Design“ mit der überregionalen Bereitstellung gedruckter und digitaler Medien, von Fachinformationen und digitalen Werkzeugen in Anknüpfung an die früheren DFG-Sondersammelgebiete „Allgemeine Kunstwissenschaft, Mittlere und Neuere Kunstgeschichte bis 1945“ (UB Heidelberg) sowie „Zeitgenössische Kunst ab 1945, Fotografie, Industriedesign und Gebrauchsgrafik“ (SLUB) fortgesetzt und um neue, innovative Angebote erweitert. 

 

Als eine der beiden Betreiberbibliotheken von arthistoricum.net freut es uns an der SLUB besonders, diese große Konferenz in direkter Nachbarschaft zu haben und eine Gruppe von KunsthistorikerInnen aus dem gesamten deutschsprachigen Raum im Rahmen der Ortstermine am Samstag, den 11.03.2017 in unserem Haus begrüßen zu können. Neben einer Führung durch den Neubau der SLUB von 2003 (Architekten: Ortner&Ortner, Berlin) mit Besuch des unterirdischen, zentralen Lesesaals und einem Abstecher in die Schatzkammer mit dem Maya-Codex (Codex Dresdensis) stehen die Aktivitäten der SLUB rund um arthistoricum.net auf der Agenda. Wir freuen uns auf einen persönlichen Austausch mit Ihnen – auch um zu erfahren, wie wir unsere Serviceangebote im Rahmen des Fachinformationsdienstes Kunst aus Ihrer Sicht noch besser machen können.

 

Zu allen gemeinschaftlichen Themen des Fachinformationsdienstes informieren alle Interessierten Besucher darüber hinaus Kolleginnen beider Partnerbibliotheken an einem Informationsstand auf den Ausstellungsflächen im Erdgeschoss des Hörsaalzentrums, Bergstr. 64, 01069 Dresden.

 

arthistoricum.net - Fachinformationsdienst Kunst – Fotografie – Design. Wir unterstützen Ihre Forschung! Gestalten Sie mit.

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OSTRALE ´O15 – letzte Chance für neue Impressionen

OSTRALE ´O15 – letzte Chance für neue Impressionen

Ein spannender Kunstsommer neigt sich dem Ende zu: am kommenden Wochenende haben Sie letztmalig die Gelegenheit, die Arbeiten von mehr als 200 zeitgenössischen Künstlern aus aller Welt auf dem ehemaligen Schlachthofareal im Ostragehege anzusehen: die Ostrale ´015 endet am 27.09.2015.

 

Unter dem Titel „HANDLE WITH CARE“ sind noch bis Sonntag verschiedenste künstlerische Ansätze zum achtsamen Umgang der Menschen untereinander, mit ihrer Umwelt, der Welt und sich selbst sichtbar.
Einen Schwerpunkt der Ausstellungsgestaltung bildete in diesem Jahr Graffiti & Street Art, wie die Besucherimpressionen in unseren Bildern zeigen.
Verschaffen Sie sich selbst einen Eindruck.


Übrigens, wer es am Wochenende nicht mehr schafft, oder einfach die Impressionen des Kunstsommers im Herbst auffrischen möchte, der Katalog zur Ostrale 2015 ist demnächst – auch online – in der SLUB verfügbar.

 

 

 

Foto oben: Rob Roy (PL): Newspaper (2015), Foto: Th. Bürger

Foto Mitte: Kristian von Hornslet (Dk): Uhuru (2015), Foto: Th. Bürger

Foto unten: Quintessenz (D): Collage (2015), Foto: Th. Bürger