Nur in Feld suchen:

  • Alles
  • Person/Institution
  • Titel
  • Schlagwort
  • Barcode
  • ISBN/ISSN/ISMN
  • RVK-Notation
  • Signatur
  • Verlag/Ort
  • Serie/Reihe

Zuletzt gesuchte Begriffe:

  1. SLUB Dresden
  2. SLUBlog

SLUBlog

Autor: Martin Munke

Ansichten: 337
5

Bürger machen Wissenschaft! Was braucht Citizen Science von der SLUB?

Citizen Science“ ist Bürgerwissenschaft und als solche ein wichtiges Thema für die SLUB. Aber warum überhaupt? Sie, unsere Nutzerinnen und Nutzer, schaffen Wissen!

Denn der Begriff Citizen Sciences „beschreibt einen Ansatz, bei dem wissenschaftliche Erkenntnisse von Personen, die nicht hauptberuflich in der fachzugehörigen Wissenschaft tätig sind, mit oder ohne Beteiligung von hauptamtlich Forschenden, gewonnen werden.“ (L. Pettibone u.a.: Citizen Science für alle. Eine Handreichung für Citizen Science-Beteiligte, S. 6).

 

 

 

Das heißt: Verfolgen Sie als Bibliotheksnutzer eine Forschungsfrage oder Recherche zu einem Thema, mit dem Sie nicht institutionell an die Universität oder eine andere forschende Einrichtung gebunden sind, zählt das zu diesem Bereich. Auch studierte Wissenschaftler können Bürgerwissenschaftler sein, wenn sie auf einem fachfremden Gebiet aktiv werden. Wie in der institutionellen Forschung gibt es in den Bürgerwissenschaften viele Communities, die unsere Angebote nutzen: Heimat- und Ahnenforscherinnen, Ornithologen, Entomologen, Wikipedia- und Regionalwiki-Autoren und viele mehr. Zwei Beispiele: Freiwillige stellen auf dem Wikipedia-Schwesterprojekt Wikisource Digitalisate von historischer Forschungsliteratur ein, die die SLUB angefertigt hat, und ergänzen in Handarbeit den Volltext. So wurden z. B. mehrere Bände des "Albums der Rittergüter und Schlösser im Königreiche Sachsen" bearbeitet. Der Link auf den Volltext wird dann in unsere Datenbanken eingepflegt. Im Virtuellen Kartenforum 2.0 können Freiwillige historische Karten aus Sachsen georeferenzieren.

 

 

Video: Georeferenzierung im Virtuellen Kartenforum 2.0

 

Wir unterstützen Sie bei Ihren Forschungsfragen – mit der Bereitstellung von Literatur (gedruckt und digital), mit Datenbanken wie den Historischen Adressbüchern oder der Sächsischen Bibliografie, mit Auskünften, Beratung, Recherchekursen, Angeboten für die Literaturverwaltung und bei elektronischen Publikationen mit dem sächsischen Dokumenten- und Publikationsserver Qucosa. Sind Sie mit diesen Angeboten zufrieden? Wo brauchen Sie mehr (oder andere) Unterstützung? Welche Wünsche haben Sie an die SLUB, um Ihrer Tätigkeit als Bürgerwissenschaftler besser nachgehen zu können? Wir freuen uns auf Ihre Antworten – hier im Blog als Kommentar, über unseren Twitterkanal oder per Mail an sachsen@slub-dresden.de.

 

Mehr zum Thema:
Martin Munke (2018). Citizen Science/Bürgerwissenschaften. Projekte, Probleme, Perspektiven (am Beispiel Sachsen).

Ansichten: 442
4

Auseinandersetzung mit der Geschichte: Sächsische NS-Tageszeitung „Der Freiheitskampf“ digital zugänglich

Die Auseinandersetzung mit der Geschichte ist ein wichtiger Bestandteil unseres gesellschaftlichen und politischen Lebens. Schwierige Aspekte der Vergangenheit aufzuarbeiten und ihre Auswirkungen auf die Gegenwart kennenzulernen, ist unerlässlich für ein demokratisches Miteinander. Dazu gehört es auch, das Gedankengut der NS-Zeit für Wissenschaft und Forschung verfügbar zu machen und in seinen Folgen zu untersuchen. Im Rahmen des DFG-Projekts Digitalisierung historischer Zeitungen hat die SLUB Dresden die Ausgaben der sächsischen NS-Zeitung „Der Freiheitskampf“ von 1930 bis 1945 digitalisiert; das Hannah-Arendt-Institut für Totalitarismusforschung erschließt diese inhaltlich in Form einer Online-Datenbank, um die Zeitungen leichter recherchierbar und für wissenschaftliche Zwecke effektiver nutzbar zu machen. Sowohl in der Bibliothek des HAIT als auch an einem passwortgeschützten Spezial-Arbeitsplatz in der SLUB kann "Der Freiheitskampf" eingesehen werden. Aktuell sind die Jahrgänge 1930 bis 1935 fertig bearbeitet und in der Datenbank verzeichnet.

 

Zum Hintergrund

Die nationalsozialistische Zeitung „Der Freiheitskampf“ erschien vom 1. August 1930 bis 8. Mai 1945. Neben Artikeln aus den Bereichen von Politik, Wirtschaft und Gesellschaft erhielt sie auch wichtige Informationen zu Daten, Ereignissen und Personen von regionaler Bedeutung. Nach dem kriegsbedingten Verlust zahlreicher NS-Akten stellt die Zeitung eine der zentralen Quellen zur Geschichte des Nationalsozialismus in Sachsen dar. Der jetzt freigeschaltete Jahrgang 1935 soll hier beispielhaft herausgegriffen werden: Knapp zwei Monate vor der Verkündung der Nürnberger Gesetze auf dem Reichsparteitag der NSDAP erschien am 18. Juli 1935 auf der Titelseite des „Freiheitskampf“ eine Liste mit Personen, die seit Ende 1934 in Sachsen wegen „Rassenschande“ verhaftet und in das Konzentrationslager Sachsenburg verschleppt wurden. Allein ein Liebesverhältnis zwischen „arischen“ und „jüdischen“ Personen genügte, um namentlich und mit Wohnort in der Tageszeitung an den Pranger gestellt und bedroht zu werden.

 

 

 

Dies ist einer von vielen antisemitischen Artikeln, die sich im Jahrgang 1935 der sächsischen NS-Zeitung „Der Freiheitskampf“ finden lassen. Mit ihnen sollte der „Volkszorn“ angeheizt werden. In Dresden konnte die Bevölkerung die Stimmungsmache gegen die jüdischen Bürger kaum übersehen. So finden sich Zeitungsberichte über große Banner mit antisemitischen Parolen, die in mehreren Stadteilen sichtbar angebracht wurden. Das Besuchsverbot der städtischen Bäder für Juden verbuchte der „Freiheitskampf“ als direkten Erfolg, da dies die Zeitung bereits mehrfach von der Stadtverwaltung gefordert hatte. Andererseits finden sich auch vereinzelte Hinweise auf Gegenaktionen und solidarisches Verhalten mit den Verfolgten. 

Im Jahrgang 1935 ist außerdem viel über die neue nationalsozialistische Gemeindeordnung, über die Organisation der NSDAP in Sachsen oder über Strafverfahren gegen Kommunisten zu finden.

 

Lesetipp
Thomas Widera, Martin Munke und Matti Stöhr (2017).
"Der Freiheitskampf" – Digitalisierung und Tiefenerschließung einer NS-Zeitung.

 

Autoren: Christoph Hanzig (HAIT) unter Mitarbeit von Cynthia Meißner und Martin Munke (beide SLUB)

Ansichten: 183
0

SLUB gratuliert: 20 Jahre Forschung zur sächsischen Geschichte und Volkskunde – ISGV feiert Jubiläum

Am 19. und 20. Oktober feiert das Institut für Sächsische Geschichte und Volkskunde (ISGV) sein 20-jähriges Bestehen – mit der Tagung "Landesgeschichte und Volkskunde in der DDR und in den neuen Ländern" im Vortragssaal der SLUB. Wir gratulieren dem langjährigen Kooperationspartner auf der gegenüberliegenden Straßenseite des Zelleschen Wegs herzlich zum Jubiläum!

 

Seit seiner Gründung betreiben die Mitarbeiter des ISGV wichtige Grundlagenforschung. Aufgabe ist es, "die sächsische Geschichte in ihren historischen Räumen bis zur Gegenwart" und "volkskundlich die alltäglichen Lebenswelten, auch im Verhältnis zwischen regionaler Eingrenzung und kulturellem Austausch bis zur Gegenwart" zu erforschen. Zentrale Publikationsreihen wie die Schriften zur sächsischen Geschichte und Volkskunde werden hier herausgegeben, ebenso wie die renommierten Fachzeitschriften zur Regionalforschung in Sachsen: das Neue Archiv für sächsische Geschichte und Volkskunde in Sachsen.

 

Die digitalen Angebote wie die Sächsische Biografie, das Digitale Bildarchiv oder das Historische Ortsverzeichnis von Sachsen liefern einen ortsunabhängigen Zugriff auf wichtige Literatur- und Quellenbestände. Mit den komplementären Angeboten der SLUB wie der Sächsischen Bibliografie online oder der Deutschen Fotothek lässt sich eine Vielzahl von Fachrecherchen bequem online erledigen. Gebündelt werden diese Angebote seit zehn Jahren im gemeinsam betriebenen Portal Sachsen.digital, das momentan einer grundlegenden Überarbeitung unterzogen wird.

 

Die Jubiläumstagung – zugleich 44. Tag der Landesgeschichte – ­verfolgt das Ziel, über Traditionen, Brüche und Perspektiven der Wissenschaftsdisziplinen Landesgeschichte und Volkskunde/Ethnologie nachzudenken. Eröffnet wird sie heute 18:30 Uhr nach Grußworten u. a. der sächsischen Staatsministerin für Wissenschaft und Kunst Dr. Eva-Maria Stange mit dem Vortrag "Neubeginn, Traditionen, Brüche: 25 Jahre landesgeschichtliche Forschung in Sachsen und in Mitteldeutschland", der über die Institutsgründung 1997 hinausgeht und die Friedliche Revolutuion von 1989/90 und ihre Auswirkungen auf Gesellschaft und Wissenschaft als Ausgangspunkt nimmt. Gehalten wird er von Prof. Dr. Enno Bünz, Inhaber des Lehrstuhls für Sächsische Landesgeschichte an der Universität Leipzig und gemeinsam mit Prof. Dr. Winfried Müller, Inhaber des Lehrstuhls für Sächsische Landesgeschichte an der TU Dresden, Direktor des ISGV.

 

(Bildnachweis: Foto: © 2017 Michael Schmidt - www.schmidt.fm)

 

(Bildnachweis: Foto: © 2017 Michael Schmidt - www.schmidt.fm)

 

 

Zum Programm der Tagung: www.isgv.de/veranstaltungen/landesgeschichte-und-volkskunde-in-der-ddr-und-in-den-neuen-laendern

Ansichten: 333
0

Ihre Beteiligung ist gefragt: 14. Markt für Dresdner Geschichte und Geschichten 2018 in der SLUB

Auf dem Markt für Dresdner Geschichte und Geschichten können ehrenamtliche Historikerinnen und Historiker die Ergebnisse ihrer Erforschung zur Heimat- und Regionalgeschichte vorstellen. Auch Sie sind dazu herzlich eingeladen, wenn am 3. und 4. März 2018 die Veranstaltung erstmals in der SLUB stattfindet. Mit Beiträgen zur Dresdner Stadtteilgeschichte, zu vergessenen Personen oder markanten Orten sind Sie hier genau richtig. Poster, Vorträge, selbst gestaltete Publikationen - viele Formen sind zur Vermittlung und zum Austausch über die eigene Forschung denkbar. Weitere Informationen finden Sie in der Ausschreibung des Vereins Dresdner Geschichtsmarkt e.V. unter www.geschichtsmarkt-dresden.de/ausschreibung.php. Wir freuen uns auf Ihre Beteiligung!

 

Foto: Klaus Brendler

 

Zum Hintergrund: Seit 2004 findet der Markt für Dresdner Geschichte und Geschichten fast jährlich statt. Auf Ausstellertafeln, im direkten Gespräch und in Vorträgen können sich Besucher über die reiche Geschichte Dresdens informieren. Dabei dient der Markt nicht nur der Präsentation, sondern auch der Vernetzung der Heimat- und Stadtteilvereine sowie dem Austausch der Hobbyhistoriker. Teilnehmen können Vereine und Einzelpersonen, die nicht hauptberuflich zur Geschichte Dresdens forschen. Dabei wird jeweils ein besonderer Aspekt der Dresdner Geschichte herausgegriffen. 2018 ist dieses Rahmenthema, anlässlich des 100. Jahrestages des Endes des Ersten Weltkrieges, die Militärgeschichte der Stadt. Veranstalter ist der Verein Dresdner Geschichtsmarkt e.V., diesmal gemeinsam mit der SLUB.

Ansichten: 393
1

Historisches Ortsnamenbuch von Sachsen – jetzt digital

Sechzehn Jahre nach seiner Erstveröffentlichung liegt das Historische Ortsnamenbuch von Sachsen in einer Onlineausgabe auf Qucosa vor. Das Hilfsmittel der Orts- und Regionalforschung ist somit als pdf-Datei durchsuchbar.

 

Das von der Sächsischen Akademie der Wissenschaften zu Leipzig (SAW) in der wichtigen regionalgeschichtlichen Reihe „Quellen und Forschungen zur sächsischen Geschichte“ herausgegebene dreibändige Werk stellt die Entwicklungsgeschichte von ca. 5.300 Siedlungs- und Wüstungsnamen dar, die in den Grenzen des heutigen Freistaates Sachsen überliefert wurden. Hinzu kommt der Namensbestand des thüringischen Kreises Altenburg (Altenburger Land), der siedlungs- und territorialgeschichtlich jahrhundertelang zum wettinischen Territorialstaat gehörte.

 

 

Ehemaliges Ortseingangsschild von Chemnitz (damals Karl-Marx-Stadt), aufgenommen im Sächsischen Industriemuseum Chemnitz / Kolossos @ Wikimedia Commons, CC BY-SA 3.0

 

In den ersten beiden Bänden wird die Geschichte jedes Namens mit möglichst lückenloser Belegkette dargestellt: von den ältesten Schreibungen über weitere Formen bis zur heutigen Gestalt einschließlich mundartlicher Lautung. Geboten werden Informationen zu Herkunft, Wortbildung, Etymologie und Typologie, zur Sprachgeschichte, zur Integration altsorbischer Toponyme sowie zu soziolinguistischen Merkmalen der Ortsnamen. Der dritte Band enthält auswertende Register, die das lexikalische Material erschließen.

 

Das Ortsnamenbuch ergänzt die Datenbankausgabe des Historischen Ortsverzeichnisses von Sachsen (HOV), die vom Institut für Sächsische Geschichte und Volkskunde (ISGV) betrieben wird. Das HOV weist fast 6.000 Stichwörter auf und verzeichnet neben den historischen Ortsnamenformen historisch-statistische Angaben zu den Siedlungen: geografischen Lage, verwaltungsmäßige Zugehörigkeit und Bevölkerungsentwicklung. Gemeinsam verdeutlichen die Werke die komplexe Siedlungsgeschichte Sachsens seit dem Mittelalter mit den wechselseitigen Bezügen von slawischer und deutscher Besiedlung.

 

Neben dem Historischen Ortsnamenbuch sind weitere aktuelle Publikationen der SAW auf Qucosa verfügbar, zum Beispiel die Edition der Briefe des bedeutenden Theologen Philipp Jacob Spener, eine „Chronologie der Naturwissenschaften“ und die Reihe „Studien zur Entwicklung von Mathematik und Physik in ihren Wechselwirkungen“. Weitere folgen. Seit 2009 findet sich in den Digitalen Sammlungen der SLUB die Kollektion der historischen Abhandlungen der Akademie der Wissenschaften der Jahre 1850 bis 1945.

 

Susanne Baudisch: Historisches Ortsverzeichnis und Historisches Ortsnamenbuch von Sachsen. Zwei Lexika - ein Wissenssystem

Kopieren Sie diesen Link in Ihren RSS-Reader

RSS 2.0 Nachrichten