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Autor: Michaela Voigt

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Artikel bei ResearchGate und Co hochladen: Welcher Verlag erlaubt was? Und wie Open Access ist das eigentlich?

Akademische Netzwerke erfreuen sich großer Beliebtheit: Die sicher bekanntesten Plattformen sind ResearchGate und Academia.edu, die nach eigenen Angaben über 10 Mio. bzw. 40 Mio. Mitglieder haben. Das Prinzip ist einfach: Wie bei anderen sozialen Netzwerken auch kann sich jeder kostenfrei registrieren und ein eigenes Profil anlegen. Die Plattformen versprechen, man könne sich mit Kolleginnen und Kollegen vernetzen, Publikationen mit anderen teilen, Statistiken bekommen über Aufrufe und Zitationen der eigenen Publikationen, interessante Stellen finden, und vieles mehr.

 

„Publikationen mit anderen teilen“ legt den Gedanken nahe, dass akademische Netzwerke auch Open Access fördern, und dass wer seine Publikationen hier einstellt, Open Access publiziert. Die Verantwortlichen von Repositorien sehen das häufig anders, so auch wir: Es geht beim Open-Access-Publizieren um weit mehr als das Hochladen von PDFs! Wirklich Open Access ist ein Artikel, wenn er in einem gesicherten, standardkonformen und offenen Archiv zur Verfügung gestellt wird.

 

Einen informativen Vergleich von akademischen Netzwerken mit Open-Access-Repositorien hat das Office for Scholarly Communication der University of California erarbeitet. Deutlich wird, dass akademische Netzwerke eine ganz andere Funktion erfüllen als OA-Repositorien – Vernetzung und Profilbildung stehen hier im Vordergrund. Kritikpunkte an den bestehenden Netzwerken sind u.a. Fehlen von standardisierten Schnittstellen, auf Vermarktung der Nutzerdaten abzielende Geschäftsmodelle und ein zu lockerer Umgang mit den Nutzerdaten. Repositorien, die von öffentlichen Einrichtungen betrieben werden, haben im Vergleich die zentrale Aufgabe, Inhalte langfristig verfügbar zu machen. Inhalte erhalten einen dauerhaften, zitierfähigen Identifier (DOI oder URN) und sind auch noch nach vielen Jahren verfügbar. Die Betreiber der Repositorien stellen offene Schnittstellen zur Verfügung und arbeiten mit digitalen Langzeitarchiven zusammen.

 

Trotz aller Kritik an ResearchGate und Co: Wenn man akademische Netzwerke nutzt und auch die Artikel teilen will, was gilt es dann zu beachten? Wir haben uns die Bedingungen von fünf großen Wissenschaftverlagen* genauer angeschaut: Dürfen Autorinnen und Autoren ihre Artikel in akademischen Netzwerken verfügbarmachen?

Verlag
Preprint** Postprint** Verlagsversion
DeGruyter nein nein nein
Elsevier ja nein nein
IEEE nein nein nein
Springer ja ja, 12 Monate nach Erscheinen nein
Taylor & Francis ja ja, Embargo abhängig von Zeitschrift (12–24 Monate)  nein

[*] Die Angaben gelten für Closed-Access-Artikel; sind die Artikel Open Access und unter einer freien Lizenz erschienen, dürfen Sie zu den Bedingungen dieser Lizenz genutzt und dann sehr wahrscheinlich auch in akademischen Netzwerken eingestellt werden.

[**] „Postprint“ steht für die akzeptierte Manuskriptversion, d. h. die Fassung des Beitrages, in die alle Änderungen aus dem Begutachtungsverfahren eingeflossen sind; im Satz und in der Seitenzählung jedoch nicht identisch mit der publizierten Verlagsversion. Dagegen meint „Preprint“ die ursprünglich eingereichte Fassung, sozusagen die Rohfassung des Artikels.

 

Die Vorgaben der Verlage im Detail:

  • DeGruyter erlaubt den Autorinnen und Autoren von Mehrfachautorenwerken (also für Beiträge in Fachzeitschriften, Anthologien, Sammelbänden oder Datenbanken) das Teilen der Manuskript- oder Verlagsversion auf der eigenen Webseite oder dem institutionellen Repositorium 12 Monate nach der Erstveröffentlichung. Die Beträge dürfen hingegen „nicht in öffentlichen und/oder kommerziellen thematischen Verzeichnissen“ (z.B. PubMed Central) eingestellt werden. Ebenfalls nicht gestattet ist das Einstellen von Volltexten in akademischen Netzwerken; dies wurde uns auf Anfrage vom Verlag bestätigt. (Quelle: DeGruyter Repository Policy, Open Access Policy, Auskunft Verlag)
  • Elsevier erlaubt, das eingereichte Manuskript eines Zeitschriftenartikels (Preprint) jederzeit und überall im Volltext verfügbar zu machen. Das finale Manuskript (Postprint) hingegen darf erst 12 bis 24 Monate nach erstem Erscheinen auf einem institutionellen oder disziplinären Repositorium eingestellt werden. Das Teilen in akademischen Netzwerken darf also nur für den Preprint, nicht für den Postprint oder gar die Verlagsversion erfolgen. (Quelle: Elsevier Sharing Policy.)
  • IEEE gestattet, eine Manuskriptfassung über institutionelle Repositorien online zu stellen. Die eingereichte Manuskriptfassung (Preprint) darf auch in bestimmten Fachrepositorien (insbes. arXiv.org) eingestellt werden; nach Erscheinen muss dies aber gegen das akzeptierte Manuskript (Postprint) ausgetauscht werden. Zum aktuellen Zeitpunkt ist das Einstellen von Volltexten in akademischen Netzwerken nicht gestattet; dies wurde uns auf Anfrage vom Verlag bestätigt. (Quelle: IEEE Electronic information dissemination policy, copyright form, FAQ on Authors‘ Posting of Accepted IEEE Papers, Auskunft Verlag)
  • Springer gestattet Autorinnen und Autoren von Zeitschriftenartikeln (Achtung, für Buchbeiträge gelten andere Regeln!), das eingereichte Manuskript (Preprint) jederzeit und das begutachtete Manuskript (Postprint) 12 Monate nach erstem Erscheinen online zu stellen. Die Beiträge dürfen in institutionellen oder disziplinären Repositorien oder akademischen Netzwerken eingestellt werden. (Quelle: Springer Self-archiving Policy, FAQ authors‘ rights)
  • Taylor & Francis gestattet Autorinnen und Autoren von Zeitschriftenartikeln (Achtung, für Buchbeiträge gelten andere Bestimmungen!), das eingereichte Manuskript (Preprint) jederzeit und das begutachtete Manuskript (Postprint) 12 bis 24 Monate nach erstem Erscheinen (abhängig von der Zeitschrift) online zu stellen. Die Beiträge dürfen in institutionellen oder disziplinären Repositorien oder akademischen Netzwerken eingestellt werden. (Quelle: Taylor & Francis Sharing your work, Open Access journal finder)

 

Unser Fazit: Nutzen Sie die Upload-Funktion in akademischen Netzwerken mit Bedacht – manche Verlage gestatten den Upload nicht für die Verlagsversion und für die Manuskriptfassung erst nach Ablauf eines Embargos; manche Verlage verbieten den Upload ganz und gar. Nutzen Sie akademische Netzwerke zum Netzwerken! Und nutzen Sie für das Open-Access-Publizieren nicht-kommerzielle, offene Plattformen (z.B. Qucosa, den sächsischen Dokumenten- und Publikationsserver für Wissenschaft und Wirtschaft), die eine langfristige freie Verfügbarkeit und Archivierung sicherstellen. Bei der Prüfung, welche Version Sie im Repositorium wann verfügbar machen dürfen, unterstützen wir TU-Angehörige gern!

 

Dieser Blogpost wurde von Michaela Voigt - ehemalige Mitarbeiterin im Open Access-Team der SLUB - im Blog der Universitätsbibliothek der Technischen Universität Berlin veröffentlicht und steht unter einer Creative Commons Namensnennung 4.0 International Lizenz.

 

Danke für diesen Hinweis:

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Open Access-Zeitschrift Medienwelten zu Filmbildung und narrativer Pädagogik

"Filmbildung und narrative Pädagogik" ist das Thema der dritten Ausgabe der Open Access-Zeitschrift Medienwelten – Zeitschrift für Medienpädagogik und zugleich die erste Sonderausgabe der neuen Reihe "Medienpädagogik vorgestellt". Hier veröffentlichen in loser Folge Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler medienpädagogische Themenschwerpunkte ihrer Wahl als Ko-HerausgeberIn. Mit dem aktuellen Thema präsentiert Prof. Ralf Vollbrecht Fachbeiträge zu diesem Schwerpunkt der Forschung und Lehre an der TU Dresden.

 

 

"Medienwelten" ist eine junge Open Access-Zeitschrift, die nun von der SLUB technisch betreut wird. Die erste Ausgabe erschien bereits im Herbst 2013. Sie wird herausgeben von Prof. Ralf Vollbrecht, Professor für Medienpädagogik der Fakultät Erziehungswissenschaften, und Christine Dallmann, wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Professur für Medienpädagogik. Die Herausgeber besetzen mit der Zeitschrift eine Nische der Medienpädagogik, um ein Forum für theoretische und empirische Diskurse und dem wissenschaftlichen Nachwuchs Möglichkeiten zur Veröffentlichung ihrer Forschungsergebnisse zu bieten. Sie können sich für die Zeitschrift Medienwelten auch als Leserin und Leser registrieren, um keine Ausgabe zu verpassen.

 

Die Open Access-Zeitschrift wurde kürzlich vom Hostingangebot des Medienzentrums der TU Dresden auf das Portal Qucosa.Journals übertragen, Nun ist es unter oa.slub-dresden.de/ejournals/zfm/ zu finden. Für die Herausgeberin und den Herausgeber sowie die Leserinnen und Leser der Medienwelten ändert sich durch den Wechsel nichts. Nur die Ansprechpartner für alle technische Fragen wechselten.

 

Weitere Open Access-Zeitschriften sind schon in Vorbereitung. Wenn Sie erwägen, eine eigene Open Access-Zeitschrift zu gründen oder eine bestehende Zeitschrift in ein Open Access-Modell zu überführen, dann empfehlen wir unseren Dienst Qucosa.Journals. Bitte kontaktieren Sie bei Interesse das Open Access-Team der SLUB oder buchen Sie einen individuellen Termin in unserer Wissensbar.

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Artikel zweitveröffentlichen? Mit Qucosa leicht gemacht!

Michael Rosenthal ist wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Professur für Forstnutzung der TU Dresden. Er hat 2009 an der TU Dresden promoviert und seine Dissertation auf Qucosa elektronisch veröffentlicht. Seitdem meldet er auch regelmäßig Artikel zur Zweitveröffentlichung auf Qucosa an. Er beschreitet damit den sogenannten grünen Weg des Open Access-Publizierens, bei dem zusätzlich zur traditionellen Closed Access-Publikation die Beiträge zusätzlich auf einem Dokumentenserver im Internet bereitgestellt werden. Wir haben uns von Herrn Rosenthal berichten lassen, was ihn dazu motiviert und welche Erfahrungen er damit in den letzten Jahren gesammelt hat.

 

Was hat Sie dazu bewogen, Ihre wissenschaftlichen Beiträge zusätzlich online auf Qucosa zu veröffentlichen?

 

Die in den letzten Jahren auf Qucosa zweitveröffentlichten Artikel wurden zuerst in einer auflagenstarken, praxisnahen Fachzeitung veröffentlicht, die jedoch nur in Papierform erscheint. Um die Artikelinhalte einem breiten, außeruniversitären Publikum zugänglich zu erhalten, stelle ich sie danach regelmäßig über Qucosa ins Internet. Mir persönlich ist der freie Zugang zu Wissen sehr wichtig, da er den wissenschaftlichen Erkenntnisgewinn fördert und auch ich stark davon profitiert habe bzw. profitiere.

 

Wie schätzen Sie die Resonanz zu Open Access in Ihrem Fachbereich und unter Ihren Kolleginnen und Kollegen ein?

 

In meinem Fachbereich wird das Thema Open Access durchaus kontrovers diskutiert. Eine Befürchtung vieler Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler ist, dass Inhalte, die frei im Internet zur Verfügung gestellt werden, nicht mehr ordentlich zitiert und verwendet werden. Allerdings gelten auch für Open Access-Publikationen die gleichen Maßstäbe an die gute wissenschaftliche Praxis wie für "traditionelle" Publikationen.

 

Ist Open Access-Publizieren an Ihrem Lehrstuhl üblich?

 

Für die Veröffentlichung von Dissertation ist die Nutzung von Qucosa ein übliches Verfahren. Ein darüber hinausgehendes Open Access-Publizieren ist in meinem Bekanntenkreis bisher kein Thema. Für die eigenen Veröffentlichungen wird es häufig als ausreichend erachtet, dass sie von anderen Wissenschaftlern gelesen werden und diese erhalten über ihre jeweiligen Forschungseinrichtungen Zugang zu den Onlineausgaben der meisten wissenschaftlichen Zeitschriften.

 

Mit den Erfahrungen, die Sie in den letzten Jahren gesammelt haben: Können Sie anderen jungen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern das Open Access-Publizieren – ob in Open Access-Zeitschriften (der sogenannte goldene Weg)  oder als Zweitveröffentlichung auf Qucosa (der sogenannte grüne Weg) – empfehlen?

 

Open Access führt zu einer größeren Sichtbarkeit der eigenen wissenschaftlichen Leistung. Für mich ist aber auch ein anderer Aspekt wichtig: Bildung und Forschung werden in Deutschland überwiegend mit öffentlichen Geldern finanziert. Dies birgt in meinen Augen auch die Verpflichtung, der Gesellschaft etwas zurückzugeben. Der freie Zugang zu Wissen steht für mich dabei an vorderster Stelle!

 

Wenn Sie dem Beispiel von Herrn Rosenthal folgen wollen, unterstützt die SLUB Sie gerne dabei. So können Sie uns beispielsweise mit der notwendigen Rechteprüfung für eine Zweitveröffentlichung Ihrer Forschungsarbeit beauftragen. Lesen Sie mehr über unser Serviceangebot Rechteprüfung auf unserer Webseite oder fragen Sie uns: openaccess@slub-dresden.de.

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Journal of Vietnamese Environment – Open Access-Zeitschrift powered by TUD und SLUB

Eine eigene wissenschaftliche Zeitschrift gründen? Diesen Schritt ging Dr. Catalin Stefan vom Institut für Abfallwirtschaft und Altlasten (IAA) der TU Dresden bereits vor über zwei Jahren. 2011 erschien die erste Ausgabe des “Journal of Vietnamese Environment”. Zunächst unterstützt durch das Medienzentrum der TU Dresden übernimmt nunmehr die SLUB das Hosting und führt die Zeitschrift auf der neuen Plattform Qucosa.Journals fort. Wir haben uns von Dr. Stefan von seinen Erfahrungen beim Herausgeben einer Open Access-Zeitschrift berichten lassen:

 

Was hat Sie bewogen, eine eigene Zeitschrift zu gründen?

 

Unser Institut ist seit 14 Jahren in Vietnam im Bereich Umweltforschung sehr aktiv. So führen wir zum Beispiel mit unseren vietnamesischen Partnern bilaterale Forschungs- und Entwicklungsprojekte durch und haben in den vergangen Jahren verschiedene Aus- und Weiterbildungsprogramme initiiert (erfahren Sie mehr über unsere Aktivitäten in Vietnam auf der TU-Webseite). Wir haben dabei ein wachsendes Engagement für Umweltschutz in Vietnam beobachtet. Gleichzeitig mussten wir jedoch feststellen, dass es nur wenige Fachpublikationen in dem Bereich gibt. Die Überlegung war also einfach: Wenn es kein Publikationsorgan mit diesem Zuschnitt gibt, warum nicht einfach selbst eines ins Leben rufen? (Foto: privat)

 

Die Inhalte der Zeitschrift sind weltweit frei über das Internet verfügbar; die Beiträge erscheinen unter einer Creative Commons-Lizenz. Warum haben Sie sich für das Open Access-Modell entschieden?

 

Diese Entscheidung lag für uns nahe: Für Forschungseinrichtungen und Bibliotheken in Vietnam ist es oftmals schwer, ihren Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern Zugriff auf begutachtete, wissenschaftliche Forschungsergebnissen zu ermöglichen. Sie können ganz einfach die oft horrenden Kosten für Zeitschriftenabonnements nicht tragen. Für uns hat der uneingeschränkte Wissensaustausch mit unseren vietnamesischen und auch anderen internationalen Partnern die höchste Priorität. Auf die Inhalte des Journal of Vietnamese Environment können alle Interessierten weltweit sofort nach Veröffentlichung zugreifen, ohne dafür Lizenzkosten zu zahlen. Das entspricht ganz unseren Anforderungen an den freien Wissensaustausch.

 

Wenn es keine Einnahmen über Subskriptionskosten gibt, wie trägt sich denn das Journal dann finanziell?

 

Alle Beteiligten arbeiten unentgeltlich an der Zeitschrift mit – sei es als Editor, Reviewer oder bei sonstigen Aufgaben. Die Mitarbeit ist sozusagen das Engagement in der Fachwelt eines und einer jeden Einzelnen. Dank der Unterstützung der SLUB, die uns die technische Plattform kostenfrei zur Verfügung stellt, fallen auch keine Kosten für Server oder für Programmierarbeiten an. Wir erheben keine Artikelgebühren, wie es in anderen Open Access-Zeitschriften üblich ist, um sich zu refinanzieren. Das soll auch in Zukunft so bleiben!

 

Warum sollten Autorinnen und Autoren Ihrer Meinung nach in Open Access-Zeitschriften publizieren?

 

Der entscheidende Grund ist natürlich die Erhöhung der Sichtbarkeit durch eine breite Zugänglichkeit. Die Open-Access-Zeitschriften hatten am Anfang keinen so guten Ruf, weil für viele Autoren "kostenlos" gleich "minderwertig" bedeutet. Das ist aber ein Trugschluss. Für Open Access-Zeitschriften gilt das Gleiche wie für traditionelle Zeitschriften: Die Qualität der Beiträge steht und fällt mit den Autorinnen und Autorinnen, den Gutachterinnen und Gutachterinnen und natürlich den Herausgeberinnen und Herausgebern. Der einzige Unterschied, den man pauschal feststellen kann, ist das Umkehren des Finanzierungsmodells – nämlich dass nicht für das Lesen der Beiträge gezahlt wird, sondern ihr Entstehen. Ob über Artikelgebühren oder über institutionelles Sponsoring. Da mag es verschiedene Ansätze geben, die sicher alle ihre Berechtigung haben. Über die Qualität der Zeitschrift sagt dies jedoch wenig aus!

 

Was können Sie Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern mit auf den Weg geben, die darüber nachdenken, eine Zeitschrift zu gründen?

 

Eine Zeitschrift zu gründen, stellt einen vor viele Herausforderungen. Ich würde dazu raten, dass man versucht sich folgende Fragen zu beantworten: Wodurch hebt sich meine Zeitschrift von den vielen anderen ab (thematisch, geographisch, …)? Im Produktmanagement würde man wohl sagen, was ist der Unique Selling Point. Kann ich ausreichend Expertise im Arbeitsfeld der geplanten Zeitschrift aufweisen? Kann ich genügend Mitglieder für den redaktionellen Beirat und Gutachter für das Peer Review finden? Und natürlich auch: Welche technischen Instrumente habe ich für das Management der Zeitschrift zur Verfügung? Nicht zuletzt muss man sich auch mit der Frage auseinander setzen, wie man die anfallenden Kosten bewältigt, auch auf lange Sicht.

 

Eine wissenschaftliche Zeitschrift zu gründen, birgt viele Herausforderungen. Die SLUB unterstützt Sie gern bei der technischen Umsetzung. Lesen Sie mehr über den neuen Dienst der SLUB im SLUBlog, kurz auf der SLUB-Webseite oder detailliert auf der Webseite unseres neuen Angebots Qucosa.Journals. Gern erläutern wir, welche Möglichkeiten Ihnen Qucosa.Journals bietet.

 

 

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Qucosa.Journals – Zeitschriften herausgeben leichtgemacht

Das Angebot der SLUB zum Open Access-Publizieren ist nunmehr um eine Möglichkeit reicher: Qucosa.Journals bietet Ihnen die Möglichkeit elektronische Zeitschriften selbst herauszugeben. Hinter Qucosa.Journals steht die freie Software Open Journal Systems (OJS), ein weit verbreitetes und leistungsfähiges Redaktionssystem. Darüber können Sie als Herausgeber oder Herausgeberin einer Zeitschrift mit Leserinnen und Lesern sowie Autorinnen und Autoren kommunizieren (Aktuelles, Call for Paper, interne Benachrichtigungen), redaktionelle Arbeitsabläufe (u.a. Peer Review, Lektorat) organisieren und die Zeitschriftenartikel online veröffentlichen. Während auf dem sächsischen Dokumenten- und Publikationsserver Qucosa die Veröffentlichung von Einzeldokumenten erfolgt, ist Qucosa.Journals spezifisch für Zeitschriften ausgelegt. Wenn Sie also z.B. Ihre Dissertation, einen Konferenzbeitrag oder einen Forschungsbericht publizieren wollen, nutzen Sie wie gewohnt Qucosa. Für die Herausgabe von Zeitschriften steht Ihnen ab sofort Qucosa.Journals zur Verfügung.

 

Dabei profitieren Sie von den Diensten der Bibliothek: Die Beiträge erhalten mit einer DOI (Digital Object Identifier) eine persistente Adresse, die die langfristige Zitierbarkeit garantiert. Die Inhalte der mit Qucosa.Journals veröffentlichten Zeitschriften gehen in das digitale Langzeitarchiv der SLUB Dresden ein und sind somit dauerhaft zugänglich.

 

Sind Sie neugierig geworden? Um sich ein Bild zu machen, können Sie sich das "Journal of Vietnamese Environment" ansehen, das von Dr. Catalin Stefan vom Institut für Abfallwirtschaft und Altlasten der TU Dresden herausgegeben wird. Zunächst unterstützt durch das Medienzentrum der TU Dresden wurden seit 2011 schon sechs Ausgaben veröffentlicht. Nunmehr übernimmt die SLUB das Hosting und führt die Zeitschrift in Qucosa.Journals fort.

  

Ob für die Gründung einer neuen Zeitschrift oder zur Überführung einer bereits bestehenden Zeitschrift in das Open Access-Modell – gern beraten wir Sie über die Möglichkeiten, die Ihnen Qucosa.Journals bietet. Sie können einen persönlichen Beratungstermin in der Wissensbar vereinbaren, uns per E-Mail (openaccess@slub-dresden.de) oder telefonisch (4677-281) kontaktieren.

 

Eine besondere Gelegenheit zum Austausch bietet sich während der internationalen Open Access Week. Wir laden Sie herzlich am 21. Oktober 2013 zum Open Frühstück in den Trefftz- Bau der TU Dresden ein. Schauen Sie vorbei und kommen Sie mit uns über Open Access und die Angebote der SLUB ins Gespräch!

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