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  1. SLUB Dresden
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SLUBlog

Autor: Thomas Bürger

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300.000 plus x - Die Vermessung des 17. Jahrhunderts kommt voran

Die 300.000er-Marke ist überschritten. Das Verzeichnis der im deutschen Sprachgebiet erschienenen Drucke des 17. Jahrhunderts (VD17) verzeichnet jetzt mehr als 300.000 Drucke in mehr als 700.000 Exemplaren. Als dieses nationale Projekt mit Förderung der DFG in der 1980er-Jahren geplant wurde, schätzte man die Gesamtzahl auf 265.000 Buchtitel in mindestens doppelt so viel Exemplaren. Inzwischen haben rund 50 Bibliotheken, darunter besonders bestandsreiche wie die in Berlin, Dresden, Göttingen, Gotha, Halle, München, Weimar und Wolfenbüttel ihre Bücher im VD17 nachgewiesen. Allein die SLUB konnte zwischen 1996 und 2006 mit Förderung der DFG rund 67.000 Titelnachweise in 78.000 Exemplaren beisteuern.

 

Die Dokumentation der Buchproduktion eines Jahrhunderts ist die Grundlage für dessen Kenntnis. Erfasst werden – als Forschungsdaten in normierter Form – Namen von Autoren und Orten, die Schriftengattungen, darüber hinaus Widmungsempfänger, Zensoren oder Buchprovenienzen. So entsteht eine repräsentative Dokumentation früherer Netzwerke und Wissenszentren.

 

Das Elbtal in Dedekinds Musenlust, Dresden 1657, ist ein Sitz der Künste. Die deutschen Künstler (rechts) sind jetzt den klassischen Musen (links) ebenbürtig. (Titelblatt zu Dedekinds 'Elbianischer Musenlust' von P.P. Troschel, df_hauptktalog_0027351)

 

Hintergründe

Das 17. Jahrhunderts ist die Zeit der konfessionellen Konflikte im territorial zersplitterten Europa, die Zeit des Absolutismus und der aufblühenden Naturwissenschaften. 1618 begann der Dreißigjährige Krieg, der Tod und Elend brachte. Entsprechend häufig ist das Sterben ein Thema, die Schriftgattung der protestantischen Leichenpredigt ist weit verbreitet.

 

Die Universitäten blühen auf, viele der damals namhaften Universitäten wie die in Altdorf oder Helmstedt wurden in napoleonischer Zeit, die jesuitischen Hochschulen im Zuge der Säkularisation aufgelöst. Mehr als 63.000 meist lateinische Dissertationen enthält das VD17, die meisten waren – gemessen an heutigen Umfängen kulturwissenschaftlicher Doktorarbeiten – erstaunlich kurz. Dafür waren die Enzyklopädien und wissenschaftlichen Fachbücher umso voluminöser.

 

Das 17. Jahrhundert ist schließlich die Epoche, in der Zeitschrift und Zeitung entstanden, um wissenschaftliche und politische Nachrichten schneller verbreiten zu können. Die Informationsbeschleunigung hat eine lange Vorgeschichte und spielte in Zeiten kurzer Lebenserwartung eine wichtige Rolle. Leipzig, die Stadt der ersten deutschen Tageszeitung 1650, war bereits das Buch- und Messezentrum, das im 18. bis 20. Jahrhundert dann in die ganze Welt ausstrahlte.

 

Zukunft des Projektes

Was früher weit verbreitet war, ist heute besonders selten. Deshalb ist zu erwarten, dass noch manche Funde insbesondere in kleineren Bibliotheken, aber auch in dicken Sammelbänden großer Bibliotheken sowie in den Bibliotheken außerhalb des deutschen Sprachgebiets möglich sind. Bis 2020 sollen 90% aller verzeichneten Bücher komplett digitalisiert, wenige Jahre später mittels Fraktur-OCR im Volltext durchsuchbar sein.

 

Die dauerhafte Fortführung des VD17 haben seit 2007 die Bibliotheken in Berlin, München und Wolfenbüttel übernommen. Es ist zu wünschen, dass neue Partnerbibliotheken mitmachen und dass bald interessante Auswertungen und Visualisierungen der Daten die barocke Bücherlust der Digital Humanities anheizen.

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Spector Books erhält sächsischen Verlagspreis am heutigen Tag des Buches

Der Leipziger Verlag Spector Books ist anders: die Bücher, die Webseite, das Sortiment. Er verbindet auf sehr originelle Weise die Arbeit von Künstlern, Autoren, Designern, Druckern und Buchbindern. Nun erhält er den sächsischen Verlagspreis: „Im Wissen um die Bedeutung engster Verknüpfung von Inhalt und Form stehen die Verleger und die Verlegerin Anne König, Jan Wenzel und Markus Dressen mit ihrer Arbeit sowohl in der grafischen Tradition der Buchstadt Leipzig als auch für deren Experimentierfreudigkeit“, begründete die siebenköpfige Jury ihre Wahl.


Zum vielseitigen Verlagsangebot zählen zum Beispiel Jonas Mekas „Ich hatte keinen anderen Ort“, der Bericht des litauischen, in New York lebenden Filmemachers über seine Flucht durch Nazi- und Nachkriegs-Deutschland als displaced person, oder das von Armin Linke gestaltete Buch über das Schicksal von Flüchtlingen heute („Lampedusa. Bildgeschichten vom Rande Europas“).




Nach Nordrhein-Westfalen ist Sachsen das zweite Bundesland, das einen eigenen Verlagspreis für unabhängige Verlage auslobt. Die Verleihung findet am Welttag des Buches statt: Seit 1995 wird der 23. April als UNESCO-Festtag für das Lesen begangen (Shakespeare und Cervantes sollen am 23. April 1616 gestorben sein).

 

Die Gast-Rede im Alten Rathaus Leipzig hält Denis Scheck, den Preis überreicht Ministerin Dr. Eva-Maria Stange.

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Forschungsdesign 4.0 – Tagung über Datengenerierung und Wissenstransfer

Vom 19.-21. April diskutieren auf Einladung des ISGV rund 100 Kulturwissenschaftler*innen im Vortragssaal der SLUB über digitale Wissenschaft. Nach einem reichlichen Jahrzehnt der Digitalisierung zeichnet sich eine neue Phase und Qualität von Digitalität ab. Sie unterstützt und prägt alle Prozesse der Wissensproduktion von der Ideenfindung und Quellensammlung über die Methoden des Forschens und Teilens bis hin zur Dokumentation, (Open Access-) Publikation und Langzeitsicherung.

 

Doch wie finden im Alltag viele noch unverbundene Projekte und Initiativen zueinander? Ira Spieker, Kulturanthropologin und Ethnologin am Institut für Geschichte und Volkskunde (ISGV) und Tagungsleiterin, hat 22 Referentinnen und Referenten insbesondere aus der Landesgeschichte gebeten, methodische, organisatorische und projektpraktische Erfahrungen zu teilen und Möglichkeiten der „Wissensproduktion 4.0“ zu diskutieren.

 

Offensichtlich ist schon jetzt: Forschergruppen und Infrastruktureinrichtungen wie Archive, Bibliotheken, Museen und Rechenzentren müssen sich unter- und miteinander kreativ und verlässlich verbünden, wenn der Sprung ins Forschungsdesign 4.0 nachhaltig gelingen soll.

 

Bund und Länder wollen - den Empfehlungen des Rats für Informationsinfrastrukturen (RfII) folgend - noch in diesem Jahr den Weg für eine Nationale Forschungsdateninfrastruktur (NFDI) freimachen. Die Idee ist, dass sich Fachcommunities und Infrastrukturen auf starke Bündnisse verständigen und erfolgreiche Initiativen und Projekte national verstetigt und in internationalen Kontexten vernetzt und ausgebaut werden können. Das kluge Kombinieren und Ausbalancieren von wissenschaftlicher Konkurrenz und Kooperation, von Innovation und Nachhaltigkeit, von fachlicher und infrastruktureller Expertise wird also für das Zustandekommen der NFDI und ihr Gelingen ausschlaggebend sein.

Die Tagung lädt an den Digital Humanities Interessierte ein, die Chancen und Herausforderungen digitaler Wissensproduktion und -vernetzung anzunehmen und mitzugestalten.

Die Konferenz Forschungsdesign 4.0 - Datengenerierung und Wissenstransfer in interdisziplinärer Perspektive des ISGV e.V. findet vom 19.-21. April 2018 im Vortragssaal der SLUB statt.

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Frohe Festtage und ein gutes Neues Jahr

Liebe BesucherInnen der SLUB,

 

die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der SLUB wünschen Ihnen frohe Festtage und ein gesundes und glückliches Neues Jahr. Zwischen den Jahren hat die Zentralbibliothek wie üblich für Sie geöffnet.

 

Unsere Online–Dienste stehen Ihnen wie gewohnt durchgehend zur Verfügung. Ein Vergnügen ist es, auf dem Tablet in den historischen Kollektionen zu stöbern und zu lesen. Die Karikatur unserer diesjährigen Weihnachtskarte finden Sie z.B. in einer Illustrierten von 1927. Schon vor 90 Jahren fühlten sich viele durch Einkauf und Umtausch zwischen den Jahren gestresst.

 

Entspannen Sie sich also und blättern Sie online z.B. in den digitalisierten Illustrierten

 

Wir freuen uns auf Sie im neuen Jahr.

Mit besten Grüßen
Ihr Thomas Bürger

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Ein Leser par excellence – Roger Paulin zum 80. Geburtstag

Umberto Eco wusste, wie man Bibliothekare glücklich macht: man muss sie um Auskunft bitten. Noch glücklicher sind Bibliothekare freilich, wenn Wissenschaftler ihnen helfen, unbekannte Teile der Überlieferung aus den Magazinen zu heben und diese zu erforschen.

Ein Leser und Forscher par excellence ist Roger Paulin, der heute in Cambridge seinen 80. Geburtstag feiert. Seit Jahrzehnten erforscht der in Neuseeland Geborene, der in Heidelberg studierte und bis 2005 Germanistik in Cambridge lehrte, die europäische Literatur und Kultur der Aufklärung und Romantik.
In Zeiten des geteilten Deutschland fuhr er mit seiner aus Kiel gebürtigen Frau Traute, die er während des Studiums kennenlernte, im Familien-Passat an die Orte deutscher Romantik, natürlich auch nach Dresden.
Dem Dresdner Ludwig Tieck widmete er 1985 eine literarische Biographie, mit seinem jüngsten Buch, 2016 englisch und 2017 deutsch erschienen, verfasste er die erste umfassende Biographie über den Kosmopoliten, Kritiker, Übersetzer und Autor August Wilhelm Schlegel. Dafür studierte er intensiv den umfangreichen Dresdner Nachlass, nicht zuletzt auch Schlegels Manuskripte seiner berühmten Shakespeare-Übersetzungen.
Roger Paulin hat uns ermutigt, die über 5000 Briefe umfassende Korrespondenz mit über 700 europäischen Persönlichkeiten in einer digitalen Edition zu veröffentlichen, die seit 2012 von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) gefördert wird.

Wir gratulieren Roger Paulin zu seinem runden Geburtstag und zu seinem neuen großen Standardwerk über August Wilhelm Schlegel. Und wir danken ihm, dem Leser par excellence, für zahlreiche Impulse und Ermutigungen: ad multos annos!

Kommentare

@Sam
13.06.2018 07:43
Prima. Ich gratuliere!
13.06.2018 00:04
ein neuer Hut
09.06.2018 07:41
@kaputte Scheiben
31.05.2018 14:54
kaputte Scheiben
30.05.2018 21:56

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