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Beginn einer Trendwende? Die aktuellen Quartalszahlen. Ausleihen erstmals rückläufig

Das Jahr 2011 ist schon wieder über drei Monate alt und wir erhalten mit den Quartalszahlen für Januar bis März Gelegenheit zu einer ersten Zwischenbilanz. Nachdem unsere Ausleihzahlen seit Jahren nur eine Richtung kannten und allein zwischen 2005 und 2010 um fast 13% wuchsen, liegen wir im ersten Quartal mit 615.139 Entleihungen um 5% hinter dem Vorjahresergebnis. Dagegen sind die Zahlen der Benutzerneuaufnahmen (2.351 bzw. +2%) und der Bibliotheksbesuche gestiegen. Das zeigt, dass sich die Bibliothek in der Gesamtbilanz positiv weiterentwickelt. Der leicht gegenläufige Trend bei den Ausleihen macht uns nicht unruhig: Das Jahr ist noch lang und selbst wenn die Entwicklung anhielte, läge das Endresultat immer noch etwas über dem von 2008, wäre also das drittbeste in der Bibliotheksgeschichte.

Vielleicht bedeutet das aber nun auch tatsächlich das eigentlich schon länger erwartete Überschreiten des Scheitelpunkts bei der Nachfrage nach Printmedien. Dass die Entleihungen trotz sehr rasch wachsender Verfügbarkeit und Nutzung von elektronischen Ausgaben nicht zurückgehen, hat viele Fachleute schon häufig gewundert. Nun könnte der Zeitpunkt erreicht sein, an dem sich die Wagschale zu senken beginnt. Mit der Einführung des neuen SLUB-Katalogs, der E-Medien möglichst umfassend in die Recherche integriert, unserer dynamischen Massendigitalisierung und einer breiten Lizenzierung von elektronischen Verlagspublikationen hat die SLUB besonders viel getan, um den Medienwandel voranzubringen. Da die Nutzung der digitalen Fachinformation als Leistungsindikator für Bibliotheken zunehmend wichtig ist, werden wir uns im laufenden Jahr intensiv darum kümmern, die Nachfrage in diesem zentralen Bereich noch differenzierter messen zu können. Sind Buch und Bibliothek damit dem Untergang geweiht? Sicher nicht. Als Kultureinrichtungen mit jahrhundertelanger Tradition erfinden sich Bibliotheken nur momentan neu - und Sie sind dabei.

7 Kommentar(e)

  • René
    08.05.2011 13:16
    verändertes Umfeld

    Ob es sich um eine Trendwende handelt, lässt sich jetzt nur spekulieren. Ich persönlich glaube eher, dass das veränderte Umfeld der letzten Jahre erstmals in den Zahlen aus dem Hintergrundrauschen hervortritt.

    Ältere Bücher werden zunehmend digitalisiert, Forschungsaufsätze erscheinen zunehmend auf Open-Access-Servern und auch Zeitungs- und Zeitschriftenartikel sind mehr und mehr online abrufbar.

    Stellt man nun bei einem Digitalisat fest, dass einige Seiten schlecht lesbar sind, geht man in die Bibliothek und liest sie sich vor Ort durch, die Ausleihe bleibt mithin unnötig. Dank diversen Verträgen hat die SLUB auch Zugang zu Zeitschriftenservern und Datenbanken, die im allgemeinen nicht kostenfrei nutzbar sind – aus dem Bibliotheksnetz hat man einen kostenfreien Zugriff, auch ohne dass man sich Bücher ausleihen muss.

    Und nicht zuletzt dürfte auch der Anteil derjenigen, die nur zum Surfen oder Videotelefonieren (!) in die Bibliothek gehen, in den letzten Jahren eher nicht gefallen sein.

  • Maximum
    26.04.2011 14:45
    Alles Zahlenhascherei

    Ich denke das wird sich die kommende Jahre fortsetzen. Bücher sind einfach zu langsam für eine aktuelle Informationsvermittlung. Und eine reine Quellen oder Wissensrecherche kann heute auch ohne Ausleihe eines Buches erfolgen.

    P.S. Ich finde es ist Zeit für eine neue Webseite, die jetzige wirkt altbacken.

  • Pragmatikerin
    21.04.2011 20:53
    Krümelka....

    @Konstatin
    Kleinlich, das bist du!

  • Konstantin Schubert
    13.04.2011 16:10
    Verzugsgebühren verhindern Ausleihen?

    Für mich sind die hohen Verzugsgebühren ein Grund, weniger Bücher auszuleihen. Es ist mir in den vergangenen Jahren zwar erst ein mal passiert, dass ich ein Buch nicht rechtzeitig zurückgebracht habe. Aber das Risiko ist mir bei mehr als drei Büchern doch zu hoch.
    Vielleicht würde ein gestaffeltes System Abhilfe schaffen.

    • TutNichtsZurSache
      19.04.2011 19:32
      Kann ich nicht nachvollziehen

      Ganz ehrlich, aber das verstehe ich nicht. Was machst du denn, wenn du ein oder mehrer Bücher dringend brauchst? Kaufst du dir die dann für viel viel mehr Geld als die möglichen Verzugsgebühren??? Sehr merkwürdig deine Einstellung. Ich bin weiß Gott keiner, der seine Bücher immer pünktlich zurückbringt, leihe mir aber dennoch Bücher aus. Aus dem einfachen Grund, weil ich sie brauche. Das ist ja auch der Sinn einer Bibliothek.... Und um es ehrlich zuzugeben: Wenn die Verzugsgebühren nicht wären, würden wahrscheinlich viele (ich bestimmt auch) ihre Bücher ständig viel später abgeben.

  • SlubChallenge - New York Public Library als Vorbild
    09.04.2011 12:12
    SlubChallenge - New York Public Library als Vorbild

    Via a dear friend from Melbourne, http://twitter.com/marigo, I learned about this project:

    http://on.mash.to/dZD9AN

    500 participants on 100 challenging questions around the library.

    How about installing something similar for the forthcoming http://mobilecamp.de taking place on May 14th and 15th?

    Happy to connect and have a great weekend!

  • RalfLippold
    08.04.2011 05:48
    Trendwende - Tipping Point

    Lesen - stets hybrid: online & print

    Alle Daumen für die SLUB!!!

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