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A.W. Schlegel digital. Neues DFG-Kooperationsprojekt an der SLUB

"Mit zunehmendem Alter wuchs Schlegels Eitelkeit, so dass er immer öfter Ziel des Spottes wurde", schreibt Wikipedia über August Wilhelm Schlegel (1767-1845). Vielleicht ein Grund, weshalb Schlegels vielfältige historische Leistungen heute kaum noch bekannt sind. Der Bruder Friedrich Schlegels gilt unter anderem als Mitbegründer der Romantik, bedeutender Literaturkritiker und Shakespeare-Übersetzer sowie erster deutscher Professor der Indologie (1818 an der Universität Bonn). Mit zahlreichen Geistesgrößen seiner Zeit stand er in engem Kontakt. Entsprechend umfangreich ist seine überlieferte Korrespondenz, die als Teil des Nachlasses 1873 und 1998 durch die SLUB erworben wurde.

 

In einem gemeinsamen Projekt mit den Universitäten Marburg und Trier werden die rund 3.000 Schlegel-Briefe aus unserem Bestand und 2.000 Briefe aus 80 weiteren Einrichtungen digitalisiert, transkribiert und elektronisch ediert. Die auf diesem Weg hergestellte wissenschaftliche Editionsumgebung soll für ähnliche Projekte wegweisend sein. Das Projekt startet am 1. März, wird von der Deutschen Forschungsgemeinschaft gefördert und ist auf fünf Jahre angelegt. Zwischenergebnisse, zum Beispiel die 3.000 digitalisierten Briefe, werden deutlich früher verfügbar sein.

 

Von Friedrich Schlegel, der die letzten Lebensjahre in Dresden verbracht hat, gibt es in unseren Sammlungen übrigens auch das eine oder andere interessante Stück; zum Beispiel ein Widmungsgedicht für Clara Schumann. Friedrich Schlegels Grab befindet sich auf dem Alten Katholischen Friedhof in Dresden.

2 Kommentar(e)

  • Thomas Bürger
    03.03.2012 14:49
    Schlegel überall

    Die Briefe von und an A.W. Schlegel aus der Bonner Universitätsbibliothek kommen gleich nach den Dresdnern in die digitale Präsentation, schließlich war Bonn einer seiner wichtigsten Wirkungsorte. Hier liegt er auch prominent begraben, in der Nähe von Clara und Robert Schumann.
    An der Humboldt-Universität wurde gerade eine A.W. Schlegel-Professur eingerichtet, die Forschung bekommt also aktuell neue Impulse. In Berlin und Wien zahlten die Adelsdamen einst hohe Zuhörergebühren für Schlegels Vorlesungen, der eitle Herr war ein Star unter den Professoren, zudem der Reich-Ranicki um 1800. In Bonn saß übrigens auch Karl Marx unter seinen Studenten - die Einträge und Quittungen seiner Zuhörer sind in der SLUB erhalten.

  • Kerstin Stüssel
    02.03.2012 16:35
    Bonn

    Sehr herzlichen Glückwunsch an alle Beteiligte! Das Projekt wird hoffentlich vielfältigst genutzt, auch aus Bonn...

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