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Celebrity & Fashion - Neues in der Deutschen Fotothek

Neu in der Deutschen Fotothek sind einige hundert Aufnahmen der Fotografin Ingrid von Kruse, die neben zahlreichen Bildbänden zu verschiedenen Themen vor allem durch ihre fotografischen Bildnisse von Zeitzeugen vornehmlich aus deutschsprachigem Raum bekannt geworden ist: Politiker wie Richard von Weizsäcker, Philosophen wie Karl Popper, Künstler wie Emil Schumacher und Pina Bausch, Schriftsteller wie Martin Walser und Musiker wie Hans Werner Henze. (Daneben Menschen mit außergewöhnlichen Schicksalen, Menschen, deren Gesichter von diesen Schicksalen erzählen).

 

Ingrid von Kruse hat sich den Menschen, die sie photographieren wollte, mit äußerster Umsicht genähert. „Auf eigene Weise geschah das, ohne Auftrag von außen. Nicht in erster Linie das Bestreben des Photographen, Bildnisse berühmter Zeitgenossen zu schaffen, leitete sie, sondern ihr Ziel war, im Gespräch etwas über Menschen zu erfahren, die aus verschiedenen Gründen ihr Interesse erregt hatten. ... Was auf Anhieb an diesen photographischen Portraits besticht, ist die private, die persönliche Aura, die sie ausstrahlen: Aufnahmen – weder aufdringlich noch indiskret - keine Photographie, worauf der oder die Photographierte als Opfer der Photographin erscheinen. ...Mithin nicht verwunderlich, daß sie mit ihrer Kamera lebendige Menschen einfing, Menschen, die vielleicht doch einen Blick in ihre Seele gestattet haben“ (Klaus Honnef).

 

Portraits prominenter Zeitgenossen, nicht zuletzt vieler Filmstars, kennzeichnen auch das Werk F.C. Gundlachs, das seit kurzem ebenfalls in der Deutschen Fotothek präsentiert wird. Vor allem aber ist Gundlach einer der bedeutendsten deutschen Modefotografen, dessen Arbeiten sich durch handwerkliche Perfektion, technische Finesse und Inszenierungskunst auszeichnet, sowie durch sein Gefühl für die bildhafte Kommunikation von Mode.

 

„Als epigrammatischer Stil“ lässt sich, wie es auf den Webseiten der Stiftung F.C. Gundlach heißt, die Haltung des Fotografen am prägnantesten beschreiben. „Reduziert auf das Notwendige, von klarer, übersichtlicher Struktur und am Maßstab präziser Mitteilung orientiert, mischen sich in seinen Bildern emotionale und rationale Elemente zu einer unverwechselbaren Bildsprache. Sinnliche und formale Faktoren halten sich die Waage. Das Gespür des Fotografen für die stofflichen Qualitäten der dargestellten Motive ist ebenso ausgeprägt wie sein Sinn für die bildnerische Konstruktion. Starporträts, Modefotografien, Reportagen und Architekturaufnahmen sind gekennzeichnet von einem Streben nach schlüssigen Bildarchitekturen.“

 

In Verbindung mit weiteren bekannten Fotografen wie Heinrich Heidersberger (vgl. Blog) oder Fritz Eschen (vgl. Blog) aber auch mit bislang weithin unbekannten Amateurfotografen (vgl. Blog) können die Beispiele Gundlach und von Kruse veranschaulichen, dass sich die Deutsche Fotothek zunehmend zu einem Schaufenster für die ganze Breite deutscher Fotografie entwickelt.

 

Abb: F.C. Gundlach: Pop-Art-Fashion, Hamburg 1966

 

 

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