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"Rienzi"-Restaurierung – ein schöner Schluss des Wagner-Jahres

Dreieinhalb Wochen nach unserem Blogpost ist Boris Gruhls Buchprojekt "Von Adam bis Zobel", das den selbst erlebten Wagner-Sängerinnen und ‑sängern gewidmet ist, durch Crowdfunding finanziert. Nicht minder erfreulich geht das Richard-Wagner-Jubiläumsjahr für die SLUB zu Ende. Dank einer großherzigen Buchpatin konnte die Restaurierung des Erstdrucks der "Rienzi"-Partitur in Auftrag gegeben werden, einer der wichtigsten Wagner-Quellen des Hauses. Ihre Bedeutung liegt auf der Hand: Zum einen bestand die 1844 auf Wagners Kosten im Lithographieverfahren hergestellte Auflage aus lediglich 25 Exemplaren. Zum anderen weist das Wagner-Werkverzeichnis unter WWV 49 ("Rienzi") nur fünf vollständig erhaltene Exemplare nach. Schließlich ist das Partiturautograph, das in Sachen Quellenwert wohl die letzte Instanz wäre, seit dem Zweiten Weltkrieg verschollen. (Es hatte sich seit 1939 im Besitz von Hitler befunden.)

 

Für Wagners Werdegang war "Rienzi" von großer Bedeutung, handelte es sich doch quasi um die Eintrittskarte nach Dresden. In Paris, wo der Komponist seit 1839 ein notvolles Leben geführt hatte, erfuhr er 1841, dass das Dresdner Hoftheater die in der französischen Metropole entstandene Oper angenommen habe. Die Ernennung zum königlich sächsischen Kapellmeister am 2. Februar 1843 hatte Wagner vor allem dem Uraufführungstriumph vom 20. Oktober 1842 zu verdanken. Insofern schließt die "Rienzi"-Restaurierung auch einen Kreis.

 

 

Bild: Das berühmte Marschthema der "Rienzi"-Ouvertüre in der zum Uraufführungsmaterial zählenden ersten Oboenstimme (SLUB-Signatur: Mus.5876-F-508)

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