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Mobil im Winter: Landkarten für Schneeschuhläufer – oder digitale Sammler

Sammelleidenschaften sind oft rein rational nicht erklärbar. Wer interessiert sich noch für Briefmarken? Und warum nicht?

Manchmal spielt der technische Fortschritt eine Rolle, wenn das Interesse an einem Hobby schwindet oder wächst. Digitale Landkarten zusammenzutragen, die im Sinne von Open Access möglichst viele nutzen und erforschen können, ist erst seit wenigen Jahren einfach möglich. Zuweilen entstehen solche neuen Hobbies auch durch Zufall, weil jemand ein Bild, ein Buch, eine Karte oder etwas anderes findet und darin mehr entdeckt: Geschichte und Geschichten, Erinnerungen oder eine Idee für deren Sammlung und Präsentation.

Wintersportkarte vom Riesengebirge für Schneeschuhläufer etc., 1930, SLUB/ Deutsche Fotothek

Wenn Sie sich für Wintersport interessieren - nun sind Ferien! -, dann ist diese Karte vielleicht der passende Einstieg in ein neues Sammelgebiet: eine offizielle Landkarte für Schneeschuhläufer. Hier zeigen wir ein Exemplar für das Riesengebirge, digitalisiert in der SLUB mit der Deutschen Fotothek – wie viele andere Karten des Riesengebirges auch. Weitere Karten des damaligen Schneeschuhläuferverbandes finden Sie in Antiquariaten. Für welche Regionen außerdem Schneeschuhläuferkarten gedruckt wurden, wäre eine Forschungsfrage für diesen Winter.

Die Karten für Radfahrer oder die alten Karten für Seefahrer, die gerade von der Deutschen Digitalen Bibliothek präsentiert werden, zeigen: Neugier, Entdeckungsreisen, Bewegungsdrang und Alltagsmobilität erfordern Orientierung – nicht nur in geografischer Hinsicht. Sammeln ist ein soziales Phänomen. Eine Werbepostkarte der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden für die vergangene Ausstellung "OKOLO OFFLINE TWO – Über das Sammeln" des Designkollektivs Okolo aus Tschechien brachte diese Idee auf den Punkt:

 Staatliche Kunstsammlungen Dresden: OKOLO OFFLINE TWO - Über das Sammeln

Auch Schneeschuhläufer waren in den 1930er Jahren offenbar in Vereinen organisiert und nutzten Spezialkarten für ihre Wanderungen, gedruckt auch vom Meinhold-Mittelbach Verlag in Sachsen. Heute können wir diese Karten studieren. Für die Zukunft hoffen wir auf Schnee im Riesengebirge.

1 Kommentar(e)

  • michael kaden
    06.02.2016 11:23
    Schneeschuhe

    Wie naturbelassene Völker im hohen Norden eine Vielzahl von Bezeichnungen für Schnee in allen seinen Erscheinungsformen kennen, so liegt es nahe, daß es auch differenzierte Beschreibungen für das Darauf-fortbewegen gibt. Wenigstens im Erzgebirge, wo ich aufgewachsen bin. Ich kann mich aber (außer an richtige Winter) nur an ein einziges Wort für alles erinnern, was mit langen Fortsätzen unter den Füßen zu tun hat: Schneeschuhe.

    Vielleicht machts auch der Sammelbegriff, daß die Beteiligten sich so gern in Vereinen verbündet haben. Alle Alpiner, Superskiisten, Snowboarder, Langläufer, Abfahrer, Springer, Biathleten unter einen Hut zu bringen, dürfte heut schon wegen der differenzierten Fachbegriffe und Überzeugungen etwas schwierig werden.

    Sind die modernen Schneeschuhfahrer die neuen Eskimos? Oder sind nur die guten alten Vokabeln nicht mehr cool genug und die Schneeschuhe verschwinden zusammen mit der Eisenbahn und dem Kofferradio auf dem Dachboden der Geschichte...

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