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Frohburg gewinnt. Preis der Leipziger Buchmesse 2016

Wer kennt schon den Flecken Frohburg? Dabei ist Frohburg auf einen Schlag berühmt geworden! Die Kleinstadt mit 10.000 Einwohnern liegt in Sachsen, zwischen Leipzig und Chemnitz. Frohburg ist nicht nur die Heimatstadt des diesjährigen Preisträgers der Leipziger Buchmesse, Guntram Vesper. Frohburg ist zudem der Titel seines neuen Romans. Die große Geschichte – Weltkrieg, Einmarsch der Roten Armee, DDR-Alltag – verknüpft Vesper mit dem Kleinen, der Geschichte Frohburgs und der eigenen Familiengeschichte. Jury-Mitglied Dirk Knipphals sagte in seiner Laudatio: „Ein Buch, bei dem man schnell auf die großen Begriffe kommt, ein Opus Magnum, das eine Geschichtslandschaft entwirft - die der alten BRD, der Naziherrschaft, in langen, atmenden Sätzen. ... Der Erzähler hat nichts Heldisches. Er ist ein erstaunlich junger, immer wieder von sich selbst überraschter Erzähler.“ Sein Buch werde zwar Roman genannt, erläuterte Vesper, aber es sei in Wirklichkeit ein endloses Zwiegespräch zwischen ihm und den Fakten: „Ich spreche über die Geschichten, die mir erzählt wurden. Sie waren alle falsch und wurden erst richtig, nachdem ich sie in die Hand genommen und gedreht und gewendet habe.“ Sechs Jahre arbeitete er an diesem Werk, mit dem er eine Zeitreise in die deutsch-deutsche Geschichte schuf. Was ein makelloser Satz sei, könne er genau sagen: „Einer, der meinem inneren Duktus, meiner Sprache entspricht. Die ersten zehn, fünfzehn Seiten des Romans habe ich fast ein halbes Jahr lang bearbeitet. Fast wie ein Gedicht.“ (Foto: Leipziger Buchmesse)

Guntram Vesper wurde 1941 in Frohburg geboren und verfasste bereits als Schüler erste literarische Arbeiten, auch politische Gedichte. Die Familie floh 1957 in die Bundesrepublik. Heute lebt der 74-jährige Vesper als freier Autor in Göttingen. Für seine Gedichte, Erzählungen und Hörspiele wurde er vielfach ausgezeichnet, unter anderem mit dem Peter-Huchel-Preis.

Den Preis der Leipziger Buchmesse in der Kategorie Sachbuch gewann Jürgen Goldstein für sein Werk über den Entdecker, Zeichner, Schriftsteller, Übersetzer und Revolutionär Georg Forster. Als beste Übersetzerin wurde Brigitte Döbert für ihre Übertragung von Bora Ćosićs Roman Die Tutoren aus dem Serbischen ins Deutsche ausgezeichnet.

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