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200 Jahre Fahrrad. Viel Zeit für neues Radfahrerwissen

Vor zweihundert Jahren wurde das Fahrrad erfunden. Die sächsische Industrie brachte nach 1817 zahlreiche technische Entwicklungen und Fahrradmarken hervor – auch außerhalb der großen Städte. Maschinenbau und Feinmechanik waren dafür gute technologische Grundlagen.

 

Auch in Leipziger Buch- und Zeitungsverlagen entstanden damals für die ersten Radfahrer des Bürgertums - und später auch für die Arbeiter-Radfahrer und für Radfahrerinnen - Radler-Zeitungen, Tourenbücher, Wegweiser, Radfahrerkarten und Festbücher. Der Gebrauchswert ist nicht gering, die Tourenbeschreibungen und Landkarten eignen sich meist noch heute für Ausfahrten.

 

In der SLUB haben wir für das Jubiläumsjahr die digitale Kollektion "Das Fahrrad" zusammengestellt. Auch Dokumente der frühen sächsischen Radfahrervereine und -verbände wurden inzwischen digitalisiert: zum Beispiel das Plakat von der Bannerweihe des Radfahrer-Vereins "Ueber Berg und Thal" Dresden-Striesen 1896, das Programm vom Gala-Saalfest des Dresdner R. V. Sturmvogel 1890 oder das Jahrbuch der deutschen Radfahrer-Vereine 1897/98 mit den Adressen und Vereinsvorständen, mit Tourentipps, Karten und Portraits der verschiedenen Radsportverbände.

 

484 Fotos mit Radfahrern gibt es in der Deutschen Fotothek und 1556 mit einem Fahrrad oder mit Fahrrädern. Ist dieses historische Radfahrerwissen heute noch relevant? Für den Alltag, für HeimatforscherInnen, für die Technikgeschichte, für Verkehrsplaner oder für neue Tourismuskonzepte? Das kommt auch ganz auf Sie an.

 

Abgesehen von Radtouren, die man mit den alten Quellen unternehmen kann, gibt es viel wieder- und neu zu entdecken. Die regionalen Radfahrerbünde hatten eigene Traditionen, Logos und Publikationen, z. B. der Lausitzer Radfahrer-Bund mit seinen Bundesvereinen. Dahinter standen engagierte Zeitgenossen – Persönlichkeiten wie der Lehrer und LRB-Vorsitzende Georg Pauli, der um 1900 viele Vereine seiner Heimat mitgründete und dafür in Demitz-Thumitz heute noch in Ehren gehalten wird.

 

Wer will, findet 2017 einen persönlichen Anteil an "200 Jahre Fahrrad", Ziele für eine Ausfahrt und Antworten auf eigene Forschungsfragen.

 

 

13 Kommentar(e)

  • Jens Bemme (SLUB)
    19.05.2018 06:07
    "Ein letztes Wort contra ..."

    In der Gründungsgeschichte des Sächsischen Radfahrer-Bundes, der heute noch besteht, spielten Konflikte 1891 zwischen dem Leipziger Verleger und Stahlrad-Redakteur Theophil Weber und Carl Hindenburg, dem Präsidenten des Deutschen Radfahrer-Bundes, eine wichtige Rolle. In dem Artikel "Ein letztes Wort contra Redaction des „Stahlrad“" verteidigt sich Carl Hindenburg gegen dessen Anschuldigungen. Sein Text liegt nun transkribiert in Wikisource vor: https://de.wikisource.org/wiki/Ein_letztes_Wort_contra_Redaction_des_„Stahlrad“.

  • Jens Bemme (SLUB)
    01.03.2018 17:18
    zwei digitale Dresden-Funde mit Radfahrerwissen

    * Officieller Katalog der Internationalen Ausstellung für Nahrungsmittel und Volksernährung mit Massenspeisung und Armeeverpflegung verbunden mit Industrie-, Gewerbe- und Sport-Ausstellung zu Dresden auf dem Ausstellungsplatze vis-à-vis dem neuen Bürger-Hospitale Blumen-Strasse vom 25. August bis 16. September 1894 : Halle XIII. Touristik, Fahrräder, Reit-, Fahr- und Rennutensilien, sowie Sportgegenstände aller Arten, http://digital.slub-dresden.de/werkansicht/dlf/89082/63/1/

    * 50 Jahre Seidel & Naumann : Die Germania-Fahrräder, Dresden 1918, http://digital.slub-dresden.de/werkansicht/dlf/185026/24/0/

    • Jens Bemme (SLUB)
      02.03.2018 11:29
      Liederbuch aus Rostock

      Das 'Liederbuch des Gau 19 Rostock des Deutschen Radfahrer-Bundes' enthält Stücke auch aus anderen Gegenden Deutschlands, Radfahrerlieder zu - 1900 - bereits bekannten Melodien, http://purl.uni-rostock.de/rosdok/ppn1006267786 – digitalisiert von der UB Rostock.

  • s.a.
    19.09.2017 13:35

    sehr interesssant !

  • Jens Bemme (SLUB)
    03.08.2017 08:10
    Freiheit: Wer täuscht?

    1904 gab es Streit. Der Arbeiter-Radfahrer-Bund "Solidarität" und der neu gegründete Arbeiter-Radfahrerbund "Freiheit" kämpften mit Inseraten in der Leipziger Volkszeitung um Deutungshoheit – und Mitglieder: "Wer täuscht?" am 24. August, http://digital.slub-dresden.de/werkansicht/dlf/146984/12/ vs. "Wer täuscht???" am 7. September, http://digital.slub-dresden.de/werkansicht/dlf/146999/4/. Erwähnt sind weitere Inserate, die zuvor erschienen sein sollen. Wer findet sie in der LVZ-Kollektion: http://digital.slub-dresden.de/werkansicht/dlf/167238/ ?

    Für den 19. Mai 1912 rief der A.R.B. "Freiheit" für eine große öffentliche Radfahrerversammlung in Neukölln alle Radfahrer und Radfahrerinnen auf: http://fes.imageware.de/fes/web/index.html?open=VW29113&page=14. Der Bund existierte also eine Weile.

    Die Bibliothek der Friedrich-Ebert-Stiftung digitalisiert gerade die Zeitung "Vorwärts". Nicht nur für die Geschichte der Arbeiterbewegung in Leipzig werden daraus neue historische Verbindungen sichtbar.

    • Jens Bemme (SLUB)
      14.05.2018 16:22
      „Solidarität“ vs. „Freiheit“

      Vier LVZ-Inserate der beiden Arbeiter-Radfahrer-Bünde „Solidarität“ und „Freiheit“ von 1904 sind jetzt in Wikisource transkribiert und korrigiert: https://de.wikisource.org/wiki/Fahrrad#%E2%80%9ESolidarit%C3%A4t%E2%80%9C_vs._%E2%80%9EFreiheit%E2%80%9C.

      Auch im digitaliserten Vorwärts sind Spuren dieses Konflikts zu finden: z.B. http://fes.imageware.de/fes/web/index.html?open=VW21192&page=7. In welchen Arbeiterzeitungen die beiden Radfahrerbünde 1904 mglw. außerdem inserierten, ist noch offen.

  • Jens Bemme (SLUB)
    22.07.2017 21:05
    Vogtland und Oberlausitz

    Der Vogtländische Radfahrer-Bund und der Oberlausitzer Radfahrer-Bund wurden vor 1900 gegründet. Danach entwickelten sie sich unterschiedlich. Die Geschichte beider Bünde ist mit Wikipedia wieder sichtbar geworden, wenn auch vieles im Dunkeln bleibt: vgl. https://de.wikipedia.org/wiki/Oberlausitzer_Radfahrer-Bund und https://de.wikipedia.org/wiki/Vogtl%C3%A4ndischer_Radfahrer-Bund. Der Lausitzer Radfahrer-Bund und der Sächsische Radfahrer-Bund waren erfolgreicher. Der SRB besteht noch heute.

  • Jens Bemme (SLUB)
    07.06.2017 20:38
    1900-01: Norddeutsche Radsport-Zeitung

    Die Norddeutsche Radsport-Zeitung für den Gau 27 (Stettin) des Deutschen Radfahrer-Bunds erschien ab 1. Juli 1900 bis Ende des Jahres 1901 in Wollin. Die UB Greifswald hat nun beide Jahrgänge digitalisiert: http://www.digitale-bibliothek-mv.de/viewer/metadata/PPN889497745/1/ Das sind zwei Jahre historisches Radfahrerwissen – nicht nur für Ostseeurlaube. Die Inhalte der Radsport-Zeitung können nun erforscht und mit dem digitalisierten Jahrbuch der deutschen Radfahrervereine 1897 verknüpft werden. Dort gibt es unter anderem die "Radtour von Berlin nach Stettin", https://de.wikisource.org/wiki/Seite:Jahrbuch_der_deutschen_Radfahrer-Vereine_1897.pdf/71, und auf drei Seiten die damaligen Stettiner Radfahrervereine: https://de.wikisource.org/wiki/Seite:Jahrbuch_der_deutschen_Radfahrer-Vereine_1897.pdf/244.

  • Jens Bemme (SLUB)
    18.05.2017 19:39
    "Das Velocipede" als Arbeitsblatt

    "Das Velocipede" ist eine weitere Aufgabenstellungen zu einem Text von 1870 für den Schulunterricht, erstellt mit digitalisiertem Text aus der SLUB: https://www.schulportal-thueringen.de/web/guest/media/detail?tspi=6272.

    Weitere historische Radfahr-Themen im Schulportal Thüringen mit Quellen der SLUB: "Sollen Damen radfahren?" und "Freiherr Carl von Drais".

  • Carlos
    26.04.2017 13:26
    Öfter mit dem Rad zur Arbeit

    Mein Bruder war immer ein Mensch der für jede Strecke, so kurz sie auch war, das Auto genommen hat. Ich habe ihm oft gesagt, dass ihm ein bisschen mehr Bewegung zum einen gut tun würde und zum anderen er eine Menge Geld sparen würde, wenn er öfters das Fahrrad nehmen würde. Er hat mir auch recht gegeben, nur hatte er immer eine Ausrede warum er letztendlich doch das Auto nimmt. Am meisten habe ich von ihm gehört: "Ich habe doch zurzeit kein Fahrrad und komme als nicht dazu mir ein neues zu kaufen"
    Vor kurzem haben wie er mir erzählt hat immer mehr Mitarbeiter aus seinem Unternehmen beispielsweise hier mit ihren Arbeitgeber ein Leasingvertrag für ein neues Dienstrad ausgehandelt. Dieses Angebot hat er Gott sei dank letztendlich auch in Anspruch genommen.
    Ich finde es handelt sich dabei um eine gute Sache die hoffentlich viel mehr Arbeitnehmer dazu motiviert, wenigstens bei gutem Wetter öfters mit dem Fahrrad zur Arbeit zu kommen
    Viele Grüße

    • Carlos
      26.04.2017 13:28
      Öfter mit dem Rad zur Arbeit

      Hier nochmal der Link zum Leasingpartner:

      https://www.mein-dienstrad.de/b2b-partner/

  • Jens Bemme (SLUB)
    03.03.2017 14:59
    Gesammelte Werke

    Digitalisierte Fahrradliteratur bieten im Überblick zwei Seiten in Wikisource. Ergänzungen sind willkommen.

    Ratgeber, Studien, Zeitungen, Liederbücher, Kataloge und Festbücher: https://de.wikisource.org/wiki/Fahrrad

    Tourenbücher: https://de.wikisource.org/wiki/Tourenb%C3%BCcher_f%C3%BCr_Radfahrer

    • Jens Bemme (SLUB)
      06.03.2017 19:06
      Katechismus des Radfahrsportes

      In Düsseldorf wurde gerade der "Katechismus des Radfahrsportes" von 1897 digitalisiert veröffentlicht: http://nbn-resolving.de/urn:nbn:de:hbz:061:1-542635. Kapitel 19 bietet eine Zusammenschau der radsportlichen Literatur dieser Zeit, auch international. Im zwanzigsten Kapitel findet man die Radfahrerzeitungen. Manches wurde bereits digitalisiert.

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