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Onnea, Suomi! – Finnland wird 100

Während wir Deutschen heute Morgen in unsere geputzten Stiefel geschaut haben und darauf hofften, dass der Nikolaus uns kleine Überraschungen darin hinterlassen hat, feiern an diesem 6. Dezember etwa 5,5 Millionen Finnen zum einhundertsten Mal ihren Unabhängigkeitstag, den itsenäisyyspäivä. Etwa 1.800 Finnen haben zu diesem Anlass eine Einladung von ihrem Präsidenten, Sauli Niinistö, erhalten und werden den Abend beim traditionellen Empfang im Präsidentenpalast verbringen. Der Empfang wird live im ersten Fernsehen übertragen und ist die meist gesehene Sendung des Jahres. Neben den Mitgliedern der Staatregierung, zahlreichen inländischen und ausländischen Amts- und Würdenträgern sind auch Prominente aus Kultur, Wirtschaft und Sport geladen.

 

(Copyright: Suomi 100_Leena Koskela)

 

Wer zuhause feiert, der stellt sein Fernsehgerät an und zwischen 18 und 21 Uhr zudem zwei blau-weiße Kerzen ins Fenster. Die Herkunft dieser beliebten Tradition ist nicht genau geklärt. Der Nationalfeiertag ist, wie in allen skandinavischen Ländern ein „Flaggentag“. Außerdem werden landesweit Fackelzüge organisiert und Gottesdienste besucht.

 

Seinen hundertsten Geburtstag feiert Finnland mit einer Party, die eigentlich schon im Januar begonnen hat und weltweit stattfindet. Das globale Festprogramm kann man auf dieser Seite verfolgen. In diesen Tagen erstrahlen viele Denkmäler und Wahrzeichen in blau-weißem Licht, zum Beispiel das Kolosseum in Rom oder die Christusstatue in Rio de Janeiro. Auch in Dresden veranstaltet die finnische Gemeinde einzelne Events zum runden Geburtstag ihres Landes.

 

Bibliothekenland Finnland

 

Die Finnen lieben ihre Bibliotheken und nutzen diese intensiv. Das hat nicht nur damit zu tun, dass das Bibliothekswesen in Finnland bei der Pflege und Erhaltung von Volksbildung, nationaler Kultur und Sprache seit je her eine große Rolle spielt. Die finnischen Bibliotheken richten sich auch stark nach den sich verändernden Bedürfnissen ihrer Besucher, einige verstehen sich sogar als „Erlebnisbibliotheken“.

 

(Copyright: Suomi100 _Katja Lösönen)

 

Die Besucher würdigen dieses Bemühen mit jährlich ca. 17 Entleihungen pro Einwohner (vgl. Deutschland: 5,5 Entleihungen pro Einwohner) und mit 9 Bibliotheksbesuchen pro Jahr und Einwohner (vgl. Deutschland: 1,4 Besuche). In ihren Bibliotheken nutzen die Besucher selbstverständlich einen Breitbandzugang ins Internet, denn auch da investiert Finnland seit Jahren massiv und ist somit in Europa Digitalisierungsmeister.

 

Wer ein Stückchen Finnland in der SLUB sucht, kann leicht fündig werden. Allein unter dem Stichwort „Suomi“ (dt.: Finnland) findet die Katalogsuche über 2.000 Medien. Darunter sind alte Aufnahmen in der Fotothek, die die Forstwirtschaft und Flößerei Finnlands dokumentieren, ebenso zu finden wie Werke des einzigen finnischen Literaturnobelpreisträgers Frans Eemil Sillanpää. Die meisten davon, bspw. der Welterfolg „Silja, die Magd“, in deutscher Übersetzung, aber „Eines Mannes Weg“ kann auch im Original gelesen werden. („Miehen tie“) Luetaan! Lesen Sie los!

2 Kommentar(e)

  • Dr. Sabine Al-Diban
    08.01.2018 08:28
    Bitte um Antwort

    Sehr geehrte Frau Schneider,
    seit 2016 arbeite ich im Rahmen des Info-Scout-Projektes intensiv mit der SLUB zusammen.Nun habe ich ihren Blog über die Bibliotheken in Finnland gelesen, dieser ist sehr interessant. Zumal ich bezüglich der Schüler ähnliches in meinen Vorträgen zitiere, auch 14jährige leihen im Vergleich Finnland - Deutschland 3xmehr Bücher aus.
    Bitte schreiben Sie mir. Ich habe vor eine Kooperation mit einer Universität UND einer Universitätsbibliothek in Finnland zu begründen - habe aber bisher auf meine Schreiben nach Finnland noch keine Antwort erhalten. Leider kenne ich niemanden in Finnland persönlich. VIelleicht können Sie dabei helfen?
    Mit vielen Grüßen Sabine Al-Diban.

    • Christina Schneider
      08.01.2018 12:53
      Kontaktaufnahme

      Liebe Frau Al-Diban,
      ich melde mich gern bei Ihnen direkt per Mail, Ihre Adresse liegt mir vor. Bis dahin, herzlich, Christina Schneider

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