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Zum Amtsantritt: Neuer Generaldirektor Achim Bonte im Interview

Dr. Achim BonteSeit heute ist Dr. Achim Bonte neuer Generaldirektor der SLUB. Das Redaktionsteam des SLUBlog hat dies zum Anlass genommen mit ihm über seine Visionen der SLUB, anstehende Chancen und Herausforderungen zu sprechen.

 

 

 

Lieber Herr Bonte, Sie haben seit heute die Leitung der SLUB inne - Herzlichen Glückwunsch! Ganz neu sind Sie aber nicht: Sie kennen das Haus seit mittlerweile gut 12 Jahren als Stellvertreter des Generaldirektors. Wie würden Sie das Haus, das sie nun übernehmen, mit drei Worten beschreiben?

 

>>AB: Agil, engagiert, angesehen.

 

 

Was bedeuten diese Eigenschaften nun, wenn Sie daran denken, das Haus zu führen?

 

>>AB: Die SLUB hat vergleichsweise früh erkannt, dass der klassische Bibliotheksauftrag des Bildens und Vermittelns mit neuen Diensten und Werkzeugen erfüllt werden muss. Seitdem passen wir uns jeweils möglichst rasch und passgenau an veränderte Rahmenbedingungen der digitalen Informationsinfrastruktur an. Das herausragende Engagement der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der SLUB zählt ebenfalls zu unseren Markenzeichen. Das gibt Zuversicht, muss aber auch gepflegt werden. Ein weiteres Pfund für eine erfolgreiche Zukunftsentwicklung ist das anerkannt hohe Renommee des Hauses innerhalb der Branche wie in der Wissenschaftsregion Dresden. Hierfür gilt dasselbe wie für das Bibliothekspersonal.

 

 

Was fasziniert Sie an der Arbeit in einer (wissenschaftlichen) Bibliothek allgemein und in der SLUB im Speziellen?

 

Außenaufnahme SLUB>>AB: Die Arbeit in einer Bibliothek ist einer der erfüllendsten Berufe, den man haben kann. Mitwirken an der Verbreitung von Information und Wissen, an der geistigen Entwicklung von Menschen und Gesellschaften, dabei zugleich täglich Neues zu erfahren und vor häufig wechselnden Herausforderungen zu stehen - was will man mehr? Die SLUB speziell bietet mit ihrem breiten gesetzlichen Auftrag und ihrer Betriebsgröße dazu noch erweiterte Handlungsmöglichkeiten, zumal in dem besonders lebendigen, exzellenten Wissenschaftsraum Dresden. Sich dafür einzusetzen, macht große Freude.

 

 

Welche Schwerpunkte möchten Sie bei Ihrer Arbeit setzen?

 

>>AB: Trotz drastischen Personalabbaus hat die SLUB in den letzten zwölf Jahren ihren Aufgabenkreis ständig erweitert: Sie hat neben den analogen Angeboten digitale Dienstleistungen entwickelt, ihren Service zunehmend auf den gesamten Forschungskreislauf vom Schreiben über das Publizieren bis hin zur Langzeitarchivierung ausgedehnt sowie neben Büchern und Texten zunehmend auch nicht-textuell codiertes Wissen in den Blick genommen. Gemeinsam mit den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern sowie im kontinuierlichen Austausch mit unseren zahlreichen Benutzerinnen, Benutzern und Kooperationspartnern wollen wir im Rahmen eines Strategieprozesses "SLUB 2025" in den nächsten Monaten unser Aufgabenportfolio ordnen und die Schwerpunkte schärfen.

 

Nach meiner persönlichen Überzeugung sollte die Bibliothek ihre Angebote künftig nicht nur streng kundenorientiert, sondern weitgehend partizipativ anlegen. Sie sollte trotz orts- und zeitunabhängiger Verfügbarkeit von digitalen Informationen und Wissen mit ihren physischen Gebäuden mehr denn je auch als öffentliches Studien- und Kommunikationszentrum, als leistungsfähiger und attraktiver dritter Ort zwischen Zuhause und Arbeitsplatz fungieren. Sie sollte mit aktivem Engagement für Openness auch eine prononciert gesellschaftspolitische Funktion erfüllen, die sichtbar über die Wissenschaftskommunikation hinausreicht; and last but noch least sollte die SLUB auch weiterhin produktiv aus ihrer reichen Vergangenheit und kulturellen Überlieferung schöpfen.

 

 

Vor welchen größeren Herausforderungen sehen Sie die SLUB in den kommenden fünf Jahren?

 

>>AB: Nachdem wir bisher recht komfortabel von dem 2003 eröffneten Neubau der Zentralbibliothek gelebt haben, ist dringend eine umfangreiche Sanierung des Gebäudes notwendig. Daneben gilt es, den mit der Gründung des Staatsbetriebs eingeschlagenen Weg zu mehr Flexibilität und Agilität im betrieblichen Planen und Handeln konsequent fortzusetzen. Eine der größten Herausforderungen bleibt schließlich die Personalgewinnung und -entwicklung. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der SLUB sind der wichtigste Schatz, den dieses Haus für seine Zukunftsentwicklung besitzt.

 

 

Was macht Ihrer Meinung nach eine gute wissenschaftliche Bibliothek heutzutage aus?

 

>>AB: Für die Beantwortung dieser Frage bräuchte ich mehr Platz, als ich hier zur Verfügung habe. Ich beschränke mich auf einige Stichwörter: Konsequente Benutzerorientierung, Zusammenwirken von Bibliothekarinnen und Bibliothekaren sowie Benutzerinnen und Benutzern bei der Entwicklung des Hauses, Geschwindigkeit bei der Meinungs- und Entscheidungsbildung, Kreativität, unternehmerischer Mut, belastbare Kooperationsnetze ...

 

 

Bitte vervollständigen Sie den folgenden Satz: Ich wünsche mir für das Haus in den kommenden Jahren...

 

>>AB: möglichst viele begeisterte Kolleginnen und Kollegen sowie Benutzerinnen und Benutzer, die notwendige Sanierung und weitere Verbesserung der Aufenthaltsqualität, maximales Verständnis bei Unterhaltsträger und Förderern.

 

 

Und noch eine persönliche Frage zum Abschluss: Gibt es ein Maxime, die Sie durch Ihren (Arbeits-)Alltag begleitet?

 

>>AB: "Think beyond the limits!"

 

Herzlichen Dank für das Gespräch und einen erfolgreichen Start als Generaldirektor!

 

 

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