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Wohnst du schon? Musterkataloge für Möbel und Hausrat der Deutschen Werkstätten Hellerau erworben

Bild: Bände 1-5 (SLUB Dresden/Deutsche Fotothek)Jüngst konnte die SLUB/Deutsche Fotothek einen Satz Musterkataloge der Deutschen Werkstätten Hellerau aus den 1920er Jahren erwerben. Im Gegensatz zu den gut bekannten gedruckten Angebotskatalogen des Dresdner Unternehmens scheinen die nun angekauften, opulent gestalteten Kataloge mit über 1.000 Originalfotografien der Forschung bislang nahezu unbekannt zu sein. Somit erweisen sich die in Samt gebundenen Bände im Großfolio-Format als wahre Rarität.

Angekauft wurde ein Satz aus fünf Bänden, in denen auf ein bis zwei Fotografien pro Seite die Produkte des Unternehmens vorgestellt werden. Den damaligen Gepflogenheiten der Raumgestaltung entsprechend wurde das Angebot in unterschiedliche Funktionalitäten unterteilt: Band 1 widmet sich dem »Empfangs-, Damen-, Musik, Wohnzimmer«, Band 2 ist mit »Hallen, Speisezimmer« tituliert, während Band 3 dem »Herrenzimmer« und den »Bibliotheken« vorbehalten ist. Mit »Schlafzimmer, Ankleidezimmer, Küchen« (Band 4) werden die praktischen Räumlichkeiten abgedeckt. Schlussendlich wird mit »Verschiedenes« im Band 5 auch der ganze nützliche und hübsche Hausrat – Spiegel, Lampen, Wohntextilien, Glaswaren – angeboten, der das Interieur erst wohnlich macht. Der dritte Band liegt doppelt vor, wobei die Bildauswahl nicht deckungsgleich ist. Das heißt, es müssen ursprünglich mindestens zwei Sätze der Kataloge existiert haben.

Über den Verwendungszweck der wohl gegen Ende der 1920er Jahre entstandenen Musterkataloge lässt sich derzeit nur spekulieren. Alle Bände sind mit einer schließbaren Bindung versehen, die es erlaubt Einzelblätter zu entnehmen. Denkbar ist, dass die sorgfältig arrangierten Fotografien für die Kundenberatung eingesetzt wurden, sind doch die meisten Abbildungen in Katalogmanier sorgfältig mit Produktnummer, Kurztitel und Entwerfer bezeichnet.

Gerade diese Beschriftungen sind aus heutiger Sicht von unschätzbarem Wert für die Forschung, helfen sie doch bei der Erstellung von Konkordanzen und Zuordnungen der Hellerauer (Möbel-) Produktion aus der Zwischenkriegszeit. Erste Gespräche mit den Deutschen Werkstätten Hellerau  und dem Hauptstaatsarchiv Dresden, das das Werksarchiv als Depositum verwahrt, ergaben reges Interesse an den Bänden, so dass nun die Idee eines gemeinsamen Projektes weiterverfolgt wird. Am Ende einer solchen Erschließungs- und Forschungsarbeit könnte eventuell die Frage nach Sinn und Zweck der Bände geklärt und vor allem ein digital unterstütztes Netzwerk zu den überlieferten, teils noch unzureichend erschlossenen Materialien vorgelegt werden, das der Forschung wertvolle Rückschlüsse ermöglicht und neue Forschungsfragen generiert.

 

Zum ausführlichen Beitrag auf arthisoricum.net

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