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Jutta Hoffmann liest Christa Wolf – am 7. Oktober in der SLUB

"neu Christa Wolf lesen" - das fordert die Wanderausstellung der Christa-Wolf-Gesellschaft, die vom 7.10.-10.11.2019 im Foyer der SLUB zu sehen ist. Die Schauspielerin Jutta Hoffmann liest zur Ausstellungseröffnung aus Wolfs 2012 posthum erschienener Erzählung „August“.

Ausstellung "neu Christa Wolf lesen"
7. Oktober bis 10. November 2019, Foyer SLUB
Eröffnung mit Lesung von Jutta Hoffmann am 7. Oktober 19:00 Uhr, Klemperer-Saal, Eintritt frei

90, 70, 30 … Die Wanderausstellung wurde von einer studentischen Seminargruppe der Humboldt-Universität Berlin unter der Leitung von PD Dr. Birgit Dahlke anlässlich des 90. Geburtstages von Christa Wolf entwickelt und zeigt das Interesse der Nach-Wende-Generation an der Autorin. Das Datum der Ausstellungseröffnung erinnert zugleich an die Staatsgründung der DDR vor 70 Jahren und an die 30 Jahre zurückliegende friedliche Revolution. Am 7. Oktober 1989 fanden in Berlin - wie auch am Tag darauf in Dresden - brutale Übergriffe der Sicherheitskräfte auf Demonstrierende statt. Christa Wolf forderte umgehend eine unabhängige Untersuchungskommission zur Aufklärung, damit sich die DDR als demokratisch erweise. Sie zählte mit Stefan Heym und Friedrich Schorlemmer zu den Erstunterzeichnern des Aufrufs "Für unser Land" und setzte sich darin für die Weiterexistenz der DDR ein. Ihre kurze Zeit später erschienene Erzählung "Was bleibt" (1990), die mit autobiografischen Zügen die Überwachung durch das Ministerium für Staatssicherheit schildert, führte zu einer Diskussion über die Rolle der Intellektuellen in der DDR und löste durch die scharfen Angriffe von Ulrich Greiner (Die Zeit) und Frank Schirrmacher (FAZ) auf Christa Wolf den deutsch-deutschen Literaturstreit aus.

Christa Wolf wurde 1929 in Landsberg/Warthe (heute Gorzów Wielkopolski) geboren. Sie studierte in Jena und Leipzig Germanistik und war zunächst als Lektorin tätig. Ab 1962 arbeitete sie als freiberufliche Schriftstellerin. Ihr umfangreiches erzählerisches Werk wurde in viele Sprachen übersetzt und mit zahlreichen nationalen und internationalen Preisen ausgezeichnet. Sie starb am 1. Dezember 2011.

Ende 2013 wurde in Berlin die Christa Wolf-Gesellschaft gegründet. Der Verein fördert das Studium und die Verbreitung des Werkes von Christa Wolf, die Pflege ihres Nachlasses und die Erinnerung an ihr Leben. Stellvertretender Vorsitzender ist Gerhard Wolf.

Jutta Hoffmann, 1941 in Ammendorf bei Halle geboren, zählt zu den beliebtesten deutschen Bühnen- und Filmschauspielerinnen. International bekannt wurde sie durch ihre Rolle der Leonore in Egon Günthers TV-Verfilmung des Arnold-Zweig-Romans "Junge Frau von 1914" (1969). Dem ostdeutschen Publikum ist sie vor allem aus DEFA-Filmen wie "Lotte in Weimar" ein Begriff. Weitere Erfolge feierte sie als Theaterschauspielerin nach Verlassen der DDR am Deutschen Schauspielhaus Hamburg, den Kammerspielen München sowie bei den Salzburger Festspielen. Jutta Hoffmann wurde seit 1972 vielfach mit Preisen ausgezeichnet, für die Darstellung der Irene im Fernsehfilm "Ein Teil von uns" (2016) erhielt sie zuletzt den Grimme-Preis und den Deutschen Schauspielpreis 2017.

 

Zur wissenschaftlichen Einführung in das Werk von Christa Wolf empfehlen wir das Christa Wolf-Handbuch

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