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Citizen Science: Fragen gibt es überall – in Berlin, Dresden ... und Bochum

Bericht vom 1. Berliner Citizen Science Tag am 24. Oktober 2019

Der 1. Berliner Citzen Science Tag fand am Donnerstag im Museum für Naturkunde statt, mit Beteiligung aus der SLUB. Die AG Citizen Science Berliner Raum hatte eingeladen. Zum Berliner Raum gehört noch Brandenburg, aber die SLUB?

Unsere Posterpräsention war eine Kooperation mit Kolleg*innen der Zentral- und Landesbibliothek Berlin, die - am Donnerstagvormittag gerade zur Bibliothek des Jahres gekürt - in ihren digitalisierten Sammlungen historische Quellen für Heimatforschung in Berlin und Brandenburg präsentiert. Dafür wird in jüngster Zeit - wie in Dresden - auch dort mit Wikidata experimentiert.

Motto: Alle forschen mit

15 Citizen Science-Projekte präsentierten Ziele, Methoden, Tools und Ergebnisse. Der Eintritt ins Naturkundemuseum war ab 15 Uhr frei und das Publikum ungewöhnlich gut informiert und zielstrebig. Eine Fahrradhändlerfamilie aus Friesland informierte sich am Poster. Eine Journalistin, die beim Citizen Science Tag ein Projekt für den Ausgleich neben dem Beruf suchte, fragte nach Themen für konkrete Forschungsaufgaben.

Feedback aus dem Publikum: Fast alle präsentierten Projekte suchen Unterstützung – vor allem bei der Datenerhebung, für die Auswertung und Verbreitung. Ein Projekt wie das gezeigte Radfahrerwissen in der Europäischen Heimatforschung, mit dem bisher vor allem historische Quellen zugänglich gemacht werden, um neue Forschungsfragen zu finden, fiel etwas aus dem Rahmen. Die einfache Frage "Welche Aufgaben können Sie mir denn bieten?" war deshalb ohne drei weitere Erklärungen kaum zu beantworten. In der Projektbeschreibung auf der Plattform Bürger schaffen Wissen gibt es dafür zwar Antworten. Im Projektalltag stehen sie aber nicht im Vordergrund. Wie schon gesagt: Das Publikum zeigte sich in Berlin sehr gut vorbereitet, Lerneffekte inklusive.

Fokus: Offene Kulturdaten

Offene Kulturdaten sind für uns mit Saxorum, dem Portal für Sächsische Landeskunde, ein Schwerpunkt der Überlegungen, wie eine Landes- und Universitätsbibliothek Bürgerwissenschaftler*innen am besten helfen kann. Digitale Sammlungen wachsen kontinuierlich z.B. durch das Landesdigitalisierungsprogramm des Freistaates Sachsen. Nun ist die Frage auch, wie wir die Wirkung dieser öffentlichen Investitionen in digitale Kulturgüter maximieren können. Citizen Science ist eine Antwort! Aber: Welches neue Wissen benötigen wir - Bürgerinnen und Bürger - für die Forschung mit diesen frischen Daten: aus Büchern, Fotografien, Bilddokumenten, Tonspuren und Bibliothekskatalogen? 

Citizen Science in Sachsen

Sachsen liegt mitten in Europa: schon 1892 lagen die Gaue 20 und 22 des Deutschen Radfahrer-Bundes nahe beieinander, Berlin und Dresden. Der 1. Berliner Citizen Science Tag brachte uns für die SLUB eine Reihe Impulse: Feedback von potentiellen Nutzerinnen unserer Projekte, Ideen und Angebote – auch aus Friesland, kollegialen Austausch mit der ZLB digital und aufgefrischte Kontakte mit Dienstleistern für Projekte im Bereich Public History.

Es kommt also auf die Perspektiven an: Dresden liegt im Raum Berlin, wie auch im Raum Prag, Görlitz, Leipzig oder Liberec – und umgekehrt, wenn man so will. Unsere Kulturdaten - viel Saxonica, aber nicht nur - sind offen für alle: open GLAM. Sollten wir vor Ort bald einen 1. Citizen Science Tag Sachsen organisieren? Die Idee ist bekannt. Es gibt ähnliche Formate, die hier in den nächsten Monaten anstehen:

Oder auch: Science of Citizen Science ist das Thema einer neuen Arbeitsgruppe des Netzwerks Bürger schaffen Wissen und des ersten Arbeitstreffens am 7. November in Bochum.

Fazit: Berlin liegt nah, Dresden auch; und Fragen gibt es überall.

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