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SLUB-Schätze unterwegs: Magdeburger Museum zeigt Dresdner Bilderhandschrift des Sachsenspiegels

Einmalige Gelegenheit: Kulturhistorisches Museum Magdeburg präsentiert sämtliche erhaltenen Bilderhandschriften des bedeutendsten deutschen Rechtsbuchs des Mittelalters. Das Dresdner Exemplar enthält nicht nur die meisten, sondern auch die künstlerisch wertvollsten Bilder.

Am 31. August 2019 wurde die kulturhistorische Großausstellung „Faszination Stadt. Die Urbanisierung Europas im Mittelalter und das Magdeburger Recht“ im Kulturhistorischen Museum Magdeburg eröffnet. Anhand von über 250 Exponaten aus ganz Europa möchte die Schau Verfassung, Organisation, Kunst und Kultur der mittelalterlichen Städte Ostmitteleuropas umfassend beleuchten.

Eines der Exponate ist die Dresdner Bilderhandschrift des Sachsenspiegels. Eine Sensation ist, dass alle vier heute noch existierenden, durchgehend illustrierten Sachsenspiegelhandschriften zu sehen sind. Wenn Sie diese einmalige Gelegenheit nutzen wollen, sollten Sie sich bis Mitte Oktober auf den Weg nach Magdeburg machen: Der auf das Jahr 1336 datierte Kodex der Landesbibliothek Oldenburg wird am 15. Oktober durch ein Faksimile ersetzt, der der Universitätsbibliothek Heidelberg am 7. November und die eng miteinander verwandten Handschriften aus Dresden und Wolfenbüttel (Herzog August Bibliothek) am 17. November.

Unter dem Titel „Spiegel der Sachsen“ verschriftlichte Eike von Repgow zwischen 1220 und 1235 das damals im östlichen Harzvorland geltende Gewohnheitsrecht. Etwa 470 nachgewiesene Handschriften in verschiedenen Fassungen (seit Ende 13. Jh.), zahlreiche Druckausgaben (seit 1474), Bearbeitungen, Glossierungen und Übersetzungen zeugen von der großen Verbreitung des Sachsenspiegels vom Niederrhein bis hin zum Baltikum und zur Ukraine. Die vier Bilderhandschriften entstanden im ersten und zweiten Drittel des 14. Jahrhunderts und gehen wahrscheinlich auf eine gemeinsame Stammhandschrift aus dem Ende des 13. Jahrhunderts zurück. Die um 1350 im Meißner Raum hergestellte Dresdner Bilderhandschrift ist die vollständigste und künstlerisch qualitätvollste. Der Codex ist bereits im ersten überlieferten Katalog von 1574 verzeichnet.

Bei der Zerstörung des Bibliotheksgebäudes 1945 erlitt die Dresdner Bilderhandschrift einen schweren Wasserschaden. Nach ihrer Restaurierung in der Werkstatt der Herzog August Bibliothek in Wolfenbüttel 1989 bis 1999 wurde sie faksimiliert und hochaufgelöst digitalisiert. Die Digitalisate stehen in den Digitalen Sammlungen der SLUB überall zu jeder Zeit zur Verfügung, sodass man etwa in der Ausstellung neben dem Original auf dem mobilen Endgerät auch die nicht aufgeschlagenen Seiten sehen kann.

Weitere Informationen zum Sachsenspiegel finden Sie außerdem hier

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