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Abschied vom Abstieg – Herfried und Marina Münkler am 22. Januar in der SLUB

Das Gespenst des Abstiegs geht um in Deutschland... Die renommierten Wissenschaftler*innen Herfried und Marina Münkler erklären in ihrem aktuellen Buch, wie diffuse Ängste den Zusammenhalt einer Gesellschaft gefährden. Am kommenden Mittwoch sind sie zu Gast in der SLUB.

Wenn Marina und Herfried Münkler davon schreiben, dass ein Gespenst umgehe in Deutschland, dann meinen sie die sich permanent übertrumpfenden Untergangsszenarien, denen wir täglich ausgesetzt sind. Diese seien ebenso grundlos wie gefährlich. In ihrem aktuellen Buch zeigen die beiden, warum die dadurch hervorgerufenen Abstiegsängste den Zusammenhalt der Gesellschaft gefährden und allen Populisten, aus welcher Richtung sie auch kommen, Angriffspunkte bieten. Am 22. Januar stellt das Professor*Innen- und Autor*Innenpaar „Abschied vom Abstieg“ in der SLUB vor und diskutiert im Gespräch mit Generaldirektor Achim Bonte mögliche Auswege.

Marina Münkler: „Es vergeht kaum ein Tag, an dem es nicht an irgendeiner Stelle heißt, dass aufgrund unterschiedlichster Ereignisse der eigene soziale Status, die politische Sicherheit oder das gesamte Sozialgefüge Europas aus dem Gleichgewicht gerät. Die Ängste, die auf diese Weise geschürt werden, führen dazu, dass der gesellschaftliche Zusammenhalt zu bröckeln beginnt und Populisten immer mehr Raum und Angriffsfläche bekommen. Gleichzeitig hindert genau diese Furcht die Politik daran, über die tatsächlichen Schwachstellen der Gesellschaft zu sprechen.“

Mit einem fragend analytischen Blick widmen sich Marina und Herfried Münkler in ihrem Buch den Bereichen Bildung, Demokratie und europäischer Integration und entwickeln, so verspricht es bereits der Untertitel, eine Agenda für Deutschland. Eine erste Handlungsempfehlung lässt sich bereits entnehmen: Es ist an der Zeit, Abschied zu nehmen von all den kursierenden, gesellschaftsübergreifenden Abstiegsszenarien. Die Frage ist nun, wo setzt man an? Reicht es, zuerst einmal einen kühlen Kopf zu bewahren und abzuwägen, wie dramatisch die Situation tatsächlich ist? Welchen Herausforderungen muss sich insbesondere die Postwachstumsgesellschaft stellen? Welche tragende Rolle spielt dabei die gesellschaftliche Mitte und ist Demokratie im Losverfahren der bestmögliche Weg?

In der Buchvorstellung mit anschließender Diskussion wird das Autor*Innenpaar einen Einblick geben in ihre Überlegungen für eine mögliche Deutschland-Agenda und zeigen, wie es gelingen könnte, den geforderten Abschied vom Abstieg zu meistern.

Herfried Münkler, geboren 1951, ist Professor em. für Politikwissenschaft an der Berliner Humboldt-Universität. Viele seiner Bücher gelten mittlerweile als Standardwerke, wie etwa «Der Große Krieg» (2013). Zuletzt erschien «Die neuen Deutschen. Ein Land vor seiner Zukunft» (2016, zusammen mit Marina Münkler). Für sein Buch „Die Deutschen und ihre Mythen“ wurde er mit dem Preis der Leipziger Buchmesse ausgezeichnet.

Marina Münkler, geboren 1960, ist Professorin für Literaturwissenschaft an der Technischen Universität Dresden. Seit 2017 ist sie Mitglied des Wissenschaftsrats und stellvertretende Sprecherin des SFB 1285 „Invektivität. Konstellationen und Dynamiken der Herabsetzung“, in dem sie ein Teilprojekt zur Herabsetzung des Heiligen in der Reformation leitet. Sie hat zum Begriff des Fremden geforscht und zum Phänomen der Interkulturalität. 2017 ist sie mit der Marsilius-Medaille der Universität Heidelberg ausgezeichnet worden.

 

Buchvorstellung und Gespräch: „Der Abschied vom Abstieg“
Mittwoch, 22. Januar 2020, 19:00 Uhr, Klemperer-Saal der SLUB Dresden
Eintritt frei, um Anmeldung unter oeffentlichkeitsarbeit@slub-dresden.de wird gebeten

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