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Von kleinen Baustellen und großen Projekten: Leiterin des Baureferats Jana Böhme im Interview

Fleißig sieht man derzeit einen kleinen roten Bagger über das Gründach der SLUB fahren. Die Bänke mussten weichen und mittlerweile auch der Rasen, der an einigen Stellen erdige Flächen und Löcher freigibt. Aber was genau passiert da eigentlich? Diese Frage nehmen wir zum Anlass, Jana Böhme, unsere neue Leiterin des Baureferates in der Abteilung Bestandserhaltung, einmal vorzustellen.

Liebe Frau Böhme, seit dem 1. September sind Sie die neue Leiterin des Baureferats. Von Haus aus sind Sie Architektin, was hat Sie hier an die SLUB geführt?

Nachdem ich viele Jahre als Projektleiterin in der direkten, konkreten Bauplanung tätig war, finde ich es sehr spannend, den Abstimmungsprozess zwischen Bauherren, Planern, Gutachtern und Baufirmen jetzt von der anderen Seite, der des Nutzers, zu begleiten. Die vielfältigen Interessen der SLUB selbst zusammenzuführen und mit der Bauplanungserfahrung im Hintergrund möglichst zielgenau in die Planung einzubringen, reizt mich.

Ich mag die SLUB als geschichtsträchtige Institution der Bildung und Kulturgutbewahrung, die sich gleichzeitig als moderner Dienstleister für die Universität den ständig schneller werdenden gesellschaftlichen Veränderungen stellen muss und auch will, wie ich in meinen ersten zwei Monaten hier schon lebhaft erfahren konnte.

2 Monate inside SLUB. Beschreiben Sie ihre erste Zeit in 3 Sätzen.

Ich habe mich sehr gut aufgenommen gefühlt und konnte direkt in den Prozess der Erstellung der Bedarfsanmeldung der Erweiterung des Makerspace einsteigen. Durch die laufenden Jour-fixe-Termine mit dem SIB (Staatsbetrieb Sächsisches Immobilien- und Baumanagement) und die sich innerhalb unserer Abteilung Bestandserhaltung ergebenden ersten Aufgaben an den Projekten, habe ich einen guten Überblick über die laufenden und anstehenden großen und kleinen Maßnahmen erhalten. Die Unterstützung für das Gartenprojekt des SLUB TextLab und der Projektgruppe Buchmuseum - Schatzkammer zeigt mir schon jetzt im Kleinen die Vielfalt der anstehenden Themen.

Den Einsatz des kleinen Baggers haben wir schon erwähnt, aber selbst wenn man das Treiben für eine längere Zeit beobachtet, wird nicht so ganz klar, was genau es mit dem Baueinsatz auf dem Dach auf sich hat. Was wird dort gemacht, wieso gerade jetzt und wie lange wird es noch dauern?

Auf dem Gründach sind die ersten Schritte für die Fugensanierung der Stahlbetonkonstruktion des Daches zu sehen. Schrittweise wird das Substrat entfernt, die Abdichtungsebene geöffnet und ein Großteil der Fugendichtungsbänder erneuert. Das Projekt hat allerdings schon eine lange Vorlaufzeit und wurde noch vom früheren Leiter des technischen Dienstes Herrn Beukert initiiert und aktuell von Herrn Trojahn sehr gut betreut, der von Anfang an direkt eingebunden ist. Diese Arbeiten möchte ich mir also keinesfalls auf die Fahne schreiben.

In diesem Jahr gab es bereits einige sichtbare wie auch unsichtbare bauliche Maßnahmen: Können Sie uns schon einen Ausblick darauf geben, welche Projekte in naher und vielleicht auch fernerer Zukunft geplant und umgesetzt werden?

Das prominenteste Projekt ist sicherlich die Gesamtsanierung des Zentralstandortes, wofür die Entwurfsplanung voraussichtlich im Sommer 2021 starten kann, wenn die Planungsbüros nach dem erforderlichen Auswahlverfahren feststehen. Mindestens genauso wichtig für die SLUB und eigentlich eine Voraussetzung für die Sanierung ist auch ein neues Speichermagazin. Wir brauchen dringend ausreichende Flächen zur temporären Auslagerung der Bestände während der Bauzeit des Zentralstandortes und auch für die langfristige Magazinierung. Bisher ist ein großer Teil der Bestände über mehrere, weniger gut geeignete Interime verteilt. Hier hoffen wir sehr auf einen entsprechenden Planungsauftrag an die für uns zuständige SIB-Niederlassung.
Ende des Jahres 2021 steht der Umzug der Bibliothek Bergstraße in ein Interimsgebäude auf dem Zelleschen Weg an, damit im von-Gerber-Bau die notwendige Brandschutzsanierung beginnen kann.

Auf welche Projekte freuen Sie sich 2021 am meisten? Welchen Herausforderungen sehen Sie sich gestellt? 

Eigentlich auf alles. Die große, spannende Aufgabe der Planung der Sanierung des Zentralstandortes kann beginnen. Unsere Zuarbeit für das Betriebskonzept für eine optimale Zuordnung und Gliederung der verschiedenen Nutzungsbereiche und Flächengrößen in Bezug auf die Dimensionierung der zu modernisierenden Haustechnik ist anspruchsvoll und kann hoffentlich, wie schon gesagt, im Zusammenhang mit der Planung eines Speichermagazins verknüpft werden. Kleine Farbtupfer wie das bereits erwähnte Gartenprojekt oder die Beschäftigung mit Anforderungen aus konservatorischer Sicht auf Planung und Bau sind mir dabei sehr interessante und willkommene Ergänzungen.

 

Herzlichen Dank für das Gespräch – wir wünschen Ihnen weiterhin gutes Ankommen an der SLUB!

Portraitfoto © Andreas Keck

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