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Staunen und Mitmachen – von nun an in der Corty-Galerie

In der zweiten Etage der Zentralbibliothek begrüßen wir die Besucherinnen und Besucher unserer Ausstellungen mit dem neuen Jahr (sobald wieder möglich) in der Corty-Galerie. Das Buchmuseum (1935 von Erhart Kästner gegründet) in der SLUB zeigt schon seit Langem mehr als Bücher, ist eine Ausstellungsfläche für die gesamte Palette an Objekten aus den hauseigenen Sammlungen der SLUB sowie für externe Sammlungen. Auf dieses deutlich offenere Konzept wollen wir mit der Bezeichnung „Galerie“ verweisen – besuchen Sie einen Ort, der viele Aus- und Einblicke zu bieten hat!

Dore Mönkemeyer-Corty (1890-1970)


Der neue Name erinnert an die Dresdner Gebrauchsgraphikerin und Plakatkünstlerin Dore Mönkemeyer-Corty, die in diesem von Männern dominierten Feld starke Akzente zu setzen wusste. Somit würdigt die SLUB nach Charles Maurice de Talleyrand sowie den beiden Herren Victor Klemperer und Victor Klemperer von Klemenau nun auch eine bedeutende Dresdner Künstlerin.

Dorothea Maria Corty wurde am 27.4.1890 in Dresden geboren. Ihre Ausbildung absolvierte sie von 1907 bis 1911 an der Königlichen Kunstgewerbeschule. Schon bald nach deren Abschluss erhielt sie erste Auszeichnungen für ihre Kunstwerke. Auch dadurch motiviert, arbeitete sie strategisch daran, „Cortý“ als Markenname zu etablieren, den sie so auch nach ihrer Hochzeit fortführte. Bis 1945 lebte sie als freischaffende Künstlerin in Dresden, gestaltete vorwiegend Plakate und des Öfteren Titelblätter, z.B. für die Gebrauchsgraphik. Während des Zweiten Weltkriegs fuhr sie ihre öffentlichen Tätigkeiten stark zurück und arbeitete vor allem für private Auftraggeber.

Grundsätzlich ist das Wirken Cortys in der Zeit zwischen 1933 und 1945 bisher allerdings ein noch sehr wenig beleuchteter Teil ihres Lebens. Wir nehmen die Umbenennung daher auch zum Anlass, weitere Forschungen anzustoßen. In Kooperation mit der TU Dresden vergeben wir eine Forschungsarbeit, die sich näher mit diesem Lebensabschnitt Cortys beschäftigt.

 Die Künstlerin selbst ging nach der Zerstörung ihres Ateliers im Jahr 1945 bis 1954 ins Erzgebirge, ehe sie wieder zurück nach Dresden zog. In dieser Zeit entstand eines ihrer berühmtesten Werke: das Plakat zur Zweiten Deutschen Kunstgewerbeausstellung in Dresden 1949, eine stilisierte Friedenstaube. 

Dore Mönkemeyer-Corty ist am 17.2.1970 gestorben. Wir wollen die Erinnerung an und die Diskussion über ihr Lebenswerk nun erneut entfachen – sicher auch in Ausstellungsprojekten und Veranstaltungen. Aus diesem Grund sind wir derzeit auch noch auf der Suche nach ihren Nachlassverwaltern, mit denen wir gern ins Gespräch kommen würden, um in Zukunft noch viele weitere tolle Grafiken von Dora Mönkemeyer-Corty zeigen zu können.


Aktuell muss die Corty-Galerie leider verschlossen bleiben.
Sobald Museen und Ausstellungen wieder öffnen können, laden wir Sie herzlich zu uns ein!

Bis dahin empfehlen wir online in unseren Ausstellungen zu stöbern – die Bandbreite reicht von Flug- und Handschriften der Reformationszeit bis zu Medien und Formen der Herabsetzung, vom Dresdner Kreuzchor bis zur Geschichte der Industrialisierung und technischen Bildung in Sachsen.

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1 Kommentar(e)

  • Prof. Jürgen Hering
    05.03.2022 22:14
    Corty-Galerie

    . . . nur eine kleine Korrektur oben im Text neben dem Plakat der Künstlerin:

    es handelt sich um die Zweite Deutsche Kunstausstellung,
    nicht Kunst g e w e r b e Ausstellung

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