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Gemeinsam in der Erde wühlen

Keine Ahnung, was man mit Spitzwegerich anfängt? Bis jetzt immer die Reste vom Porree weggeschmissen? Gemeinsam mit dem Stadtgärten e. V. plant das SLUB TextLab einen Gemeinschaftsgarten auf der August-Bebel-Straße. Hier darf man auch ohne Erfahrung zupfen, säen und ernten.

Dresden wurde vom Bundesministerium für Bildung und Forschung 2015 zu einer von acht deutschen „Zukunftsstädten“ ernannt. Wie der Weg zu einer nachhaltigen und innovativen Stadt gelingen kann, in der ein gutes und gesundes Leben möglich ist, erforscht Dresden seitdem in zahlreichen Zukunftsstadt-Projekten.

Das Besondere dabei: Bürger:innen entwickeln die Projekte in Eigenregie - von der Idee bis zu Umsetzung. Ein solches Projekt ist „Essbares öffentliches Stadtgrün – bürgerschaftlich gepflegt“. Im öffentlichen Raum der Stadt werden Flächen und Infrastruktur für essbare Pflanzen  erschlossen. Zusammen mit Bürger:innen wird das heranwachsende, essbare Stadtgrün gepflegt, erhalten und natürlich geerntet.

„In Kooperation mit dem Stadtgärten e.V., der Träger des Projektes „Essbares öffentliches Stadtgrün“ ist,  wollen wir auf dem Außengelände des SLUB TextLab einen Campus-Garten entwickeln, der das Miteinander von Studierenden und Anwohnern aus der Nachbarschaft und die Nachhaltigkeitsstrategie der Stadt Dresden fördert.“ sagt Marlies Krause, seit 2021 Projektleiterin des Gemeinschaftsgartens am SLUB TextLab. 

Das Garten-Leben – Partizipation und Prozess

Der Gemeinschaftsgarten soll ein Ort der Begegnung werden – Studierende, Nachbarn, Interessierte – jede:r ist hier willkommen. Er ist Teil der ganzheitlichen SLUB TextLab Philosophie des Embodiment, wonach Schreiben nicht nur reine Geistesarbeit ist, sondern auch immer als ein körperlicher Prozess begriffen werden muss.  

Doch wie soll das gemeinsame Gärtnern funktionieren? Woher weiß ich, ob das Unkraut ist…oder doch der Spitzwegerich? Und was, wenn die geschaffenen Gemeingüter, also Dinge, die jeder Nutzen und gestalten kann - trotzdem geklaut oder zerstört werden? 

„Auf jeden Fall soll die Partizipation das entscheidende Kernelement im Urban Gardening am SLUB TextLab sein. Das ist ein offenes Projekt in Entwicklung. Schon bepflanzte Stellen kann man zum Beispiel beschildern. Wir sind gespannt, was wir im Prozess lernen.“ bekräftigt Marlies Krause. 

Nach dem Start - Wie geht das Projekt weiter?

Der Aufbau des Gartens hat indes begonnen. Einen frostsicheren Außenwasserhahn, Gerätebox, Regentonne und nun auch die ersten Hochbeete gibt es schon.

Ende Mai ist dann ein partizipatives Garten-Event geplant – die Umsetzung natürlich abhängig von der dann aktuellen Corona-Lage. Dabei werden Wege gestaltet, weitere Hochbeete aufgebaut und zu Hause vorgezogene Pflanzen vor Ort eingepflanzt. „Pflanzgefäße mit Erde und Samen können dazu ab Anfang Mai kontaktlos bei uns im SLUB TextLab abgeholt werden.“ sagt Marlies Krause.

„In einem Jahr werden die Jostabeeren, die Johannis-, Stachel- und Himbeeren schon Früchte tragen. Es wird Wege geben, die mit Wildblumen und Wildkräutern eingesäumt sind. Das SLUB TextLab hat den Garten in sein Gesamtkonzept integriert, wir unterstützen das Projekt weiter mit Workshops. Von den Beerensträuchern werden wir Stecklinge gewinnen und so auch alte Sorten in den Gärten zu Hause verbreiten.“

Ihr wollt den Gemeinschaftsgarten mitgestalten? Wir freuen uns auf Eure Ideen in den Kommentaren.

Übrigens: Aus den Porree-Enden, die beim Kochen meistens übrig bleiben, könnt Ihr eine neue Pflanze ziehen!

Creative Commons Lizenzvertrag

Dieser Artikel ist lizenziert unter einer Creative Commons Namensnennung 4.0 International Lizenz

2 Kommentar(e)

  • Steffen
    21.04.2021 20:20
    Super

    Das klingt super. Wie kann ich mitmachen?

    • Anita Santner
      21.04.2021 22:52
      Mitmachen

      Hallo Steffen, sehr gerne! Einfach eine kurze Nachricht an textlab@slub-dresden.de senden - wir melden uns dann zurück.

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