SLUBlog

Permalink

SLUB-Schätze auf Reisen: 800 Jahre Aberglaube und Magie

Anlässlich des 800-jährigen Jubiläums der Stadt Kamenz taucht das Museum der Westlausitz mit einem besonderen Ausstellungsprojekt derzeit tief in die Vorstellungswelt der damaligen Zeit – dabei sind auch Schätze aus den Sammlungen der SLUB Dresden.

Farbige Abbildung aus Handschrift: Mann mit weißem Bart schüttet Flüssigkeit in Glaskaraffe

Bis zum 12. April 2026 zeigt das Museum der Westlausitz anlässlich des 800-jährigen Jubiläums der Stadt Kamenz die Sonderausstellung „800 Jahre Aberglaube und Magie“. Es geht um Zauberei, Hexenverfolgung, Volksmedizin, Alchemie und den Tod.  Zu den nahezu 500 Exponaten (Naturalien, Alltagsgegenstände, Instrumente, Kunsthandwerk, Amulette, Talismane, Medaillen, Bilder, Texte u. v. m.) gehören auch acht illustrierte Handschriften aus dem Bestand der SLUB, die nacheinander im Original zu sehen sind.

Bis zum 22. Dezember 2025

  • eine französische Version der „Clavicula Salomonis“ aus dem 18. Jahrhundert mit Zeichnungen diverser Talismane (Mscr.Dresd.N.90.d)
  • eine überarbeitete lateinische Version der „Clavicula Salomonis“ aus dem 17./18 Jahrhundert, der das „Almodel Salomonis“ über die Mächte der Engel beigefügt ist (Mscr.Dresd.N.165).

Vom 23. Dezember bis zum 12. April 2026

  • magische Schriften des legendären Doktors Johann Faust (ca. 1480-1540) in einer Abschrift aus dem 17./18. Jahrhundert (Mscr.Dresd.N.4.a)
  • magische Schriften des Augustinerpriors Johann David Kornreuther (um 1500), ebenfalls in einer Abschrift aus dem 17./18. Jahrhundert (Mscr.Dresd.N.165.b)
  • das reich illustrierte Pflanzenbuch des Passauer Gärtners Johann Habner aus den Jahren 1772 bis 1777, das auf älteren Kräuterbüchern und deren volksmedizinischen Vorstellungen von pflanzlichen Heilkräften basiert (Mscr.Dresd.App.483).

Bis 31. August 2025 waren zu sehen

  • eine Handschrift aus dem frühen 16. Jahrhundert mit Gebeten sowie mantischen und magischen Texten  (Mscr.Dresd.M.206)
  • eine Handschrift aus dem 17. Jahrhundert mit Schutzzaubersprüchen und -symbolen, die dem weisen König Salomo zugeschrieben wurden und häufig unter dem Titel „Clavicula Salomonis“ („Schlüssel Salomos“) im Umlauf waren (Mscr.Dresd.N.68.a).
  • eine kunstvolle alchemistische Bilderhandschrift aus dem 17. Jahrhundert zu, der es unter anderem um die Suche nach dem Stein der Weisen geht (Mscr.Dresd.N.36).

 

Die in der SLUB vorhandenen reichen Bestände an Handschriften (insb. die Fachgruppe Mscr.Dresd.N) und alten Drucken (insb. die Fachgruppe Magica) zum Thema Magie, Wahrsagerei und Alchemie zeigen, dass diese von der christlichen Kirche abgelehnten Praktiken auch am Dresdner Hof durchaus von Interesse waren (man denke nur an den berühmten Alchemisten Johann Friedrich Böttger [ca. 1682-1719], der für August den Starken Gold herstellen sollte, stattdessen aber gemeinsam mit Ehrenfried Walther von Tschirnhaus das später als „Weißes Gold“ bezeichnete europäische Porzellan erfand).

Weitere Informationen

Creative Commons Lizenzvertrag

Dieser Artikel ist lizenziert unter einer Creative Commons Namensnennung 4.0 International Lizenz

0 Kommentar(e)