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Sammlung digitaler Stadtgeschichte wächst: Ein Dank an die Aktiven um den Dresdner Geschichtsverein

Dank des Engagements von Bürgerwissenschaftler:innen werden zahlreiche historische Quellen zugänglich gemacht. So wurden auch Publikationen des Dresdner Geschichtsvereins in vergangenen Jahren neu veröffentlicht: vollständig, offen, transkribiert und OCR-korrigiert. Als Gemeinschaftswerk von Mitgliedern des Geschichtsvereins, Freunden und Interessierten wächst eine Sammlung digitaler Stadtgeschichte mit Notizen, Projektberichten, Vorträgen und Audioaufnahmen für die breite Öffentlichkeit und Wissenschaft.

Drei Personen vor Laptops an einem Tisch, im Vordergrund an der Leinwand Transkription historischer Schrift

Digital Humanities zum Mitmachen

Der Verein für die Geschichte und Topographie Dresdens und seiner Umgebung wurde 1869 gegründet. 1919 feierten seine Mitglieder mit einer Festschrift 'Fünfzig Jahre Verein für Geschichte Dresdens'. Scans dieser Veröffentlichung wurden 2022 in Wikisource bearbeitet, um die Informationen zugänglich, leicht nutzbar und Vereinsgeschichte sichtbar zu machen. Eine Gruppe Aktiver – Mitglieder und Fans des heutigen Dresdner Geschichtsvereins e.V. – veröffentlicht seitdem mit Wikisource viele Texte neu und schafft so einen wertvollen Fundus: Artikel, Aufsatzsammlungen wie die Mitteilungen des Vereins für Geschichte Dresdens und deren Illustrationen. Wir als SLUB begleiten sie und sagen an dieser Stelle Danke für all diese Edits, den Austausch und digitale Editionen!

 

Wikisource-Beratung

Seit 2019 betreut Andreas Wagner den Wikisource-Informationsstand in der SLUB-Zentralbibliothek ehrenamtlich. Er beantwortet dort Fragen zur Arbeit mit der freien Quellensammlung Wikisource, zeigt Quellen und berät: Neulinge, Wissenschaftler:innen und andere Heimatforschende. Oder er bearbeitet seine aktuellen Projekte. Interessierte sind willkommen – am besten einfach vorbeikommen! 2022 wuchs das allwöchentliche Onlinetreffen 'DatenlaubeJam' mit Caroline Förster, Geschäftsführerin des Dresdner Geschichtsvereins, und Vereinsmitgliedern auch auf Basis von Andreas Wagners langjährigem Engagement als Wikisource-Adminstrator. Gelegentlich treffen wir ihn auch dort online.

Wikisource-Broschüre
Wikimedia Deutschland: Wikisource-Broschüre, Redaktion: Nicolas Rück, Layout und Design: Valerie Schandl, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons

Hackathon ist immer!

Hackathon ist immer (dienstags) und Edit-a-thon. So beschrieben wir den 'DatenlaubeJam' für die Tagung 'GeNeMe. Gemeinschaften in Neuen Medien' 2022:

Inzwischen wurde der Termin zum Arbeitsort und Austausch insb. für Dresdner Kulturdaten – eine neue Gemeinschaft entsteht. Bibliotheksmitarbeiter:innen, Team Datenlaube, Mitarbeiterinnen und Mitglieder des Geschichtsvereins Dresden, ein Wikisource-Administrator und andere Heimatforscher klinken sich am Dienstagmorgen ein, um eine halbe Stunde informell über offene Kulturdaten zu sprechen und Projekte zu planen. Das geht über ‘Die Gartenlaube’ hinaus und betrifft insb. Saxonica, historische Quellen über Sachsen. Teilgeber:innen sind zwischen 30 und 70 Jahre alt (...) alle Citizen Scientists, also Bürger:innenwissenschaftler:innen in wechselnden Rollen mit diversen Perspektiven.

Die Runde ist offen, jede:r kann teilnehmen. Nächster 'Jam' ist nächste Woche, am Dienstag, 8:30 Uhr.

Textarbeit mit Nebenwirkungen

Aus der gemeinsamen Arbeit mit Geschichtsverein und Wikisource-Gemeinschaft entstehen immer wieder neue Projekte. In Verbindung mit z.B. Mitmachprojekten an SLUB und TU Dresden wurden die 'Gemein-Nachrichten der Herrnhuter Brüdergemeine' mit Wikisource solch ein Teilprojekt, das durch die Arbeit an Geschichtsvereinspublikationen angeregt wurde.

Daten der bekannten 'Dresdner Hefte' werden nun systematisch in Wikidata nachgewiesen, verknüpft und verschlagwortet, Ergänzungen und Korrekturen für bibliografische Bibliotheksdaten inklusive! Einige Biografien der Frauen auf der Mitgliederliste 1919 wurden 2022 recherchiert und jeweils in Stadtwiki-Artikeln beschrieben. Daran könnte angeknüpft werden.

Ergänzende Arbeiten für und mit Friedrich von Boettichers mehrbändigen 'Malerwerken des neunzehnten Jahrhunderts' sind nach deren Transkription noch nicht abgeschlossen. Nach und nach werden die Zitationen von Kunstzeitschriften und -katalogen in den Wikidata-Aussagen der einzelnen Künstlerarktikel nachgewiesen, verknüpft und somit visualisierbar.

Der Band 'Chemnitz am Ende des XIX Jahrhunderts in Wort und Bild' von circa 1900 wurde in Wikisource gerade fertigestellt. Die Festschrift 'Chemnitz in Wort und Bild... zur Einweihung des neuen Rathauses' von 1911 steht längst auf der Ideenliste.

Schließlich: Gesprochene Wikisource aus dem Podcaststudio beschäftigt uns seit 2022 immer wieder. Ideen für vertonte StadtgeschichteN entstanden jüngst beim 'Jam' für die Zeit nach dem Sommer 2025. 

Liebe Mitstreiterinnen und Mitstreiter, vielen Dank für alle Korrekturen, 'Mittheilungen', Dresdner Geschichtsblätter und für die Ausdauer – für alle Bearbeitungen und den Austausch in den fertigen und kommenden Projekten! Wir freuen uns auf gemeinsame Bearbeitungen, Edits und 'Jam'-Sessions am Dienstagmorgen. Der Link zum gemeinsamen Konferenzraum steht auf der Wikiversityseite in den Notizen.

 

Weiterlesen
Caroline Förster: Wie fetzig sind Geschichtsvereine? Die Projekte „#FetzigesGeschichtszeugs“ und „Die Datenlaube“ des Dresdner Geschichtsvereins. In: Moderne Stadtgeschichte, Bd. 55 Nr. 1 (2024): Citizen Science. Akademische und bürgerschaftliche Stadtgeschichtsforschung. DOI 10.60684/msg.v55i1.40

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