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Das Auge des Arbeiters. Fotografie und Bildpropaganda im Stadtmuseum Dresden

Die Sonderausstellung "Das Auge des Arbeiters | Erinnerungsfotografie und Bildpropaganda um 1930" ist seit gestern bis 12. Juli 2015 im Stadtmuseum Dresden zu sehen. Die Deutsche Fotothek ist mit Aufnahmen u.a. von Hans Bresler und Kurt Burghardt vertreten.

 

Proletarierin liest die Zeitschrift "Der Arbeiter-Fotograf" (Schwägerin des Fotografen Hans Bresler). SLUB/ Deutsche Fotothek

 

Als die ersten Fotografen im 19. Jahrhundert Bilder "mit Licht malten", ahnten sie nicht, dass sie damit am Anfang eines Weges standen, der in die Allgegenwart digitaler Bilder in heutiger Zeit einmünden sollte. Die "Demokratisierung" der Bildproduktion begann im Ersten Weltkrieg, als preiswerte Kameras das Fotografieren erschwinglich werden ließen. Die illustrierte Massenpresse und der Film bildeten die industrialisierten Gegenstücke zu dieser Privatisierung des Blicks.

 

In der Medienmoderne des beginnenden 20. Jahrhunderts entstanden nun erstmals auch Bilder von Arbeitern über Arbeiter: Amateurfotografien, die das eigene Bild vom Alltag in den Familien und Fabriken vermittelten, vom Kampf auf den Straßen und von der Hoffnung auf eine bessere Zukunft berichteten. Motivwahl, Komposition und Montage wurden von diesen Arbeiterfotografien auf spezifische Art und Weise genutzt. In der Ausstellung werden ihre Aufnahmen aus Sammlungen in Sachsen in Beziehung zu anderen Objekten, Bildern und Symbolen aus dem Arbeitermilieu gesetzt. Hierin wird das Vordringen der Arbeiterschaft in den öffentlichen Raum sichtbar – einem Bereich, in dem sie als Minderprivilegierte bis dahin kaum vertreten gewesen waren.

 

 

Das Programm der Abschlusstagung des DFG-Projekt zur Geschichte der Arbeiterfotografie der Weimarer Republik am 27. und 28. März sowie die Online-Anmeldung finden Sie unter www.isgv.de/arbeiterfotografie. Eine Tagungsgebühr wird nicht erhoben und um Anmeldung bis zum 22. März 2015 (heute!) wird gebeten.

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